Band 
Dritter Theil
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Pabst Paulu- III,bey welchem er die stelle eines 8-««t»rH bekleidet/erhub ihn zu den Bißthümern Massa / Forlimpopoli und Caserta ,und gab ihm endlich an. 1549 gar den Cardinals-Hut. Allein ohn-arachtet man fich grosse Hoffnung von ihm machte/ wurde er dochbald darauf im jähr i;;;den iSjulii durch den lod weggenom-men. tiik. I. »5.

Maffäus / ( Celsus) ein gelehrter Veroneser / welcher in demi; ficulo gelebt/ und eine lebens'beschreibung der Beata FusculanäNach stch gelassen, 1. Z äe Kilt. l.sr. c. 8 ss. 6ro. *

Maffejus/ (Ioh. Petrus) ein Jesuit/ gebürtig von Bergamo /«langete unter anführung der beydenSLncKiorum.Bastlii unbJoh.Ehrysostomi,so Lsnonici reguläres waren/in der Griechischen,Latei-nischen und Italiänischen ftwaach grosse geschicklichkeit; daher ihnauch/ als er nachgehends nach Rom gekommen / verschiedene vor«nehme Personen bey stch zu haben gesncht/wiewohl er lieber dem be-ruffnach Genua / daselbst die red-runst zu lehren/ folgen wollen. Indem rosten jähr seines alters trat er in die locic-ät Jesu, und befin-dete sich so fort das lebenJgnatiiLoiolä zu verfertigen. Hieraufrcr-sete er nach Portugall/ um stch in der Indianischen Historie/ die ergleichfalls heraus zugeben willens war/gewissere Nachrichten anzu-schaffen. Bey dieser gelegenheit wurde er dem König Philippo IIrecommci'ltii'et/ der ihm alle gnad erwiest, und wegen Verfertigungletzt-besagter Historie seinen bruder zu Mayland in eine wichtige be-dienung nahm. Nach seiner zurückkunfft in Italien hat er so wol dasleben Lojola / als die Indianische Historie aus licht gestellet. Aufbeseht vesPabstsGregoriiXUI machte er stch an die Archen-Historie,so unter dessen regierung p-uiii-et, und verfertigte davon 1; btcher inItaliänischer spraach/gleichwie er auch sonsten an andern schafftengearbeitet. Im übrigen war er ein sehr unfreundlicher mann/ undließ manchmal sehr harte wort fahren/ die er aber/ wann er stch de-ren erinnert/ wiederum abgebetten. In der Zierlichkeit der Lateini-schen spraach nahm er stch wol in acht, daß er des tages nicht überio oder aufs höchste i5 zeilen seinem copilten aus dem bett <i,6>rte.Auch solle er zu gleichem end sein nro-iHum jeweilen inGriechischerspraach abgelesen und gebettet haben / damit ihm nicht einige vondenen darin« in grosser anzahl befindlichen loia-cilmi- oder schlech-ten Lateinischen redens - arten unvermerckt ankleiden möchten. Erstarb endlich an. 160; in dem 64 jähr seines alters.

^in.r. Li'/r/jö eloZ. L *

Maffeius/ (Vegio) von Lodi / ein v,rsriu, desPabsts MartiniV/ und c-nonicus 8. Johannis in dem Lateran , lebte um das jähr»4,o. Er bat fich durch verschiedene schrifften/ so wol in gebunde-ner als ungebundener rede bekandt gemacht. Die vornehmstendavon find 7 bücher von der beständigkeit; ein commem-riu-überdie buß-psalmen; das dreyzehende buch/ so er zu der ^nei-le virZili»hinzugethan; welche jedoch/die Wahrheit zu gestehen, solcher zu-gab wohl hätte ermangle» könne«/ und andere/ rc. *

oder NLkOttVLwar so viel als »cinum,d.i. eine decke des hauptes/dcssen fich das frauen-zimer bediente.Jnfolgenden zeiten trugen dergleichen auch die Münche/ und bedeutetes einen kleinen mantel, der absonderlich den hals und schultern be-deckte. Voxilc. c. 45. IZS. <i,«

61.6r. p-g. 8-l-

Magadosco / ist ein Königreich in Alrica, nebst einer stadtgleiches namens. Es ligt an der küste von Aian längst der India-nischen see hin, nahe bey Zanguebar. Es ist ein köre darinnen,nebsteinem berühmten Hafen. Die Portugiesen rumsten die stadt. An-jetzo ist diese stadt der vornehmste ört in einem kleinen aber sehrfruchtbaren Königreiche gleiches namens, welches viel vieh und ge«träide hat, und mit einem vortreflichen Hafen versehen ist, den diesänffe von Aden und Camdaya öffters besuchen, und einen grossenHandel mit elephanlen-zähnen, gold,sclaven, Honig und wachs trei-ben. Der König ist ein Maurer ober Araber, und gibt dem Adyßi-nischen Karffer einen gewissen ri-ikm. In vorigen zeiten war dieserort die haupr-stadt von den Arabischen colonien auf dieser küste; al.lein im i; lecuio wurde sie von den Portugiesen erobert. Sie ist ve-ste, reich UNd wohl bewohnt, öeic/ipc. ^t/ic. v«//>c/-.

Magalottus/ (Laurentius) Cardinal und Dischoffzu Fer-rara, war ein Florentiner von geburt, gutes Adelichen geschlechls,und ein söhn Vincent« Magalotti und Clarä Capponä. Er kam an.1584 auf die weit, ward zu Rom in dem Jesuiter-cviicß,«, in ?ki-lolopkici« unlerwiesen,zu Perugia aber legte er sich auf das lluämmjuris, NNd aUfder^ttöcmie zu Pisa nahm er den ß^cium OvÄori,an. Nach seines vaters an. esog erfolgtem tobe, zog er nach Rom ,und begab stch in den geistlichen stand, ward ein Päbstlicher Prä-lat, und der Cardinal Maphäus Barbarinus,dessen bruder CarolusDarbarinus dieses Magalotti schwester Cvnstankiam geehlichkhalte, machte ihn bey seiner leßsrioi, zu Bononien zu seinem vice-I.^ro daselbst. Pabst Paulus V setzte ihn auch als OubcrnLtorea»zu Ascoli, und folgends zu einem Vice-Leg-tl, zu Viterbo in denPäbstlichen landen, und Gregorius XV verordnete ihn zum o-ne.rsl-6ommiasrio des gantzen Römischen kirchen-staats, gab ihmauch das geheime s-crce-irisr, und brauchte ihn nebst dem CardinalLudovico Ludovisto in den wichtigsten contilii,. Wie abgedachterkardinal Maphäus Barbarinus an. i6r; Pabst worden, ward ernoch mehr erhoben, und als er das Ober-Secr-tgrisc eine Zeitlangbedienet , an. lSry zum pr-sb>re/o earclinsle lud ric. 8. )oliLnnis Scr-uli crei'ret. Als an. 1627 durch des Cardinals Johann BaptistäLeni tod stch das Bisttbum zu Ferrara erlediget hatte, gab ihm ge.dachter Pabst den 2; febr. an. i628dasselbige, woselbst er auch seinerestdentz hernach gehalten/wie Oldoinus schreibt,und ungeachtet ermehrmal angehalten nach Rom zu kommen, auch vermöge des«saeitu Tritienrini die Ertz-und Dlschöffe zu gewissen reiten dahin

mag

zu reisen angewiesen sind, dennoch von dem Pabst Urbano VIII der ihm seine hinkunfft verbothen, nicht erhalten mögen, hu Fer-rara hat er die Dom-kirche, den Bischöflichen pallast und anderegebaude, so zimlich verfallen gewesen, wieder in guten stand aeie-tzet, anch bey der pest und theurung zu Ferrara stch seiner gemeinewohl angenominen. Er hielt auch daselbst einen pubiicir.te die auf solchem abgefaßte cvnitirmione-, und starb allda den 8tensept. an. is;/ an einem hitzigen fieber.

Magas / ein söhn Philipps eines Macedonischen Generals,und Berenices, so hernach den König in Aegypten , PtolemäumLa.gum, heyrathete, eroberte die Landschafft Cyrene, welche sich em-pöret hatte,und besaß sie unter dem titul eines Königs jähr lang.Dieser Fürst war so sanfftmütbig, daß, als einstens ein Poet, mit«amen Philemon, eine satyrische schrisst aufihn gemacht hatte, erselbigem nichts mehr that, als daß er ihn durch einen seiner bedien-ten mit seinem schwcrdt gelinde auf den kopff schlagen ließ, und ihmsodann kleine beinlein nebst einer kleinen kugel zuschickte, daß er nacharl der kinber damit spielen möchte. Im übrigen wurde er so fettund dicke, daß er ersticken muste. a- collweaa. -rs. L a«

vircuke morLÜ.

Magdalen/ war ein Engelländischer Priester, und einer vondes Königs Richardi II Caplänen. Weil er diesem seinem Herrnsehr ähnlich sahe, so fielen, nach desselben an. i; 99 geschehener ab-fttzung und inhaftirung, unterschiedene Lords, welche es noch mitihm hielten, auch zu seinem besten die Waffen ergriffen hatten, aufden anschlag, diesen Magdalen, damit sie von dem volck einen destogrosser» zulauff bekommen möchten, vor den König Richard auszu-geben. Zu solchem ende legten sie ihm Königliche Ander an, undführten «hn, mit erweisung grosser ehrerbietung, mit sich herum;da sie denn in kurtzem 400°° wohl gewaffnete mann an sich zogen.Als aber an. 1400 die vornehmsten von den gedachten Lords zuCirencester in des neuen Königs Henrici IV Hände gefallen waren,zerstreuete sich deren anhang, und Magdalen, nebst einem andernvon Richardi II Capläncn, namenS Fezeby,suchte nachSchottlandzu entfliehen. Allein sie wurden beyde gefangen nach dem Tower inLonden gebracht, und endlich gehenckt, ihre corper aber geviertheiit.

ZM. vol.,. p. 178,279.

Magdalena/ (St.Maria) MarthäundLazarischwester,welcherch Christus nach seinem tobe offenbarte. Einige lehre»meynen, daß drey Magdaienen gewesen, weil nemlich unterschied,liehe dinge in den Evangelisten erzählet werden, die nicht Meinerpersohn zu zukommen scheinen. Daher ist von Jacobo Fabro Sta-pulensi und Justo Clitoveo an. 1^19 ein buch cl° cribu- L umc,^-8-lLienL geschrieben worden. Zu dekräfftigung dieser meynungwird Origenis, S.t.Chrysostomi, Theophylacti und einiger andernaltenväter smoritat angeführet. Die Archen in Provence gebenvor, daß Maria Magdalena, Martha, Lazarus, Maximinus undandere gleich nach Christi Himmelfarth ihre Apostel gewesen ; alleinJohannes Launojus hat solches längst in seinem buch 6- comm-n,ncio in krovincism Äppullu wiederleget, dem die erfah-rensten männer in der kirchen-historie beypflichten. Man trägt sichfönst in der Catholischen Arche mit einer gar ausführlichenlebens-beschreibung der Maria Magdalena , welche aber Valesius mit vie-len andern vor die grösste fabel von der weit angesehen. >->

p-8- 44- Kgl-

8. Magdalena / ein Ritter-orden in Franckreich, welchenJean Chesnel, Herr von Chappronaye, ein Bretagnifcher Edel-mann , nach seiner zurückkunfft aus dem Orient an 1614 gestifftet.Die Ritter sotten ein gewiß halß-band, so leib-farbe weiß und blausmuiiret, nebst einem creutz, so lilien-sörmig und auf einem halbenmond stund, tragen. Uin die lilien sollen palm-zweige hervor ge-hen , und in der mitte das bild der heiligen Magdalena ruhen. Wienun Chesnel dieses sein vorhaben dem Könige Ludovico XIII eröff-net und zugleich vorgestellet, wie ber gantze orden zu abstellungderbalgereyen, zur ehre Gottes, wie auch zum dienste des Königs ge-wiedmet seyn solle, wurde er zwar zum ersten Ritter geschlagen,allein es wolle sich niemand zum mit-gliede angeben. Dahero auchChesnel stch von dem Hofe in eine einöde begeben, und daselbst unterdem titul des friedfertigen Ansiedlers der heil. Magdalenä seinleben beschlossen. IN in<l,ce srworisl. f. ;o;. Lrvr». lli»!,«ckbonneui- öc 6e clievsl. Kircer-oräen.

Magdeburg / lat. ^^eburxum. oder ParkhenopM/altder Elbe in dem Niedersachsischen kreiß/ ist die Hauptstadt des Her-tzoqthums gleiches namens. Daß sie Amagewdriga/ oder Mage-tobriga des Julii sey/jst falsch/ob sie das Mesovium Ptole-mäi/woraus Mcseburg/Mrdeburg worden / ist ungewiß; diesesaber bekannt/ daß ihrer zu den zeiten der Carolinger unter demna»men Maqathaburg oder Magdeburg gedacht wird. Den »amenkan sie nicht von der lieben Magd/ oder gemahlt» OltoniS EdiMhaben/weil derselbc/wie erst gedacht/ viel älter; noch von der Romischen Göttin Venus und ihren; Grakien / weil die Römer nie-mals hieher gekommen- Ungewiß ist auch/ob der Teutschen liebes-'Göttin Slstar/odcr Ostar / oder anch die Teutschen Amazoninnenzu dieser benennung gelegenheit gegeben / daß selbige aber von demTeutschen wo« Magd schon von uralten zeilen hergeleitet wor-den/zeigldie Griechische benennung u-rrlienopoii-, die Sigebertu»Qcmbisccni?; schon gebraucht / und das Wappen der stadt/ an/ INwelchem eine fraueus-persohn mit einem krantz in der Hand vor-kommt. Vor Ottonis xi. zeiten ist dieser ort eine vestung/und el-wann ein dabey gelegenes dorff gewesen / und wurde in dem "'°'cu>o noch zu Nord-Thüringen gerechnet; dieser Kayser aber ließseiner Lemchlilt Edicha zugefallenm das jähr S4°kjne stamvw