grossen vorhaben gegen dem Kayftr loszubrechen; da er dann sowo! die für, als wiver die stadt auf den deinen gewesene rrouppenauf einmal gar meisterlich für sich zu gebrauchen gewust hat. Dochmuste die stabt versprechen, bey dem Kayftr fußfällig gnade zu bit-ten ; (welches erst -1 jähr hernach doch ohne fußfall geschehen;) sichdem cammer-gcricht und Neichs.abfchieden in weltlichen fachen zuumermerffen; dem Ertz - Bischoff und Capttul alles zu rctt>cui^enwomit es an. 1^64 zur völligen richtigkeit kam und endlich demKayftr eine straffe von 5°o--o Rthl. und 12 stück grobes geschütz zugeben. Hierauf nahm Churfürst Moritz die Huldigung im namendes Kayftrs ein, und gab noch den verfammleten geistlichen einelcüiuii.sich künffkig etwas niocicrsker.als bisher geschehen seyn möch-te, aufzuführen. Die 2 Churfürsten und der Bischofs hatten wäh-render delagerung einen vergleich gemacht, rripam genannt,daß diestadt Magdeburg allen dreyen erblich verwandt bleiben, das Burg-grafthum aber wieder dem Churfürsten zu Sachsen eingeräumetwerden folte. Diesen vergleich aber hat der -cci,mn>ll--irol- JoachimKridrich an. 1;7swieder abgethan. Der Ertz-Bifchoff starb an.i;;2den 17 May. *
44) Fridericus IV/Ioachimi II,Churfürst zu Brandenburgsöhn, war des vorigen Costtjuror, nachdem er aber etwa 4 monatein der pottilkivn selbst gewesen, starb er an. 1;; 2 den z oct. an einerkranckheit, die von bösen künsten hergekommen seyn soll.
4t)Sigismundus/dcs vorhergehenden brudcr, war nur 15jähr alt, als er poltuUrc ward. Unter ihm ist durch Unterhandlungseines Vaters, Churfürst Joachims II die stadt, so wol erwehmerMassen an. 1562 mit demKayftr versöhnet, als auch an. 1564 mitdem Dom-capitel verglichen worden. Er bekannte sich öffentlich zuder Lutherische» religion, und die esnooici thaten nach und nachdesgleichen. Er ließ an. 156; eine kirchen-villlscion in feinen lan-den halten, und übergab an. i;64dem Rath zu Halle das Darfüs«ser-kloster daselbst, welches zur stadt-fchule, und nachgehends zu ei-nem gymnslw gemacht worden. Er starb an. 1; 66 den i4ftpt.
46) Joachim Fridrich/Churfürst Johann Georg« zu Bran-denburg söhn, und nachgehends Churfürst. Die merckwürdigenänderungcn,so währender feiner regierung in politischen und religi-ons'wesen vorgegangen, kan man an seinem ort nachlesen. Beyantretung dcr Churfürstlichen würde an. i;y8 übergab er dasErtz-stifft feinem damals 8 iährigen söhn.
47 ) Ehr.lVilhelmo/da bann bis zu dessen msjorcnmtät a. 1608das Dom-capitel die regierung sttminiki-u-et. Die merckwürdiasienumstände feines lebens und damit verknüpffte is-s des Ertzstifftessihe an seinem ort. Hier aber muß folgends angemerckl werden:als an-162; der ^ttminill^ror Christian Wilhelm wegen des Lau-enburgischen bundes in KayfersFerdinanbi ll Ungnade fiel,und d e»ser daranfmik 12000 mann Halle wegnehmen, und zimlich pressenließ, wählte das Dom-capitel
48) Augustum/Churfürst Johann Georg I zu Sachsen andern
soh», zum «-'»schmore, in dem absehen, damit dessen Vater, der da«mals mit dem Kayftr wohl stunde, desto mehr in des Stiffts >"«»r-lle gezogen würde, und da an. 1628 gar die achts erklärung wi«der Christian Wilhelmum erfolgte, trug es demselben auch die 26-minikrarior, selbst auf; womit aber der Kayftr und Pabst nicht zu-frieden waren, sondern den Kayserlichen Printzen, Leopold Wil-helmum, dazu cootticuircen, welchem auch an. I6;o die stadt Hallehuldigen muste. Weil Magdeburg sich nicht dazu bequemen wolle,wurde sie von den Kayserlichen gebrandschätzet und 00.1624,28Wochen bloquirr gehalten. Ja als im folgenden jähr die stadt ih-ren geächteten. 4 ci,liinlürskore,iiCbristianWilhclm mit demschwe-dischen Obristen Falckenberg einnahm, hatte der Kayserliche Gene-ral Tilly prs-i-xr genug die stabt zu belagern, welche belagceung sichmit der schrecklichen Zerstörung endigte, davon in beschreibung derstadt einige Nachricht gegeben wird, wo auch gemeldet worden,daßder steinhauffe von Magdeburg und das gantze land bald darauf inSchwedische Hände gekommen, worinnen es bis nach dem Pragi»scheu frieden an. 16;; geblieben. Vermöge dieses sriedens wurdedas Ertzstifft Hertzog Augusto, doch ohne sitz und stimme auf demRcichs-tag, übergeben, und ferner ausgemacht, daß das Dom-ca-pikel macht haben solle, nach dessen tod es einem andern prorclli-i-c-'de» Fürsten zu übergeben, bis an. 167;, da es wieder in Röm.Catholische Hände kommen ftlte. Doch dieSchweden hattenMag-deburg und Halle noch inne, und muffen aus der erster» an. i6;6mit gewalt, aus der Moritzburg zu Halle aber an-16^7 mit listtt--poitccilrt werden. Also kam au. i6;8 der Ertz-Bifchoff August,iszur pottellMn, und hielte eine bejatzung in Magdeburg , welche an.164z die stadt wider den Schwedischen angriffcick-oNtte. In demWestfälischen frieden an. 1648 ward versehen, daß Hertzog Au-guffus (von dessen leben an seinem ort nachzusehen) dasErtzstifft le-benslang behalten solle; nach dessen tod aber folte es t-cuisttttrt,und als ein weltliches Hertzogthum mit allen landen, reZsiie,, undgerechtigkeiten dem Hause Brandenburg übergeben werden. Diebesondern umstände hiervon,it. was an. 1666 mit der erbhuldigung,und seit dem es von a». i68c-in Brandenburgischen Händen ist,insonderheit aber an. 1687 wegen dcsFürstentbumsQuerfurthvor-gegangen,ka» in dem lebenCbursürstFridrjchWilhelms des Grosssen/ und seiner Nachfolger nachgelesen werden. Das vorum diesesHertzogthums wird anfden Reichs.tagcn nicht auf der sogenann-ten quer-sondern aufder Fürstlichen banck gleich nach dem HauseBayern gefübret. Von dem p-i-
lusru 6erm2»iL, den sich dieses Bißthum,wie oben gedacht, vinclici-ret, hatzu Halle an. 1707 in einer ciispurstton aus-führlich gehandelt.
Magdeburgtschen landes beschaffcnheit/ religion und regic«
rung. Dieses Hertzvgthmnhal zu gräntzen gegen norven rmdvste»/die Marck-Branvsnburg / gegen wessen das Halderstädkischc / undgegen ssiden das Anhäliische / ist gröstentheils sehr fruchtbar / daßnicht allein seine einwohnet und nachvarn/ sondern auch entferntelander davon gespeiset werden. Aus dem saltz- brunnen zu Hage/«saltza/ Stasfurt / wird die Laußnitz / Missen / Sachsen/Marck-Brandcndurg versorget. Die Eide / Havel / und die durchschleusten schiffreich gemachte Saale / machen das land zu commer-neu bequem/ wozu auch die ms-nikÄuren derfluchrlingen ausFranckreich/ derPfaltz/ Schweitz und den Piemonlesischenchä-lern nicht wenig coorrchuiren. Die übrigen kleinen siüffe sind dieOhre / Schrode/ Aller / :c. Der Mangel am holtz wird durch daSsiößholtz aus Thüringen / und durch die siein-kohicn ersetzt/ beywelchen zu Halle in allen Königlichen kolhen gesotten wird.
Es wird das land in 4 kreise euigethettet-. i)den«Laal-kreiß/mdem Halle / Giedichenstein / Pctersderg / Wettin / Lödegin rr. r)den holtz-kreiß / worinnen Magdeburg/ Calbe/ Staßfurt/ Egeln /Hadmersledcn / Alvensledm/ Germersleden/ Erxlcden/ Neu«Halderslcden / Wolmcrstädt rc.;) Den Jerichauischen/ wo Burgund die 4 ämtcr / jo das Burggrasthum Magdeburg ausmachen/Gommern / Eibenau / Ranis nnd Eottau; «r-m Sandau/ Jeri-chau rc. 4) Den Luckenwaldischen / ehedeffen Jüterbockischen kreiß/wovon die Haupt-orte Jüterbock und Dam an Dachsen.Weiffen-ftlß gekommen / daß also nur Lückemvalde und Zlnna dahin gehö-re.Mit dieser cintheilung komk vielleicht die alte üderein/da esin diehohe dördte/Holybordlc Saltzbordte und denSaalkreiß abgetheiltworden. Die religion ist meistens Lutherisch / doch daß noch einigeCatholische clöster übrig/ und denReformirten in den vornehm«sien städten etliche kirchen eingeräumet worden. Die regierung die«seS Hertzogthums ist 1714 von Halle nach Magdeburg verlegtworden/ und bestehet aus dem Statthalter/ Cantzler und denHof-co»ttllons>-und Cammer.Räthen. Die Landstänve sind diePrälaten/ wozu das Dom-capitel (unter denen kein CatholischecCapitular) und die geringern coN-^isiStiffler z» Magdeburg / ir-rste clöster gehören; die Ritterschaffk / wozu die Landgrafen vonHessen-Homburg wegen Orbsftld iind HötenLledcn/ die Grasenvon Benlhcim/ wegen der edlen vogtey Borchorst/ ü. die zuMannsleid/und Schwartzenbnrq/ nebst einer grossen menge Edel-leute/ gehören; und die städte/ wiewol nur Magdeburg und Halledazu gezogen werden sollen. Die 24 ämtcr sollen / nachdem der erb-pachl eingeführet worden / auf;;0000 Rihlr. eintragen. 8iz-rvon
kreottcn. Ureuttl unci Nrsnllcnb. Lcssls-^eogr. wo p. -40 löq. suck cincstsl. ller sclli^ben tsmilisn in c!eni Ittsgäcburgllcbcn bellnlllicb.
Maczdenau / ein Cistcrrienser frauen-kloster in der GrafschaffkToggenvurg. Ist durch Rudolph Gicl zugenannt Glatkburg an.1244 erstmals gesttfftet worden. Dessen exempel die gefürstete Aedtevon 8. Gallen / die Grafen zu Toggendurg / die vonHadspurg/Kyburg / Fürstendcrg und andere Edle Herren in der Schweitz ge«folge! haben» clirono topogr. cvngrcg. Listen, s. 97-
Magdeln/ Mädeln/ eine kleine stadt nnd Vogtey in Thü-ringen/ eine messe von Jena gelegen/ und dem Hause Sachsen«Weymar gehörig. Es hatte ehemals ein vornehm adeltches ge«schlecht von diesem ort den namen / welches aber schon in dem 14ftculo erloschen. ^-r>e»§cogr. jcrnttor. Illür. p. 79.
Magellanes/ oder Magalhaens/ ( Ferdinandus) einPorttiglcft/crward sich einen imsterblichen namen / durch die ent-deckung der so genannten Magcllanischeii mcer-engc iim dits jahcChristi i;i y oder 20. Er warerstlich in des Königs Ennmuclis vonPortugal! dicnsten/als cspirsm zur sce/und hielt sich treflich wohl/halff auch die Moluckische insuln endecken. Ww er aber wiedernach hause kam/uud zu einiger erkänntlichkeit vor seine grosse dien«ste vcrlaugtc/daß ihm seine Moradia um einen surcum vdermöchteerhöhcl werden/(siehe das wort Moradia) so ward ihmsolches abgeschlagen; welches ihn dermaßen schmertztc/daß er zuCa-rolo v nach Spanien übergicng/ und ihm vörstellere / was Massendie Moluckikche insuln von rechtsweqen zu Wcst-und nicht zu Ost-
Jndien/solgilchzuiLpanlcnundnicht zu Portugall gehörten; wo-durch bey nahe em schwerer krieg zwlschcnPortugallund LMieilentstanden wäre- Dann Carolus v ließ sich durch Maqellaimmbewegen / daß er ihm schiffe gab / um einen wceg erstlich gegenWesten zu nach der grossen Znyder-sec/ oder dem >»s>> p-c,6c->.und so fcrncrs von dar nach den Moluckischcn insuln zu entdecken/und sodann davon mit gewalt o»mli,»n z„ nehmen. Dieses unter-nehmen gründc.'csich vorncmlich darauf/ daß der Pabst Alexan-der vi. gleich nach ansang der neuen entdeckunqen um denen stm»tigkeiteii zwischen Portugall / nnd Spanten vorzudicgen/den er-sten msriMsoum mit beydseitiger bewilligung hundert meylc» vondenen Azorischcn insuln gegen Westcn zu gefttzct/ und so dannnach dieser linie den gantzen erd-kreiß in zwey gleiche theile einge-theilet hakte; mit dem anhang: daß die eine hclfftc davon gegenOsten liqend den Portugäsm / die andere gegen Westen den Spa-niern / so fern nrmlich die lander noch von keinen Christen besessenund deherscher wurden / zngchören solten. Weil nun Magella-nesversicherte/ daß die Molnekischen insuln der l«rgen«tch gewißin das Spanische theil fielen; so warnur noch erforderet / Pstman auch einen weg zu schiff durch den Westen fahrend / dahinentdecken möchte / welches/ also dieser Magellanes sich zu thun an-erbotte/ und glücklich ins werck setzte. Woben noch ferner »istzu vergessen ist / daß bald hernach die Portugiesen selbst um Bra-silien für sich behalten zu könuen/in so fern cincändmmg beseel«gleichS veranlasset / daß der bedeutete m-rittisnus noch um r/omeylen weiter hinanß gegen abend möchlegezogcn werden.