Zi8 mag
re er es dahin, daß dieNorweger ihn zum Könige annahmen,gleich-wie auch die Gothländer durch ihre inmitten bey ihm den eyd dertreue abgelegt, welches alles um das jähr izis geschehen. Einigejähre darauf nemlich an. i;;r begab sich auch Schonen mtt denveyliegenden provintzen unter die Schwedische bothmaßigkeit.Denn weil der König Christoph in Dänemarck, dem diese Land-schafft vorhero zugestanden, selbige den Grafen von ^ollstem umeine grosse summa gelbes versetzet,welche er auf den gesetzten cerminnicht liefern konte, liessen die Grafen von Hollstem ihre soldatendaselbst Hausen, wie sie wollen. Die Schonen, welchen dieses un-ertäglich war, und gleichwohl so bald keiner erlosung von Dane-marck sich versichern kunten, ergaben sich hieraufdem Könige Ma-gno in Schweden mit dem beding,daß erdas dargeliehene geld denGrafen von Hollstem abtragen solle. Seine macht wurde dadurchnoch grösser, da ihm die Stände des Reichs zu Marburg m Hal-lanb die crone an. i;; ? nicht allein aufsetzten, sondern gar erblichmachten. So lange Matthias Kettelmundson , welchem er seingröstes glück bißher zu dancken gehabt, lebte, stund es mit der regle,rung über aus wohl. Nach dessen rode aber ergab er sich den Wollü-sten, und fieng einen ihm schädlichen krieg mit den Russen an, da-rüber das land gar hart mitgenommen wurde. Denn die Mosco-witer vereinigten sich mit den Tartarn und Lithauern, und nöthig-ten endlich den König Magnum, daß er ihnen halb Carelien lassenmnste. Der König Magnus fuhr hingegen in seinem wollüstigenleben immer fort, so, daß endlich die Reichs-Stände ihn dahin ver-mochten , seinen söhn Ericum zum Mit-Regenten anzunehmen.Magnus und seine gemahlin Blanca waren damit gar übel zufrie-den, und suchten ihre Hoheit mit hülffe des Königs Waldemari inDänemarck zu bevestigen, davor ihm zur erkänntlichkeit Schonenabgetreten werden solle. Doch kam endlich die sacht an. i; ? 4 durchVermittelung Hertzog Albrechts von Mecklenburg und des GrafenAdolphi von Hollstem zu einem gütlichen vergleiche, dabey EricoLst-und Süd-Gothland nebst Schonen, Dlecking, Süd-Halland,und der lllceccl» Aboa, Magno aber das übrige zu erkannt wurde.Die mutterBlanca setzte so gar alle natürliche liedeaus den äugen,daß sie ihren leiblichen söhn Ericum an. i; Somit gisst hinzurichtenkein bedencken trug. Nun gedachte Magnus, er hätte gelegeuheitgefunden, sich an den Schweden zu rächen, und suchte um solchesmit desto grösserm Nachdruck zu thun,sich m«t fremder hülffe zu ver-einigen. DerKönig Waldemarus in Dänemarck wüste seine gcdan-cken wohl, deswegen schmeichelte er ihm auf alle ersinnliche weise.Magnus ließ sich dadurch so sehr einnehmen, baß er dem Walde-maro die schöne landschaffcen Schonen, Halland und Dleckingennicht allein abtrat, sondern auch die bey ihm in dieser fache sich be-findliche schreiben des Grafen Johannis von Hollstem, und desKönias Waldemari sechsten auslieferte. Gleichwie nun dieses ohnevorwissen der Rüchs-Nätbe geschahe, also brachte sich Magnus da-durch grosse Verachtung zu wege, daß sie ihn nur Smeek nannten.Selbst sein söhn Haquinus, dem man Hoffnung zur crone machte,stund wieder ihn auf und ließ ihn aufdas schloß Calmar gefangensetzen, gab ihn aber wiederum loß. Haquinus schickte immittelstauf einrathen der Stände einen Gesandten nach Hollstem, welchervor ihn, bey dem Grafen Henrico um seine tocdter Elisabethamwerben solle. Allein als die braut in ihrer überfarth nach Schwe den durch einen stürm an die Dänische küste getrieben worden, ließsie der König Waldemarus gefangen nehmen, und beredete Ha»quinum, daß er mit seiner eigenen tochter Margaretha, als die ihmwegen Hoheit der geburt viel anständiger war, beylager hielt. Hier»durch nun wurden die Reichs-Stände in Schweden dahin ge-bracht, daß sie weder von dem vater noch von dem söhn etwas wis-sen wollen. Sie schickten dannenhero Gesandten an den GrafenHenricum, und liessen ihm die crone anbieten, die er aber wegen sei-nes hohen alters großmüthig ausschlug. Doch vcrwieß er sie anseinen schwieger-vatter, den Hertzog Albrecht von Mecklenburg ,welcher mit Euphemia , einer schwester des Königs Magni, dreysöhne gezeugec hatte, unter denen sie Alberlum zumKönige erwähl-ten. Albertus kam darauf an. i;S; nach Schweden , und wurdeauf einem Reichs-Tage zu Stockholm auf dem thron bestätiget.Zwey jähr hernach bekam er Magnum in einem treffen selber ge-gangen , und wurde derselbe nicht eher als nach sieben jähren, daHaquinns Stockholm erobert, aus dem gefängniß befreyet. Ma-gnus gicng hierauf mit Haquino »ach Norwegen , und errranck da-selbst än. l;?r in einem furtb, nachdem er von seiner obgedachtengemahlin. Dlanca, gebohrnen Gräfin von Namur , ein vater Ericiund Haquini worden. in Lcsnll. illutti. r. 2. 6c z. Hcce-
lull. Luec. I. z. z>-g. 102,
mag
fen land. GebharduS konte in der eil kaum einen mann gegen drehaufbringen, erhielt aber doch bey Dinkeler einen vollkommen sieg;Hertzog Magnus ward nebst dem Bischoff zu Halderstabt und vie-len andern gefangen, und muste sich init einer summe geld rantzio»niren, und solche aufzutreiben,die herrschafft Landesberg undSan-gerhausen verkauften, welche sein vater mit seiner Brandenburgi«schen gemahlm erheyrathet hatte.Dieser alte Herr grämte sich überseines sohnes wildes wesen und Unglück zu tode, und starb i;S8,mwelchem jähr auch der letzte Hertzog aus dem alten LüneburgischenHause Wilhelm ohne männliche erben abgieng, und unsern Hertzvgzum erben einsetzte, weil sein bruver Ludwig, der schon48 ver-storben , Wilhelmi tochter, Mechtild, zur ehe gehabt halte. Überdieser erdschafft hat Hertzog Magnus mit Alberto , Hertzoge vonSachsen , welcher Wilhelmi ältern tochter Elisabeth« söhn war,viel zu thun bekommen. Ergab selbst gelegenheit, baß ihm destoleichter beyzukommen war. Denn 1)71 wurden indem kriege mitHertzog Albrcchren von Mecklenburg, wozu die gräntz-irrungeugelegenheit gegeben hatten, Soo seiner Edelleute gefangen, die-Her-tzog Magnus mit so viel marck silbers rantzioniren solle. Er begehr-te , die stadt Lüneburg solle das geld Herlethen. Weil aber dieselbekeine tust, oder das vermögen dazu nicht hatte , und darüber in Un-gnade bey chm kam, hieng sie sich an jetzt gedachten Hertzog Alder-tum von Sachsen, dem ohnedem Kahler CaroluslV das land zuLüneburg zugesprochen hatte. Hertzog Magnus that zwar den Lu-nedurgern auS der bürg, anfdem sogenannten Kalckberge,anfangsgrossen Verdruß, sie funden aber, nachdem sie dem Hertzoge einenordentlichen absags-briefzugesendet halten, gelegenheil, sich dersel-ben mit llst und behcndigkett zu bemächtigen, ehe noch der Hertzogseine leutc warnen,und zu tapfferer gegenwehr anstatt machen kön-nen. Gleich des andern tages nach eroberung VesKalckdergs habendie Lüneburgcr Hertzog Äibrechlen und dessen vetler Wentzeln ge-duldiger. Dieser Hertzvg Albrecht eroberte darauf Harburg, Lu-dershausen, und andere kleine vestungen. Die stadt Wiesen nahmer gleichfalls ein, von dem schloß aber ward er durch Hertzvg Ma-gnum weggejagt. Hingegen gewann er die bürg Lauenroda, hartan Hannover gelegen, welche er durch hülffe der einwohner zuHannover zcrstöhrel, und dadurch zu der folgenden aufnähme derstadt gelegenheit gegeben. Darauf ward ein stillstand aufs wschengemacht ; aber Hertzog Magnus kante so lange nicht stille sitzen,darum machte er einen anfchlag auf die stadt Lüneburg . Es glückteauch feinen lenken in so weil, daß sie unter ansührung Grat Hein-richs von Homburg die stadt bey nächtlicher weile überrumpelten,und sich auf dem marckt pollllten.Sie wurden aber von demStadt-Hauptmann Ulrich von der Weissenburg unter dem verwand einesgütlichen Vergleichs so lange aufgehalten, biß sich die bürger in allerstille zur gegenwehr anschicken kunten, diese fielen auch bald ihreungeladene gäste mit solcher Hitze an, daß kein einiger aus der stadtkam, sondern alle aufvem platz bliebenoder sich ergeben müßen»Hertzog Albrecht griff darauf immer weiter um sich, und erobertemit hülffe Graf Otten von Schaumburg, die bürg Paltmsen»An- 127a setzte der Kayser einen lag, gen Pirna an der Elbe, diefache zwischen Hertzog Aibrechten und Hertzog Magno beyzulegen.Der letzte aber erschien nicht, kehrte sich auch nicht an des Kayscrsausspruch,der ihn seiner regalien und iehen im lande Lüneburg ent-setzte, gar nicht, sondern suchte mit gemalt das zu behaupten, waser noch hatte, ließ auch seines vorhmgedachten bruders Ludwigswittwe, welche nun an erst gedachten Graf Otto vonSchaumburgvermählet war, ihren schmuck durch einige reuter wegnehmen, alssie denselben aus dem Lüneburgischen zu ihrem gcmahl bringen las-sen wolte. Hierüber gerieth es zwischen der Leine und vemDiester-wald bey Leveste zu einer schlachl, hier rennte HerbsgMagnusdenGrasen von Schaumburg von dem pferde, sprang'karaufauch ab,und fiel über ihn hin, ihn gefangen zu nehmen oder zu tödten.Adereiner von des Grafen leuten erstach den Hertzog in solcher poLwrauf seines Herrn leib. Er hatte geschworen, er wolte selbige nachtnoch in seines feindcs, des Grafen, land schlaffen, damit er nunnicht dürffte meyneydig werden, ließ ihn der Gräfin sein land, undvon dar aus nach Braunfchweig führen, allwoeran. 1 ^linderdom-kirche begraben worden. Mit seiner gemahlin Calharina,Churfürst Waldemari zu Brandenburg tochter, hat er gezeugetFridericum zu Eimbeck , welcher an Wenceslai stelle, zum Kaystrerwählet worden; Bernhardnm, welcher die mittlere Lümburgl-sche; Henricum, welcher die Braunfchwcigifche linie unterhalten,und Ottonem, Bischosszu Verben, und Ertz-Bifchoffzu Bremen .
Lcrchr. Lrunlv. lonlleriicti LrsuiUcsivv. unll ffüneb. ciuvo.
x-x. 242. leg-;.
Hertzog zu Braunfchweig - Lüneburg .
Magnus II , Hertzog zu Braunfchweig und Lüneburg , Her-tzogi Magni I söhn, soll den zunamen Tvrqualus oder mit der sil-»ernen ketten daher bekommen haben. Sein Herr vater hatteihm als einem zimlich unartigen Printzen gcdrohet, er wolte ihnaufhängen lassen, wo er seiner habhafft wurde, und stets einenstrick zu diesem ende bey sich geführet. Darauf hat dieser zum spottimmer eine silberne kette um den halß getragen, damit er doch aufeine Fürstliche art gehänget würde. Schon an. i;4ü schickte ihnsein vatter wieder die Schwiechelde, denen er ihre bürg Walmedeabbringen halft, aus welcher sie dem Stifft Hildesheim grossenschaden zugefügt hatten. An-izS; zog er mit denBraunschweigernund Lüncdurgern über die Elbe vor Wenckesterneburg; und bela-gerte auch das Mecklenburgische schloß Liebenwalde . An. 1)67überzog er mit hülffe seiner billigen der Bischöffe zu Magdeburg und Halberstadt , itein der Grafen von Anhalt, Mansfeld und an-derer, den Bischoff zu Hildesheim Gebhardum, und verheerte des-
Hertzoge zu Mecklenburg.
Magnus I , der älteste söhn Alberli I , ersten Hertzogs zsMecklenburg, ein bruderAlberti H, der König in Schweden ward,und Henrici Suiffculoris. starb an. i;8;, und hinterließ von feinergemahlin Agnes,einer Printzeßin ausRügen, Johannem II, seine»Nachfolger, der unter seinen vettern allein den Herzoglichenstamm fortgepflantzet. He»-» ffllog. 712. w. r'-l- 4-4
Magnus II, der zweyte söhn Hertzogs Henrici des feisten/theilte erstlich an. 1480 mit seinen brüdern; nachdem aber der äl-teste, Albertus V, dem die Wendischen lande zugefallen waren,an. 148; ohne erben mit tob abgegangen, führte er allein die re-gierung der Mecklenburgischen lande, ohne baß «eine brüder, Bai»tbasar, Bischosszu Schwerin, und Erich, daran theil genommen.Er war ein löblicher Regent, und gelehrter Herr. Nachdem«eine reise in das gelobte land gethan, besähe er an. 1484 Rom . Mhinterließ nach seinem tode an. i;») von seiner gemahlt» Sophia f