Band 
Dritter Theil
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rntwederzuM leben sderzum tod bestimmet styn, meinen auch/baß«uf solche art einem jeden menschen das ziel seines natürlichen le-bens so veste gesetzt sey, daß es nicht könne verändert oder verrücktwerden» Aus welcher ursach sie sich dsfters ohne scheu in gefahr be-§edru, vermeinend,sie kdnlen nicht sterben, wenn die,zeit,ihres to-tes nach göttlichem rathschluffe noch nicht vorhanden wäre» Indem Paradiese versprechen sie sich ein sebr wollüstiges leben, da sie mallen älisseriichen belustigungen ihrer sinnen und allen fleischlichenWollüsten ihre zeit zubringen würden. Gegen Gott geben sie einegrosse ehrcrdietung vor,und setzen darinnen das Hauptstuck ihrer 6«-voeion denselben mit aller äussersten iubwillion anzubellen. Wie-e denn gewisse zeiten und alle tage; stunden darzu gewiedmet, daHe sich vorher», so offi sie beten wollen, zu waschen pflegen. Deraantze monat Ramadan ist bey ihnen zum fasten gewiedmet,so, daßsie den gantzen tag von früh morgens bis zu der sonnen Untergangnichts von speise zu sich nehmen, wiewol die meisten lolches desnachts mit überhäufftem essen und trincken zu ersetzen pflegen. Tuebeschneidungist^ihnen als nöthig anbefohlen, welche sie nicht nachJüdischer art an dem 8ten tage,sondern im 8, lound 12 jähr, auchwol später verrichten. An statt Der Juden sabbath und des sonntagsder Christen feyren sieden freytag. So sollen sie auch nach Maho-meds Verordnung aufs wenigste einmal die zeit ihres lebens einewallfahrt nachMecca thun,welches doch von den wenigsten geschie-het, indem sie solches andern auftragen, welche an ihre stelle die rei-se verrichten müssen. Was ihre lebens-reguln anlanget, so gebenfie in vielen stücken den schein einer lugend. Mahomed dringet sehrauf die liebe Gottes und des nächsten, doch erlaubet er, wie etlichemelden, seinen feind umzubringen. Welches aber damit nicht wohlüberein kommt, daß andere melden,er erstrecke die wercke der barm-hertzigkeit bis auf die feinde, ja bis auf die unvernünfftigen thiere.Sie halten es für ein grosses werck, allmosen geben, und zwar vongütern die man rechtmäßiger weise erworben > ja es ist ihnen anbe>fohlen, den aasten theil ihrer güter auf die armen zu wenden. Derunmäßigkeit vorzubeugen, hat Mahomed den wein verboten, undMeineid, ehebruch, Mordthat, verläumdung und falsches zeugnißhart zu besiraffen anbefohlen. Nicht weniger hat er den Wucher,das spielen, so zum gewinn gerichtet, und alle leichtsinnige eyd-schivüre gar ernstlich verboten. In welchen allen und andern der-gleichen stücken dieMahomedanische religion einen schein der erbar-mt und der tugend von sich gibt, welche im gegenthei! darinnen sichgar sehr verräth, daß sie viel weiber zu heyralhen erlaubet, auch dierhe-scheidung ohne erhebliche Ursachen verstattet, und dadurch derwollüstigen und unzüchtigen zuneigung der orientalischen völckersehr bequem fällt. Wie wenig auch die gewaltsame ausbreitung die-ser religion und die daher entstandene kriege mit der aerechtigkei tund andern vonMahomed selbst gepriesenen lugenden uberein kom-men, kan ein jeder leicht erachten.

Es werden zwar hin und wieder noch andere sehr ungereimte Mei-nungen den Mahomedaner» beygelegt, allein ohne gründ,wie sol-ches mit vielen exempeln Adrianus Relandus bestätiget hat.Dabingehöret, daß einige vorgeben, als wenn die Mahomedaner gläu-len, daß ein jeder in seiner religion tönte selig werden; ingleichen,daß ste Gott dem Herrn einen leid beylegen sollen, oder daß sie be-haupten sollen, Gott wäre selbst der Urheber des bösen. Fernerwird ihnen fälschlich angedichtet, daß sie den abend-stern oder dieVenus anbeteten,oder gar alle geschöpffe,auch die Hunde und anderethiere, wie etliche keine scheu getragen, vorzugeben.Fälschlich wirdihnen auch beygelegt, daß sie die göttliche p-oviä-n-! läugneten, in-gleichen daß sie gläubten,Gott und dieEngel beteten für den Maho-med,odcr daß sie selbst, wenn sie beteten, das gesicht gegen mittagrichteten, und daß sie gläubten, durch das viele waschen würd dieunreinigkeit der steten oder die fünde von ihnen genommen. So fin-det auch keinen gründ, daß sie sollen die Hölle läugnen, undvvn denbösen geistern vorgeben,daß fie Gottes und des Mahomeds freundewaren. Andere zwar geben vor, Mahomed habe gelehrt, daß auchdie tenfel dereinst würden selig werden, gleich wie solches unter denChristen Origenes behauptet, welches aber von andern geläugnetwird, als welche die Worte, so in dem Alcoran stehen, nicht von dentenfeln oder bösen engel», sondern von den gcnü- verstehenwelcheMahomed zwischen den guten und bösen engeln gefttzet, und derenetliche gläubige, etliche aber ungläubige genennct, davon die erstendie seligkeit zu hoffen hätten, die andern aber würden mit den un-gläubigen menschen in ewigkeit verdaml werden. Von dem zustandder seligen sollen die Mahomedaner, dem gemeinen vorgeben nach,gläubcn.daß derselben höchste glückstligkeit allein in der belustigungder äußerlichen sinne und in ausübung fleischlicher Wollüste beste-hen würden, welches sich gleichfalls gantz anders befindet. Sinke»mal keinesweges Mahomed die seligkeit der seinigen nach dem tod- allein in der sinnlichen ergetzung gesetzt hat; und ob gleich unter denbelohnunge», die er den seinigen »ach dem tod versprochen, auchder fleischlichen ergetzungen Meldung geschiehet, so sind doch viel un-ter den Mahomedaner«, welche dieses verblümter weist verstehen,und von den ergötzungen der seele, die dadurch beschrieben wären,auslegen wollen. In diesen und vielen andern lehr-puncten wirdalso die Mahomedaniche religion von vielen weit anders vorgestel-let, als sie sich in der that befindet,wozu noch viele historische irrthü-mer kommen, die man in dem »lcor-n wil angetroffen haben, soaber von andern, die alles etwas genauer untersuchen, darinnennicht gefunden worden.

Diejenigen nun, welche die lehre des Mahomeds annehmen,wer-den von ihnen Muselmänner genennct, das ist, rechtgläubige, undihre Fürsten und Könige heisst» Lm,r Mmumenim, das ist, Fürstender gläubigen. Unter denselben eine desto bessere eimgkeit zu erhal-ten, hat Mahomed auf das schärffste »erboten, daß man von den re-

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ligions-puntten nicht Ahmsten solle. Dem allem ungeachtet Wtz

seinen LNjAVLÄ Nlthk LrkLkchöN

se und viele spaltungen unter ihnen entstanden sind;und zwar so ent.stund erstlich ein streit wegen der nachfolge in der regierung,welcherzu einer solchen spaltung gelegenheit gegeben, die noch bis auf denheutigen tag währet. Denn etliche behaupteten, daß Ali, des Ma.^ 2 ^E/?wieger-sohn, sein rechtmäßiger Nachfolger wäre,weichetüllch Mahomed selbst verlangt hat; andere aber wollen, daß ihmAbubeker lucc-n.ren solte, welche letzter» auch die Oberhand behiel-ten. Dem Abubecker folgte Omar, und diesem Ostna«, worausendlich Ali die rcgierung erlangte; allein es widersetzte sich ihmMnavig, der auch einen grossen anhang bekam« Hieraus nun ent,stund ein grosserstreit, indem einige, worunter sonderlich die Per-ser, vorgaben, daß Ali der rechtmäßige Nachfolger des MahomedSsty, und wollen Adubeker, Omar und Osman, wie auch den Mua-viam nicht dafür erkennenzdieSyrcr aber, die Aegyptier und ande»reSaraccnen folgten demMuavia,und hielten den Adubeker,Omarund Osman für rechtmäßige Nachfolger des Mahomeds. Hierzukamen nachgehends noch andere streitigkeiten von unterschiedenenreligions-puncten, betreffend die eigenschafflen Gottes, dessen rath,schlüsse, propheceyung, die aurorirät des und dessen aus-legung, unterschiedene gebräuche im beten, fasten, waschen, und soferner, worzu auch noch der unterschied tu der kleidung kommt, in.dem drePerser einen schlechten bund von wollenem kuch,dieTürckeneinen gewundenen von leinwand auf ihren Häuptern trafen. Überdieses giebt es auch noch viel andere steten unter den Mahonie«danern, so, daß einige derselben zählen, andere aber setzen 4 bis ?haupt-stcten,davon eine jede wiederum in viel andere zeriheilei ist.

Sonsthabenauch einige angcmercket,daß die gantze Mahomeda-nische religion von ihrem Urheber so eingerichtet wäre, daß dadurchein mächtiges Reich tönte tuckret und erhallen werden. Viel lehr»sätze sind so beschaffen,die menschen durch verstatttmg der Wollust ausich zu locken. Die grossen Versprechungen, so denen geschehen, wel-che ihr leben im kriege wider alle, so sich ihnen entgegen setzen,ein-düssen wlirden;ingstichen die opimon her tHirätchnd daß man kci-nesweges sterben tönte, wenn die von Gott bestimmte stunde nochnichlvorhanden,und andere bey ihnen r-cip-tte Meinungen sind »ps.bei, die leute zur tapfferkeit im kriege aufzumuntern, um gute ord«nung zu erhalten, dienet gar viel das verbot des wciii trmckenS.Das verbot alles äilpuchens von religions-sachen dienet darzu, dieeinigkeit, so viel als möglich, unter ihnen zu erhallen, welche billizunter die grund-veste aller Repudliquen-und Königreiche kau Mah-let werden. Auch kommt ihnen wohl zu siattenchaß sie die imwis«stnheit, so viel als möglich, bey den ihrigen z» erhalten sich bemü-hen, welches alles dennoch nicht zulänglich ist, den rechten endzweckzu erhalten,weil der rechte gründ,nemlich die Wahrheit der religion,ihnen mangelt, und das gantze gebäude sowol ihres Reichs als ih-rer religion sich auf lauter lügen grünhet. ä- barclt

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inllrucd. diüor. rbcoloA I. 4 p. 17;^.iiillor. Ori?nr. I. n /e in vsriis lscriz p.Zor i»

contullone lccllL Xlstiomsä. in noris rN-olo-,

liamcä. Lc inepiromc -^icor. in spolügin pro religions

LdriKisns conres Hcb-nec?erLLm. in ckeoiog Xlsiwmeä.

in proäromo rekursrionsrn ^lkorsni. äereli-

xione klsllomeä, 6c«. in gniper. lurc.. ssihe MahOMtd.)

Mahomed I ein Türckischer Sultan/ war einer von Baia-zets söhnen / welchen Tamerlanes in einen Vogelbauer stecken ließ.Er a-cceäirteseinem bruder Mnsa/ welchen er nach derTncckijchcnjahr-;ahl8ls oder^ c. 141z ( wiewohl die historien-schreider biß«falls sehr unterschiedener Meynungen sind ) bey der stadt Soran-kows überwandt / und des abends in einem gezelte umbringen ließ.WoraufMahomed gantz Romainen eingenommen und vollkont-mener Herr worden. Er schickte auch seine Gesandten an alle be-nachbarte Potentaten / um mit ihnen friede zu Messen. Ermachte sich durch seine siege und treue berühmt und beliebt / meihm denn das lob beygeleget wird / daß er seine zusage unverdruch-lich gehalten. Das Ottömannische reich ist unter seiner und sei-nes sohns Amurach II rcgierung ziemlich empor gekommen. Wnöthigte den Herrn von Caramanja / welcher inzwischen / daMahomed und sein bruder Musa ein ander im Reich herum jag-ten / im trüben zu fischen hoffte / ihm z städte und ein schloß ab-zutretten. Darneben eroberte er auch Pvnkum / Capvabocien/Servien/ einen theil von Sclavonicn und Makedonien / undzwang die Wallachen / baß sie ihm jährlich einen acwiffm trMerlegen misten. Er verlegte seine rejidentz nach Adrianopei/ UMan festen fuß in Thracienznsetzen/ und plünderte die DcnMMscheherrschaffl an dem Ionischen meer/ welche aber Lampsaco und ei-nige andere städte von ihm eroberten. Ferner führte er auch megwider Jsmael/den Fürsten von Sinopi/weil selbiger seinen drudeeMustapha in schütz genommen. Hingegen war er gegen dieGM-chm/diesich desselben bemachtigethailen/so danckbar/ daß ecembünvniß mit ihnen gemachi/wclchcs er treulich beobachtet. Von derzeit seines lodts/wie auch des anfangs seinerregierung werden uu-terschiedliche meynungen geführt Die allerwahrscheinlichstc lst dic-se/daß er an. 14» 1 / oder nach der Türckischen jahrzahl 8^4 am

schlage gestorben. Iillk.l'urc. L««»c/^<«r neus cdronic»

Lürc!0ic>!. nscion öcc.

Mahomed II / der elffke Türkische Sultan / von den seintMBojnc / d. i. der grosse zuqcnamek/war ein schrecken von gantz eu-ropa/unv der glücklichste unter allen ungläubigen Potentaten- Uti!-ccäi>te seinem vaiter Amur ach II an. 144c m dem »steMM i«nes alterS/und ließ gleich bey dem «Mitte seiner regierung 0n-