Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

zz 8 Mal

Maldutnus /der zeste König in Schottland / sueeedirte Fer-chardo/ und machte mit seinen nachbarn friede/ damit sich das Kö-nigreich wiederum erholen möchte / welches durch die tvranney dervorigen Könige sehr geschwächrt worden war; deßgleichen umer-dl uckte er auch den tumult / welcher zwischen denen von Lenox undArgile entstanden war. Unter seiner regieruug geschahe es / daß dieSchottischen Mönche / welche die Christliche lehre über einen gros-sen theil von Engcllanv ausgebreitet/ wegen des neiVS derjenigenleute/ die sie unterrichtet hatten/ als welche sich nunmehrs selbstschon vor geschickt genug hielten/ihre landcs.leutc in dem Christen-thum zu unterweisen/ wiederum nach Hause ziehen musten / welchesdenn daS gute Verständniß / so biß dahin unter beyden nationcn ge-wesen war / unterbrach. Allein die Prediger verhüteten noch durchihre bescheidenheit/ daß kein öffentlicher krieg entstund. Unter diesesKönigs regierunq graßirte auch eine erschreckliche pestilentz fast übergantz Europa / so daß nicht mehr als allein die Schotten und Pic-ken davon defreyet blieben. Maldoinus wurde von seiner gemahlin/weil sie ihn in verdacht gezogen/ daß er eineeoncubinc hielte/ indem 20 jähre seiner regierung an. 688 stranguliret/ wofür selbige4 tage hernach lebendig verbrannt wurde.

Mttlenckerthal/ isteinschönund volckreichthalim VeMin/welches dar unterhalb Sondrio in die Adba fallende bergwafferMaler durchstießet. ES hat wohl körn / aber keinen wernwachs /und machet eine sonderbahre jedoch deren zu Sondrio etwas zu-gethane gemernd/ deren Haupt und Vorsteher Anciano genennetwird. Die darinnen liegende dörffer sind Arquino / Alla Lorre /Ehiappanigv/ AllaChiesa/ allwo diehauptkirchrdesrhals ist/sie liegen alle aufder rechten feiten des waffers. Forthan spaltet sichdas ihalGabclweiß/ und ziehet sicheln theil gegen Lanzado undPuschlav in dar gedürg hinein / allwo ein fischreicher sec von gutensold-forellen befindlich ist/ verändere theil ziehet sich gegen demverg Busco/ da man die schieferstein grabet / wormit die rächer ingantz Vclllin gedecket werden. Es giebt auch Laveggi-stein darinnen/daraus allerhand kochgeschir gemacht wird. 6 «/---. sttia-r.l.,-. p.-Sl.*

Malentin / Mallentin / eine Adeliche familie in Kärndlen /welche von Maiuharden/ Grafen von Walentin/ abstammet.Derselbe hat Cunigundam/eineHcrtzogliche Printzeßm aus Kärnd-ten/ zur «he gehabt / und das Cistercienser -closter Viiringen oderviüori- bey Klagenfurl an. in 7 gestifftrt. ErasmuS / der um darfahr i4üo gclebet/ hinterließ Jacobum und Johannrm/ davondieser an. r; 20 Bischoffzu Scceau worden. Leonhard / Martinund Andreas/ halsten an. 1529 die stadt Wien wider die Türckenbeschützen. Christophund Andreas florirten um das jähr 1270. s«.»«/. üemm. k. ;. a»n. Larimli. ?. r.

Malequele / Mallaquete / oder Manaquete/ eine knstevon Guinea in Africa / welche die Holländer Tandcust und dieFrantzosen l» cok- a-s Qrsrve- nrnen. Sie gehet von Rio Panquinan/ und erstreckt sich biß an daS so genannte palmen-vorgedurge /welches in der länge 60 mcilen austrägt. Es wird ein grosser pfcf.fer-handel in dieser gegend getrieben / dir lufft ist sehr schlimmund den fremden schädlich / die rinwohner gehen mit blossenköpffen / sind starck von leibe / und wissen mit eisen-arveitwohl umzugehen. Lsic haben vielerlei) obst/ wildpret/ und einengrossen Überfluß an palmwcin.' Es haben sich auf dieser küste Fran-tzosen/ Engelländer/ Holländer und Portugiesen niedergelassen.

relativ» cles Lotes si^ftic.

Malestrand / siehe Moskestrom.

Makeus / welchen einige alte ma»u 5 cripten des Justini Mache-um / hingegen Orosius Mazeum nennet/ ein Qcncrai der Carcha-ginenser / föchte in Sicilien mit grossem glück / und eroberte einengrossen theil davon. Allein in Sardinien / dahin sich der krieg ge-zogen/ wandte sich daS glück / so daß er geschlagen wurde/ undden grösten theil seiner armce verlohr/ weßwegen ihn der rath inselend verjagte. Dieses erbitterte die soldaten so hefftig / daß sie Ge-sandten an die Carthaginenser abgehen liessen/ um von ihnen dierurilckbi.'ruffimg des Generals zu erbitten/ mit beygefügtem bedro-hen/ daß siesonsten ihre fache mit den waffenausführen wollen;allein die Carthaginenser ertheilten eine abschlägliche antwort/weßwegen es endlich dahin kam / daß er mit dem übrigen theilevon seiner armee Carthago belagerte. AIS er nun vor der stadt lag/kam sein söhn Cartalo von seiner gcsandschafft/ die er nach Tyro /dem Herculi die ihm von der Sicilianischen beute gewiedmelen ze-hend-en zu überbringen / abgeleget hatte / zurück / gieng das lagervorbey / und wolle seinen vatter/ ohngeachkct ihn dieser bitten ließ/nicht eher sehen / als biß er in der stadt gewesen wäre. Nach wenigtagen kam er heraus in seinem purpur - kleide und priesterlichen i>a.dir; allein sein Vater legte ihm diesen ausjiig übel aus / und ließ ihnin diesem seinem prächtigen Kak» vor den äugender gantzen stadtan ein sehr hohes ercntz schlagen / daß er alle kmdrr durch sein cxem-el lehren möch te / ihre eitern nicht geringe zu schätzen. Hierauf ero-erte Malcur i sie stadt / u',,d richtete eine allgemeine --Ein- auf/daß alles / waj biß dahin, geschehen/ von beyden theilen in Verges-senheit gestecht 'werden sisile / ausser daß zehen Nathsherrrn zum to-be verurcheiler wurden. Mein nach einiger zeit beschuldigten ihn sei-ne Mitbürger/ laß er nach der höchsten gewalkgestrebet hatte/ wcß-wegen er von ihl icn get ödtct wurde. l. >8 c. 7. 0,0/ *

Malherbe / (Fr anciscus <>>-) war zu Cae'n in Franckreich ohn,gefehrumdas jährgebühren. Er war einer von den ersten/welche dre relr.llchkcit der Frantzösischen spräche herzustellen bemü-het waren/ '.md bekam in ansehung seiner geschicklichkeitvon demKönrg Hem.rich iv und der Maria lle MedieeS jährlich eine ge-

mal

wisse summe gelbes. Um eine gewisse person zu haben / bey bereitgelegmdett er seine poetische gedancken anbringen kvnle / erwählteer sich dtc r-iaciame ll- LambouNiec , in die er sich sonst nicht eben inernst verliebte / sondern nur eine grosse menge seiner gedichte auf sierichtete. Seine arbeit ward ihm allemal ungcmein sauer/ wie erdann um eine einige Ksn-e aufzusetzen und vollend ins nett zu brin-gen/ gantze dücher papier solle verschrieben haben; daher er auchseinen freunden / wiewvl mir halbem schertz zu sagen pflegte: wannman nur ein gedicht von versen zu stände gebracht/ man her-nach io gantzer jähr feyern müsse. Er besaß einen ungemeinen ehr-geitz / und legte sich offt selbst die grösten lobes-erhebungen bey. Dieliebe plagte ihn auss heftigste/ und verließ ihn auch in seinem hobenaller nicht/ ohngeachtet es ihm den Nachdruck dazu benahm/ undihm oft hierüber sich sehr zu beklagen anlaß gab. Aus der rcligionmachte er kein grosses werck/ sondern trieb immerdar sein gespöttemit derselben. Auf seinem wdt-bette konte man ihn durch keine an-dere gründe zur genieffnng des abendmahls bewegen / als durch dieVorstellung / daß/ da er sich in seinem leben allemahl nach andererleure gebrauchen gerichtet / er solches nun auch in seinem tobe thunmüßte/ undalsihmdcrbeichtvaiervielvoudeln ewigen leben vor,sagte/ ksießccchn stille schweigen/ weil ihm seine ungeschickte re-dens-arten eckel erweckten. Wie schlecht auch seine andacht in denirrsten stunden gewesen / mag man daraus urtheilen / daß als erschon mit dem lov rangt / und seine hauswirthin /ein nicht gar reinfrantzösisches wort vorgebracht/ er seine noch wemg übrige kläfftengesamlcl/ um sie deßwegen auszuschelten. Als ihm bey schon hohemalter sein einiger söhn im 6ucU erstochen worden/ schmertzte es jhneso sehr/vaß er aus raach den todtschlager desselben zum zweykampffausfordern wolte. Und als ihme seine freunde vorstellen/ jener wä-re ein junger kerl von ctlich und zwantzig jähret, / in der fecht-kunflsehr geübt/ so daß er Malherbe dabey nicht änderst als unten lii.gen könre; war dieses seine antwort: eben darum wünschte er sichgegen den menschen zu schlagen / weilen er da kaum eins gegen ze-hen / das ist seine noch übrigekurtzr ledens-zell gegen den vielen jah,ren welche der andere annoch zu leben hatte / dörfftc aufsetzen. Erstarb -6r8 zu PariS . Die beste --n-ion von seinen gevichlrn hatKio.,5. Menage zu Paris -6S6 heraus gegeben. Sem leben hatwonl. Racan zu Paris 1672 / und Balzac in seinen he,

schrieben. jutzem. lur iesxoeres rom. s. *

Malick / war der stiffter einer von den 4 alten sectcn der Ma-hvmetamschen religivn welche die Türcken vor rechtgläubig erken-nen. Diese stete wird die Maliknische secte genennet / welcher die zuTripolr/ Tunis und Algier anhangen. L,>E^i'-mj>,rcOlcor->.

Malis / oder Capo-Malio / m Lapo a- §. Angela / ist einvorgevürge von Peloponncsv oder Morca. Man furchte sich ehe-mals so sehr davor/ baß daher dassprichwort entstund :te^eni oklivilcere, quL 5 unr ciomi; d. i. wer vor Male» vorbey gesie-gelt / wird seiner heimalh vergessen. Es gedencker desselben Stra.bo/ Pliniusund andere erd-beschreibermehr/ wie auch

Lneici.

Malipiero/ oder Mariperto/ Maripetro/ inaleichenMa-stropetro/ eme Adeliche Veuctiansiche familie und zwar eine vonden aiten.An. 1i78 war an statt SebastianiZiansAurius oderOrioMalipicrozumDoge erwählt.Er eroberte Zara,welches zum vier-ten mal rebellier hatte,schlckte auch eine flotte wiver die ungläubig:»in Palästinam.An.n92 begab er sich freywillig der regierungswel-che Henricus Dandolo nach ihm erhielt) und gieng mein Benedi,cliner-kloster.An. >4; 7 ward PaschalisMalipierozuderHertzogli.chen würde befördert,nachdem manFranctstum Foscarini genökhi-get, solche nach einer fast;; jährigen regierungniederzulcgen.Unterihm aber ward ein kunaao-encai-gesttz gemacht,daß man hinfüro bcydes einen Doge lebzeiten einen andern zu erwählen nicht befugtseyn solte. Er ,st der erste Hertzog gewesen,welcher bestäntig anenscharlachenen mante! zu tragen angefangen, an statt daß seine vor,fahren sich dessen nur bey öffentlichen loienniraten bedient.Man fin,det auch, daß in währendem Dogat dieses Paschalis Malipiero diedruckerey zu Venedig bmchTeusiche llrbiiirt worden.Er starb nacheiner ruhigen regierung an. 1462,und hatte zum nachfolgerEhristo-phorum Morum. Das geschlecht der Malipieri hat gleichfalls ei-nige plvcurarores vonSan Marco gehabt, als an. II84 (zu einersolchen zeit,da nicht mehr als ein eintziger, auf einmal seyn buchte)Nicolaum Maftrvpetro; an. 1446 Paschalem, nachmaligen Doge,an. 1480 Stephanum, und mdlichLudovicum,welcher in den erstenjähren des Candiotischen krieges diese würde erkauffte. In demjähr 1291 warPancratius Malipiero 6sne-3i.c.'Lc»!ain zur steumdan. 142; war Franciscus Malipiero, Bisthoffvon Castel. Diesefamilie führt eine bärcn-tatze in ihrem wapcn, daher das Venttm-nischesprichworl entstanden: 6ar ,'srms cll ^aüpiero, das ist, einemeine Maulschelle geben- Lr bitt. clu gvuvew. 6s

Vcnite p. >48, ;>>, ^46.

Malebranche / (Nicolaus) war an. i 6;8 den saugust. Ma.riß gebohren. Sein vatter gleiches namens mit ihm wäre unlerdem Cardinal von Richelieu in denen Königlichen 6 nan-e» ge-braucht worden. Er trat an. i 66 o im 21 jähr seines alters m v,e

coaZseZarion des Orarorii; und weilen er nach gethanem gemeinencurs seiner studien sich noch auf keine wiffenschafft mit besonderemfleiß gelegt hatte, wolte ihn erstlich der berühmte Carolus >-co,m-zu denen kirchen-geschichten, und als er darinnen keinen desonoernfortgang verspüret, der nicht minder bekannte, k. Simon, st dazu-mal gleich dem >- Cointe in dem Orarorj» zu Paris lebte,zu der He­ bräischen spraach und Critik ziehen. Allein auch dieses wolte wm