z6o man
nicht allzu reine Lateinische redens-art dadurch entfallen. Hinge-gen war er mit der feder desto geschickter, und schrieb alles in derschönsten Nettigkeit und mit der grasten sorgfalt. Denn wenn er et«was aufsetzen wolle, ließ er allezeit fingerbreit zwischen den ll-nien räum, damit, wenn ihm bessere Worte beyfallcn sollen,er solche an statt der vorigen einrücken tonte, und brauchtemehrmals viel mvnate zu einer einigen epistel, welches jedoch wie-dermalen nicht also zu verstehen ist, als wann er diese zeit hindurchnichts anders gethan hätte, Massen seine viele, so briefe, als anderegrosse und wichtige wcrcke das gegentheil klar genug zeigen; sondernnur also, daß Manutius die gewohnheit gehabt, auch w gar, ferneLateinische briefe eine zimliche zeit hinter sich zu behalten, und so«dann offt durchzugehen und zu verbessern. Hierdurch nun brachteer feine schreib-art zu solcher Vollkommenheit, daß man jeme bnepehöher als des Ciceronis sechsten hielte. So fleißig er nun über Ver-fertigung seiner eignen schrifften war, eben solchen eifer wendete erzu herausgebung Griechischer und Lateinischer scribentcn an. Da-her es denn kommt, daß sein druck den M2nullc-pr» gleich geachtetwird, absonderlich aber wirb seine -llicion von dem Cicerone fürgantz was ungemeines gehalten. Im übrigen hielt er sich nicht al-lein zu Venedig , sondern auchjin andern Jtaliänijchen stahlen auf,biß ihn endlich der Pabst k>ws IV nach Rom zu sich beruften, undihm eine ansehnliche x-enllo» reichen lassen, damit er die aussichtüber den druck der p-rrum führen möchte. Eben daselbst starb eran. 15 74 in dem ürsten jähr seines alters; wiewol andere sagen,daßer zu Venedig dieses zeitliche gesegnet. Durch fein allzu fleißigesstudieren zog er sich einen kräncklichen leib und schwache äugen zu,welches unglück durch seine übel gerathene lochter noch mehr ver-mehret worden. Denn diese war anfangs in einem kloster zu Vene-dig , allmo sie das gelübde der stetigen keufchheit gethan; allein sieließ zeitlich mercken, daß ihr kein Nonnen-fleifch gewachsen wäre,deswegen wurde sie von dem vater gar ehrlich ausgestaltet. Alleinsie hielt ihrem ehmann die färbe nicht, und verfiel in das allerun»züchtigste leben. Seine schrifften sind: Sckoiis w Qc. r!isi«,ric2m öc
pliilofopkiaai; inorLliones cc>mmeni2riuz; in cpillolLs all familiä-res, L L-l Lcricum und lle oKciis, welche neben den vorhergehendenüber die Oi-.Qc. so fürtreflich und nützlich für die welche Ciceronemrecht verstehen wollen, als weitläuffig und ausführlich sind; jucii-
rlum lls poelis lsgsnlli» ; nol^ in lic-isrium ; epillolarum livri ir ; an-tiguitarum Lomanarua» libri 4; «Is civicsce ; lle llnaru; c!s comiküs; clelegibus; llbolia öc 'emenclrtiones in ornnir (liccr. vpcrs; llkolia in«ommentarios LtcnniiinLicor. oraciones > lle vercrum clisrumrarionc;ralenclarium vckus lioaisnulu cum cowmcnk2rio; spoplirbcgmakL;norsrionez in virgilinw. Seine sllsgir hat er auf befehl des Lonciliizu Trident verfertiget, und aufebcn dessen orcl, c hat er nebst andernden Tridentinifchen catechifmum in zierlich Latein gebracht.Er hatauch einige wercke in Italiänischer spraache verfertiget, als da sind
^e gli elsmenci s lli molli Iorc> nvbili cllslri ; lsrrsrc <ii vsrii tcricori,in kie libri clivlle, lskcsre volxsri. kill. üb. 59.
epill. lib.i ep. 4. llrjpr. llc. 16. 6 d, 7 ,»r cbsgrr. LfÄr-c-ri/e
rnslsnges tnrn.z. an. 1667 cllirs.
sscrelog. p. r p. 409 L ll. z p. r;s. ^
Manutius / (Aldus) des jetztgedachten Pauli söhn und AldiManutii enckel, wurde für einen der gelehrtesten leute zu feiner zeitgehalten. Gleich in feiner jugendlich er proben von seinem aufge-weckten geist sehen, und gab bereits in dem igle» jähr feines altersseinen «-»Äse von der Lateinischen oriKogi-LpKii: heraus. Nachdemer etwas erwachsen,lehrere er anfänglich zuVenebigmnd nachmalszu Bononien und Pifa,biß er endlich unter demPabst virwVnachRom selbst gekommen. An diesem letzten ort gieng es ihm sehrelend, und erzählet Janus Nicius ErythräuS in den lod-reden, so ervon diesem stam geschrieben hat,gar traurige begebenheitemdenn ermuste aus noth und bloß Nahrung zu haben, die vorrrefliche bidllv-thec verkauffen,welche in seinem geschlecht war, und von feinem va-ter, groß-vaterund andern vorfahren mitgroffer mühe und sorgfaltzustimmen gebracht worden. Man sagt, daß selbige in 80000 volu-mmikur bestanden habe. Die Ptstaner geben vor, daß sie selbige be-sttzen.Gedachte bibliolhec blieb einige zeit zuVenedig stehen,biß ihmendlich einige loo fl. gegen Versprechung eines unmäßigen zinsesvorgeschossen worden, da er dann selbige zu sich nach Rom führenlassen, weil er sich von seiner stau scheiden ließ. Allein auch hierin-nen fehlte ihm feine Hoffnung, und muste er GOlt dancken, daß ernoch einigen unterhalt aus dem vatican bekam. Denn ob ihm zwarnach dem todThomäCoräi in demRömifchen mnall«, die Kumaui,vr3 zu lehren erlaubet worden,war er doch eben so unglücklich, undwol noch mehr als vorhero,indem sich niemand fand, der ihn hörenwolle, so daß er die stunde, wann er lesen solle, vor dem aulliwriomit spatzierengehen zubrachte. Erstarb endlich zu Rom an. 1597,etwas über 50 jähr alt. Jin übrigen wird er beschuldiget, daß erseine anmerckungen über benCiceronemHieronymo Wölfio undffi-sto, Betulejo, sonderlich aber über dessen briefe an den Atticum demIanoParrasio,u»d die über den Cäsar deinJohanm Rdellicano ab-geborget, ohne ihren »amen zu nennen, vollsten bat man von ihm
eommcntsrnim in (licernnis ükro-clc rkelliorica > cle pkllollipliia, c!evlliciis,clc lensÄnks, cle 2miciii(i, in P2raclox2 öc in f»mninm8cipio-nis; !ct. 1 °. Liceronem commsnrariis iNullr2rnm anci^u^guc ieÄuonircllicuinni; emenclariones öcnoras in Lsnlorinuni clsciis narali öc inVcllejum I-Lterculum; orariunem cle lauclidus krancilci Ltellic-ei;fckolia in 8al>ullium; cammcnrar. in libr. I4n-2kii cle arre pocric, (5cin r llpoclon; noras in Lurcopium; cle cjua,6ris per epillolsni likrozrreg >le inrerpungcn6> rsrionc ; cle Ic^IenUzrio verein K.0W2N0 ; clsconllrikenUi^e^illnIis; vir» cli . ollnn >teciicis primn gnan Hucs lli1°oicsnL ; cleNe srrioni 6i Lzllruccio <d2llrZc.lni; cieli' /^„rickikL; llc>-wsil» intcririoni; ez-illyle iämigli.iri ci? Licerone M linguA Tolcaoa
man mar
trsllotie, öcc. pin. 1 icnSA. illukr. c. 109. 6örü«r tlissll. pn.
in elog. llii remporis Lc söclinom.
k. r. p. 27; <5c?. z 41z 5eg. cle plsg. lirersr. öcc.
Manzolius / ( Lucas ) ein Cardinal, von edlen eitern zu Uo-rcntz enftproffen. In feiner ersten lügend trat er in den orden derUmniiisioru.u.und erlangte in demselben einen nicht geringen rühmso wol wegen seiner gelehrfamkeit, als wegen feines eremplarischeuWandels. Nachdem er eine zeitlang vu-lloi und vrolllLr in»,gu^auch Ur.r9vsirus seines orbens gewesen, bekam er das Bißthumzu Flefoli, und endlich von Gregorlo XII die Cardmals-würde, mitdem titul t-.Laurencii in Lucinä. Als aber jetztgedachterPabst an.1409 auf dem Loncilio zu Pjfa abgesetzt ward, verlohr auch Monzv-lius, als eine creatur von ihm, das Cardinalat; worauf er sich nachFlorentz in das kloster Allerheiligen begab, und daselbst den i4stpl.an. 141 r, mehr als 8» jähr alt, sein leben endigte. Er soll viel ge-lehrte fachen, unter andern aber llimmsm caluum conllicmig,, undlle llrcr» cucnsrilliL, auch unter dem erdichteten Namen baur.öiLiclolpkis, conlllium pro coliegio corirrs Lnri-vLpLS geschrieben ha-ben. Von seinen ordcns-brüdern ist sein gedächtniß, als eines seli-gen,verehret Ivorden.^-Korc//. ir-.
cis Lpijc. rL/ulLn. lTi/cr,«». cll Lsräinrl.tloreli-
kio. vir. puiitif. öc Lsr-tirl.
Mapes/ (Gualterus) lebte an. 1210, und bekleidete zuletzt diestelle eines ^rcii,m»cooi zu Orford. Er hat verschiedenes wider diePabste,den Römischen hofund denCistercienser-orden geschrieben.
heisst nicht nur, wie man insgemein findet,ein tifch-tuch, sondern nur ein kleinschnupftuch, wie aus bem kupfer beym
ciu ^rellrellill. cie inferior» Lvi nurnillnsiibus tab-l zu feheN.Salchesbrauchten die RömifchenKayfer,Lontuies> ?r«orLs und andere vor-nehme Magistrats-perfonen unter andern auch darzu, daß sie denensuriZis in dem circo ein zeichen gaben, wenn sie zu fahren anfangensollen, ^spp-rru-hieß zu Constantinopel derjenige, der obgedachterMassen das zeichen geben solle. cls circa c. 16. fre/»e
tl- 2, 480. 6/. 67. p. 876. fÄr/r«-
Magueda/ ist eine kleine stadt in Neu-Castilien, z bisweilenvon Toledo , nord-westwärts, gelegen. Sie führet den titul einesHertzogthums,wovon sich das geschlecht derer von Najera schreibt.Diese Herren haben daselbst ein schön schloß und einen pallast. Diestadt an sich selbst liget in einer an öl und wein sehr fruchtbarengegend, und gleichsam auf einer halb-insul, welche durch den fiußAlberche, und durch noch einen andern torwirt wird. «le-ite. cle I'Lip. p. zi Z,
Mar/eineGraffchafft in der nördlichen gegend vonSchottland,welche von ostcn gegen Westen 60 Englische meile» lang ist, gegenMitternacht anMurray undVuchan,gegen morgen an dasTeutfchemeer,gegen mittag anMerns undAngusmnd gegen abend anAtholflösset. In der nordlichm gegend wird sie von dem stuffe Dee, undin der westlichen von dem flusse Athol benetzet. Ein theil davon istgebürgigt und unfruchtbar.Die städte Alt-und Neu-Aberdeevstnddie bekandtesten Plätze in dieser Graffchafft,und zwar so wol deswe.gen, weil feine schulen daselbst sind, als auch wegen ihres grossenlachs-fanges. Von dieser Graffcbafft haben verschiedene samilienden Grafewkitul geführet, und össters die natürlichen söhne derKönigeffcit derKönigin Mariä zeiren aber haben sie die Herren vonAreskin besessen. Neuere// clelic. clc lL grsncie
Maraba/ ein Syrischer scribent,welchem die Syrer dieSmi-fche Übersetzung des alten testaments zuschreiben,wie dannEbed^-su diesem Maraba,ivelchen er Radda den grossen nennet,diernsmarioz über das erste buch Mosis, ingleichm über die Psalmen,sprichwörter und viel episteln Paust nebst andern stücken zuelgnct.
scsr-cgtsl. lln'pt. Lkslclsic.
Marabotti/ (Fridericus) ein geschickter Knegs-<>m»m,mcvon Genua gebürtig, llorirte im 12 llculo. Er gerieth einsmalzurnacht-zeit mit der Genuesischen flotte,die er als Haupt, commsn-i„le,unter die GibeUiner. Weil min diese an macht ihm überlegen wa-ren, gebrauchte er sich dieser list: Er ließ die grosse schiffs-laicriie,welche sonst gemeiniglich in dem Admirals-schiff zu seyn pflegt, ameine geringe ckaloupc ausstecken, und solche an das nächste ustrbringen, da linmittclst er mit seiner flotte einen andern weg nahm,und also den feinden, welche nur die «RMoups verfolgten, leichtlichentkam, elc,^. clar. virnr.
sslssjvssllO Vss'. werden die götzen-priester in Guinea und indem lande der schwachen in Asrica genennct. Der grosse ^-.Knutist der nächste nach den König in dem Guinesischeil Königremi Ar-dres , ivclcher beydes geistliche und weltliche fachen zu entscheidenmacht hat.
Maracaxbo oder Marecave/eine stadt in der provintz Ve-nezuela,in dem göldenen Castiüen in süd-America/aufderkuiic dessees Marecaye. vie ist sehr wohl gebauet, und hat über 4°° em-wohner,nebst 800 mann, so die Waffen führen könne». Sie habe»einen Oouvc-r»-,,« , welcher dem von Caraco untcrworssen ist- 4"e
Spanier bauen allhier schiffe, womit sie einen Handel durch gEIndien, wie auch in Spanien selbst, treiben. Der haftndaseibsiMeiner der bequemsten i» der weit. Qc-cmMr». «ill. llss lr-Ms occ>a.
Maracapdo/ ist ein grosser see in der süd-Americanischenpro-vintz Venezuela, so von den Svaniern 1.2x0 «le nucll«2 .Timors ge>
nennet wird. Er ligk zwischen Lsbc, «i>n ssom2n«>ost-und (280cogui kacos west'wärts, gehet 40 weilen in das veste land hineni,und ist an dc» meisten örtern »omellen breit.Der einfluß lragttiubhalbe meiie in der breite aus,und wird von der fluth des meeres an-