Band 
Dritter Theil
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Z66 mar

vino gelegen/ welcher durch eine Macht berühmt worden / so inderselben acgend an. 1554 den; aug. an dem tage des Padst Ste-phani zwischen den Frantzosen unter dem «ene^l Petro Strozzi/und den Mitten Kayserlichenund Florentinern unter dem Marg-grafen von Marignano/ zum Nachtheil der ersten vorgegangen.AlS etwas sonderliches hat man angemerckt / daß der ort / an wel-chem die Frantzosen in diesem treffen das meiste gelitten / osm-,-ui» oder Frantzosen-mord geheiffen. Zum andenaen dieses stegshat der Hcrtzog von Florentz/ Cosmus I> den Ruter-orden 8 . Ste-phans an. I?üc> gestiffttt. tiitt. llc kr-nce t. 2 p. 109;.

Marcianopolis / ist eine Bulgarische stadt in Mösia / zwi-schen Odessa und AnchialuS. Ammianus Marcellinu« meldet/daß sie diesen namen von einer schwester des Trajani/ welche Mar-ria geheisscn/ bekommen. Trebestius Pollio gedenckek dieses orts imleben Kayscrs Claudii II / wenn er von unterschiedlichen bey dieserstadt gehaltenen schlachten redet. Sie war vorzeiten einBlschöflichersik. Der cogex Lhcodosianus gedenckct des Marmarii / eines Bi-schofs« an diesem ort / als eines rechtgläubigen lchrers/ dessen lehreangenommen werden solle. cr-Lr--. g-oZr. -miq.

Marcianus / ein morqcnländischerKayser/ eines Jllyrischensoldakcn söhn / wurde durch eine offenbahrung/ oder.durch diewähl der Pulcheriä / einer schwester des Kayscrs Theodolit 11 / wel-che ihn mit dem beding hevrathete / daß er sie nie berühren solle/an. 4?o auf den thron erhoben. Er war mit in der Macht/ welchedie Römer unter Asparis coMMLnllo an. 4? i in Afriea vcrlohren.Man sagt/ daß/ als er von Genscrico / der Dandalen Könige/ ge.fangen worden / derselbjge mit Verwunderung wargenommen/ daßsich ein adler aufsein Haupt gesetzet / weßwegen er ihn alsofort wie-derum zurück nach Eonstanttnopel gesandt / nachdem er ihm zuvorversprechen müssen / daß er die Vandaler nicht mehr bekriegen wol-le. Nach Lheodosii des jüngern tobe kam er auf obgedachte weißdurch hevrath der Pulcheriä / die selbigem in der regicrung nach-folgte/arff den thron/ und vermählte sich diese Printzeßin den 29jul./ oder nach der Alepandrinischen chronick/ den 26 aug. an. 4?<>.Drey tage nach seiner wähl gab er ein schärft gesätz wider die ketzer/und rieff die von dem falschen c^nciim zu Epheso abqesetzt-und ver-jagte Bischöffe wieder zurück. Nachgchends an. 4z - dcrieffer we-gen des ein allgemeines conciiium nach Chalcedon/

welchem er selbst beywohnte. Damit nun die schlösse dieser conciin«in desto bessern Nachdruck haben möchten / gab er zu solchem endverschiedene edicte heraus. Im übrigen hielt er guten frieden mitden Persern/ schickte auch dem abendländischen Kayser Valentinia-no ll hülffS-völcker wider dcnAttila zu/ und weigerte sich hertzhafftgenug / diesem Wüterich den von Theodosio II versprochenen -«buc»u bezahlen/und gab ihme so wohl dadurch/ als durch sein übrigesbezeigen eine solche Meinung von sich/ daß er ihne nicht getraute an»zugreiffen / sondern seinen zug gegen occident nahm. Auch name ernach dem tod Attila / um den gcwalt der Hunnen desto mehr zubrechen/ die von ihnen abgefallene Gepider und Gothen in schütz/und gäbe denen ersten in Dacien/ den anderen in Pannonien sitze.AIS er sich zum krieg wider die Wandalen rüstete / welche Rom ge«vlünderet / und Valeminiani II gemahlin und löchteren gefangenrn Afrika weggeführt hatten/starb erzuConstanttt!opeldM26jan.an. 457 / 64 jähr alt. ckron. t. 2.

t 14. brev. c. i; öcc. *

Marcianus / des Kavsers Anthemii söhn / bemühete sich ver-geblich / Zenoni die Kayserliche crone abzunehmen / und ihm selbstsolche aufzusetzen. Der streit traffe daS orientalische Kayserthuman / weil das abendländische / so AnthemiuS besessen / durch die da-rein gefallene Barbarische völcker schon wäre zerrisien worden.Hingegen meynte Marcianus an das Griechische Reich einen zim-lichen ansprach zu haben/ weil seine gemahlin Leontia Kayscrs Leo-nis des ältern tochter war/die zwar an jähren jünger als ihre schwc-ster Ariadna / das weid Zcnonis / welche diesem all sein habendesrecht zum Kayserthum zugebracht / aber hingegen dem vater / all-dieweil er schon den Kayscrlichcn gewalt in Händen hatte / war ge-bohren worden / an statt jene noch vor solcher zeit auf die well kom-men wäre. Einmal stifftete Marcianus eine heffligc empörung inConstanlinopcl an / und schiene sich das glück fast auf seine feite zulenckcn / da er auß Müdigkeit und weilen er etwas hartes außzuste-hen nicht gewohnt /sich nach einem gefecht von etwan 24 stunden /so in der stadt / meist um den Kayserlichen pallast vorgefallen war/sich gar sehr zur unzcit ruhen und schlaffen legte. Dann als Zenodadurch einmal lufft bekam/ wußte er bald einen guten theil desabgefallenen kricgs-.volcks wider zu gewinnen/ so daß Marcianus/bey seinem aufwachen sich nicht mehr im stand befunde zu fechten /sondern seine Zuflucht zur kirchen der Aposteln nam. Allein Aenosein schwagcr liesse ihn auch von bannen weg rcisscn / zwange Veneauf der stell die Priesterlichc wcyhunq anzunemmen / und schickteihn also in das Cappadocftche schloß Papyrio inS elend. *

Marcianus / besser Macrianus/ ein König der Alemanicr/machte sich zu end des 4ten iccMi L, mlll»i,ei. Er halte anfangs dieRömer um friede gcbcttcn / neben seinem brndcr Hariobaudo/ alssie beyde mit Iuliano am ufcr des Rheins deßwegen eine Unterre-dung gehalten / und versprochen / ihre Gallische provintzen nichtmehr zu beunruhigen. Doch muß er wenigst für dieses mahl nichtlange färb gehalten haben / weil er sich zur zeit Valcntiniani schonwieder sehr zu fürchten gemacht. Doch als er mit diesem von neuemunfern Mäyntz zusammen gekommen / auch friede und bündnußgeschlossen / hielte er solche getreulich. Hingegen wölke er nun seinewaffcn gegen die Franckcn wenden/ welche dieser zeit ihren sitz nochin Lemschlaich hatten; es schlüge ihm aber sehr fehl / massm hiesee

mar

ihr König Mellobaudes / als Macrianus sein land zu verwüstenmeynte / ihne unversehens in die enge trieb/ und mit einem theil beesklNlgM tod schlug. 1. »8 6c Zo. ^

Marcianus / ein Bischofs zu Arles / durch welchen in dem ;r-cuio die Novalianische secte in Franckreich gebracht wurde. Ermeß die bußfertigen Personen auß seiner kirche/und sonderte sich al-so von seinen mikdrüdern ab / welche selbige zu einer öffemlirhrnbuffe annahmen. Der heilige Cypriainiö schrieb einen brteffan denPabst Skephanum/ worinncn er ihn ersuchte/ auf mitte! zu geben-cken / wie diese zunehmende kctzerey zu dampften wäre.

, Marcianus / ein General von des Kayscrs Justiniani desjungem armee tn dem üten Kcu!». Ihm wurde gar zu unrechterzeit das commrnä» genommen/ worauf die soldaten/ als ihnen sei.ches zu ohren gekommen/die bclagerung vor Nisibeaufhuben. Danun also die Persianer keine feinde mehr halten / die ihnen wider-stunden / verheerten sie Syrien / und eroberten Antivchia / Hera.elca und Apamea/ welchen letztem ort sie gäntzltch ruinirlen.

Marcianus / siehe Macrinus oder Macrianus.

Marcilius / (Theodorus) von Arnheim aus Geldern/ eil»gclehtter/und in beyden sprachen wohlerfahrner cnricm, warzwarnur Königlicher k--okcik>r der bcredrsamkeit zu Paris / hat sich abeedennoch um die jurisprullem? durch seinen comlliencsrium all lezc.ir,

lLb. Ulld Nue-p-«lrt>onclii novsn-öc wectiacllcLw in fullinizni inlll-

turionei verdient gemacht. Seine andere schriffken sind: Orscio c>c

ncmo; nokL in N-rllum, liorscium, tvlsrriLtcm, Lsrullum, SvelvmiVetpLliLnum , surcii ?^ctiSßoi-L cLkminL; Qcllii noüez Ltticsröcc. Er

starb zu Patts an. 1617. in l-ibl. Lslg. L<rrÄet jugem. ller kv.

Marcionitä/ gewisse ketzer der alten kirche/ die ihre denen-nung von Marcione / der indem 2 rccuiv qelebet/ führen. Dieserwar gebürtig aus der stadt Dinope in Papblagonicn/an dem Pon-ro Eurino gelegen/ woselbst sein vater / ein frommer und gom,furchliger mann/ Bischoffwar. Marcion bezeigst anfänglich nichtwenigen evfcr in der religion/ so daß er auch alles sein seid der ge-meine übergab/ iind ihm fürsetzte/ ausser dem ehestande sein lebenzuzubringen/ welches von etlichen so angeführet wird / daß er einMönch-leden zu führen willens gewesen. Da er aber/ wie man fer-ner meldet/ eine jungfraii zu fall gebracht/ wurde er von seinemeigenen vater aus der kirch« verflossen/ und in den bann gethan.Ob er auch gleich grosse reue dieses Verbrechens halber bezeuge!/wplle rbn doch sein vater keinesweges wieder aufnehmen. Gleichwieer nun hierdurch in grossen schimpft und Verachtung bey der gankenstadt kam / also verließ er seine vater-stadl/ begab sich heimlichnach Rom / und verlangte daselbst wieder in diegemcinschaftbeekirche aufgenommen zu werden / und als man ihm solches öffterSverwiüigl/ ihn aber auch öffters wegen seiner gefährlichen Meynun-gen wieder verflossen/ ward er endlich gantz lleij-cr-c, und begabsich zu der parlhcy des Cerdonis / der eben zu dieser zeit mit seinenirrigen lehren die kirche verunruhigte. Wiewohl einige vorgeben /daß Marcion schon vorher / ehe er nach Rom gekommen / in Sy-rien feine irrchümmcr ausgebreitet; ja andere fugen hinzu/ er wä-re von Johanne und den mikältesten aus der stadt Ephesus verja-get worden / und alsdann erstlich nach Rom gekommen. Woraussie ferner schliesset! / daß diese ketzerey bereits unter dem KayseeAdrians ihren Ursprung genommen/ und sich hernach unter deibAntoniuo weiter ausgebreitet. Dieses ist gewiß/ daß er zu Rom ge-wesen/ woselbst ihm Polycarpusanfder gasscn begegnet/welchen.Marcion angeredet / und gesagt / daß er ihn doch erkennen solle;worauf aber Polycarpus geantwortet: ich erkenne dich wohl/ alseinen erstgcbohrnen des satans. Endlich soll Marcion auf anderegedancken gerathen seyn/ wie Tcttullianus berichtet/ und verlangthaben/ wieder in die gemeinschafft der kirche aufgenommen zu wer-den/ rvorzu man micherbötlig war/ wenn er diejenigen/ bieteverführet / auch wiederum auf den rechten weg dringen würde.Doch hierüber starb Marcion . Was seine irrthümmer anlanget/soll er es in vielen mit dem Ecrdon gehalten haben/ doch so / daß sowohl er als seine schüler und anhänger unterschiedenes dazu gesetzet.also soll er gelchret haben/ daß zwey princftu allerdinge/ odcrrgöttcrwären/ ein guter unbein böser; jener wäre der Ursprung al-les guten / und dieser der Ursprung alles dösen; auch wäre von die-sem die sichtbare weit entsprossen; Christus wäre kein warhafftigecmensch / hätte auch keinen wahrbafftigen leib gehabt / sondern seinleid wäre nur ein schein und schatten des leides gewesen / vaheco erauch nicht wahrhafftrg gcdohren / auch nicht wahrhaftig gelittenund gestorben. Andere fügen hinzu / daß / gleichwie er 2 Götter/also hätte er auch zwey Christas gelchret / einen der zu den zestenTiberii znm heyl aller Heiden offendahret sey; den andern / derdermaleinst kommen wurde / die Juden wiederum zu erretten; sohat er auch / nach dem bericht der alten / den seelen allein die selig-keit zugeschrieben / woraus man schlieffen wollen/ daß er die ausser«siehung des ficischcs geläugner; den chestand und die zeugnng derkinder Haler vcrworffen/ imgeaentheil die enthalkung und denjungfräulichen stand sehr hoch erhaben. Dahero er auch keinen /der in dem chestand gelebt / getauffet / als biß enliveber durch dentod des andern eheqättcn/ oder durch eine ehescheidung daS bansder ehe aufgelöset worden. Wie er denn auch kein bedencken trug/die taufte 2 biß; mal zu widerholen / wenn ncmlich jemand nacherlangter lanffe wiederum in grosse fünde gefallen. Man thut nochweiter hinzu / daß er gelchret / cS sey die seetc ein theil und ausMdes Göttlichen wescns/ und daß sie von einem leid in den andernwandere; die weider könten ordentlich die tanffe verrichten; amsabbarh solle man fasten/ damit es nicht schiene/ als wenn MilbenGott der Juden ehrte; welchen man endlich hinzu füget/daß er bar