Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

Z70 mar

8. Marcus/(Ritter-orden von ) ist zu Venedig aufgerichtet,und werden damit nicht allein Venetianer, sondern auch fremde,und sonderlich gelehrte leute, beehret. Wie dann Daniel Heinsius ,Andreas Argolus und ChristophorusForstnerus zum beweist dessendienen können. Das zeichen ist eine göldene kette, woran eine me.a-ille hängt, auf deren einer feite ein geflügelter löwe stehet, so inder rechten klaue ein blosses fchwerdt, in der lincken aber ein offenesbuch hält, worein diese Worte geschrieben sind: rw,

evLngelitls msur. Die Ritter, weiche von dem gesamten Rath ge-schlagen werden, bekommen gemeiniglich eine ponilon von ein paartausend dneaten, und werden hoher als die andern, welchen allemder Hertzog diese würde ertheilet, gehalten, ma. egmr.

Vcncc. stc oriA. c>?ll, eguolkr. von «lein orllcncles iio-

tenbsnlles. rirrei-.orllcn.

Marcus/von seinergeburts-stadt in Italien vikerbicnsis zuge-nannt, ward an. i; 59 zum 22 General ber Minoriten ernennet,und hernach von UrbanoV mit gutem luccsls gebraucht, die zwi-schen Amadeo, Grafen von Savoyen , und Johann, Marckgrafenvon Monkferral, zwischen diesem letzter» und Galeatio Visconti,zwischen den Bischöfen von VerceUi und von Asti , wie auch zwi-schen den Pisancrn und den Florentinern,entstandene Uneinigkeitenbeyzulegen. Als auch viel tausend zusammen gelauffene, theils En-glische theilsFrantzöstschc soldaten viel unsug mit rauben und plün-dern in Italien stiffceten, beförderte er ein bündniß unter den Ita-liänischen Potentzen, wodurch diese rotte gäntzlich getilget ward.In ansehung solcher Verdienste gab ihm an. izüüden i8spet. dergedachte Pabst den Cardinals-Hut. Er starb zu Vitcrbo den ; spet.

<IN. iz6y, und hjnterliesi lummsm c»iu»m co»ic>cmiM, lcrmooos s»-

«ro§öc rcmpore,nebst andern von ihm geschriebenen sachenIo»LeL».

elog. (Lrc!,o orcl. tvlmor. §cr/>. in liill piorcnr.

»nnsl. ^lin. snnsl. ecclcsi Peer.

kill. 8ee»pl>.

Marcus Antonios / ein berühmter kupfferstecher, wurdeFranci zugenannk, weil er von einem dieses namens in dieser kunstunterwiesen worden. Alle die kunffstücke, welche der berühmte Al-bertus Dürer zu Nürnberg aufholtz verfertiget, stach er zu Vene-dig in kupffer nach, unter des gedachten Dureri namen. Zwilchenbeyder arbeit war eine solche ahnlichkeit, daß wodl der geschicktestein dieser kunst glaubte, es hätte nur ein künstler solche verfertiget.Dürer ließ sich auch dadurch so sehr aufbringen, daß er eine weitereise nach Venedig vornahm, um daselbst Marcum Antonium beyder Repudlic deßwegen zu verklage». Allein er konte nicht mehr er-halten , als daß dem gedachten Marco Antonio auferlegt wurde,ins künfftige den namen Dureri nicht mehr zu mißbrauchen. Nachdiesem verfertigte er das bild der Lucretia , und das urtheil des Pa,ris mit solcher annehmlichkcit,daß sich jedermann darüber verwun-dern muste. Endlich ließ er sich zu Verfertigung einiger unzüchtigenbilder gebrauchen, darüber er aber bey dem Pabst Elemente vn ingrosse ungnade kam, und in ein gefängniß gemorsten wurde. Ersolle auch wohl gar das lebenverlohren haben, wenn ihn nicht eini-ge vornehme Patronen aus dieser gefahr errettet hätten. In dereroberung von Rom , so durch Kayser Carls V rrouppen an. 15 27geschehen, verlohr Antonios alles das seinige. Worauf er sichrn eine andere stadt begab , allwo er auch verstorben.

rr> in viriclar. sse ssöi. icul^k. Lonon.

Mardachai / aus dem stamm Benjamin, war ein naher an-verwandler der Königin Esther, bey deren gemahl Ahasvero ergrosse proben seiner treue abgeleget, dahero ihm alle crsinnlicheehre erwiesen worden. Man hält mehrentheilS davor, daß er dasbuch Esther verfertiget, weil in demaoten vers des ylen cap. diesesbuchs ausdrücklich stehet, daß er diese Worte geschrieben. Er mußnicht vermenget werden mit einem andern dieses namens / welcherein allcipui des Mosis von Kotzi gewesen, und an. >; - o zuNürn-berg umgebracht worden / nachdem er vorhero einen kurtzen begriffvon den Talmudischen büchern verfertiget. encllirig.

bibl. p. r.02, dibl.

Mardick/ cin ort in Flandern , eine halbe Meile von Dün-kirchen gelegen, war ehemahls wohl bevestigct. Au. 164; machtensich dieFrantzoftu davon Meister, und lieferten dieses wrr ncbstDün-kirchen an. 1667 den Engelländcrn in die Hände, welche es aber denFrautzosen wieder abtraten, worausdiese die bevestiguugs-werckeniedcrreisscn liessen. Als die Frautzosen »ach demUtrechtischen frie-den Dünkirchen schleiffen imisten, fiengcn sie an einen Hafen zuMardick anzulegenden sie aber auch auf verlangen dcrEngelländeran. >717 völlig wieder <lcm»iiren muffen. Xten>»i-c- au rsms.

Mardochai / ein gewisser Jüdischer Rabbi , Eliezers Comti-mo, eines Juden von Constantinopel , söhn, schrieb einen commcn-r»num über die z bücher Mosis, von welchem diejenige, so ihn inrascc. gelesen, bezeugen, daß darinnen der sinn des tertes,sehr wohlausgedrückt werde, und daß er öfftcrs die besten Rabdinen, inson-derheit den anführet Ämo».

Mardomus / ein gencral von Terxis armee, Darii eydam,und des gedachten Tcrrls, Königs in Persien , schwagcr, blieb nachTerris abzug in Griechenland mit z00000 mann zurück, und ero-berte biera»fOlynthum,auch in der 7zsten Oi>-mp. »der /c, rr. 27z,Athen , wurde aber bald hernach von Pausania und Arisiide, denFeldherren der Atbenicnser und Lacedämonicr , mit seiner armeegeschlagen, und bey Plateas in Böotia getödtet, welches ohngefehrden 2z sept. des gedachten jabrs geschahe. Leeo^r-«- i. 7,8. o,o4o,

7«, >. 7. r 7 o-,,c/r«-

Marechal/ ein geschickter Parlaments-Advocat zu Paris , wel-cher in dem i;ten iecui»nler Caroli VII, Ludovici XI und Ca-

mar

roli VIII regierung gelebt. Molinäus hält ihn vor den amorem derglossen über die 8»«,nen, P-Lgm»r>c»m Caroli VII, welche vonandern einem, mit namen Cosinus Guimier, zugeschrieben,und beyden Frantzosiichen ?r»üici8 hochgehalten werden. Li->ü«»o Ll-.

»»»,«< »mmn. juris c. 18. »u tt. Lincism. c.

Marenholtz / (sihe Mährenholtz.)

r> tareotis / eine gewisse landschaffc in Egypten, unweit Ale-xandria, 10 ametzo nach Castaldi Mvleti und anderer scridenten be-richt , von den Italiänern nZgn st kuctii»,» gcnennet wird. Nachvieler provintz hatte ein stück von dem Alexandrinischen rerriwri»leinen namen, worinnen unterschiedliche dörffer waren, in dereneinem , oder p»x Secontaruri genannt, Jsch-

gras, der verlaumder des heiligen Athanasii, sich aufhielt, wie erdieseslelbst in seiner andern schutz-schrifft gedencket. Dieses stückvon Mareotis muß sehr fruchtbar gewesen seyn, und guten weinhervor gebracht haben, weil Virgrlius 1. r. Georg, solche rühmet.

nol. orb.

Maretimo/ ist eine insul^iuf dem mittelländischen meer, ander westlichen rüste der insul Lsicilien , gelegen. Sie hat in ihremumcrayß ungefähr 4 Teutsche weilen, und ist berühmt wegen destreflichcn Honigs, welcher allda gesammlet wird.

Marets / ( Jean cie-) General-Advocat in dem Parlamentzu Paris , ein mann von sonderbarer redlichkeit, beredsamkeit underfahrung in staats-sachcn, welcher unter den drey Königen inFranckrcich Philippo VI, Johanne und Carolo V, wie auchinwahrender Minderjährigkeit Caroli VI, seinem vaterlande grossedicnste geleistet. Indessen weil er das mr-rcssc des Hertzogs vonAnjou, als des ältesten Oncle von dem minderjährigen König ge-gen desselben jüngere brüdere, die Hertzoge von Berry, von Bur-gund und von Bourdon welche zugleich mit dem erstern an der vor-mundschafft ihres vettern, des jetztgedachten Königs Caroli VI,theil zu haben begehrten, allzueysrig verfochten, so nahmen dielelstere gelegenheit, als an. i;82 die stadt Paris revosiirt hat-te, ihn unschuldiger weise unter die mitschuldigen zu zehlen, und ihman. i z8z, ungeachtet der oberwehnten Verdienste, seines hohen al-ters und des geistlichen standes, welchen er angenommen, den kopffauf einem öffentlichen schavot vor die füsse legen zu lassen. Er stun-de den tod gantz hertzhafft aus, bezeugte aber immer gegen dasvolck, daß man ihme die ursach desselben nie angezeigt, er auch seinerichlere niemahl zu gesicht bekommen hätte. Als man ibne auch denKönig hieß um Verzeihung bitten, weigerte er solches, mit dem ver-melden , er hätte weder gegen ihne noch gegen einen von dessen vor-fahren, welchen er ebenfalls gedienet, jemahl das geringste verbro-chen , seine treu wäre von allen erkannt worden, und wann derdamahlige junge König bey genugiamem alter wäre, wurde er ge-wiß seine dienstegantz änderst erkennen. M 6- 5 .-a,ice -om.

2. p. ;oS>z!ü. ;>7. *

Marets / ( Jean llc-) Herr von 8sim Zockln, war wegenseiner geschicklichkeit in der Frantzösischen spraache und po-lle mdem i7ten ldcuio sehr bekannt. Der Cardinal cle Richelieu hielt ihnso hoch, daß er ihm nicht allein einige öffentliche ehren-ämter auf-trug, wndern auch alle tage sich mit ihm von einigen gelehrten undandern Materien unterredete. Hiebey führte er ein böses und un-ordentliches leben, und machte sich kein bedencken, dem frauen-zimmer, so er zu seinem willen überreden wolle,atheistische Meynun-gen beyzubringen, wie denn sonderlich die von ihm geschriebene, die mit sehr viel säuischen und unanständigen fachen er-füllet seyn, von seiner gemüths-beschaffenheit zeugen können. End-lich fieng er an seine bißbcrige lcbcns-art z» ändern, gerieth abcrdabey auf viel abgeschmackte und lächerliche cinbildungen. Ermachte sich weiß, und wolle auch der gantzen weit in einem buch/rvis ciu S xchnc gu 8,ov überreden, daß ihm Gott den schlüssel zuder offenbahrung Johannis anvertrauet, und idm befohlen, einearmee von 144000 mann zu werden, davon er auch schon einen theilbeysammen hätte, um wieder die gottlosen undJansenisten zu strei-ten , der König in Franckreich als der erstgebodrne sobn der kirche,würde dieselbe unter der führung der Engel St. Gabriel, St. Mi-chael , St. Raphael und St. Uricl coin lliLncbreii, nebst dem Königvon Spanien alle Christen zu der wahrenCatholischen religion drin«gen,den Pabst nach Avignon bescheiden, mit dennelben die Vereini-gung der kirche zu stände bringen,undzuletzt den MahometanischenUnglauben vertilgen. Von den Jansenisten war er ein gescbwornerfeind, die ihm aber davor seine schände zimlich aufgedeckt. Es ist zuverwundern, daß man ihm, ohngeachtet dieser seitiamen einfalle,doch die beständige Verwaltung seiner ämter biß an sein ende, wel-ches-676 erfolgt, gelassen. Er war von errichtung der

an , ein mitglied und besondere zierde derselben gewesen,und hat viel comödien verfertigt, welche insgesamt und sonderlichdie, so den litul >-» viiionsE führt, sehr hochgehalten werden.Sonst hat er auch wieder des Boileau lsrixen geschrieben, und einPoem» Ncroicum, dessen titul Clovis verfertiget, wiewohlen,erdoch , als die kennere nicht gar zu viel davon halten wollten, sichnachhero damit entschuldigen wollen, er habe solches, weil er indes-senaufdie gcdancken gefallen,vielmehr geistliche bücher zu schreiben,nicht vollkommen ausgearbeitet. Uilt. lle l'^csll. kmncoilc,

^0^/vtiionäu cs. ö/r-'/e. *

Marets/ ( Register lle?) war gebobren zu Paris den-ztenaug;2. Sein vater war Johann -l- Regnicr, Scigoeurvcr ivi».-er- i'Lociouie öcc. Er hieß eigentlich Franciscus Scrapblnstst abermehr unter dem namen Regnicr bekannt,welchen erselbst als einentauf-nabmen gebraucht, wie er sich denn auch an statt, Desmarels,allezeit Desmarais gesilirieben. Schon in dem Augustiner-na».iiL,io zu Nankcrres, allwo er seine ersten studicn ablegte, wicß ereine grosse geschicklichkeit, beydes in gebundener und ungebundener