Band 
Dritter Theil
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dem schalt fie für eine ehebrecherin, weil sie zwillinge bey sich hatte.Allein das arme weid wünschte ihr, daß sie so viel kinder gebührenmöchte, als tage im jähre wären, da sie dann auch an. 1276 indemersten jähr ihres alters würcklich ;6;, oder nach anderer bericht,;ü4 kinder zur weit soll gebracht haben,wie solches ein in der Bern-hardiner-Abtey zu Losduynen, so eine halbe weile vom Haag ligt,befindliches op-rspk>um bezeuget, allwo die mutter mit allen kinder»begraben ligt.Jn der tauffe wurde den knaben der name Johannes,den mädgens aber der name Elisabeth gegeben. Also wird die facheinsgemein erzählet; allein es sind verschiedene Ursachen,warum an»dre an der warheit dieser Historie zweiffeln. ll-Kr. ttoii.

cdronir. IllollsnäiL Lomirum öe Lxi-kco^orum UlcrLjc/t. l. 24 c. n. LwsettHn seleLiis Lkriüiani ocbis^cliciiz. l. 9 rerum klsnllr. kol 94. Lox/rev». rkesc. liollauci.

x.l/r. Äoc«, Qoburg. cüron. öec.

Margaretha/ Gräfin von Flandern und Hennegau,eine jün-gere tochrer Balduini, Graftn von den jetztgedachten landschaff-len,wie auch von Namur, und zuletzt Kaysers zu Constantinopel .Sie war sehr jung,als sie a. 120; jetzigedachten ihren vater einbüßte;welchem in den Niederländischen provintzen ihre ältere schwester,Johanna,lucccclitte.Sie selbst ward unter andern der aussteht Bur-chardi von Avesnes untergeben, welcher sie zu einer so vertraulichengemeinschaft verleitete,daß sie 2 söhne,namensJohannem undBal-duinum, von ihm bekam. Wiewol nun die Stände von Flandern sich gefallen liessen, daß er öffentlich ihr gemahl ward, so kam dochbald hernach an den tag, daß er sich vormals zu Orleans , um eini-ger geistlichen benckcim zu gemessen, zum Lubllircono hätte weihenlassen, und folglich,nach den Pädstlichen rechten, keinesweges indem ebestand leben dürsste. Dieses zog ihm viel Verdrießlichkeitenzu, auch endlich gar den todt,wie unter dem arttcul Aves nes(Bur-chard von) mit mehrern zu lesen. An. 1218 vermählte sie sich mitWilhelms,Herrn vonDomplerre,und zeugte mit ihm ; söhne,Wil-helmmn,Gmdonem und Johannem,ingleichen eine tochler, Ma-riam,welche Aebtißin desklosters Flines ward An. 1241 vcrlohr siediesen ihren andern gemahl, und an. 1244 ihre älteste schwester, Jo-hannam,von welcher sie,weil keine kinder von ihr vorhanden waren,dieGrafschafften Flandern,Namur und Hennegau erbte. Bald an»fangs wurden ihr wegen solcher Wccciiion von dem Kayser,von demKönige von Franckreich, und von dem Bischofs von Lüttig viel ver»drießlichketten gemacht. Allein sie selbst gab zu einem sehr blutigenkriege anlaß,als sie die mit Burchardo von Avesnes erzeugte söhne,als 'unehliche, von ihrer künfftigen erbschafft ausschliessen, und hin-gegen alles den kindern andrer ehe zuwenden wolle. Zuletzt traffman einen vergleich, vermöge dessen Johannes von Avesnes dieGrafschafft Hennegau, Wilhelm von Dompierre die GrafschafftFlandern,und die übrige kinder eine gewisse -p-n-Ze bekommen sol-ten.A.i248 griffihr söhn,JohannvonAvesnes,das land von Waesan,ingleichen das gebiet vonAlost.Wiewol stenun ihräusserstes that,so gar,daß sie auch geharnischt ihre rrouppm commsn-ürte, so wardennoch durch der Holländer beystand die parthey ihres sohnes sostarck, daß sie mit 60000 pfund einen neuen vergleich von ihm er-kauffcn muste. An. >251 ward zu Trasignies auf einem turnier ihrsöhn Wilhelm vonDompierre,durch seine 2 brüder,Johannen, midBalduinum von AveSnes,aber doch auf ihr anstifften, getödtet.sieließ ihn mit grossem leidwesen zuMarquette begraben,und hatte kei-ne Nachkommenschaft! von ihm,ungeachtet er teil an. 1247 milBea«trir, einer tochter Hcnrici, Hertzogs von Brabant, und einer Witt-we Henrici, Landgrafen von Thüringen, war vermählt gewesen.An.1252 empörten sich die Hennegauer,aufJohannis von Avesnesanreitzen,wider die Flanderische beamten, welche die Gräfin bey ih-nen in die städte und schlösser gesetzet hatte, so gar, daß deren 8oge.tödtet, deren weiber aber mit abgeschnittenen nasen und ohren ihrzugeschickt wurden. Hierüber kam es das folgende jähr zu einemkriege,worinnenJohannes von Avesnes mit derHolländer und desKaysers Wilhelm; beystand die oberhand behielt, auch seine 2 brü»der, Guidonem und Johannem von Dompierre, gefangen bekam.Weil der Kayfer, welchen sie nur einen Grafen von Holland,gleich- wie er hingegen sie nur die schwartze Griete zu nennen pflegte,nicht anders, als unter sehr harten bcdingungen,ihre söhne loßlassenwolle,so nahm fie ihre Zuflucht zu den Frantzosen-Wiewol nun diesemit einer starcken armee ihr zu bülffe kamen,so ward dennoch nichtshauptsächliches ausgerichtet, sondern vielmehr durch beyderseitsrrouppen ihr und ihrem lande viel beschwärung zugezogen. Nach-dem aber an. 1256 der Kayfer Wilhelm umgekommen, erlangte fiegegen eine starcke --rn-ion von denHolländern die freyheit ihrer söh»ne. An. i2?y starb der jüngste davon,Johannes,und hinterließ vonseiner gemahlin Laura, einer schwester Friderici, Hertzogs von Lo-thringen , 2 söhne,Johannem,Herrn vonDompierre undSompuis,und Wilhelmum von Dompierrc, Herrn von 8. Difier. Zwey jährzuvor war demselben ihr söhn erster ehe,Johann vonAvesnes,in dersterblichkcit vorgegangen, über welchen letzten todesfall sie sich ebenso sehr vergnügte, als fie über den ersten sich betrübte. Um das jähr1262 nahm sie sich ihres anverwandten BalduiniIs,Constantinopo-litanitchen Kaystrs, hinterlassener wittwe, Martha, wider Henri-cumvon Lurembourg an. Nachmals halffsie auch Carolo von An-jou, nachdem derselbe zumKönige vonSicilien war erklärt worden.An. 1268 stifftete sie innerhalb der iurislliaion vonOudenburgb zweygerichts-stühle, den vonSledinghen und den von Disseldonck, allwoalle belcidigungen mit der kLilonirgestrafft werden solten. Umdas jähr 1274 schaffte sie sich mit gewaffneter Hand l-riskLÄion vonden Engelländern, welche ihr wegen einer geliehenen ansehnlichengeld-summe in der güte keinen abtrag hatten thun wollen. Endlichstarb siezu Gent in dem fedr.au. 1279, in einem sehr hohen alter.Ausser den fehler« ihrer jugend, und dem haß gegen ihre kinder cr-

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ster ehe, hat man wenig an ihr getadelt, hingegen rühmt man, dassie chre landschafften vermehrt, ihre Unterthanen mit vielen p-ivi-leg», versehen, eine grosse anzahl von kirchen,klöstern, Hospitälernund andern dergleichen milden fachen gestifftet,mit grosser hertzhaff-l»gke»t und klugheit bis an ihr ende regiert, auch endlich durch eineprächtige Hofhaltung sich ein besonders ansehen erworben. Manbegrub sie in dem von ihrkimllirren kloster zu Flines. In Flandern tucceci» te ihr söhn Guido von Dompierre, und im Hennegau ihr

enckel, Johannes II von Avesnes- por Lm,nusi

Zeu^co com. i üb. 8 .

Margaretha Douglas/ Gräfin von Lenox, gebohren an.r^it. Ihr vater war Archibald Douglas, Graf von Angus, undihr mutter die obstehende Margaretha, welche eine tochter HenriciVII, Königs von Engelland,eine schwesterHenrici VIII gleichfallsKonigS von Engelland, und eine gewesene qemadlin Jacobi VI,Königs von Schottland , war. Henricus VllI ließ fie in ihrer lü-gend an seinem Hof auferstehen. Sie gerietb aber daselbst in einliebes-verstandiß mit Thoma Howard, des damahligen Hertzogsvon Norfolk jüngern druder, und richtete heimlich einen ordentli-chen ehe-coE-n mit ihm auf. So bald es gedachter König erfuhr,ließ er sie an. i^s beyderseits in den Tower zu Londen gefangensetzen, und weil >«e noch darzu in den verdacht einer conipic-cion kn»men, so befahl er dein Parlament, ihnen nach aller schärffe den pro»ceß zu machen. Hierauf wurden ste des hochverraths schuldig er-klärt, auch durch ein absonderlich gesetz (welches man hernach un-ter Eduards VI und Maria wieder aufhub) ausdrücklich verord-net, daß bey Verlust des lebens und der güter keine perfon aus derKöniglichen familie sich ohne des Königs einwilligung vermählensolle. Indessen gieng doch Henricus VIII nicht weiter, als daß er,ungeachtet feiner schwester vorbitte, deren tochter so lange i» demTower sitzen ließ, bis ihr liedhaber in demselben gestorben.An.,;»;vermählte er sie an Matrhäum Stuart, Grafen von Lenox. Mitdemselben zeugte sie unter andernHenricum,mit dem zunamcn koroDarley, und Carolum Stuart. Dem ersten war fie behü ssich,daßer an. ; ?6; von der «schottischen Königin Maria zum gemahl an-genommen ward, und dem andern war fie nicht zuwider, da er an.i;?4 sich Heimlich mit Elisabeth Candish, einer tochter der Gräfinvon Shrewsbury aus erster ehe, vermählte. Weil nun bevdcs oh-ne wissen und willen der Königin Elisabeth geschehen, so ließ diesel-be deswegen sowol das erste als das andre mal die Gräfin von he-nor gefangen setzen, doch auch bald wieder auffreyen fuß stelle».Ausser dieser dreyfachen gefangenschafft hatte sie noch das Unglück,nicht nur die jämmerliche ermvrdung ihres odgedachten älicstenfohns Henrici, sondern auch den frühzeitigen tod 7 andrer mir demGrafen von Lenor erzeugten kinder, zu erleben. Hingegen war beydiesen vielfältigen Widerwärtigkeiten dieses ein sonderbarer tröstfür ste, daß ste ( von eben diesem Henrico ) einen enckel, IacobumVI, zurück ließ, welcher nicht nur König von Schottland , sondernauch der nächste erbe zu der cron Engelland war. Im übrigen rüh-men die geschicht-schreiber ihre frömmigkechgeduk und keuschheit.Sie starb an. 1478, und ward nicht nur zu Westmünster unter dieKönigliche versonen, sondern auch, auf befthl und Unkosten der»nigin Elisabeth, mit recht Königlicher Pracht begraben.

big. ct'^nßl com. l zi. z?;,486 com. r p. 267, ;o6-

Margarita/ eine Spanische insul von Süd-America auf dernord-see, 8 messen von der küste von Neu-Andalusien, und4° vonder insul 8.Trinidgd gegen wcsicn. Sie wurde an. 1498 vvnCbri-stophoro Columbo entdecket, und ist nach der zeit wegen des pcckn»fanges, wovon sie ihre» namen hat, fleißig besucht worden. Siehat vhngefthr ao meilen in ihrem umfange, ist sehr fruchtbar, aberaebürgigt, und wird von 2 flüffen bewässert. Ausser 8. Jago -l- 1 »Vega hat ste noch unterschiedliche dörffer.

Marggrabowa/ oder Marggrafen,statt/ (sitze Oletzko .)

Marggrafen oder Narckgrafen / ist heut zu tag der nameeiner hohen Fürstlichen ciigoicät m demTeutschenReiche,der mitgc»wissen landschafften verknupfft,und also von einigen familien gefüh-rcl wird. Den namen wollen einige nicht so wol von der macckoder gräntze, als von dem marckt, ober einem solchen orte,wo dasrecht gesprochen zu werden pflegt, hergeleitet wissen. Wiewol ebendiese zugeben, daß, weil die Kayfer sonderlich an den gräntze» desReichs solche gerichts-plätze aufgerichtet, nachmals daher gelegen-helt genommen worden zu glauben,daß die Marggrafen nur solchePersonen anzeigten, welche die gräntzen des Reichs beherrscheten.Gleichwie aber die übrige Fürstliche Zign-mten zu alten zelten nurein gewisses amt bedeuteten, also harte es gleiche beschaffenhcst mitder würde der Marggrafen. Nach der zeit aber haben ste die völligeerbschafft ihrer lande an sich gezogen. Was ihr alterthum anlangt,so wil man behaupten, daß vor Kayfer Heinrich dem ersten nichtsvon ihnen gehöret worden; allein es ist leichtlich darzuthun, daß be-reits zu der Earolinger zelten dieser name im gebrauch gew-ien.Man zählte ehedeffen 4 besondere hohe Marggrafen in dem Römi-schen Reich,als den von Brandenburg,Mähren , Meisten und Ban-de», davon aber die Meißnischen von den Hertzogen zu Sackst»prLlenciret werden,und Mähren an dasKonigreichBöhmen gekom-men. Ausserhalb des Reichs führet annoch Antwerpen den kittn ei-ner Marggrafschafft des H.Nöm. Reichs. Im übrigen müssen dieMarggrafen in Teiitschland nicht mit den Marquise» in Fmnck-reich, Spanien, Engelland und in Italien vermenget werden, alswelche jenen weder ander macht noch ansehen gleich kommen, t--»-

in glollariu voce in t'pcc. vocc kiLcggcsi.

ctnon. 8pir. üb., c. 17 öe c i; >üe ?9. nokic.

tiignic. illullc, äiLrr. Ac. r §. üüe 7° inxkuckcvc. jur. xubi. p.