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schrifft nicht, doch ist es sehr wahrscheinlich. Gewiß ist es, daß stemir ihrer schwesterMaria,des Cleophas weib,und derMariaMag-dalena, bey dem creutz Christi gestanden, und die erfüllung der pro-pheceyungSiineonis damals erfahren müssen« Bey diesen umstan-den wolle der Heyland gleichwol seine sorgfalt für seine mukter anden tag legen, um ein cxempel zu geben, wie man auch in dem gro»sten elende seiner Pflicht nicht vergessen solce. Er fttzete Jsyannemgleichsam an seine stelle zu ihrem söhne ein, der auch von der stundan diese gelegenheit, seine liebe und gehorsam gegen Christum zu er-weisen, willig ergriff, und dieselbe zu sich nahm. Durch die sieg-reiche auftrstedimg wurde sie nicht weniger, als die andern junger,erfreuetffa es ist leicht zu erachten,daß je grosser vorhero ihr schmertzgewesen,desto grössere freude sie hernach darüber werde empfundenhaben. Sie war auch nachgehends mit unter denen, die nach derHimmelfahrt Christi,wie Lucas bezeuget, stets mit flehen und betenbey einander waren, und die verheiffung des Geistes erwarteten.Von den übrigen umständen ihres lebens, und von ihrem tob mel-det die schrifft nichts, daß also alles, was man davon berichtet, aufungewisse erzählungen ankörnt. Es haben auch ohne zweifel dieEv-angclisten und andere heilige männerGoltes erhebliche Ursachen ge-habt, warum sie von ihrem tod nichts aufgezeichnet. Denn dasje-nige vorgeben, daß sie gar nicht gestorben, findet nicht den allerge-ringsten gründ,obgleichCpipbanius scheinet dahin zu inci,-»ren, derzum wenigsten es für ungewiß hält,ob sie gestorben oder nicht, undgesetzt,daß sie gestorben,ob sie als eine märtyriryoderaufeine andereart ihr leben geendiget. Die Römische kirche und dre gelehrtestendcrselbigen widersprechen selbst der Meinung derjenigen,dre zwar da.für halten,daß sie gestorben,aber an dem dritten tage wiederum vonden todten auferwecket, und mit leib und seel gen Himmel genom-men sey. Damascenus , der dieses berichtet, thut noch viel andereumstände hinzu, als baß solches zu Jerusalem geschehen; daß alleApostel, die in der gantzen welt zerstreuet gewesen, biß aus einen, ineinem augcnblick bey Maria erschienen, als sie entschlossen wollen;daß ihr leichnam von den Aposteln in Gctsemane begraben, und dieenget dabey gesungen; daß man ; tage an einander den gesang derenget gehöret, und daß, als nach dem dritten tage der abweiende A«postel gekommen, und man das grab geöffnet, ihm den leichnam zuzeigen, man nichts darinnen, als die tücher, gefunden hätte, darin-nen der leib gewickelt gewesen. In diesem allem berufft er sich aufdie erzählung Juvenalis, eines Bischoffs zu Jerusalem , und dieserauf nichts als auf ein altes und ungewisses gerächte. Unterdessenhat man dieses von langen zeiten her als eine warhaffte Historie ge-landet, und wird auch in der Römischen kirche den i ? aug. das te-Uuni LlluMrioni-^-ria: celebrirek, welches manzwar heutiges lagesvon ihrer Himmelfahrt verstehet, wicwol einige zweifeln, ob Nichtdie alten das wart sM-imi-, bloß von ihrem tod und aufnehmung ih-rer seele in den Himmel verstanden haben. Vor dem 6lcn i-cuio ge,schiebet dieses festes keine Meldung, und bezeuget Nicephorus, daßzuerst der Kayser Mauritius dasselbe eingesetzt habe. Im übrigensind sowol von dem ort als von der zeit ihres lobes unterschiedeneMeinungen, und halten etliche dafür,daß sie mit Johanne undMa-riaMagbalena sich nachEvhesus begeben,allwo sie in einem sehr ho.hen alter gestorben sey.Andern aber kömt wahrscheinlicher vor,daßsie bald nach der auferstehung Christi zu Jerusalem dieses zeitli-che gesegnet, und diese wollen solches daraus schliesset,, weil nachder sichtbaren ausgiessung des Heil. Geistes ihrer niemals in derschrifft gedacht wird, da sie dann auch diesen frühzeitigen tod als ei-ne sonderbare wohlthat Gottes billig hat ansehen müssen, sintemalsie dadurch den trüdsalcn und Verfolgungen, welche bald darauf diekirche zu Jerusalem betroffen, ist entrissen worden. Man hat end-lich auch kein bedencken getragen,dieser hochgelebten juugsrau eini-ge briefe beyzulegen, als einen anJgnalium,ben anderuan die stadtMessina, und den dritten an die stadt Florentz i» Italien . Allein,daß selbige erdichtet, ist heutiges lages bey den gelehrten ausge-macht,und ob gleich einJcsuit,Melchior Jnchoferus,flch unterstan-den hat, in einer besondern schrisstt-pillulL u. virgini^^na:tzn-nil» vcnc.iz vin^icarr genannt, zu behaupten,daß der briefan dieMeßinenser warhafftig von der iungfrau Maria geschrieben, hat erdoch s-lbst zuRom wenig beyfall erlanget,und istgezwungen worden,dieses buch in etwas zu ändern,und unter diesem titul: -s-
R. Virginis klari«: all jaciUneiii:,? conjceiakio plurimis rLkionibu; öe
vcrnlimiUcnciiiüKi!! locuplc.-, heraus zu geben, darinnen er nicht soschlechterdings es behauptet,sondern nur als eine wahrscheinliche fa-che vorstellet, wiewol, so fern man denen Naudäanis glauben bey-mcssen soll, hat Jnchoferus selbst von dieser fache nichts gehalten.
i v. 27, i'cci. c. 11. i v. 18. c. II v. n leg. c. ,1
v. i, 2, Z lcq-j. c. 19 v. 2;, rS> 27 - c.; v.,2,
in ckron, THsse»«« in orsc. cle NLkivitStc Ooinmi. OZ-Wosso«,«- in ^ok.Inrm. 21. k^rcli 78. orar. 11 cls ciurmirions
in cliron. Lä^oSEin gnnsl.libro lle öcipara. ii-tEÄr«- in virg K.Virginis jvlz-
ri.-e. V'-Ä-FM in vira iilLria.'virginis. in cakaloAg
iLnöiorum. mcmoirez x>nur wrvir L I' Inltuiie
tom. l p. 97 lc^. in Lnnsl. poütico-eccleügll. p. 71 ii,^. r>.
p. ;8> i-q. Lbrilli, Naari-r, öc ss pofioioruni
r, b. in collice s^>ocr) glio 01. 1. ^>. lcgg. ^
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Römische Raystrin.
Maria von Aragonien / eine tochker Sanctii II König vonAragonien und Navarra , und wlttweOrdonii,Königs vonLcon,wurde eine gemahlin des Kanfers Ottvnis III, welcher zu ende desIN i'cculi regierte,und soll,wie insgemein erzählet wird, eines eben soschändlichen todes,als ihr leben war, gestorben seyn; gestalt sie sich
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einen jungen menschen in weibs-kleidern zu halten pflegte, mildemsie Unzucht trieb,welcher aber hernach verrathendes ehedruchs über'zeugt, und lebendig verbrannt wurde. Nichts destoweniqer soll dieKayserin in ihrem liederlichen leben noch immer fortgefahren semiund einen jungen Grafen von Ladron dahin zu bereden gesucht d»!ben,daß er ihr in ihrem unzüchtigen begehren zu willen seyn möchteAllem vieler schlug derKayserin ansinnen großmüthig ab,worauf lleihn eben verteidigen schändlichen that beschuldigte,d-.e er nicht bauebegehen wollen. Der Kayser glaubte ihr, und gav alsobald befebl,ohne unternichung der fache dem Grafen den kopff abzuschlagenDarauf ?ra.-ll:,u,ite sich dieGräsin,welcher ihr gemahl vor seincm iodden gantzen Handel entdecket hatte, vor den, Kayser, als er, „achart der damaligenRegenten in Jtalien,aufemer grossen ebene nahebey Piacenza geeichte hielt,und begehrte von ihm,ohne sich kund mgeben,recht und gerechtigkcit wider die an ihrem ehemamie verübleMordthat. Als nun Otto alsbald versprach, ihr nach der Mrffeder ge,ätze recht zu verschaffen, zeigte sie den kopff des Grafen vor,welchen pc von einem ihrer diener, der ihn unter dem mantel hieltnahm, und bewiese sofort, daß selbst der Kayjer der mörder wärewelcher ihren ehemann ungerechter weise tödten lassen,dabey erbotsie sich dieses durch eine feuer-prode zu erweisen, und zu solchemen.de ein glüend eisen in den Händen zu halten. Der Kayser willigtedarein, und wurde also ein glüend eisen gebracht, welches sie nahm,und so lange, als es der Kayser begehrte, in den Händen hielt, ohnesich im geringsten zu verbrennen. Daraufwandtefiesichzu dem-selben , welcher über dieses lpeL-cui erstaunete, und scheuete sichnicht, seinen eigenen kopffzu fordern, nachdem von ihm über sichselbst gesprochenen urtheil, weiter ja durch diese probe überzeugetseyn könte, daß er der mörder des unschuldigen Grafen wäre. Al-lein endlich »ach vielen cerminen und ver;ögerungen,welche sie demKayser bewilligte, der sich schuldig und des todes würdig erkannte,war sie zufrieden, daß die Kayserin,als welche obgedacbte erschreck-liche verläumdung wider den unschuldigenGcafen erdacht und ans-äe,prenget halle,gestrafft werden möchte, welches auch alsofort ge-schahe, 10,daß sie der Kayser an. 998 lebendig verbrandt zu werbenverdämmere. Böclero aber koint diese erzählung fabelhaffk vor, zu-mal die scribenten der ältesten und dem Kayser Otdoni näch-sten zeiren nichts davon melden.
in Ock. z. Larc/er. cowmcnr. lls
red. tec. 9 Le 1».
Röniginnen in Engellnnd.
Maria / Königin in Engclland, war Henrici VIII tochtecvon seiner ersten gemahlin, Catharinen von Arragonicn. Sie waran.r;iL gebohren, und trassste anfänglich das Unglück ihrer Mut-ter, inmaffen sie ihr vatter nach seiner ehescheidung zugleich ihreserbrechts an die crone verlustig erklären , und ihr den titul einerPrmtzeßin von Wallis nehmen ließ. Weil sie es beständig mit ihrerMutter hielt, und von der alten rellgion nicht weichen wolle, soll derKönig dereinst willens gewesen seyn, sie als eine übelthäterin undwiederspenstige straffen zu lassen, so ihm aber Thomas Trainer aus-geredet. Nach der Annä von Boulen tode i;; 6, nahm sie derKönigzwar wieder zu gnaden an, und gab ihr einen Hofstaat zu, weil siesich vor ihm demüthigte, ihn vor das Haupt der Englischen kirche er-kannte, und ihrer mittler heyrath selbst vor ungültig erklärte; jedochward rhr das recht des geblüts nicht zugestanden, sondern ihr viel-mehr noch in selbigem jähre die kron-folge durch eine Parlaments-sLe abgesprochen. Allein an. 1544, da der König mit dem Kayserin gutes vernehmen getreten war, und demselben versprochen,dieserPnntzeßin ihr recht wieder zuzuwenden , ließ er sie durch eine neueParlaments-»^ aufden fall, daß sein Printz Eduard ohne erbenverstürbe, zur cron-erbin erklären. Als dieser nachgehends zurregie-rung kam, und die reku m-cion mit grossem eifer getrieben wurde,nahm sie sich dcrCatholischen parthey öffentlich jedoch ohne unruhean, und bemühete sich zu erhalten, daß zum wenigsten nicht weitergegangen würde, als unter Hcnrico VIII geschehen war. Ja alsman sie nöthigen wolle, die neue MurZi- anzunehmen, steckte sie sichhinter den Kayser, der sich auch der fache mit ernst annahm, so daßder Hof, wie er sahe, daß nichts bey ihr zu erhalten wäre, immassmsie gar schon dereinst fertig gestanden, wegen des vielen anliegensnach den Niederlanden zu entfliehen, ein äuge zudrücken und lüdenmüsse, daß sie vor sich, jedoch nicht öffentlich, messe lesen ließ. NachEduardi tode wolle ihr zwar aus einem von dem verstorbenen Kö-nige hiitterlasseneisstLssamcnt der Hertzog von Northumcrland mitseinem anhang die kron-folge streitig machen,und war auchJobasiaGray schon vörKönigin ansgeruffcn.Allein sie entgicng demHertzo-ge, der sich gern ihrer pcrsohn bemächtigt hätte, glücklich, begabsich in die provintzen von Vuffolck und Norsvick, da sie viel freundehatte, und führte sich gleich als Königin auf, schrieb auch an dieRäthe zu Londen und begehrte, daß man sie öffentlich solle lassenausrüsten. Ob sie nun wohl von den Londenischen Herren abschlä-gige antwort erhielt, stärckle sie doch indessen ihre partbey gewaltig,und ließ die ausruffung zu Norwich verrichten,worauf, zumahl amversprochene sichcrheit vor die Protestantische religion, die einwoh-ner bemcldter provintzen sich zu ihr schlugen, alle andere länder undstädte meistens vor ste gesinnt wurden,verschiedene Grosse,dienichtbald anfangs ihre parthey ergriffen, vvn dem Hertzoge von Nor«thumcrlaud zu ihr übergicngen,anch von einigen schiffen die aufmpaffen solle», wenn sie etwa nach den Niederlanden entfliehen wol-le, die soldatcn sich in ihre dienste begaben. Da nun vollend, als derHertzog von Northumder!and,dcr ihr mit einer armee entgegen ge-hen wölke, kaum den rücken gewendet, die anwesenden Grossenmeistentbeils sie zu Londen vor Königin ausrufften, auch bemelMHertzog, dessen trouxxe,, meistens verlausten waren, zu Cambridge
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