Band 
Dritter Theil
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Z8o mar

den König Eduardum I von Engelland, und Bianca anfangs anGuidonem, Grafen von Flandern,nachmahls abevan Rudolphumvon Oesterreich, König in Böhmen , vermählt ward. -NachdemMaria mit ihrem gemahl eine geraume zeit in vergnügter ehe gelebthatte, kam sie bey demselben in den verdacht, als ob sie feinen älte-sten söhn, Ludovicum, welchen er mit seiner ersten gemahlen, Jia-bella von Aragonien, gezeugt, mit gisst hingerichtet hatte,und zwarrübrte diese vcrläumdung (eben so wohl alsdie vergifftung selbst )von einem favoriten des Königs, namens Brosse, her, welcherihr, weil sie an seinen vielfältigen boßheiten ein mißfallen bezeugte,biß aufben todfeind war. Nach vielen Widerwärtigkeiten, so siewegen dieser anklage ausstehen müssen, kam ihre Unschuld und derrechte thäter an den tag; da denn dieser gehenckt, sie aber von neuemder vollkommenen gewogenheit des Königs theilhafftig wurde.Nachdem derselbe an. ir86 mit tode abgegangen , blieb sie nochi? oder ro jähr an dem Hofe, und ward von ihrem stieff-sohn, deinKönige Philippo IV, nicht weniger i-est>--<klrl, als wenn sie seineleibliche mutier gewesen wäre. Hernach rcririrte sie sich freywilllgauf ihr leib-gedinge in ber Picardie, brachte daselbst ihr leben mallerhand Übungen der gottseligkeit zu, machte unterschiedene meldestifftungen, und starb endlich zu Paris an. i zri, allwo sie auch inder kirche der Cordeliers begraben ward. kill. tte krsnce

kom. r. ;oy.

Maria von Anjou oder Provence, Königin in Franckreich,'war eine tochter des Königs Ludovici II von Neapolis, und 1404den igten oct. gebobren. Sie wurde in dem ?ten jähre ihres altersan Iohannem, Printzen von Tarento , versprochen, 4 jähr hernachaber dem König Carolo VII in Franckreich, welcher damahls nurnoch Grafvon Ponthieu war,zugesagt, und das beylager an. -422vollzogen. Alsdieser zu der crone kam, wendete sie allen fleiß an ,dcrEngelländischen macht sich zu wiedersehen, und der wüth ihrerschwürigen Unterthanen zu wiederstehen. Man sagt auch, daßfranckreich würde verlohren gegangen seyn, wenn nicht diese tapf-fere vsmc zu einem gleichmäßigen muth ihren gemahl ermunterthätte. Doch der König, als er von der über ihn schwebenden gefahrsich befreyet sahe, machte wenig mehr von seiner gemahlin, und ließsich so gar durch seine msirr-tten einnehmen , daß er mit ihr keinWort mehr reden wolte. Dieses Unglück ertrug sie mit der gröstengedult, und unterließ nicht der crone gute dienste zu leisten. Als die.ser Printz an. 1461 gestorben, ordnete sie, daß in ir cavellen ebenso mel Priester unterhalten werden sollten , damit alle stundendestages, vor den König gebettet werden möchte. Zu Bourges stiff-tere sie spitäler, und starb an. 146; den asten novcmber, unterandern kindern Ludovicum, der nachmahls unter dem namen deS

XI zu dem throne gelanget , nach sich lassend, Kill. tte

Lksr. VIII. irisn/ie/ek. ckron. kill. <ls krrnce.

Maria / eine gemahlin des Königs von Franckreich, Ludovici

XII , und eine tochter Henrici VII , Königs von Engelland, wel-

cher sie mit Elisabeth , einer tochter des Königs Eduardi IV, ge-zeugel hatte. Sie war zwar alldereitin ihrerkindheit anden Prin.tzen, welcher hernach unter dem namen Carvli V den Kayserlichenthron bestieg, versprochen worden. Dessen ungeachtet brachte esLudewig von Longueville, welcher in der schlacht bey Guinegastvon den Engclländern war gefangen worden, dahin, daß sie als einpfand des zwischen beyden nationen geschlossenen friedens, Ludo-vicoXII zugeführt, und zu ausgang des jahrs r;i4an ihn ver-mählt , auch zu Rheims gecrönt ward. Allein wie sie nur 18, hin-gegen ihr gemahl, der schon zwey mal verheyrathet gewesen, 55jähr alt war; also beförderten die »retten, so er ihr zu erweisensich bemühte, gar bald seinen todt, welcher den iten jan.an. i;i;erfolgte. Sie war nicht, wie man anfangs glaubte, von ihmschwanger worden, und der folgende König, Franciscus I, welcherbey Ludovici XII leb-zeiten bloß durch das staats-incereill war ver-hindert worden, einer heffligen liebe, so er wegen ihrer sonderbarenschönhcit auf sie gemorsten, bey sich räum zu geben, ließ nunmebroeben dieses staals-mrcreill sich bewegen, ihr zu verstatten, daß siewenig monate nach ihres ersten gemahls tödtlichen Hintritt sich anihren alten liebhaber, Carolum Branden, Hertzog von «suffolck,vermählte. Ihr bruder, der König Hcnricus VlII, billichteglcichsallsdiese hevrath, weil Brandon sein liebster ll-vorir war,und also kani sie noch in dem gedachten jähr 1; 1; nach Engellandzurück. Daselbst lebte sie mit dem titul einer cruecn vurllkcll. oderKöniain-Hertzogin biß an. , da sie imjunio mit tode abqieng,und zu Edmundbury begraben ward. (sibe Suffolck.) ( Caro«lus Brandon.) kill. tte kisncs 105 ». L. 894. He

kill. tt'itnzler. tom. I.

Maria von Medicis, Königs Heinrichs IV in Franckreich ge-mahlin,war eine tochter des Groß-Hertzogs von FlorentzFrancisci.Jetzbemeldter König bevrathete sie an.iöoowb er sie gleich ehemalsin vertrauen gegen den Hertzog von Sully, unter denjenigen Prin-tzeßinnengenennet, die er nicht verlangte, weil ihnen ihr hauß nichtedel genug,und das andencken der Catharina von Medicis allzuver-haßt war. Allein seine ^Knitter, darunter sich vornehmlich Silleriund 6'Ossat dieses Handels annahmen, beredeten ihn doch endlichdazu, und trieben die «ach halb wider stimm willen so weit, daß ernicht mehr zurück konte. Also ward diese Printzeßin Köniain inFranckreich. Aber sie machte ihrem gemahl schlechtes vergnügen.Denn sie war voller eifersucht, und gab den verhaßten Vorstellungenihrer Jtaliäner zu vielen platz. Daber lebte sie in stäter Uneinigkeitmit ihrem gemahl, die bisweilen nur auf etliche tage beygelegt,sonst aber beständig unterhalten ward. Gleichwohl vertraute ihrder König an. 1610, da er in den krieg geben wolte, die Verwaltungdes Reichs bey seiner Abwesenheit. Es waren einige, die wegen

war

der ermordung des Königs einigen verdacht aufsie warffen, theilswegen jetzt- erwehnter eifersucht, theils, weil sie mir dem Hof vonSpanien , dem an diesem tov viel gelegen war, bißher stäts gehei-mes Verständniß gehabt. Zum wenigsten ließ sie sich über sein ab.sterben sehr bald trösten, vermuthlich darum, weil sie das reaimentan sich ziehen wolle, und also was anders zu thun hatte, als zu trau.ren. Sie erhielt auch ihren zweck durch Vorschub einiger Grossenwurcklich, daß sie zurvormundm des jungen Königsgemacht ward,ungeachtet die Printzen vom geblüt auch gern daran theil gehabthatten,die aber eben damals abwesend waren.Es wird aber ihr reai.ment von denFrantzosen nicht sonderlich gepriesen. Sie machte,daßder Hof die staats-regeln des verstvrbenenKönigs von Unterdrückungder Oesterreichischen macht fahren ließ, und mit «Spanien bald an-fangs in gutes vernehmen und genaue Vereinigung trat. Sie unter-hielt zwischen den Grossen allerhand Widerwillen, damit sie ihrdashefft der regierung desto eher lassen musten, woraus eine lanqe zeitnach einander innerliche unruhen folgten. Hiernächst verscheuchesieden qesammleten jchatz des verstorbenen Königs, der wohl nützli.cher hätte mögen angewendet werden, in den ersten jähren an ihrefreunde oder an diejenigen, die ihr gefährlich zu seyn schienen. Indem allen aber ließ sie sich lediglich durch den Marschall von Ancreund dessen frau leiten,welche nach art der Italiänischen künste,allesvoll mißtrauen machten,hin und wieder stück-weiß anschlage faßten,aus welchen aber nichts gantzes herauskam, und es durch ihren ei-gen,mk dahin brachten, daß die Reqentin sonst nichts zu thun hatte,als hin und wieder iöcher zuzustopffenchie von ihr und ihren creatu.ren zuerst waren gerissen worden.Als der König 1614 die regierungselbst antrat, behielt sie dennoch das hefft in den Händen, inmaffensie ihren söhn bey dieser gelegenheit öffentlich eine red halten ließ,darinnen er sie bat,sich des regiments noch ferner anzunehmen. Indieser gemalt,dabey Maria den König von denen Reichs.geschafften

immer entfernete,blieb sie,biß 1617,da desKönigs lieblingLuines Lie-sen Herrn dergestalt gegen seine mutier aufbrachte,daß er den Mar-schall von Ancre ermorden ließ, ihr selbst ihre bisherige leib - wachenahm, undjonst so unfreundlich mit ihr verfuhr, daß sie endlich ihreenlfermmg von demhofselber suchen muste.Bey demabschied durßtesie nicht ein wort mit dem König sprechen, als was vorher abgeredlwar,und so ward sie nach Dlois qebracht, allwo man sie in einer artvon weirläufftiger gefangenschafft hielt. Sie fand aber mitte! durchhulffdesHertzogs vonEpernon von dar an. 1619 zu entkommen,undwiewohl der Hof gleich damahls mit ihr einen vergleich machte,wolte sie doch aus mißtrauen gegen ttel.«ine; nicht zumKönige kom-men, ließ sich auch mit einigen mißvergnügten Herren so weit ein,daß es a. > 6 rc- darüber zu einem abermaligen krieg kam,in welchemihr aber die .Königlichen so gejchwind über den halß kamen, daß sie,nachdem ihr Pont tt- Ce mit gemalt war genommen worden,froh seyn muste, einen neuen verglich zn erhalten. Von dieser zeitan, und da sonderlich der eonner-K ette Ruines indessen gestorbenwar, galt sie wieder bey Hof, ließ aber nicht nach allerhand Verwir-rungen vorzunehmen, dadurch sie zuletzt gantz unglücklich ward.Denn sie nahm sich vor, den Cardinal Richelieu zu stürtzen, an des-sen erhehtliig sie doch allein ursach war, und zu dem end machte siemit ihrem jüngsten söhn dem Hertzog von Orleans und der regte,renden Königin parthie. Sie brachte es mich würcklich dahin, daßihr der König versprach, den Cardinal von Hof zu schaffen. Weil sieaber daseist'» nicht vollend ausschmiedete, und den König alleinließssandRichelleu gelegenheit sich wieder bey ihm einzuschmeicheln,wodurch sie genöthigt ward, sich aus den schein wieder mit ihm zuversöhnen. Jedoch, wie sie noch immer hoffte ihn zu stürtzen, so ar.bettete der Cardinal zu seiner Versicherung liuumehroernstlich anih-rem fall, der erfolgte, als sich der Hof i 6 ;o zu Compiegne aufhielt,dabin sie demselben gefolgt war. Denn da Richelieu in dem Kö-niglichen Ralh vorgestellt, chaßcs nöthig sey, die verwittibke Köni-gin von dein Hof zu entfernen, weil sie lauter unru he in dem Reichanrichtete, rechte der König unverhofft von Compiegne weg,verbotihr z» folgen, undließ sie daselbst unter der obsicht des Marschallsvon Etrees. Man handelte hernach lang mit ihr über den ort, derihr zu ihrem auffenthalt vergönnt werden solte, und dieser Verzugbrachte siez» derverzweisselten entschliessung, daß sie gar aus demReich und nach Flandern ging. Dazu sahe der Hof durch die ßn-ger, weil Richelieu eben dieses suchte, baß sie Franckreich gleichsamvon sich selbst verlassen solte. Sie blieb bey den Spaniern etwasüber 7 iahr, und lebte von einem lahr -qeld, so ihr dieselben gaben.Mittlerzeit bemühte sie sich auf das äusserste auch mit fast unanstän«diger demüthigung vordem Cardinal,ihre rückkehr zu erlangen, abervergeblich, weil der Cardinal sonderlich durch die unter ihrem na-men wider ihn ausgegebene schriffccn gar zu sehr war erbittertworden, auch ihr in der that gar zu harte bedingnussen vorschlüge;worunter diese nicht die geringste war, daß sie ihm drey ihrer vor«nehmsien bedienten, und unter diesen vornemlich den bekandten -i-Morques, sonsten der Abt von 8 . Germain genannt, welcher diemeiste der obgemeldin stacheüchten schrifften verfertiget, vor allendinqen ausliefern «olte;man that inFranckreich,alswen» man nichtsmehr von ihr wüste.Weilspanien indessen mitFranckreich in offen-baren krieg verfiel,zog sie an. i 6;8 zu ihrem schwieger-söhn,Carolo I,nach Engelland, mit der Hoffnung, in diesemcm-zien land ihrenvertrag leichter zu machen,zumal, da ihr Richelieu versprochenhat-te , man wolle sie ihrer einkünffte aus Franckreich gen essen lassen,wenn sie sich nichk bey den feinden der crone aufvielte. Aber dasgeschahe nicht,unv von den Spaniern ward ihr bisheriges jabr-geldauch eingezogen. In Engelland traf sie lauter elend an, wegen derinnerlichen unruben, darein ihr schwieger-sobn verwickelt war, undnach etliche» jähren muste sie derselbe auch gehen heißen, weil dieEngelländer solches ausdrücklich forderten, unter dem vorwand,daß durch ihren auffenthalt in diesem Reich die religion in gef-M

käme.