Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

Z8L niar

gefallen sich wider ihre lands-ltute und bluts- verwandte in kein ge-recht einlassen wölken- Daher schickte sie abermals einige Abge-sandte ab, um mit ihnen zu rractiren. Allein der Grafvon ArgusundIacobStuart,welchem der angethane schimpff sehr nahe grenz,da sie den getroffenen vergleich gebrochen, wollen ihr nicht mehrtrauen,nnd als sie merckten,daß sie nur so viel zeit suchte, wie sie ihrearmee wieder zurück über denFirth bringen möchte,forderten sie,daßße ihre besatzung aus Perth hinweg nehmen solle. AIs sie dieses zuthun sich weigerte,belagerten sie die stavt und eroberten selbige durcheine freywillige übergab, worauf sie die bürger und obrigkeitlichePersonen darinnen wiederum in den vorigen stand setzten. Nach-dem sie auch vernommen, daß die Regentin willens wäre, Sterlmzu überrumpeln, und ihnen dell paß über den Firrh abzuschneiden,ramm der Grafvon Argile und Jacob Stuart ihr zuvor,und rctor.wirten gedachten ort ausgleiche weife,wie sie auch zuLmlithgow undan andern orten mehr thaten, weil die Frantzosen und der RegentmvLtionsi-trouxpen vor ihnen flohen,so,daß sie nachEdenburg kamen,aüwo der protestirende Adel; tag lang gewartet hatte, daselbst diekirchen von allen zeichen derPäblichen Verehrung lareten, und Pro-testirende Prediger einsetzten. Als nun mittlerweil der Konig mFranckreich/Henricus ll, dieses zeitliche gesegnet,vermehrte solchesderSchottländer freude, verrinaerte aber ihren fleiß und eyfer, so,daß das volck sich wiederum nach seinen eigenen geschäfften zerftrene-te. Dieser gelegenheit suchte sich die Regentin zu bedienen, undmarschirte nach Edenburg, den Adel daselbst zu überfallen. Alleines wurde durch Vermittlung des Hertzogs von Hamilton, und desGrafen von Morton aufetlicheinonat ein stillstand unter gewissenbedingungen geschlossen, welche sie besser hielt, als sie vorhin gethanhatte. Inzwischen erweckte der gemeint Pöbel einigen lärmen, undsprengte aus, als ob die Protestanten unter dem deckmantel der reli-gion nichts anders stichten, als die rechtmäßigeKömglichelinie aus-zutilgen,brngegen Jacobum, des verstorbenen Königs bastard, aufden thron zu erheben. Dieses nöthigte denselbiam darzuthun,daß er sich weder in Worten noch wercken wider den König, die Re-gentin oder Reichs-gesetze versündigt hättessondern daß er nebst demAdel, da sie die religwn zu retörm>-en sich unternommen, dißfallsauf nichts anders, als allein auf die ehre Gottes zielten, ohne derenverleugnung sievon ihrem unter nehmen nicht ablassen kdntenzwürdeman ihnen aber die retormarion der religion ungehindert verstatten,so solle man sehen,daß er und andere,dte man jetzo vor rebellen hiel-te, in allen andern stücken sich aufdas gehorsamste und getreuste be-zeugen würden. Inzwischen kamen noch roso Frantzosen zu Leithan, gleichwie auch der Grafvon Arran,des Hertzogs vonHamiltonsöhn, nachdem er denen von dem Hertzog von Guise und dem Cardi-nal vonLothtingen ihm gelegten stricken entgangen war, als welche indemParlament zu Paris aufdie religivns-änderung hefftig geschol-ten, und zur gnüge zu verstehen gegeben, was sie wider ihn in demschild führten. Seine freunde riechen ihm dannenhero sich ausdem staub zu machen; welches er auch that,sich zu den «.ekormEi-i>ur schlug,und seinen vatter dergleichen zu thun beredete.Die Fran-tzosen bevestigten «rüttelst Leith, richteten ihre Magazinen darinnenauf, und Dresse,einRitter des ordens 8 .MichaeliS,kam mit zo°oFrantzosen, dem Bischofs von Amiens , und ; r>°Äoritzu§ von derSorbonne hinüber,derRegentin beydes mit gemalt und gelehrstim,keil wider die Nekorm-rores beyzustehen , dadurch sie auch muthigwurde,daß sie schwur,sich nunmehro zu rächen. Die Französischen Herren wandten vor, daß sie, als Abgesandte kämen, und begehr-ten von demAdel audientz;welcher ihnen aber diese scharffe antwortsagen ließ, daß sie ihr land mit gemalt angefallen, und die Regentinden aufgerichteten vergleich gebrochen hätte,da sie die einheimischenausLeith verjaget, fremde anderen stelle hingesetzt, und den ort be-vestiget, um die nation unter ihr tyrannisches joch zu bringen.Die-se antwort wurde von der Versammlung ohngefehr einen monat her-nach bcstättiget, welche zugleich dieRegentin ersuchte, von solchemverfahren abzustehen, die vcstungs-wercke niederzureissen, die frein,den fortzuschaffen und gleichfalls die n-rionsi-rrouppen abzudancken;oder, wo sie sich dessen weigern würde, wollen sie es vor ein gewisseszeichen kalten, daß sie vorhätte, die n-rion in sclaverey zu bringen,welches sie aber möglichster Massen zu verhindern suchen würden.Allein nachdem sie einen widrigen bescheid darauf ertheilet, versetz-ten die Ständedenr; oct. wiederum, daß sie nunmehro zur gnügesähen,wie sie dem wahren gottesdienst, dem allgemeinen besten desvatterlands und der gemeinen freyheit aufdas höchste zuwider wa-rezdamit nun solches alles erhalten werden möchte, wollen sie ihrin des Königs und der Königin namen die öffentliche vmvaltnngdes regiments, die sie in ihrem eignen namen zu führen sich unter-stünde, verbotten haben,gestalt sie nunmehro völlig überzeugt wä-ren , daß alles ihr thun ihnen und dem gemeinen besten des ReichSzuwider liesse; im übrigen wie sie von ihr vor keinen Reichs - rathLlilmirt würden,also wollen sie auch selbige nicht mehr vor ihreRe-entin erkennen, nachdem ihr regiment, welches ihr etwa vonen Printzen anvertraut worden seyn möchte, von ihnen im namender Printzen, deren gebohrne Reichs-Räthe sie wären, abgeschaffetund aufgehoben wordenzweil sie auch entschlossen wären,obgemeld-te stadt in den vorigen stand zu setzen, so wolle man sie aus r-hEersuchet haben,sich wegzumachen,diejenigen, welche sich Abgesand-te nennten, fortzuschaffen, und ihnen zu verbieten, daß sie sich nichtin ihre fachen mengen möchten,auch ihre um lohn gemiethete solda-ten abzudancken, als deren leben sie gerne verschonen wollen,so wolin ansehung der alten freundschaffl, als der neugestiffteten s»> 3 »cemitFranckrcjch.Zu eben derselbigen zeit brachte ihr der Herold Nach-richt,es wäre in völliger Versammlung der edlen und gemeinen be-schlossen worden, daß, weil sie sähen, wie alle ihre Worte,wercke nndanschlüge aus lauter tyranney zielten,krafft eines gemachten und nn-

mar

terfchriehenen llcer«« ihre »morikät abgeschaffet, und ihr veMmseyn solle, sich in staats-sachen mehr zu mischen, biß die Stände ei-ne allgemeine Versammlung gehalten hätten, welche sie, so bald esnur möglich wäre,zusammen deruffen wolten;denn wie siedieStän.de,zur Regentingemacht, also wollen auch selbige ihr solche smo.rirat und gemalt wiederum abnehmen. Als sie nun hierauf alleSchotten ermähnet hatten, von Leith abzuziehen, fingen sich dirscharmutzel aufbeyden,feiten anzallein sie wurden durch einiger Per-sonen verrätherey und anderer zagheit, worunter insonderheit dirHertzog von Chakelleraut war,wie auch durch den geld-mangel, dadie aufruhnschen soldaten nicht bezahlet werden kunten, an ihremzwecke sehr gehindert. Solches aber kam daher, daß ihnen dermuntz.stempel gestohlen worden, weswegen sie den 6 »uvcraeur zuBerwick um eine kleine summa gelbes ansprechen liessen, ihnen da-mit in ihrer noth zu hulffe zu kommen,welches unterweges durch denGrafen vonBothwell,so auf derRegentin feite war, weggenommenworden. Desgleichen hatten sie auch einige unglückliche scharmü-tzel mit den Frantzosen,welcheaber doch zuletzt durch denGrafen vonArran und Jacobum Stuart geschlagen wurden. Doch weil vielvon ihnen llelercirren, rcloivirte sich der Adel Nach Sterling zu mar-fchiereN/Und als Joh.Knor ihnen durch eine predig! einen mulh zu-gesprochen, entschlossen sie sich in ansehung dessen,daß die Regentinnoch immerfort von Franckreich verstärckt wurde,dieKönigiWisa-beth um hulffe anzusprechen, so ihnen auch, wiewol erst nach einemlangen streit,verwilliget wurde. Daraufzertheilte sich dcr prvtesti,rende Adel, so daß einige in die westliche gegend und andere nachFife sich begaben, ihre freunde zu beschützen. Die Frantzosen aberundCakbolischen marschierten auf die letzten !oß,und plünderten dasland unterweges; allein Kirkaldy von Gränze erlegte eine parcheyvon ihnen. Mittlerweile richteten die Protestirende» mit derKöm-ginElisabetb ein bündnißausund dieFrantzosen machten sich durchihre gewaltthatigkeit und räubere» bey den Schottischen batholi-cken verbasst,verliessen sich aber auffrische hülffs-völcker ausFranck-reich, und bezeugten sich nicht als freunde, sondern als ihre üdcr-winder. Der Grafvon Martigues kam auch mit mehr Frantzostnan; der Marquis von Eibeufaber,der Regentin bruder,zog mit sei-ner iriguL-tr- wieder zurück, aus furcht vor derEngelländischen flot-te, welche verhinderte,daß kein Proviant nach Leith kommen kunte.Nachdem nun üooo mann zu fuß und 2000 zu roß aus Enqellandangelanget, vereinigten sich selbige disseitdes Firth Mit demSchott-ländischen Adel,und rückten nach Leith zu; die Regentin übernahmihre zuflucht aufdas schloß zu Edenburg. John Erskin von Dun einbeständiger Protestant, welcher von den Ständen zum 6 nuvcr>,surüber das schloß gemacht worden, nahm selbige auf, wiewol in demargwohn, daß vielleicht die Frantzosen das schloß unvermuthsl zuüberfallen willens seyn möchten, war aber besorget, beydes dasschloß und sie unter seinem commsnUo zu beschützen. Damit indes-sen die wLiconrcmen ihrer seits nichts unterlassen möchten, waszum frieden dienlich seyn konte,schrieben sie abermal andieRegentin,und ersuchten sie aufs neue, daß sie doch die Frantzosen, welche dasland verheerte»,und sie unter ihre sclaverey zu bringen gewillct schie-nen, fortschaffen möchte, mit beygefügter erinnerung, daß, ob sichwohl die Königin inEngelland ihrer fache angenommen, und ihnenhülffe zugeschicket hätte,sie dennoch lieber aller gewaltlhätigkeilent-übriget seyn wollen; daher sie seidige aufs neue demüthigst bäten,dißfalls nach billigkeit zu handeln, sie dabey versichernd, daß die Kö-nigin in Engelland dieFrantzösischen soldaten auf ihrer flotte wiede-rum nachFranckreich führen würdessolte aber dieses anerbieten ver-worffen werden,so liessen sie Gott und menschen zu zeugen an, daßsie die Waffen aus blosser noth ergriffen,um ihren und ihrer nachkom-men ruin von sich abzuwenden; fönst solle sie keine gesahr, sie sey sogroß als sie wolle,woferne selbige nicht auf den Untergang ihrer al-ten freyheit zielte, von ihrer Königin oder dem Könige, ihrem ge-mahl, abwendig machen. Dieses schreiben war zu Dalkeithdengapril an. i? 6 o 6 Lt,'rt. Nach diesem ereigneten sich viel-encomr-n,mit ungleichem ausgange. Den4may wurde die stadt-«^imetnnd fturm-ieilern an die mauern gesetzttallein die belagerer wurdenmit einem Verlust von 160 man» zurück geschlagen. Die Regentin,als sie aufchem schlösse zu Edenburg selbige ltgen sehen, soll gewun-scher haben, daß alle selber mit dergleichen tapezerey bekleidet seynmöchten. Nachgehends hatten die Frantzosen kein glück mehr»wie denn auch dieRegentin den njul. an. i;üo auf dem schlösse zuEdenburg dieses zeitliche gesegnete,welche auf derer Guisen und ih-rer andern um sich habenden creaturen einrathen viel dinge vorge-nomen,welche auseine offenbare tyranney zielten.Einige von ihnenund insonderheitMartigues,hatten vor der belagerung gerathen,da»gantze land umLeith herum zu verheeren und zu plündern, und we-der der Catholischen noch Protestanten zu verschonen. i-rBroffe»brieft wurden aufgefangen, worinnen selbiger gerathen,daß manden gantzen Schottischen Adel niedermachen, und ihre Häuser mitFrantzösischen cüraßirern besetzen möchte,um ihre Vasallen und Un-terthanen in dem zäum zu halten. Ja, der Bischoffvvn Annen»wolle nicht allein den Protestirenden Adel,sondern auch alle Mem-nigen ohne unterscheid, welche nicht willens wären, der Franko!«-scheuparthey beyzustehen,aus dem wege geräumek haben; imonder-heil aber ermähnte er die soldaten,WiuiamMaitland,einen sehr ge-lehrten Edelmann, welcher den Sorbontsten mit seinen bewein-gründen für die Reformirtr religion hefftig widerstund, je eher >elieber hinzurichten, woraufdcrseidige seine zuflucht in das Schotti-sche lager nahm. Allein bald »ach der Regentin tob wurde einfriede geschloffen,da denn die Frantzosen Schottland verliessen, un-ter der bedingungr daßLeith übergeben,und die vestungs-wcrcke nie-dergerissen werden sollen; desgleichen, baß die Schottländische Kö-nigin Maria,mit bewilligung ihres gemahls Francistieine M der