Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

Z84 mar

möchte / Malt der gantze Calholische Adel samt der Gursischen L-«>on ihm / als dem vornehmsten patron der religions-änderung /sehr gchäßig war. Gordon/ Graf von Huntlv/ das Haupt der Ca-tholischcn / hatte sich vorgenommen/ die Königin / da sie durch dienördliche gegcnd reiste / aufzufangen / und sie an einen seiner söhnezu vermählen/ und zwar/ wie man davor hält/ nach gehaltenerheimlicher abrede mit deroselden vettern / dem Cardinal und Her»tzoge von Guise; allein es grenz ihm sein anschlag nicht an / gestalter von der Königin natürlichem bruder Iacobo/Grafcn von Mur»ray/geschlagen wurde. An. i;64kam der Grasvvn Lemiox auSFranckreich zurück / und wurde wieder in seinen vorigen stand ge»setzt. Deßgleichen kam auch sein söhn Henricus aus Engelland /und wurde der Königin von Wchottlanv k»vor,t. als die schönstemanns-pcrsohn zu seinerzeit/ so daß man gar von einer hcyrathzwischen ihnen beyden schwatzte/ eS wäre dann / daß die KöniginElisabeth nicht darein willigte/ woran aber der adei gar nichtzweiffelte/weji beydes er und sie der Königin Elisabeth gleichmäßigverwandt waren / und selbige es auch über dieses gerne sehen wür-de/ daß ihre base durch eine so ungleiche heyrach gedemüthiget/undalso hierdurch sich über ihre Nachbarn zu erheben abgehalten wer-den möchte. Allein der unglückselige Handel des David Rizio ver-derbte alles: denn nachdem dersclbige aus einem Italiänischen mu«sicanten zum Staats-^-.«-^-'!« gemacht worden / und also bey derKönigin rn höchsten gnaden stund / unternahm er sich/ die hcyrathvor sich selbst / wider den willen und sinn der Engeüänder / undohne der Schottländer Wohlgefallen zu sttfften. Denn er sahe wol/daß wenn diese Vermählung mit öffentlicher bewtlligung der Slän»de vollzogen werden solle/ er aus dem sattel gehoben und die Re-form» te religion/ wider der Gmsen absicht / auf festen fuß gestclletwerden würde. Diesem nach machte er Henriro Vttiarlo / so da-mals zum Lord Darnly und Hertzog von Rothsay gemacht wor-den/ weiß / daß er allein ursach wäre / daß die Königin ein äugeauf ihn geworffen hätte; brachte sich also seine gunst zuwege / underweckte in ihm einen baß wider den Grasen von Murray / weicherdoch in der that am ersten dcn raih gab/ daß Henmus Sluart ausEngelland nach Hause gnuffen werden möchte/ und auch in so weitseinen willen in die heyrath schon gegeben hatte / woferne der Köni-gin Elisabeth conlen-, darzu erhalten/ und die religion darbe» insichern stand gefttzetwerden könlc. Nichtsdestoweniger brachte Ni-zio der Königin und Hcnrico Stuarlo aantz andere gedaiicken vvndem Murray bey / daß er nemlich sich ihrer beyderseits zu bemäch-tige»/ und sie gefangen zu nehmen vorhätte. Also wurden sie den 23fül.an.i 564 mit einander vermählet/und des nächstfolgenden kageszu Edenbura als König und Königin öffemlich ausgeruffen. Diesesnun verdroß nicht nur den adcl / sondern auch den gemeinen manngar hefftig / als welche sich darüber/ als über eine öffentliche tyran-ney/ beklagten/ daß man ohne ihre bewtlligung einen König mach.te. Daher» Menrirtcn sich die vornehmsten des adcls /und als sienach hofebcruffen wurdrn/woltcn sie nichtkommen/ worauf bey»de Partheyen die Waffen ergriffen. Da aber die Hamiltons willenswaren / das Haupt ihres gcschlechts auf den thron zu erheben/ undden König nebst der Königin zu nisNscr-ren / hatte der übrige Adcleinen abschcu hieran/ und berief sich sonderlich in einer conkc-enraus die ihrer vorfahren / daß die verborgene fehler der Für-sten verhehlet / diezwciffclhafften zum besten ausgelegt/ und ihreöffentliche gebrechen/ so ferne/ alt sie nicht den ruin des gemeinenWesens nach sich zögen / mit gedult ertragen werben wüsten. Da sienun unter sich selbst uneinig waren/kunten sie leicht gcdämpffct wer-den / wobey Rizio den verschlag that/ daß man ihre guterreu solkc/ und daß die Königin etliche von den vornehmsten desAdels hinrichten lassen / und eine von auSIänbern haltenmöchte. Indem aber dieses Rizio ansehen täglich wuchs / erlosch inder Königin zimlichcr Massen die liebe gegen ihren gemahl/ welcherauf des Rizio cinralhen unter einem gewissen vorwande von Hoseweggeschickt wurde. Deßgleichen setzte die Königin in allen öffentli-chen schafften oder patenten ihren »amen vor ihres gemahls seinen/und Rizio Miste mit einem «isernen sieget des Königs namcn aufdie prnc!»llisrMnes drucken / welcher inzwischen mitten in dem här-testen minier nebst einem kleinen gefolgt an einen weil emserntcnvrt geschickt worden. Wie nun also die Königin dem Rizio gar zuunfehlbare zeichen einer gegen ihm tragenden sonderbarenan den tag legte / und der König den ärgerlichen Umgang / den siemit einander hatten / gar leicht merckcn kunte/ so entschloß er sich/diesen bnbcn aus dem wegc zu räumen. Zu solchem ende versöhnteer sich mit dem Adel / welchen die Königin aus des Rizio einralhcnin der nächsten Versammlung in dre acht zu erklären willens war/ungeachtet ihr die Krantzösische und Englische Abgesandten das gc-gentbcil riechen / indem sie vorher sahen / was für traurige folgendiese fache haben würde; allein Rizio war so hochmmblg worden/daß als dieKöiiigrn tnSchotiland einstens eine bricfvö derKöntgininEnyelland laß/worinen selbige ihr in diesem Handel eine heilsamerath ertheilet / er sie nicht weiter fortleftn lassen wolle / vorgebende/daß sie schon genug davon gelesen hätte. Nachdem der König undder mißvergnügte Adel einige aufRtzlo tob zielende aritcul unter-schrieben / und der König sich selbst vor dieses wcrcks Urheber be-kannt und unterzeichnet hatte/ grenzen sie in derKöntgin gemachhinein/ als sie nebst der Gräfin von Argilc/ihrcr natürlichen schwc-ster/ und dem offterwehnten Rizio des abends tafel hielt/ und höhl-ten den letztem mit qcwalt heraus / da er dann von ihre» dienernmit vielen wunden ermordet wurde / wiewohl wider des AdelS ab-sicht / gestalt sie willens waren / ihn öffemlich aushencken zu lassen.Da sich nun daraus ein tumiilr erhub / und den bürgern die Ursa-che dessen unbekannt war/ kamen sie Haussen .weise auf das schloß

mar

gelauffen / allwv der König aus dem finster zu ihnen redete/ Mihnen sagte / daß so wohl er als die Königin noch in gutem zustan-deffich befänden / Rizio aber aus seinen befchl hingerichtet wordenwäre/ woraus sie wiederum weggiengen. Da dieses geschehen/schalt die Königin auf Patrick Ruve»/ welcher zunächst dem Kö-nige mit in rhr gemach kommen war; allein derseldrge sagte ihr insgesichte rund heraus / daß sie in öffentlichen angelcgenheiien/ wo-ran des Reichs wohlfarth himge/ den Adel und nicht verlaustemkeris um rath zu fragen hätte; gestalt die Schotten nicht durch denwillen eines einigen menschen/ sondern nach ihren gesätzen/ undnach dem willen des Adels regieret werden mästen. Hierauf stelltesie sich / als wenn sie wider diese antwort nichts einzuwenden hät-te / biß die leibwacht sich vereiniget hatte. Alsdann gierig siedurch beystandeiniger von dem Cacholtschen Adelsort/ nahmden König mit gewalr mit sich/ und brachte es dahin/ daßcrsichvon der an Rizio begangenen Mordthat ausschlicssen / hinge-gen wider alle diejenigen/ so damit zu thun gehabt / eineciamscion heraus geben muste / worauf einige von den gemei-nen gestrafft wurden / da immittelst die grössten fimd vornehm-sten sich aus dem wege machten. Ferner ließ sie auch den Rizio indas Königliche dcgrädniß legen/ ihren gemahl aber hielt sie nichtallein sehr verächtlich / sondern bedrohte ihn auch mit allerley har-ten werten. Da nun diese zerrüttung ein wenig gestillet war/ka-men die beyden Grasen von Ärgste und Murray wiederum in gna-den/ und die Königin gedahr den ly jun. einen Printzm / so nach-gehends Iacodus V I gmmnet wurde. Gleichwie sie aber dißhcrowenig merckmahle einer gebührenden Hochachtung gegen ihrem ge-mäht von sich spüren lassen / also verachtete sie nun / da ihre fachenin einem etwas bessern zustand sich zu finden degnnten/ denselbenmehr / als zuvor je geschehen/ und versagte ihm alle eheliche psttchl/da unterdessen Jacob Herburn / Gras von Bokdwcll / ihr Hertz be-saß/ und alles regierte/ wie sie denn auch sich mit ihm heimlich aufdas schloß Alway begab/ da immmelsst der König sich nach Ber-lin -erir-me. Daraufwar sie bemühet / sich von diesem scheiden zulassen/ als sie aber sahe / daß solches nicht angehen wolle/ wurdeein anschlag gemacht/ den König hinzurichten/woistimm sich Boch-wcll als das vornehmste wrrckzeug den lo jedr. i;6/ gebrauchenließ. Nichtsdestoweniger aber wurde durch eine polnische llst alleschuld dieser Mordthat auf den Grasen von Morton und Murraygeschoben/ welchen letzter» Bolhwell aus dem wege zu räumen sichentschloß. Als der Gras von Leniivr/ des Königs valer / wie auchsonstjedermann Bothwclln anklagte/ und der an dem Könige ver-übten Mordthat beschuldigte/ vertheidigte sich selbiger dargegmvor einem unrechtmäßigen geeichte. Nachgehcnds machte er ge-schwind mit der Kömgin hcyrath fort/ stellte sich / als ob er sichderselben mit gcwalt bemächtigte / und führte sie also mit sich hin-weg/ worausder Adel zu ihr schickte/ und sie aus seinen bändenzu erlösen versprach; allein sie wolle solche erlösung ntcht annehmm/sondern Bolhwell erhielt von ihr wegen feiner cmsichrmig und mihr begangenen gewaltthärigkeit/ wie auch für alle seine andere bv-se thaten (worunter des Königs mord / obwohl nicht ausdrücklichbmamek/begriffen war) Zwar wurde ihmwegender schci-dling von seuier ersten gemablin einigeschwürigkeit gemach!/ erhalffsich aber dadurch / daß ihn dieselbe vor einem deßwegen ange-stellten gerlchte des chcdruchs beschuldigen und anklagen musste. Andieser Vermählung hatte iederman einen solchen abfcheu / daß käuausländischer Abgesandter seidige mit seiner gegenwart beehrenwolle. Als nun der Adel sahe/ daß der junge König in gefahr war/beschloß er lhit iilit gcsammtcr Hand zu beschützen / daßeS hier-durch zu einer offenbahren ruxru» kam/ undcm krieg entstund/woriunen Bothwell geschlagen / und die Königin gefangen wurde.Da es nun mit Bothwclln so mißllch stund / und selbiger der Kö-nigin gewöhnliche lelchtsinmgkcit erwegie/ schickte er «um von sei»»eil vertrautesten dlcnern aus das schloß Edeudurg / ihm von M>ncnein kässtlcinzu holen/ woriunen alle vonchrerluve

und dem Kömgs.mord unter der Königin eigener Hand m miendritten emhalien waren / die zwar Bothwell auf der Komgin be-seht/ so bald er sie gelesen / verbrennen sollen/ aber mit stm aufge-hoben hatte / weil er meyrtte/ man könte ihm dißfals nichtdklM'men / so lange er zu erweisen vermöchte/ daß die Königin darantheil hätte. Allein da der Louvcrnem des schloffes dem Adel M»zu wlstcn gethan haue / nahmen sie den boten samt dem kast.lcm hin-weg / und kamen also hinter den gantzcn Handel. Nach duM rede-ten ihr die Stände zu / daß sie ihre fache von BothwrllS seiner «o-sondern / und mit selbigem/ als dem Mörder ihres gemahls/ M»mehr zu schaffen haben solle / versprachen dabey / wofern 1>e AM»thäte / ihr treu und gehorsam zn verbleiben; allein da sie sich deß nweigerte/ wurde sie letztlich gezwungen/ die regierung ihrem jung »Printzm zu übergeben / welchen) sie die vornemsten dcS Adel» »n.1567 zu Louvcio.urr oder Hofmeistern zuordnete. Ihr natMiMbruder abcr/dcr Graf von Mnrray/wnrdc nach seiner zunmuMaus Franckreich zum Regenten erwählet. Im folgenden pariamwurde der KöntM fache untersucht / und durch die auMaiWitnbriefe öffentlich erwiesen / daß lhr gemahl auf ihr ansirfflen ermol-det worden. Hieraus nun wollen zwar einige/daß man sie Mder höchsten schärffc der gesätzen abstraffen sötte; allein man MWendlich clnmüihltzlich / daß fie deßhalven nur aus ewig gefangei! gl-icht werden solle. Wie sie nun nachgchends aus ihrer gewahr!« »centflohen war / ergriff ihre parthey die Waffen / wurde aber w «>-derbarlichcr weise geschlagen/ worauf sie ihre zufiucht m Engen« anahm / von wannen Elisabeth einige abgeordnete in Schotn»»"schickte/ um von der Kömgin Maria fache völlige und gewillen«^richt einzuziehen/ weiche sie auch dermaßen erhielt/ daß sie von

Schvl!'