Z86 mak mar
aber theils durch ihre wiederspenstigkeit und Hochmuth gereitzer,als die ihme die Vertilgung ihres geschlechts und seine geringe her,kunffr ohne unterlaß vorwarss, theils auch aus anstifften und aufdie vielfältige verläumdungen seiner schwester Salome, endlichselbige 726 hinrichten ließ. ( sitze Herodeö und Salome.)
Mariane / ein-oionie auf einem theile der insul Corsica, wel-che ihren namen von C. Mario, einem berühmten RömischenBürgermeister, bekommen hat, war ein Bischöflicher sitz , deutErtz-Bischoffe von Genua gehörig. Sie war hiebevor sehr großund volckreich, ligt an einem kleinen mitten hindurch lauffendenflusse, ist aber anjetzo gantz ruiniret» und wird daher» Rövine ll>Mariana genennet, sintemal nichts mehr davon übrig ist , alsallein die dom-kirchc, welche kein dach hat. Der Büchofliche sitzwurde an. 157; nach Bastia verleget. ceL-r--. geogr.
snligU.
Mariana/ (Johannes) ei» berühmter Spanischer Jesuit -war zu Talavera in der llioeccs von Toledo gebohren, und begab sichan. 1554m dem i7ten jähr seines alters in die lociskä-c JEsu. Bißhieher hatte erzu Alcala vor sich studiert/ hieraufaber that er sich jemehr und mehr hervor / so, daß man ihn mit recht vor einen der er«fahrensten leute in der Itieviogic, den hum»niv?>buz. der geistlichenund weltlichen Historie / wie auch in der Griechischen und Lateini-schen spräche halten konte- Seine obern schickten ihn an. 156tnach Rom / daselbst die Ideologie zu lehren. Von bannen begaber sich nach Sicilien / und kam endlich an. 1569 nach Paris / allwöer 5 jähr Thomam von AquiNo erklärte. Weil es aber seine gesnnd-heit nicht zu lassen wolle/ sich länger daselbst aufzuhalten/ und ,olcheschwere ltt>lli»zu er-eUren, schickte man ihn an. 1574 nachrspaniettzurück / dä er dann zU Töledo sein übriges leben zugebracht / undsolches daselbst an. 1624 den i?ten febr. in dem 87sten jähr seinesalters beschlossen/ wiewohl andere mit dieser zahl nicht übereinkommen. Die inguiütioo bediente sich seiner in den wichtigsten ver-richlungen/und zeigte er in allen seinen geschafften nicht wenig klug-heit. Indem er sich aber etwas zu frey aufführte / und in seinemtrÄÄLk llc moncrck mutLrione eines Und das andere enldeckte/welcheSschnür stracks wieder die Spanische Ministers liess/ und sonderlichden Hertzog von Lerma beleidigte, auch vv« dem Könige PhilippsIII nicht undeutlich zu verstehen gab / daß er ein fauler und zur ,e-gierung ungeschickter Herr wäre / muste Mariana ins gefängnißgehen / daraus er aber nach einer jahres frist wiederum befreyetworden. Diese schriffi aber hatte bey weitem nicht so viel zu bedeu-ten / als seine andere / die er lle rege öc rcgis inkicutione geschrieben -und mit vielen ^pproberionibiu zu Toledo an. 1598 heraus gege-ben. Denn darinnen gibt er gisst- schwerdt und feuev/ und alleandere mörderische Waffen den ausrührijchen Unterthanen widergecrönte Häupter in die Hand / wann diese etwas tyrannisches aus-geübet zu haben scheinen. Es wurde auch deßwegen dieses buch zuParis aus beseht des Parlaments verbrannt / absonderlich/ weilman nicht undeutlich sahe/ daß darinnen die Mordthat des KönigsHenrici III in Franckreich gebilliget worden. Wiewohl man üb-rigens ohne gründ vorgegeben ,, daß Navaillac durch lesung diesesbüchs sich zu ermordung des Königs Henrici I V verleiten lassen.Die schrifft/welche man unter dem titul llelZovi-rno lle t» comp»ni»lle in dem gefängniß bey ihm soll gefunden haben / machtegleichfalls nicht wenig aufsehen / indem er darinnen die fehler sei-nes ordens / sowohl die in dessen erster einrichtung begangen wor-den/ als die hernach eiugerissene mißbräuche/ sehr nachdrücklichvorstellet«, wiewohlen gar nicht in dem absehen/ dem ordcn dadurchzu schaden- sonderen lediglich / damit solchen zu mehreren, bestenund aufnahm desselben, möchte gesteuret / und abgeholffen werden.Es wurde auch solche bey zelten in Franckreich, Teutschland undItalien ausgebreitet. Und merckt man an / daß des Pabsts UrbantVIII beicht-vater/ Flbravantt, ein Jesuit/ als ihm solches zu gestehtgekommen / überlaut ausgeruffen: es wäre Nutt um die Jesuiten geschehen. Der Jesuiten -General erhielt endlich / daß es an. is; rverdammt wurde. Im übrigen behaupten die Jesuiten / daß Ma-riana selbiges nicht verfertiget / sondern daß es von ihren feindenunter dessen Namen in die Welt geschickt worden sey. Es ist solchesvöllig in dem aten komo des Klei-cure ßcliullgue, der zuGcnffiSzoheraus gekommen- zu befinden/ lind zwar beydes Spannisch, in wel-cher sprach Mariana diese schrifft verfasset hatte / und dann auchin einer Frantzösischen Übersetzung. Ausser gedachten schrifftenfindet man von ihm eine Historie von Spanien in zo bücherii/ dieman in der Mayntzer ellirion von an 1605 zusammen haben kau.Er schrieb sie zu erst in Lateinischer spracht/ übersetzte sie aber nach-gehends in das Svannische / darbe» er sich der freyheit gebrauchet,dem buche zum öfftern eine gantz andere gestalt zu geben. Der an-hang davon ist nur ein gar kurtzer begriffvon den geschichtet, seinerzeit - indem er sich nicht getrauet / andere durch unpartheyische er,zehlunqen wieder sich aufzubringen. Es hat ein gewisser »mor Pe-dro Mantuano / »llverrenri»; ä I» Iiillvri» lle Juan lle Mariana ge-schrieben/ zu Mayland 1611 in 4m heraus gegeben, auch solchevor dem druck/ dem Mariana zu lesen überschickt- der sich aberdazu nicht zeit nehmen wollen. Sonsten hat man auch von ihmlle pviiüeriblis öc menluriz 1., Noten über das alte testament; theo-logische Und historische tractate, als (i)lle»llvemuk. ^»eokl »poüvli
io lllisi>»ni»m ; (2) pro ellirinoc vulgär» 88. biblloruw ; (;)rlcspcLr»culiz; (4)llellie morris Lkriki öc »nno ; (5) lle snnir-,r»8umcum »nniz nollriz compgrstis; (6) lle motte Üc >mmott,Iit»ie. Ex
hat auch von Luca Tudensi und einigen andern einige sthrifften mitanmerckungen heraus gegeben. Einige legen ihm auch den tractat:
lle rcpubUc» ciUritli»n», bey. Thom/u TLom»/»- lle in vir» üc
spol.xro F-rz-o»,«, an. 68«. Sc
lcripk. soc. ffef. Lcöoee«, 6c bibl. kllisp. Scc. Locke
L-r-'o/. memor»8. ecclesi lec. 17.1. 2. c. 26. * °
Marianischer Ritter - Orden / ( sitze Teutsche Ordens-Ritter.)
Martanes/ ein gewisses gebürge in Spanien , so unter demNamen Sierra Morena bekannt ist, erstreckt sich von morgen ge-gen abend - zwischen den flüssen Guadiana und Guadalquivir , bißan das äusserste theil von Estremadura . Der theil davon, sooft,warts liget,wird l.»s k 4 »v»s äe i'oiol» genannt, und die p»u»ge ?u.crro tv!ur»ci»i. Dieser ort ist wegen der Niederlage berühmt, welchedie Maurer daselbst von Alphonso IV dem edlen erlitten.
Marianus / ( Scotus ) von Schottland , darinnen er an.io28 gebohren worden, beygenamet, wiewohl andere ihn vor einenJrrländer ausgeben, reiste an. ,052 in Deutschland , und lehrte zuRegenspurg die kn»rhem»t,c und die heilige schrifft. Er nahm an.1058 zu Cölln einen Mönchs-Hadit an, begab sich das nächftfol-gende iahrin die Abtey zu Fulde - und blieb darinnen biß an.1069.Er schrieb eine Historie von der gebnrt Christi biß an. 108;, darin-nen er Cassiodorb folget, und starb zu Mayntz an. ic>86,indem58sten jahre seines alters. Gedachte Historie wurde vonDodechinsconcinuiret. Man legt Mariano auch noch andere schrifften bey,
als nvrilikm imperil Kamsni, comrnenc»zios in ps»Ueiii>'eßium , und
andere. Aus seiner Historie kan man vieles in dem Eufebio, Casfto-boro, Beda und andern »istorici ; verbessern, weil Marianus zu dersinnigen gute gebrauchet. Ein gewisser Engelländer schriebwieder ihn c»lcul»ricmem lle univerläli remporc. «je vir.
jllullr.
Maribs / ist der beste ort auf der Dänischen insul Laland,anewemsee gelegen. Ehemals ist das allda befindlicheNonnen-Klvfter«Lt. Brigitlä, wovon heutiges tages nur die rucler» «och zu sehensind, in grossem rUff gewesen.
Mariemont / ( sihe Marieitbuvg im Hennegau .)
Mnrienburg/ lat.^»r-cnb- 7 g», eine Cbur-FürstlicheBerg-stadt in Meisse»/ in dem ertz-gebürgischen kreise nahe beyAnnaderg,welche um das jähr 1519 öder 2, von dem Hcrtzoge Heinrich zuSachsen angelegt worden. Sie ligt gar lustig und auf einem frucht-baren boden. Ausser den Häusern - welche gemeiniglich gantz or-dentlich gebauet sind, verdienen absonderlich die schöne kirche undrathhanß gesehen zu werden. Der marckt ist auch so wohl angele-get, daß man aufdessen Mittel-punct durch alle gasten und die vierhaupt-lhore sehen kan. Die reiche silber-gruben haben der stadl denansang gegeben, und selbige in grosses aufnehmen gebracht; wieman denn rechnet , daß allda an. ,54c- auf ein einig quartal11)262 si. zur ausbeute gefallen, ivleiinilcli.i»nll-unci bc/Z-
ckrcm. - buch. 2 e» 7 e»'. rojiogr. L»x. 5 upcr. 127.
X»««/. prall?. - 4 iln.
Marienberg / eine Benedictiner-Abtey auf einem berge istTyrol, an der Ersch.
Marienbörtt / ein Lutherisches fraulein-stifft in demHertzog-thum Magdeburg , unweit Sommerfchenburg.
Marienbroil / ein gewesenes kloster in der Graffchaffl Jsen-burg in der Weltera», hat ehemahls im Hang vor Büdingen ge-standen, wohin GrafLudwig von Jscnbnrg a». 1 26a einige güiervermacht. Weil es aber daselbst an einem unbequemen ort gelegenwar, und wegen der höhe Mangel an Wasser halte, ist Hang zn einemkirchspiel und bof-gut gemacht, das kloster aber nach Marienbronmit verwilligung desPabsts verlegt, und zum beqräbniß derGrafellvon Jfendurg verordnet worden, worzu man es auch noch jetzo ge-braucht. betcbr. tictll
Marienbrunn / ein vornehmes Capuciner-kloster in Unter-Oesterreich, zwischen Stein und Crems.
Marienbttrg / eine kleine aber veste stadt in den Niederlan-den , an den gräntzen von Hennegau und Luremburg, drey Meilenvon Cbimay und sechs von Mons, hat ihren namen von Mariavon Oesterreich , Königin in Ungarn und 6ouven>»min der Nie-derlande , welche sie an. 154L erbauen ließ, bekommen- Sie ligkzwischen zwey kleinen flüssen so vortheilhaffrig, daß sie vor unüber-windlich gehalten wurde. Allein an. 1559 eroberten sie dieFrantzo-stn, die es zwar an Spanien wiederum abtraten, doch kraffl des,9te» arriculs von dem Pyrenäischen frieden an. 1659 sie wiederbekamen , wiewohl alle torc>llc»r,o»e, in dem vorigen kriege niedergerissen worden. Sonsten ligt auch in Lothringen eine kleine beve-stigte stadt, berg-schloß und herrschafft Mariemont, ober Mnen-burg, 7 mcilen von Nancy , zwischen dem Linder-und Garder-see-
rvpoßr. circui. LurZlioll. p»g. 2!o.
Marienburg/ eine Pohlnische stadt mit einem vesten schloß,in dem Pohluischen Preussen an dem flusse Nogat gelegen. Mansagt, daß vor alters allhier ein torr gestanden, welches hernach a»-1281 die erbauunq der stadt veranlasset, welche von einem gewMwunderthäcigen Marien-bildt ihren namen bekommen haben soll.L-ie war vor diesem der vornehmste sitz der Ritter des TetilWNordens, und soll von ihnen erbauet worden seyn. An. 146° wurdesie von dem Könige in Pohlen Casimiro erobert- Die Schweden nahmen sie an. 1626 etn, und abermals an. 165 5; allein sie wurdenachgchends dem Könige von Pohlen wiederum abgetretien. M-ricnburg führt den titul einer Woywodschaffl. lull. eo>-
L 7 /rroi/o^ci»-, <7«ül-r7. lletcr. ?ol. 2kr/. betciir. boblcn.
Märienburg / eine kleine stadt nebst einem schlösse in M pro-vintz Letten in Heiland,an einem kleinen see, zehenischwedliche Mei-len von Wolmer gegen Osten,welches 170a die Moscowiltck erovenund weMbrgimt haben.
Marien«