Band 
Dritter Theil
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z88 mar

Marillac/ ist elneAdeliche familie in Auvrrgne, welche vielgrosse leute hervorgebracht. Bertrandus von Marillac lebte in demI 4 lecuio, und hatte mit seiner gemahlin Susanna von Lastic unterandern kindernSebastianum gezeuget.Diestr wurde ein vaterPetri,welcher Gilbertum von Marillac,Herrn von 8. Genest, von >- Mo-thehermant und Ricon nach sich gelassen. Er wurde zum Gouver-neur von Montpenfler ernennet, und leistete dem Hause Bourbongute dienste. Seine gemahlin,Margaretha Genest,gebahr ihm nebstGilberto II von Marillac, Baron von Porsac, einem 8ecrersric>Ca-roli von Bourbon, connecsbies von Franckreich, Gabrielem, Gene-ral-Advocaten bey dem Parlament zu Paris , welcher ein gelehrtermann gewesen, und an. i?er gestorben; Carolum, Ertz-Bischoffvon Vienne ; Iulianum von Marillac, »»«linLiren Krregs-com.milQrium; Bertrandum, Bischosszu Rennes, sonn. 157; das zeit-liche gesegnet; und endlich Wilhelmum von Marillac, Herrn vonFerneres , Staats'Rath , Loncrolleur.cLnersi und ober aussehetüber die sinantzen. Dieser war der einige unter seinen brüdern,welcher daS geschlecht fortgesetzet. Von feinen söhnen pflantzte al-lein der mittelste, Michael das geschlecht fort, der älteste aber Ca-rolas ein Parlamenls-Rach,und Ludovicus, Marschall vonFranck-reich, von dem ein besonderer artickel, sind ohne leibeS-erdeu abge-gangen.Michael vonMarillac, welcher wie gedacht,den stamm fort-geführet, bekleidete die stelle eines siegel-bewahrers, und vermähltesich an. 1; 87 mit Margaretha Barbara lle is Forterie, und nachderen tod, so an. r6oo erfolget, mit Maria, von 8. Germain , derHinterbliebenen wittwe Amelots, eines ?r«ü6smen nux cnc;uL,es.Die erste gemahlin gebahr ihm unter andern an. 1588 Renatumvon Marillac,welcherRequetenmeister worden, und in Languedoc an. 1621 gestorben, Michaelem II von Marillac hinterlassend.Die-ser wurde gleichfalls Requetenmeister, und nachqehends Staats-Rath. Er hatte von seiner gemahlin, Johanna Potier, unter an«dern kindern Renatum II von Marillac, Herrn von Ollainville,vonAttichi, rc. welcher sich an. 16Ü4 mit Maria ^Bochart, einer loch-tet Francisci, Herrn von Saron, vermählet, und mit ihr verschie-dene kinder gezeuget. Dieser Herr ist Parlaments-Rath rastcc-ll-zLequere8, inrcnäLnr von Poitu und letstlich Königlicher Staacs-Rath worden, und erst an. l7i9im8istenjahrseinesalters gestor-ben. Seine kinder waren Michael, so aber noch vor ihm an. 1S9?und ohne erben,als Königlicher Advocat beym Chatelet verstorben.2 Johann Marquis äc Marillac, Obrister über das regiment vonLanguedoc , Brigadier der Königlichen armeen, und Qouv-i-n-urvon Dcthune, büssete an. 1704 in der schlacht bey Hochstätt sein le-ben ein, ohne von seiner erst im vorigen jähr geheyratheten gemah-lin Maria Francoise cie Beauvilleurs, einer tochter Francisci Her-tzvgs von 8. Aignan , kinder zu hinterlassen, und ; Jeanne Made-laine, welche im dec. 1689 mit Rene Armand, Marquis cie is Fa-yetle getrauet worden- *

Marillac/ ( Carolus von ) Ertz-Bischoffvon Vienne , war einsöhn Gilberti von Marillac, gebohren in Auvergne um das jähri;io. Nachdem er guten gründ in den studier, geleget, wurde erzum advocaten ernennet, allwo er sich durch seine gclehrsamkeit undberedsamkeit bey demKönig Francisco I in Hochachtung gesetzt, aberzugleich den neid vieler anderer über den Hals gezogen. Mankonte nicht anders an ihn kommen,als daß man ihn beschuldigte, erwäre heimlich einHugenott,weil er dereinst von der kirchen-reform--tion allzu frey geredet-Damit er nlin der inguillkion entgehen möch-te, entschloß er sich mit demFrantzösischen ambstL-tcur cie l» Forestnach Constantinopel zu geben. Als daselbst gedachter Forest gestor-ben, nahm er die -mb-tQ-ie über sich, und verrichtete selbige so wol,daß ihmhicraufverschiedene andere nach Teutschland, Engellandund in a^ere Reiche abgetragen, und er in staats-aLtten gar sehrgebraucht worden. Zu bclohnung seiner guten dienste machte ihnder König an. i <; 4 > zum gehcimden Rath und gab ihm die Abtey zu8.Peter ödnweil Melun, dachte ihm auch die stelle einesRequeten-meisters zu.Nach diesem wurde er zu demBißthumVannesinBrei-tagne befördert,und a.i z c z war er mit unter den clepurinen, welcheauf Frantzösischer feite mit den Spaniern zu Grävelingen den frie-den abhandeln sotten. Inzwischen starb der Ertz-Bischoff vonVien-ne,da dann Marillac die erledigte stelle bekam. Ais hieraufder still-stand, welcher zu Grävelingen geschlossen worden, von Franckreichgebrochen wurde,vertheidigte er diese crone durch ein m3njLK.Au.i-;So wurde znFontainebleau einezusammenkunft angestellet,dabeyMarillac eine unvergleichliche rede hielt,in weicherer unter anderndie zusamenberuffung eines nsrion-i concili , und derStände riethe.Allein hierüber setzte er sich bey derGuisischen varthey, die ihn sonstunterstützt, in grossen baß, und weil er wol sahe, daß er mit allenfeinen guten anschlügen nichts ausrichten konte, auch bey dem ver-fahren, so man mit dem Printzen von Conde vornahm,seiner eignenperson halben in grossebesorgniß gerieth,verfiel er darüberinso tief-ste traurigkeit,daß er davon den r dec. selbigen jahrs in seiner Abteyzu Melun starb. Einige geben vor, er habe gisst genommen,und an-dre , er sey heimlich im bette erwürget worden. Er war ein hoch-verständiger ehrlicher mann, der sich aber in die Hof- schmeiche-leyeN durchaus Nicht schicken konte. kill. krsncilci

II p. zr! Icqq. L üe illlbi.llisns.

Marillac/(Ludovicus von) Marschall in Franckreich, warWilvclmi söhn, 1572 oder 157; gebohren. Sein vater hatte ihmnicht viel Mittel gelassen, er war aber doch so glücklich,daß er durchseine gute gestalt, geschicklichkeit in allerhand leibes.übrmgen, undsonderlich durch den Vorschub desMarquis ll-Coeuvre und derHertzv-gin vonDeaufort seine beförderung einigermassen unterHcnricolVfand, gestalt ihm derselbe eine compagnie von r<-o leichten Pferden

mar

nebst einer Cammer-runcker-stelle gab , ihm auch znm Zoiu-iKme-nsm über eine compagnievon desHertzogs vonAnjouGens-l'Armesmachte. Nach des Königs tod hielt er es mit dieRegentin und demMarschall von Ancre, ward auch an. 1611 undiSiü alsGesandterllachJtalien und Deutschland geschickt. Als nach der ermvrdungdes Marschalls von Ancre dieKönigliche mutier sich derinnerlichenunruhe theilhaffrig machte, schlug sichMariüac auch zu ihr,und warunter den conkmöerirten völckern bey Pont-ös-eeFeld-Marschall.Nach erfolgtem ftieden hub er sich sowvl durch die alte Königin alsdurch den Cardinal Richelieu und seinen eignen bruderMichael der-gestalt, daß er nicht allein die Fcldmarschalls-bedienung unter derKöniglichen armee erhielt, sondern auch von dem König zumGene-ral-Lieulenant über dieBißthümerMetz,Tüll undVerdun gemachtwurde. Er wohnte hernach der belagerung vonRochelle und Pri-vas bey, und ward «.1629 durch der Königlichen Mutter und seinesbruders beförderungMarschall.Jn dieser würde befand er sich is;»bey der Frantzösischen armee in Italien , als Casal entsetzt ward.Bald darauf aber ward er aufKönigl.befehl in gefängliche hasst ge-nommen und nachFranckreich geführt,allwo man ihm durch abson-derliche hierzu verordnete Richter im may 16;r den Proceß machenund den kopff abschlagen ließ. Seine freunde haben vorgegeben,es habe ihn bloß der Cardinal Richelieu , wider welchen er seit eini-gen jähren mit derKöniglichen frau Mutter unterschiedene anschla-ge gemacht, seiner räche aufgeopffert. Andere hingegen behaupten,daß znm wenigsten die wider ihn vorgebrachten beschuldigunaenwegen vielfältiger in seinen bedienungen begangenen Ungerechtig-keiten und Verwahrlosung der Königlichen angelegenheiten, die ersonderlich im Italiänischen kriege, um den Cardinal desto leichterzu stürtzen,gehindert, nicht ohne gründ gewesen. Dv will auch vonseinen Verdiensten nicht durchgehends wol geurtheilet werden,indemman ihm zwar in turnieren und leibs-übungen eine besondere ge-schicklichkeit, in wahren krieges-verrichtungen hingegen weder ver-stand noch hertzhafftigkeit genug zugestehet,gestalt er sich denn, son-derlich in der belagerung von Röchelte, gar schlecht soll aufgeführthaben, auch in dem treffen bey Ponk-lle Ce, da er auf feiten derKönigin das Ober-comrnrnllogehabt nach dem zeugniß beyder thei-len die anstatt, welche er gemacht, so schlimm gewesen,daß sie nichtschlimmer hätte seyn können. Es wird dannenhcro der erlangteMarschalls-stab nicht so wol für eine belohnung feiner dienste, alsfür eine von der alten Königin und seinem bruder erzwungene fa-che angesehen. So schreiben auch einige, daß Henricus IV gar we-nig auf ihn gehalten, und ihm zuweilen seine Verachtung deutlichmercken lassen. Er hatte sich in ein Fräulein aus der alten Köni-gin ihrem frauenzimmer,die mit dem Hause Medicis verwandtwar, verheyrathet, dadurch er sich des beystandes der gedachtenKö-nigin versicherte. Seine frau starb, ohne kinder von ihm zu haben,währenden seines arrests für Verdruß. L/s-

«voLs, als LvFsW/L^s. tritt, siez otllcicrz chc.

oblervst/lur Is vie öc Is conäcmirrrioir llc tvlsrillsc, *

Marimont/einKönigliches lust-schloß in der Niederländischenprovintz Hennegau, an dem fluß Haine, anderthalb weile vonBinch,welches die schwester des Kaysers Caroli V, Maria,verwitt-wereKönigin vonllngern, undoonvernLmin von den Niederlanden ,aufbauen und nach ihrem namen nennen lassen. Der König vonFranckreich, Henricus II, Keß es an. i;;4 in die asche legen, weilnicht lange zuvor die Niederländische rroupM mit seinem schloßFolembray, in der Picardie zwischen Noyon und Laon , eben alsoumgegangen waren. MK. c!e kcsnce tom. r p. !0A0.

Marinella/ oder Marmelli/ ( Lucrelia ) eine VmttiamscheDame, hat sich durch ihre geleorsamkeit bekannt gemacht, und un-ter andern schrissren 12 nobjlitä e I' ecccllenss llelle ctonnc con lillilkbrci e mLncsciienri cie ZU Iruomini, hexglls gegeben, darinnen siezu behaupten sucht, daß das weibliche geschlecht dem männlichenin der geschicklichkeit nicht nur gleich komme, sondern auch sel-biges weit übertreffe. Es ist solches an. iüc>i zu Venedig in 4 ge-druckt worden.

Marmello/ (Johannes) ein berühmter Italiänischer Kl-Lder im r sien L-uio sehr bekandl gewesen, und über den ttippo--3teiu Überhaupt und dessen 3pkc>ritm»r einen columenrsrium ver«:rtigt, wie auch andere trE^te vom fieber und von der pest, und lcicclicinc psrrinenri sUe ivkccmicL «Lila Darme verfertiget

Marims/ ( Bonifacius) war von Genua gebürtig,und lebte1 ende des i;ten Lcuii. Er hatte den rühm eines Philossphi uns

iuterließ : Nvrum cie coatullone IjnAULrurn öc librumcts secrclii kis->13:, Zo/ir'E tcric. rtells I-igur. p.6^.

Marinis/ (Donato Antonio von) ein Rechts-gelehrter,gebür-g von Giongano aus dem Königreich Neapolis, war Regent deriömglichen cantzeley, und starb an.iüüs in dem ersten jähr seines

fers. Seine schNfftM find t rstolurionum juris romus i L: r;co>-K. silez. rllult. jurirc. vbiervsr. sct ctecif. refcrr. kam. >, r öcc.og. ckiiuom. lettersri. bibl. ykeap. p. 74.

Marine»/ (Joh. Baptista ) ein Italiänischer voete, wurde zuleapolis an.i?S9den,8 oct.gebohren.Sein vaterJoh-FranciM»ar einRechts-gelehrter an dem besagten ort, und wolle ihn gleich-ils zu erlernuug dieses Kuctii anhalten, wovor er aber von nalur n-en abschen hatte, gleichwie er im qegentheil eine ungemeine m -ung zu lesung derLamnischen nndJtaliänischen poeten bey sichrnd. Solcher zu folge machte er sich von seinem vater weg, um»egab sich zu demHerrnManzi, dem sriffrer der -csitemi -t-lieselbstnun fieng er an, die schönsten fachen, die hernach Mn anesührt werden, heraus zu geben. Mittelwelle machte er sich aumut verschiedenen vornehmen lenken bekannt, Wd wurde von dem