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cisco I wieder »laubniß nach Franckreich zu gehen, allwo er abervor seine persohn so wenig stcherheit fand / daß er einige jähre her-nach seine zusiucht nach Genfnahm. Daselbst soll er seine Wirthingeschwängert Hader»/ und von dar nach Piemont gegangen seyn/ all-wo er an. 1544 gestorben. Als seine gedachte etwas rar wurden,hat man stein» Haag an. 1700 in zwey voi»m. in 12 zusammendrucken lassen. Man hält ihn vor den erfind» derjenigen arten vonreimen / nach welcher in den gedichten die männliche und »verbucheverse unter einander gemengel werben. Deßgleichen wrrd ihm auchauf gewisse art die erfindung der sonneten und madrigalien zuge-schrieben. Dieses ist nur zu bedauren/daß er so viel unzüchtiges undunreines in seine schrifften eingemenget. Die iPsalmen, die er rnFrantzöststHe verse übersetzet, stnd lange zeit bey den Reformrrlcngebraucht worden, biß endlich der bekannte 8scrLrz,r<: der /»csllem--Conrad / und nach ihme die Genfer kirche felbige zu aus-gang des i7ten lcculi jn einen schönen ckMm gebracht / und diesegantz neue beyihnen eingeführet / welcher seithero viele an-dere Franizöstsche kirchen darin»» gefolget, andere ab»/ als die Jue-derländtsche / wenigst eine namhaffte änderuiig und Verbesserungderen alten Psalmen vorgenommen haben, vein »ohn MichaelMarot bat gleichfalls einige verse verfertiget, r.«
«e«; in chlius virs ixlius opcribus pr«mickä.
Marot / ein Engel ausdem Alcoran; (stheArot.)Marpach / eine Würtemberqische stadt nicht weit von Lnd-wigövurg. Sie ligt am Neck», »vorüber ste eine brücke hat. Ohn-we»t davon geht die Mur in den Necker. Als an. »46, Graf Ulrichvon Würtemberg von dem Churfürsten zu Pfaltz gefangen »vnrde /ließ ihn derselbe nicht eher loß, biß er ic-oooo fl. erlegte / und Mar-pach als ein Psältzisch lehn annahm. Allem an. »z«4 wickelte stchHertzvg Ulrich »vieder davon lvß, als ihm der KayscrMarimilianusdie -xEion wieder den geächteten ChurfürstPhiiivv von derPfaltzauftrug / dein er Maulbrunn / Bestegheim / Löwenstein und andrePlätze abnahm / auch selbige nachgehends behielte. Bey dem un-alüchlichen cxiii«, Hertzvg Ulrichs ab»/fiel au. 1^46 Marpach inKayserliche Hände / doch kam es samt dem gantzen lande wieder anWürtemberg. An. i?94 wurde bey der grausamen pest in Tübin-gen das bof-gericht bieder verlegt / und an. 169 z branbten es dieFrantzosen gar ab. liickor. epkeM. von wittcnbcrg citLris snnis.
PITarpurg / lat. > ist die Hauptstadt eines Für-
ßenthuins an oer Löhn in Hessen / und soll ehedessen von den allenMattiacis Mattium genannt worden seyn. Andre sagen / daß stedem heydnischen adgott Mars zu ehren erbauet worden sey / unddavon ihren namen bekommen. So viel ist gewiß / daß dieser ortlange zeit ein offner flecken gewesen,biß endlich die heilige Elisabeth/Landgräfin in Hesse,,/ gebohrne Königin in Ungarn , zu anfaug desi zten tecuH dahin gekommen / nach welcher zeit ste gar «ehr zuge-nommen. Man findet daselbst unter den geistlichen gedänden diepfarr-kirche, welche mit den Fürstlichen begräbnissen pranget. DieSt.Elisabelhen-kirche, welche von gedachter Landgräfin den naincnhat/ und ihren leib / wie auch vieler andern Grasen verwahret / istein sehr prächtiges gebäude / und befindet stch dabey das Teutscheordens-hauß/ so unten im thal an dein Wasser liqet. Anfangs wurdeder gedachten Elisabeth todter leichnam in eine besondere capellein beyseyn des Kaysers und vieler weltlichen versöhnen versetzet /und stehet das moi-u-ocncüber der erde aufvier höltzerncn füssen /und einem schwachen laden von holtz / auf»vclche ein futteral / soman aufmachen kam gerichtet ist. Es ist gantz und gar, so viel überden» untersten kästen stehet / von geschlagenen» stlber, und durchausübergülder / auch allenthalben mit kostbaren steinen versetzet. Jneben dieses monumcnr ist sie nach der csiionilkrion geleget »vordem;Landgraf Philipp aber hat an. i;?9 die gebeine heraus nehmen,und in einen besonderen ort legen lassen. Man sagt, daß, als die ge-dachte Versetzung der heiligen Elisabeth an. »2,6 geschehen, aufdie,200000 menschen zuMarpurg sich versammlet haben, da denn derKayser.ihr Haupt mit einer güldenen crone gezieret. GedachterLandgrafPhilipp hat an. >527 dasclbstdie univc-llrär gestifftct, de-ren coMgis in den alten klöstern angewiesen worden, und »vclchenoch heul zu tag in sehr gutem stör ist. Es stnd verschiedene Verän-derungen damit vorgegangen , da stch Hessen-Cassel zu der Nefor-mirten rclig on gewendet, wie unter bei»» Worte Giessen init meh-rcrm kan nachgelesen werden. Das allhier befindliche schloß ist sehralt, ,i»»d hat solches Landgraf Wilhelin der jüngere, am 1489 miteinem neuen stial, und Landgraf Ludwig der ältere an. »59» mitschönen back-und brau-bäusern verbessern lassen, Landgraf Mauri-tius endlich vermittelst anlegung einer sehr künstlichen wasser pum-pen, mit »vasser aus der Löhn, sehr reichlich versehen. Nebst diesemschloß ist unter den weltlichen gebauden auch das ratbhauß zu sehe,»/welches an. 1512 aufgerichtet worden. Auf vorgedachtein Teut-schen Hause haben die Ordens-Meister, nachdem ste ihren sitz vonVenedlg dahin verleget, einige zeit und zwar biß an. 1 ;--9 rcllMret,da ste denn ihre restdentz zu Marienvurg in Preussen genommen ,nach der zeit hat hier gememiqlich der Land-Comthur der balle»,Hessen gewöhnet. An.»1 »9 am wnntage LxLuNs wurde von Land-grafPhilipven den» Großmüthigen/die Lutherische religion aufdem Teutschen Hause eingeführet. Unter den merckwürdigkeitenist, daß so wohl an. 1^27 als »529 Unterredungen von der religionallhier find angestellet worden. Nicht wenig» verdienet bemercketzu werden, daß die bürg» daselbst wegen einfülmiiig der Resormir-ten religion einen auflauff erreget, und darinnen die ReformirlenPrediger von dem chor herunter gestürtzet, auch einzge fast zu tobegeschlagen. Im dreystigjährigen kriege, stunde die stadt viel aus,da sich hingegen das schloß gegen die Kayserliche tapffer wehrete,
wie dann sonderlich an. »S46 der General Melander oder Holst-apfel mit blutigem kopfdavvr abziehen muste. ( stheHoltzapfel.)
2-rLxs- in koxaZr. »nzM z>s§. irgg. beickssi!,
dessen. *
Marquartstern / eine an dem fluß Acha in Ober-Bayern , indem Rent-amt München gelegene stadt, nebst einem hohen berq.schlöffe, so der ehemahligen Grafen von Hohm-und Marquart-stein restdentz gewesen, cksmm.
Marquemont / (Dionystus Simon von) Cardinal undErtz-Dischoff zu Lwn , war von Paris gebürtig. Zu ansang derregierung Königs Henri» IV , begleitete er den nachmahligen Car-dinal Jacvbum clu Perron nach Rom , allwo er -lu-Kwr ro»« »vurde.Hierauf gieng er mit von Silleri nach Florentz, wegen
der Vermählung gedachten Königs Henri» IV mit der Maria ll-Medicis zu neg'N'-ren, weswegen ihm der König Ludovicus XIIIan. 1612 das Ertz-Bißthum von Lion gab. Er schickte ihn auchals einen k.-iir-oncii,i^r-/zmv3iiLllcur an den Römischen Hof, allwo»an. 1626 von dem Pabst Urdcmo VIII den Hut bekam. Ausservielen klöstern, die dieser Ertz-B'schoff zu Lwn aufgerichtet, ist son-derlich dieie anordnung merckwürbig, nach welcher einmahl diewoche gewisse Dock«---, in feinem hame zustimmen kämmen, welchesich über den zustand seiner umerhabenden kirchen-öl«--, berath-schlagen musten. Er starb endlich zu Rom an. »6rs indem zssenfahre seines alt»s. ckrick. rir.i.p. Z;6. SE
kick. eccies. 6e I.70N.
Marquest/ (Anna von) eine Nonne in dem klost» zu Pvissi,redete die Griechische und Lateinische spräche, und schrieb einen ar.tigen vcrs. Man bat einige von ihren gedichten an. i;6i herausgegeben. Sie sechsten starb an. i;88. KiKi. t>snc.
bitzi. fcsm. LLre/Ä ckcsr. llcr clsmcs hsvsmcs. c-fl«
Marquis / ( Johannes ) ein klcälcus , war von Coindrieux iürRhone gebürtig, und wurde an. »58; Principal des coiieZü. welchesder Cardinal Bertrand zu Paris gcstifftet. Er war ein grosserfreund von Jnsto Livsto und andern gelehrten Männern, und starban. »625 in dem 72sten jähre feines alters, eine comwuLuon derckion^wssie des Genedrarbi, ch biß auf das jähr iüc-9 gehet/ nachstch lassend. Kick. 6u Oaupkinr,
Marr / ( sthe Mar.)
Marrhamus / (Radulms) ein Augustiner - Mönch, lebteum das jähr »;8o, und verfertigte eine chronicke unter dem titul:
kganipulum ckronicorum.
Marrolim / ( sthe prierias.)
Mars / der Heyden ihr Knegs-Gott, war ein söhn Iovis undJunonis, und bat selbst keine frau gehabt,aber doch hier und da vielunehliche kinder gezeuget. Er wird abgebildet, als wenn er auf ei-nem wagen führe, darzu die Bellona der fuhrmann, Pavor undPastor aber die pferde wären. Er courM«« mit der Venus, weilihn nun einmabls die sonne verrieth, kam ihr man» Vulcanus, undfesselte ste zusammen. Unter den chieren war ihm der wolff, unterden vögeln aber der fpechti p-cus ivurkm- , geheiliget. Weil man zuRom glaubte, daß er des Romuli und Reim vater sey, so hat manihm daselbst viel ehre angethan. Man hielt ihm ein fest den itenjun.exns por»,n c»pcnLm, jngleichcn den iztcn oct. auf dem c-mpo. alltvv »hin ein Pferd aufgeopfert ward. c-me-
M^rkol. 2, 7. »64-
Marsaglia / ein kleiner ort in der Piemontestschen landfchasstSavigliano, zivifchen Pignerol und Turin , an dem fluß Non ge-legen. Er ist durch eine schlachl berühmt worden, welche an.,69; dei»4ten octobr. zwischen der Mitten arm» unter demHer-tzvge von Savonen, und der Frantzöstschen, unter dem Marschall-lsCatinat , in hiesiger gegend vorgegangen, und zwar zum Nachtheilder ersten».
Marsal / ein flecken an dem fluß Seille in Lothringen , z Mei-len von Nanci, »velcher so wohl wegen des Morastes, als auch we-gen der angelegten »verekc sehr veste »st/iindjetzo der cronFrauckrcichgehöret. Der orc wäre schon iin 8tcn lecuin wegen seinen saltz-guel«len berühmt, »nd sührete damahl neben Marsal , auch den namenBodakmm. Er gehörcle theils denen Bilchöffen von Metz , theilsdenen Hertzogen von Lothringen , hiß »in 12km <e-uiv Jacöbus vonLothringen, und zugleich Metzischer BischoffdaS recht seines Hau-ses an Marsal neben seinen übrigen eigenthümlichen güteren demgedachten Vlßtbum Übergabe. Eben dieser Jacobus mngabe an.1240 Marsal mit einer mau», so, daß die stadt von selbiger zeit »in,für die vesteste in Lothringen ist gehalten worden. Obschon die ftltz-guellcn denen Hertzogen von Lothringen zu lohen verliehen ivorden,so bliebe doch die oder-herrlichkeit der stadt allezeit, den Bilchöffenzu Metz , biß Henricus II König in Franckreich sich im »6ten ck-ul»,so wobl von der stadt Metz Meister »nachte, als dem Blßthum zumschutz-herrn ausbrange. Unter diesem vorwand, legten nachmahldie Frantzosen ihre besatzung in Marsal , biß der Lothringische Her«tzog Carl zur zeit der KZu- sich der stadt bemächtiget,auch nachmah-len König Henricus I V in dein sriedens-schluß zu St. Gcrmaincn I^ve ihme solche Überliesse; wie dann Hertzvg Carl auch allesrecht des Mctzischen Dißthnms an Marsal durch einen daß jähr zu-vor getroffenen tausch um so leichter an stch gebracht hatle,weil ebensein söhn der Cardinal Carolus von Lothringen , auch zualcich Dkschosszu Metz war. Als Ludovicus XIII Lothringen einnähme,gienge auch Märst»! über. Es rvard zwar an. »ssi kem HerWCarölo I V »vieder gegeben. Weil er aber bald hernach durch einenförmlichen rrstt-c solches an Franckreich abzutreten versprach, um
sich»