Band 
Dritter Theil
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neu haben die ehre, daß sie allezeit in der cswSe in das lou ve oderin einen andern vallast , darinnen der König sich befindet / fahrenvürffen- Sie sind die fchieds-richter in allen unter dem Frantzosi.scheu Adel entstehenden streitigkeiten. Gleichwie sie aber dem Kö-nig selbst/aus dessen Hand sie den stab / als das zeichen dieser wurdeempfangen / den eyd ablegen/ also sind sie dem Parlament nicht ver-pflichtet / sondern es äepenöiret ihre cksrse gantz allein von der cro»ne/ und kan ihnen ihre gantze lebens-zeit über nicht genommen wer-den/ ob sie wohl der König von der ausübung ihrer amts-vernch-tungen zu loss-eo-llren macht hat. Doch ist es keine erbliche wurde,sondern wird zu Vergeltung guter kriegs-dienste vergeben. Die ge.meine meynung von ihnen ist / daß sie anfänglich der Lonnersbi-rvon Franckreich lucurensnks gewesen, daraus dann folget / daß sienicht allezeit Generals über die armeen gewesen seyn müssen, gestaltauch die conneesl,!» selbst nicht allezeit das höchste comm-nUo überdie Königliche armeen geführet, sondern vielmal nur einen theilvon der Königlichen csvsiierie unter ihrem commLnsto gehabt ha-ben. Nachgehends geschahe es aller erst durch Matthäi von Mont.morency tapfferkeit / welcher unter Philippi Augusti remerung densieg bey Bovines wieder den Kayser Otto und den König vonEngeüand erhielte / daß die clisrxs des conncr-bie die vornehmstewürde in dem gantzcn Königreich wurde. Von solcher zeit an, istihr ansehen aufs höchste gestiegen, so gar, daß nachdem an. 1627 diectis/ge eines Lonnersdle unterdrücket worden / der älteste Marschalldessen stelle vertritt / und eben deßwegen nebst dem Marschaüs-siabein blosses schwerdt in dem waapen führen darff, da hingegen dieandern bloß zwey Marschall-stäbe hinter ihren waapen zu gebrau-chen pflegen. Die anzahl bestund mehrentheils nur in zwey per,oh-ne». Und als Carolus VII deren biß auf vier ernennte / ließ mannach ihme die zahl wiederum biß auf zwey abgehen. Allein Fran-ciscus I / weil er mehrere armeen auf den deinen halten muste, ver-mehrte die zahl von neuen, auf vier, zu denen er hernach in der ver-söhn Francisci von Montmoranci, noch denken thäte. Zurzeitder ligue untersienge sich auch der Hertzog von Majenne,Mar>chal»len von Franckreich zu machen, deren einige Henricus I V, als siesich mit ihme verglichen, in dieser würde bestättigte. Allein nochweit mehr ist die zahl von Ludvvico XIII und XIV vermehretworden; wie dann nur dieser letstere im jähr 170; zwöiffMarschal-len von Aranckreich gemachet hat. n,i"» 6cs oKc. >» couron.

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I^srinirsr. sn. ,721. p. 108. legg. *

Marschall / diese» namen führen unterschiedene alte Adelichefamilien in Tcutschlaod, welche sie von ihren ehemaligen ämternerhalten, und den beynamen von ihren Ritter-sitzen angenommenhaben. In dem Stiffre Basel sind bekannt dieMarschälle vonBasel / welche mit den Marschällen genannt Spendre in demElsaß einerley waapen geführet.

In Schwaben befinden sich ausser den schon längst ausgestor-benen Marschällen von Biberbach und Rählenthal/ die Mar-schälle von pappenheim / inglcichen die Marschälle von Obcrn-dorff und die Marschälle von Derschney / so mit den Thürin-gischen Marschällen von Guttmannshausen einerley waapenhaben.

JnBayernfind dieMarschälle vonStruntzbcrg bekandt,vonwelchen man weiter nichts aufgezeichnet findet.

JnFrancken 6ori,en erstlich dieMarschälle vonEbenet/so mitdem ge,chlecht von Redwitz einerley waapen führen, und an stattChur-Sachsen das Erd-Marfchall-amt in- dem Stiffie Bamberg verwalten. Sie nennen sich auch therls Marschälle undRaveneck.Georg Marschall von Ebeneth ist an. 1505 alS Bischofs zu Bam-berg verstorben. Au anfana des i8kecu>itiorinen Fridrich Chri-stian, Königl. Preußischer Cammer-Herr, und Georg Christoph,Marschall von und zu Ebeneth auf Frenßvorff und Weingartsge-reuth, Marzgräfl. ÄrKvachischer erster geheimder Rath und Ober-Stallmeister , wie auch Ober-Amtmann zu Crailsheim ; ferner dieMarschälle genannt Greifs/ welche die in dem Codurgischen un-weit HUdpurghausen gelegene Ritter-güter Einöth undErlebachvon alten zeiten her besitzen, und dahero auch Marschälle von Er-lebach genennet werden. In 6orKs -liplomsrics wird bey derenstamm-register gemeldet, daß nur der älteste allezeit mit dem Mar,schall-amt belehnet werde. Hans Marschalls genannt Greifs che-frau hat an. i z 6; tausend pfund Heller aufden Hof zu Erlebach vonder Landes-Furstin bewilliget bekommen. Nachgehends ist JobstGabriel a.iüo>;Hauptmann zuCodurg worden. Zu ansang des 18iccuii kiorittenGotlhelffFridrich alsSachsen-Weymaris-geheimderRath, und noch einer dieses geschlechts als geheimder Rath zu Go-tha, und an. 171; Abgesandter an dem Kayserlichen Hof,wegen derlehns-emvsangniß über die Sachsen-Gothaischcn lande. EndlichdieMarschälle von Ostheim im Hennebergischen, welche heut zutag ihren sitz zu Schottenstem in dem Codurgischen haben. Ihrstamm-bauß ist allem ansehen nach das städrlein Ostheim vorderRöhn an den Hennebergischen und Würtzburgischen qräntzen. De-ren alterthum erhellet schon daraus, daß Heinrich Marschall vonOstbeim an. 968 unter die thumiers-qenossen zu Merseburg gezäh-let wird. Mangoldus und Tbanio von Ostheim haben um das jabr1260 korlret, als in welchem sie sich in der verschreibung des schlos-ses und stadt Schleusingen , GrafBerlholbs zu Henneberg seinergemahlin zum leib-gedinge, als zeugen unterschrieben.Das stamm-register dieses geschlechts wird in<-orlls^ipiomskics an. i zoy mitLurten von Marschall angefangen. Gideon von Ostheim warzu ausgang des l-cuii wegen seiner gelehrsamkeit bekannt.Nach.gehends üorirte an. 171z Christoph Marschall von Ostheim als

Chirr- Mayntzischer Ober - Jägermeister und Bambergischerae»

heimder Rath.

In Thüringen/bekleiden die Marschälle von Herrengos.ferftadt das Erd-Marschall-amt, welche sich auch von ihren übr»gen Ritter -sitzen, als Thomasbrück / Eckertsberge / Tröber/Gutmannshausen / rc. beyzunamen pflegen. Deren ordentlichestamm - reihe wird in Qorlis llipiomsric- mit Heinrich angefan-gen , welcher an. 12; i eine tochter ins kloster Heusborff gethan.Dessen söhne Rudolph Heinrich und Hermann haben schon die,ter Gosserstädc und Dodra besessen. Der mittlere wurde ein ober-älter-vater Rudolphs auf Herrengofferstädt, Burgholtzhaufen undDromsdorff, der an. 1446 mit Hertzog Wilhelm als Obrister zumHeil. grabe gereifet. Sein söhn Wolffauf Gosserstädt, Chur -Säch.sischer Landratb, zeugte Rudolph II auf Knau , Guttmannshau«fen, rc. Kaystrs Rudolphi II Kriegs-Ratb undObristen in Ungarn ,wie auch Chur -Sächsifchen Ober-Hauptmann der stie-uimen äm»ter Weida, Arnsyaug, Ziegenrück und Sachsenburg, der an. i;?8verstorben/vnd 2 söhne hinterlassen: i)woWn aufGuttsmanns-.Hausen, Chur-Sächsischen Obristen und Hauptmann zu Langen-saltze, einen vater Rudolph Levins, Chur-Sächsischen Cammer.Herrn. Dessen söhn Johann Adolph aufSchbnstädt, alten undgrossen Göttern, ist Cdnr-Sächsischer Crayß-Hauplmann,des hof-gerichtS zu Leipzig , und Oder-lncheüor der schubpforteworden, und hat feinen äst mit drey söhnen forkgepflantzet. r)Lu-dewig Ernsten auf Herrengofferstädt, Chur-Sächsischen Nachund Ovcraulstber der Grafschafft Henneberg, einen vater JohannGeorg auf Eckartshauftn, Bratendorff, Schwartzdach uno Gros.serstädt, dessen söhn Georg auf Burgholtzhaufen und Lederslebcn,Wolff Dietrichen aufTromsdorff,Ublstädt und Schönsiädt gezeu»get hat. An.i7l;6o,te ein Marschall zu Herrengofferstädt alsLandschaffts-vireLkor im Hildburahausischen Fürstenthum.

In Meisten üoriren dieMarschälle vonBiberstein/welche mitden vorhergehenden nicht einerley waapen führen,wie doch einigest,tzen. Sie haben bey den alten Marggrafe» von Meisten das Erb-Marschall-amt bekleidet. Auch haben sie vor alten zeiten und schonzu ausgang des i; K-uii z>, Freyberg gewöhnet, und daselbst nebstandern Adelichen familien im rath-stuhl gesessen, wie denn ConradMarschall «».1294 unter die Raths«herren,undan. i;i2 unter dieBürgermeister daselbst gezählet wird.Nicol Marschall, Ratbs-Herrdaselbst, hat an.i züg nebst seinen; ältern brüdern Heinrich, Rein-hardt und Fridrich, von Marqgraf Wilhelm zu Meisten, die lehnüber das Ritter-gm Möckeritz erlanget, an. i;68 auf dem Rit-ter-gut Möckeritz gesessen, nachgehends aber das anderthalb meistvonFreyberg gelegene schloß Biberstein (welches schon vor langerzeit an die vonSchönberg gelanget) an sich gebracht,und sich davonbcygenannt,dahero sie auch mit den ehmaligenHrn vonBiberstemin keinerverwandtschaffk gestanden; (sBiberstem.)Heut zu tagehat diese familie meistentheils ihre guter m dem Magdeburgischen.Deren alterthum aber erhellet schon daraus,daßHeinrichMarschallan.1198 dem Meißnischen land-tag aufdem Culmberge mit beyge-wohnet. Heinrich wird in einem kauff-briefdes AbtszuMen-Zel-le von an. 1216 als zeuge angeführet. Die ordentliche stamm-rechedieser familie wird in Qocks llipiomscics mit HeinrichMarschallenvon und zu Biderstein angefangen, der um das jähr 1498 geiedet,und ein vater gewesenNicöls aufHermsdorff unbDeschütz,welchervorgedachtcs stamm-gut Biberstein zuletzt besessen. Dessen sohnGe«vrg auf Otzdorff/Edersbach und Heyde,CburfürstAugnsti zuSach-sen gemahlin Hofmeister, hinterließ Hioben aufKohren,Kayscr!i-chen Rittmeister in Ungarn , einen vaterAlexandri auf Hermsdorff,KohrenundMalitz,Chur-SächstschenOber-Steuereinnehmers,der7 söhne hinterlassen, als i) Johann Wilhelm, Fürstl. SächsischenHofrath zuMerseburg; 2)AlexanderHaubolden aufReiffen,Fürstl.Sächsischen Rittmeister;;) JuliumHeinrich, Fürstl. Küchenmei-ster zu Merseburg; 4) Leonhard, der in Fürstl. «sächs. Weissenfel«fischen kriegs-diensten sich aufgehalten; ;)Hans Dietrichen,Fürstl.Braunschweigischen Lspicsin-l.iemensnr; 6)MoritzDammen aufHermsborff,Kode>sdorff,rc. der an. 1702 als Königl. Polnischerund Chur-Sächsischer,wie auch Sachsen-Weissenfelsischcr gehrim-dcr Rath und gesamter Ober-Steuereinnehmer verstorben. Vonseinen söhnen war Johann August, Ritter des Johariniter-und besschwartzenadlers-ordens/Köiiigl.PreußischerSlaats-MnisterundOber-Herolds-Präsivent, an 1712 Abgesandter in Engellanb,undjahrs daraufwohnte er den ftiedens-r^Ssren zulltrecht alsPreußi-scher ?leniporenr,sr>us bey. An. 17 l 4 ist er würcklicher geheimderKriegs-Rath, und dessen bruder Moritz Dam Ober-Hofmeister amMargaräflichen Hof zu Svet, und bald darauf Königlicher Preußi-scher Cammer-Herr worden; 7) Georg Hioben aufHedersleben,Fürstl.VächsischenMagdeburgiichenObcr-Hof-Marschalln,Dom-herrn und Seniorn des Ertzstiffts Magdeburg , der an. IÜÜ8 Abge-sandter zu Regenfpurg gewesen, und 5 söhne hinterlassen,von wel-chen Alexander auf Rettern (eine meile von Zeitz gelegen) und He-dersleben,Königlicher Polnischer und Chur-Sächsischer, wie auch

Sachsen-MerseburtzischerLand-CammerrathundOber'Steuerem-

nehmer, seinen äst mit s sövnen fortqepflantzet. Johann Abolph,ein naher anverwandter ober bruder des vorbergehendenAlerandri,hat als des Teutschen orbens Ritter der dalleyen Sachsen unLHesisen capitular, commr zu Grieffstädtund Tomnitz, und Sachsts'Mersedurgischer HanS-Marschall noch an. 1706 üoriret. .

An. 170; hatte Augusta Ankonia, Marschallin vvn Dibcrstem,die ehre eine gemahlin Anton Günthers Fürsten von Anball-Zerbflzu Mühlingen zu werden; sie starb an. 17,4 obne kinder.

In dem Hertzogthum Bremen sind die Marschälle vonBach-tendruch in ansehen,welchen letztem namen sie vor zeiten allein ge.führt. Nachdem aber, wie Mushatt berichtet, von benselve» der

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