Band 
Dritter Theil
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402 mar

sie sichden recht-spruch des ihnen von Francifco I gefitzten i.lem«-nsnc 6e I» Lenecbzuils, und in »ppsllsrionen dem Parlament vonAix unterwerffe» müssen. Ersinn. ,6üo hat LudovicuS XIV,weilman mit der aufführung dieser siadt nicht zufrieden war, als er ineigner person dahin gegangen,selbiger ihre freyhert weggenommen,und sie durch anlegung der zr rechten feiten der einfahrt

des haft,rS,auch beyfügung mehrerer vcstungs-wercken z» deÄ rourtle 8. , welcher zur lincken dieser einfahrt stehet, gäntzlich ge-

jäumet. Sonsien hat an. 142; Alphonsus V, König in Arrago-nien, als er mit Renato von Anjou, Grafen in Provence , wegenNeapolis im krieg stunde, die stadt Marseille durch »»versehene an-ländnng überrumpelt und eingenommen, aber nicht lang behalten.In der ligus wäre sie die hartnäckigste unter allen Frantzösischenjtädten,fehlete auch wenig, daß sie nicht zuletzt,als sich sonsien schonalles für Henricum IV bequemet, von denen auffrührern, sonder-lich deren Haupt, dem Cassaux, an Spanien wäre geliefert worden,(sihe Caffaux.) Hingegen wehrte diese stadt an. 1424 sich widerCarolum vouBourbon,und an. 15)6 wider den Kayser Carolum Vsehr tapffer. Nachgehends ist sie auf des Königs befehl erweitertworden, sodaß sie anjetzo vor eine der grösten, schönsten und volck«reichsten städle in der welt paßiren kan. Sie hak einen schönen undgeraumen Hafen, viel Archen, klöster, (unter welchem son-derlich das Benedictiner-kloster zu 8. Victor vor andern merck-würdig ist) ieniinsrir, Hospitäler, ansehnliche gedäue , so zurausrüstung der schiffen und galeeren nöthig sind, öffentlichemarckl - Plätze und brunnen/ welche alle von fremden besehenzu werden verdienen. Ihr Hafen ist sehr sicher, und halten sich ge,meiniglich die Frantzösische galeeren darinn auf, da er hingegenfür die grössere kriegs-schisse weder tieffnoch wett genug ist. Des-gleichen ist die dabey gelegene fruchtbare landschafft sehr unmuthig,allwo die bürger mehr als 20000 lust-ha'user haben, die sienennen. Von dem beständigen vorgeben der Anwohner, als obLazarus saint seinen schwestern Martha und Maria Magdalena bald nach Christi Himmelfahrt allhier ankommen, und die Christli-che religion gepflantzet hätten, ist schon unter dieser articuln gehan-delt. Doch wie wenig dis zu glauben, so gewiß ist hingegen, daßdas Christenthum in dieser stadt so früh als wol an einem ort inFranckreichgeprediget worden; wiewol man doch deren Bffchof-fen von Marseille keine Meldung findet vor Oresio, welcher an.; 14dem c:onc,!i(, zu Arles beygewohnet hat. Die berühmte Abtey von8. Victor ist schon zu ansang des7 le-mi durch den bekandten Jo-hannem Cassianum gestifflet, und mit Egyptischeu Mönchen be«setzt worden. Nach der vorgemeldten Zerstörung aber, so von denSaracenen geschehen ist, da sie unter dem Burgundischen KönigConrado ?sn6co wieder hergestellt wurde, veranlaßte der damaligeMarsilische BischoffHonoratus,daß die Mönchen 8.Bmedicti re-gel annahmen. Von den; vor Marseille in dem meer ligenden,undmit einigen vcstungs-wercken und b-ncrie- besetzten insuln oder klip-penLiELuckik) Nsronnesu,und?om-guc, sihe unter ihrembe-sondern namcn. Der schaden, welchen die abscheuliche seuch derpestilentz in denen jähren 1720 und 21 zu Marseille gethan, nach.dem sie aus Levante dahin wäre gebracht worden, schwebet annochin frischem gedächtniß. Nach sicheren berichten sollen über die ach-tzig tausend menschen dadurch aufgerieben seyn worden; worausman auch neben anderm von der grossen menge der einwohncrendieser stadt urtheilen kan. Aus dieser stadt wird ein sehrgrosse kauffmannschafft in alle lande getrieben. In Italien führt man von Marseille alle jähr eine grosse menge kauffmaniis-güter,als tücher, cadis, serges, mandeln, Honig, feigen, bruniolen,capparis, oliven, anchois, eingcsaltzene ähle, öl, leinwad, branten-wein, leinene und baumwollene strümpffe, deren sämtlicher werthüber drey Millionen pfund steiget. Hingegen führt man aus Ita-lien ein, Hauff, reiß, körn, schwefel, anis, mann, styden, rc. derensämtlicher werth sich gegen die; und ein halbe Millionen beträgt.In Spanien führet man alle jähr von Marseille an leinwad, zeug,lasset, gold-und silbernen stucken, galaunen, spitzen, steck-nadeln,burerncn kämmen, banden, bäthen, papier , saffran, gall-apffcl, ge-sponnene banm-wollen, rt. über die y Millionen werth. Hingegenbringet man aus Spanien ein den werth von 8 Millionen und darü-ber, an Cochenille, Quinquina, endich, färb-Holzwollen, zucker,seyden, öl, süß-holtz, trauben rc. Das commcrcmm in die Morgen-länder ist das gröste, und ist seit an. i;;o in gang gekommen. Na-cher Constantinopel gehen alljährlich 12 bis i;segel,groß und klein,die führen dahin, tücher, cadis, papier , spie-öl, grüne färb vonMontpellier , mandeln, Weinstein, uhren und allerhand guinguKil--ries, cochcnille,gewürtz, cndich,queck-silber,gampffcr, gisst, bresilien-holtz, blcyweiß, mößing - und eiserne blech und drakd rc. Die kauff-hauß-gcbühr allda ist ; voin Hundert-Nacher Smyvne» fuhrt maneben dergleichen waaren, und gehen jährlich von Marseille etwan8 segel dabin, dei,en jeder im pvrt allda ;oo asper für ancker-geld be-zahlen nmß. Man empfangt von diesen orten zurück,baumivollen,baumwollene zeuge, schwämme, hanss, zftgen-und oameel-haar, al-lerhand tcppich, allerhand zur artzncy dienende bp-cic;, terpentinvon Scio, mastir, rc. Nacber Thessalonien wird geführt, tuch, pa«pjer, cochenille,gewürtz, mößing- und eiserne blech unddrath; hin-gegen empfangt man von dar leder, wollen, wachs, seyden, gespon-nene baumwollen, alaun und schwämm. Nacher Canea in Can-dien, gehen offt des iahrs über ,c>o schiffe ab, die führen dahin tü-cher, cadis, gewürtz, und bringen zurück, wachs, öl, woraus manseyffen macht, körn und käß. Nacher Alerandrette in Asien gehetdie Handlung gleichfalls starck aus Marseille , und bekommt manvon bannen die Indianische und Persianische seydene und baum-wollene zeuge,maroquin-Ieder, gesponnene baum-wollen, mouffclin,cameel-und ziegcn-baar,ebelgestein,perlen,biftm, zibeth,ambra, bal-

mar

samssennrn - blätter und andere zur artzney dienliche fachen, straussen- federn, rc. Neben diestn orten hat es noch Niederlagen und -Frantzösische coniulc- zu Lripoli in Syrien, zu Athen in Mvrca, z»Satalia, zu Lernica in Cyvern, zu Seyde, zu Alcair und Aleran. I-

dria in Egypten, von welchen orten allen die waaren zu Marseille ^einlauffen, allwo auch dieKönigliche galeeren ihren Hafen und stelle -

haben. Lr nouv. llsicr. ci« !s krsncc. tom. 4 p 94, f

10; öc leqg. 154. L: tiill. ^rseiilc.

öe llitt. ^>rov. öcc. De/c»". ole ^

MarschaUus/ (Thomas) ein in spraachen wyhl verlier Cn-gellanbcr, ist zu Barebey in der Grafschafft Leicester an. 162,, voneinem vatter gleiches namens gedohren, und studirte zu Oxfurhda-leibst er Lurch Ufferii bewegliche predigten so gerührt wurde, daß er llsich fortan vornahm,diesen zotteligen und gelehrten mann zu einem 0Musterteines lebens und studier, sich vorzusetzen. Bey entstandenen sEnglischen unruhen ward er genöthiget, für den König die Waffen Azu tragen; hierauf zog er über die see, und ward zu Rotterdam und Dortrecht Prediger der Englischen compagnie.An. 1668 ward !IIer als Socius in colleg. chncoln. in Orfurt recipirt, hernach keüvrdieses LoUcgii und Königlicher Prediger. An. 1680 erlangte er ei- i-l>ne pfarr zu Bladon im Orfurtischen und ein vecsnar in Glocester, fwelchen er, nachdem er zuvor seine pfarrey aufgegeben, bis an sei-ncn hinscheid, welcher im april. i6z; erfolgt, besessen-Durch seinenletzten willen vermachte er der bibliothec der Orfurt. umv-riüät l«alle seine geschriebene und gedruckte bücher, welche sie biß dahin )noch nicht gehabt, die übrige dem collcglo illncom. und erzeigtenoch andere liebes-werck gegen den lkulliolls. Er war nicht nur ein ^guter und frommer Prediger, sondern ein gelehrter Om-m, in HMorgenländischen und sonderlich in den Nordischen spraachentrefft,ch geübt, wie solches seine oos^vLtionL! >» LvLngci. 6o,t>icumüc ^nAio.SLxon. genugsam zeigen. Sonst hat er auch heraus gege. nben: Außlegung des Engl. Archen - Catechismi ; welche auch L,aus dem Englischen in die Wallische spraach übersetzt worden; ll>eine vorred zu 0. Hyde Malaischcr Übersetzung der 4 Evangelisten. LEr trug auch daS seiniae bey zu Verfertigung des ausführlichen le, sibens Ufferii, so von Parr ko>. heraus gegeben worden. )

Lrll. Oxon. *

Marshasst / (Johannes) ein gelehrter Englischer edelmann, --war aus einer alten Norfolckischen familie,von Thoma Marsham,allderman» von Londen , an. 1602 gebühren, und aus der West« M

münfler-schul nach Orfurt in das 8. Iohannis-collegmm des sm- W

direns wegen gesandt, allda er auch die grsllm Lc»<lsm. in srnsus »

empfangen. Er that hierauf eine reiß in Franckreich, Italien , ^

Teutschland mw Holland,und begab sich nach seiner rückkunffl auf ^

die Englische Rechtsgelehrtheit in dem so genannten mittlerenpie oder coNegio der Juristen zu Londen , daselbst er an. 167; einervon den 6 Clcrks geworden. Bey ansang des einheimischen kriegS, ^'

folgte er dem König nach Orfurt, mäste aber deshalben grossen Z

schaden an seinen gütcrn leiden; deswegen er sich mit den rebelten, i,

nachdem dieselbe den gantzen gewalt in die Hände bekommen, in ei- -

neu verglich wegen seinen gütern einließ,und sich zuLonven einig un «

allein aufdas stubiren begab. Räch Wiederherstellung desKonigli-chen gewaltö ward er zum mitglied des untern Parlaments-Haiises -

erwählt, und zum kLronei gemacht; starb an. 168;, und hinterließ r 7

söhne, nemlich Iohannem, auch krroncc, welcher an einer Engel«ländischen Historie arbeitet,und Robert Knigt. In der ck^notogl«.Historien und spraachen hat er sich bey der gelehrten welt einen groß- 7

senamen erworben, und paßirte für einen der großen -migu-na- ^

rum seiner zeit. Seine gedruckten fchrifften sind: oisrribr -Mono- 7

logic^. davon aber der gröste theil hernach in sein Onon.clironicum. 7

>k.gypti4culN, ricyrsicuin, O-Lcum, welcher zuerst an. 1672 l" kol. zu 7

Londen herauß kommen, ist inkerirt worden; obschon dieses werck ''

durchgehendü mit sonderbarem appisutu und Hochschätzung auffge» !I

nominen worden ist, hat doch einigen illsoiogis seinemeinung, de° L

treffend die Jüdischen gebrauch, welche er eben wie Vvencerur aus e!

Aegypren herführet, nicht gefallen wollen; so hat auchPerizomusund andere seine eintheilung der alten Egyptischeu Oy-^llien, webche andern so wahrscheinlich vorkommen, nicht wollen gutheissen. iVon lhin ist auch die vorred zu dem ersten vo!u,ninc des iewnzmc, ^unter den, »amen i'ropyi^um verfertiget. In mzuulcripr. ^findt sich »och von ihm, jedoch nicht gäntzlich vollendet: ^

rbrniiici üb.; llc Iiuper, vcriico. Dc vrovinclls üe iegioollius llom. as

rc 0Ium,llgri2 u.a. M. >,!l>cn. Oxon. Ooüien luppl. *

Mars,/ l> Oucato lli.Vt-rll, ein kleines ländlein in AbruzzoUM ä

den Lac Cclano herum, welches den namen seiner alten einwohner -

der Marsen beybehalten, clicHon. -

Pss^K8I, ein volck in Italien , indem land der Samnitenssoan. d

jetzo /ebrurxo oiicriorc ist,in demKönigreichNeapoIis,gegcii dem

chen-staat zu. Es ist daselbst noch bis ösro eine kleine lanbjchajtbwelche das Hertzogthum Marza titulirt wird. Titus Lwms im»Apvianus gedencken des Mariischen kriegs, welcher sich ^ !

ansieng, wider einige Römische bunds«genossen, die das Koni ' .

sche bürgerrcchl haben wolten, welcher sonst zwar auch oMs 'lum iociaie genennet wird, aber doch auch von denen a>srädelsführern, und aus welchen Poppedius zum Haupt des ganWbundes, ja gar um die Römer noch mehr zu trutzcn, zum B,»rM-

meister wäre gemacht worden, den besondernamen emvtangmhat. Nachdem ihrvorhaben den 2 Bürgermeistern an essen,gewio .fei, fest-tag, kcr>.-e Isrin« genannt, welche vermög der alten gewo'heit ausser der stadt Rom , auf dem Albanischen berg gehalten wu«den, und welche die zusammengeschworene da erschlagen wonen,