Band 
Dritter Theil
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4O8 mar

er war ausTroppau mOber-Schlesten,wieer sich also selbst p-n-i-Qpp-vicnL in dem ansang seines ckromci nennet,so in derKayserli-chcn kibliotkec vorhanden,mit dem beysatz cle regn-, Kokemi-L oriun-<iu;, in dem damals das Fürstenthum Troppau schon demKönig inBöhmen gehörte, nachdem König Wenttslaus es am 1246 untersich gebracht.Nach seinem geschlechts-namen hieß er StrepuS, undwar von Adelichen herkommen. Er begab sich in den Prediger-oderDominicaner-orden,wie er sich sechsten also nennet,daher diejenigenirren,jv ihn zu einem Cistercienscr machen wollen. Er wurde durchseine geschicklichkeit und lluciis halb berühmt,und kam in solches an-sehen,daß ihnNicolaus III,so a.i277Pabst wurde,zu seinem bercht-vater und capellan hatte, ihn auch in folgendem jähr den 2; mayjUinErtz-BischoffzuGnesen inPolen ernennte,wie solches aufseinergratgchrifft zu Bononien, welche Abrahamus Bzovius noch zu sei-ner zeit gesehen,zu finden. Daher diejenigen irren, so ihn nur über»Haupt einen Bischofs, desgleichen die, so ihn Ertz-Bischoff von Co-fenza im KönigreichNeapolis nennen. Als er nun zu seiner kirche inPolen reisen wolle, starb er zu Bononien, wie einige schreiben an.1278. Martin. Hanckius aber hält davor an. 12.81. Seine schriff-ten sind vornehmlich sein ckronicon 6- Zeki; Kossnoi-um?t>nri6cumSe lmpekÄtoriim. welches er aus vielen chrvnicken zusammen gezo-gen,und von Christi geburt biß an. 1277 fortgeführet. Und weil erdarinnen die Historie von der Johanna Papifsa erzählet, so ist diesescKronicon.welchesLuffridusPelri an.i574zuAntwerpen heraus ge-geben, sehr beruffen worden; odschon, wo man die fach recht erwe-gen wll, selbige geschicht eben darum destoweniger glauben verdie-net, weil vor Martins kein anderer sicherer scribenl davon Mel-dung thut; nachdem einmal, was von einigen msnulcnxeen desAnastafii kibiioriiecsrii vorgegeben worden , gar nicht ausgemachtist, Martinus aber schon viel zu lange nach der zeit, da sich die fachsolle ereignet haben, gelebt und geschrieben hat.Ferner hat er ge-schrieben rsbulLM llecrcmrum slpIiLbckicsm.soauch iLkuIr Vlsrciniz-NL. desgleichen ciccrcti msrgrcim genennet wird, einen auszug desjurircLiionici begreiffet, und an. iz6c> zu Lion nebst Orsrizni ll-crsiis«Anonicir. wie auch hernach ZllParis und Venedig gedruckt worden.Ferner icrmonez lle rernporeftngleichen clc sanÄi; lkper epillolz; ü:evsngelis, so an. 1484 zu Straßburg gedruckt. Es werden auch vonihm angeführet sein buch ciiverll; mir4culu,cjclcriptio tccr« lrnÜL,und memorLblNL «.omL. Martin.Hanck. hat sein leben sehr müh-sam untersucht, und alle cMcrcnte Meinungen derer scribenten vonihm angeführet: in iibro lic 8i!clljs inäiZeniz eruciicis c. 8 p. Z4-6l.Sonst handeln auch von ihm IN snnrl. ecclell üc

<le iciipc. ccc> cle vir. ittull. »r-

ljin. Oominic. lle lcripr. ?o!on. c. iz. äs

^rckicp.Lnelncns. n. rr. in commcnr. äs bibl. Vinciob. I. r

c. 8. L«a>e kill. Iiterscis all sn. 1277» *

Martittsbruck / kk-t. ?unr rvj-rkinL,jst die grentz-scheide zwi-schen Pünlen und Tyrol,so bey gefährlichen kriegs-Iäuffen mitPünlnerischen völckern besetzt wird. ttill. irk«c. *

tNartinu;zi/(Georgius) war ausDalmatien von einemAvcli»eben geschlechc,des namensUlissenovich,entsprungen,nente sich abernach seinem mütterlichen geschweift Mactinusius.Seine eltern wa-ren arm und kunten ihm nichts hclffcn, daher er in der jugend beyIohannis von Zapolia mutier stuben-heitzer wurde. Allein, weil erhohes geistes war,stund ihm dieses elende leben nicht länger an, da-her er bey Ofen inS kloster Pauli Eremltä gieng, und daselbst überknche und keller gesetzt wurde,bey welcher bediennng ersichalso auf-führte,daß er immer denen am meisten gab,denen er am günstigstenwar,und sich hin und wieder einzuschmeicheln suchte. Von dar ist ernach Polen in den convent nach Koniano gekommen und in demsel-ben 8uper!or worden. Hier traffihn Johannes von Zapolia, als ersürFerdinando nachPvlen geflohen war,von ungefähr an,und weiler an ihm einen grossen verstand und viel muth wahrnahm, bedienteer sich seiner sehr nützlich,inmassenihn dcnnMartinusius aufdiege-dancken gebracht,sich nachTnrckischer hülffe umzusehen,auch seinet-wegen oft hin und wieder gereist,und seine.parthey inUngarn zu stär-cken bemüht gewesen. Er nahm ihn deswegen bey seiner rückkehrmit sich nachUngarn,machte ihn zu seinem geheimdenRalh,Reichs-Schatzmeister undBischvff zuWaradcin,setzte ihn auch nach seinemtod seiner gemablin in vormundschafft des jungen Printzen an diefeite. Allein er kunte sich mit jener, die seinen ehrgeitz zu merckenmeinte, nicht lange vertragen, inmassen sie ihm denn, wegen seinesgrossen ansehns, stets mißtraute, ungeachtet er es mit ihrem söhnwohl zu meinen schien, und ihn gleich nach des alten Iohannis tod,wieder den mit Ferdinands gemachten vergleich crönen lassen,auchursach gegeben, daß die Türcken dmi jungen Herrn wider die Teut-schen zu hülffe kamen und sie von Ofen wegschlugen. Sie rufftedie Türcken z» hülffund diß bewog endlichMartinusium,daß er sichauf Ferdinandi feite wendete, ihm Weissendurg wegnahm,und sie,nachdem dicFerdinandischcn völcker angekommen,nebst ihrenPrin-tzen zu einem vergleiche nöthigte,darinnenFerdinando ncbstUngarnauchSiebenbüraen abgetreten ward. Hiefür machte ihn der KönigFerdinand zum Woywoden in Siebenbürgen , bestätigte ihn in der

Neichs-ischatzmeistcr-würde,gab ihm dasErtz-BißthumGran und

verschaffte auch, daß er Cardinal ward. Bald darauf aber wardFerdinands vorgebracht,als ob ihmMartinusiuS nichttreu sey, son-dern nunmehr die herrschafft von Ungarn und Siebenbürgen selbstan sich zu reisten gedächte,und deswegen mit den Türcken unter derdecke spielte. Er selbst vcrmehrte diesen argwohn, indem er mittenunter den öffentlichen feindseligkeiten,welche dieTcutschen undTür-cken gegen einander ausübten, gleichwol immer zu verhüte» suchtetdaß die letzten nicht allzusehr erbittert würden,welches er demReich

mar

zum besten soll gethan haben.Jndessen wurden doch seine handln»»gen Ferdinand» so verhaßt vorgestellt,baß derselbe in seinen tod wil-ligte , und also ward er auf anstifften des Generals Castaldo, voneinigen Italiänischen Officirern,darunter die vornehmsten FerrariundPallavicini hiessen,aufdemschlosseSebeswar den i8dec.a.izzifrüh morgens ermordet,indem sich die mörder unter dem schein ihmeinige pappiere zur unterschrifft einzuhändigen, zu ihm gekommenwaren. Man meint,eS haben benEastaldo seine schätze in die äugengestochen,die sich jedoch hernach so groß nicht befunden, weil er vielauf das gemeine beste, das er eifrig suchte, gewendet. Er war einmann, der in klugyeit und geschicklichkeit wenig seines gleichen hak-te. clc rck. Ungsr. I. o. lülloire llu mini-

llcre clu Osrclinri ^lsriinus.

Martro/ (fihe Galeot, Martio .)

war anfangs der erstemsnatdes jahrsbeyden alten Römern und soll den namen vonRomulo,welcherdenselben seinem vater, dem golt Marti, zu ehren also genenn-t,bekommen haben. Die görtin Minerva ward ihm zur schutz-göttingeordnet, und die vestalischen mngfrauen zündeten darinnen aufs»e»e ihr feueran, welches das gantze jähr hindurch nicht verlöschendurfte. Von den Juden wurde er Adar, von den Aegyvtiern vkz-mc,io4,. von Carola,Vl. aber der lentzen-oder gläntzm-monatgeherssen. Das Wort mertz wollen einige von dem Teutschen woftmehrts oder vermehrt«; herleiten, weil »emlich diese zeit die tageverlängert oder vermehrt. icx. »niv. comln. v. iviacr

Martius/ ( Publicus ) ein Römer, welcher unter des KaysersTiberii regierung überwiesen ward, da^er ausdie verdothene ma-thematische iviffeuschafften oder auf die wahrmger-kunst sich gcle-get, und also nach damaliger gewohnheit dieser leutenviel betrugverübet, worwider schon vpr altem scharffe gesätze waren gemachtworden. Um dieser ursach willen liessen ihn die Bürgermeister zudem Esquilinischen thore hinaus führen, und als sie über ihn tuetrompeten blasen lassen,dene nach der gewohnheit ihrer vorfahrenstraffen, d.i. sie Neffen ihm mit entblösien cörpcr seinen kopsszwi-tchen 2 stangen stecken, oder auch an einen pfähl binden und alsobiß aufs blut gcisseln, nachmals aber dem den kopffabhauen. 14«-.

annsi. 1.2 c. *

Martorano/ von den alten Mamertium, und anietzo Mae-toranum genannt, ist eine kleine und zimlich wüste stadl inCaladriain Neapolis nebst einem Bischöflichen sitz, unter dem Ertz-Di«schoffvon Cvsenza.

Marter/ (Petrus ) ein Rath des Königs Ferdinand! inSpani-en, lebte zu ansang des i<ften llcui,, und war von Anghiera in demMayländischen, gebürtig. Er schrieb bücher cle nrv,gLr»,ne »cc»

»c>i öc teilt; iuo rem^oce re^erkik. i,i elog.c. 124. in ctii.

btttp. c. 4. lle kill. lkar. I. z c. lr>

Mürtyr/ (Petrus )war zu Florentz, aus einer ansehnlichen fa»milie an. igebohren. Lein eigentlicher zuname war v-rmiliu-,allein er behielt nachgehcnds an statt dessen den vornamen Martyr.Er war anfänglich ein Angustiner-Mönch in dem kloster zu Fiesole ,und llullitte hernach die Griechische spcaache nebst der pka«wpkl-zu Padua , die Hebräische aber nebst der ik--alvgi- von einem Ju-den zu Bononien. So wol hicrinnen als in der beredsamkeitbrach-te er es so weit, daß er als das Haupt seines ordens angesehen, undfür einen der geschicktesten Prediger in Italien gehalten wurde.Nachdem er aber Erasmi, Zwinaliiund Buceri bücher gelten,em-pfand er einige neigunq zu der Protestjrenden lehre, worinneinh»Valdestus, ein Spanischer Jurist, dergestalt stärckte, daß er dieß!lehre zu Rom einigen vornehmen stands-personen in geheim predig-te. AIs er dieser wegen angeklagt wurde, entgleng er durch hülffeseiner freunde der gcfahr, und rerirllte sich nach Neapolr,daMNihn gleichfals sehr wehrt schätzte, und seidigem das coii-zwai 8.Petriallilr-imanvertrauete. Erwachte auch hier viel lehrjuM,bekam aber zugleich nicht geringen aufsatz,daß man ihm etlich muldas lehren verbot, und nachmal durch Vorschub seiner freunden,darunter mehrere vornehme Personen,auch gar Cardiuäle sollen ge-wesen seyn, wieder erlaubte. In dieser zeit war er auch zum Ge-neral-Villr^r»- seines ordens ernennet, in welchem amt er viele em-gerisscne mißbräuche abschaffte, aber eben deswegen vermehrte sichder haß gegen ihm, der nach endigung dieses amts sich nach L»cc<»begab, akwo er §npcr,»r jn einem kloster seines ordens wurde. Al-hier brachte er Emanuelem Tremcllium , Celsum Martinengum,Bernhardinum Ochinum, Paulum Lastcium und Jeremiam L«>l«chium, diese aberlliachgehends viel einwvhner in Luccazn annch-munq gleicher lehre, worauf sich stlbige in die Schweitz beg^en,wohin ihnen Martyr nebst stmen jetztgemelkten freunden, als!iehdreten, daß der Padst Paulus III nach Lucca kommen wolle, ge-

fvlget. Diß geschahe an. i^gr und hinterließ Martyr einen bMzurück, darinnen er die Ursachen seines abstheids und fehler desPabstthums deutlich anzeigte. Er kam erst nach Zürich , so Mflnach Basel, und endlich nach Straßburg,allwo er sich auf Wemansuchen vest setzte, und öffentlich predigte. Alihicr heyralhelc ereine junge Nonne aus Italien , welche ihr kloster verlasien hatte.Nachdem er nun wegen seiner gelehrsamkeit allenthalben bekamworden, ließ ihn der König Eduardus VI in Engelland dolen/Mwmachte ihn a.izgy zum k'cokcllorett'KcoioAiL zu Orford.An dieielNort setzte er sich durch lesen und llikpiir-eren bald in grosse achMWund ward dahcro mit unter die ;2 Deputate gesetzet, welchen v rÜberlegung deren religions-sacben in dem Königreich anveriramworden. Als er nachgehends zu der Königin Maria zeilc» enttveuchen müsse, kam er wieder zurück nach Straßdurg, und ward,unge-achtet er der Meinung Luther » bekannter Massen weder Mwa.