Band 
Dritter Theil
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übertrafen. Dieser gattung war das buch -»-bis genannt, dessen derJude Elias Levita gedenckt, und darinnen man zusammen gefasset,was sonsten bin und her zerstreuet war. Endlich fieng man an die-xcerpr- aus diesen büchern durch zahlen und symbolische Wörterselbst den cremplarien der schrifft hinzu zu fügen, und die Wörter,wvraufdie anmerckuug gerichtet, mit einem kleinen circkel zu be-zeichnen. Hernach bat man auch das übrige hinzugefüget. Diesesbefand sich also in den geschriebenen exemplarien, biß DanielDom-berg, ein berühmter Buchdrucker zu Venedig , zum erstenmahl dieEbräische bibel init der wziors drucken ließ. Wozu er sich der hulffeeines gelehrten Juden,«. Jacob Den Chajim von Tunis aus Afri-ka gebürtig, bedienet, welcher also für den uhrheber derjenigen m,-wrL, die in den gedruckten Ebraisthen bibeln heutiges tages befind-lich , nach derselbigen einrichtung und äissollrion zu halten ist, undpflegt nach dieser aitpollrion die mslkrs in die kleinere, mittlere undgrössere eingetheilt zu werden, wiewohl auch in anfehmig des inn-balts unter diesen dreyen arten der walk,- ein unterschied sich be.findet, welches alles der augenschein sowohl in des Bombergs alsauch in des Johannis Burtorffii Kiblüs li-bkinic,! am allerbestenlehret. Was nun die fache selbst anlanget, diedieMasorelhen »-eu-ren, bestehet das vornehmste darinnen, daß sie die verse, Wörter undbuchstaben der Ebräischen bibel, und aller darinnen befindlichenbücher, welche die Jüdische kirche für göttlich angenommen, theilsaezehket, und die zahl ausgezeichnet, damit also nichts von der bibelkönte hinweg gethan werden, daß solches nicht alsobald gemercketwürde,theils einige besondere eigenschassien bey den versen,Wörternund buchstaben angemercket und aufgezeichnet- Also was die verseanlanget, haben sie angemercket, daß nur ein vers in der bibel sey,der aus 42 Wörtern und 165 buchstaben bestünde, nemlich Jerem.c. 29 vers 7; daß zwey verse in dem gesetz zu finden, welche von denEbräischen buchstaben i-meck anfiengen, nemlich Lxoä,z-v°rs 8.Numer. 14 ver, 19. Angleichen haben sie öffiers angemercket, daßin einige» versen dem verstände nach noch etwas wüste hinzugefü-get werden, damit man nicht meynen solle, als wenn in der redesechsten oder in den Worten etwas ausgelassen wäre. Von den Wör-tern haben ste öffters oi-Krviret, wie offt mit diesem Worte dieseroder jener vers in der bibel angefangen werde, wie offt dieses oberjenes wort mit einem andern in einer Verbindung stehet; wann sol-ches etwa eine zweifelhaffte bedeulung hat,welchediegewöhnlichstesey; und welche obgleich ungewöhnliche an diesem oder jenem ortemüsse beobachtet werden. Dahin gehöret auch das berühmte Keriund Ketibh, da sie auf dem rand angemercket, daß dieses wort auchauf eine andere art gelesen worden, als sich es in dem tert befindet.Nicht weniger haben sie sich sehr sorgfältig bey den buchstaben be-zeiget , und bemercket, wann ste in ihren «x-mpl-ricn einige gefun-den , die entweder grösser als gewöhnlich, oder kleiner oder umge-kehrt, oder in einer sonst ungewohnllchenpokmr sich befunden, wel-ches sie geglaubet, daß es nicht ohngefehr, oder durch einen fehlerder schreibe!, sondern mit fleiß geschehen; wie denn die Juden da-rinnen öffters grosse geheimnisse gesuchet; daß aber einige vorgeben,als wenn die Masorethen die Ebräische bibel zuerst in verse einge-theilet, und die wörter mit punüis und vocriiku- versehen, die mansonst in der schrifft nicht gehabt hätte, solches wird von vielen an-g dern verworffen , als die da glauben, daß die puEe und vox-i» jaauch die sowohl von den ersten uhrhebern und Verfassern die-ser bücher herrühren, als die buchstaben und Wörter selbst. So sindauch von dem altcrthum und Hochachtung der Masorethen unter-schiedene meynungeu, sintemal einige ohne bedencken den ersten Ur-sprung und das haupt-werck dieser fache von dem Elba, der die Jü-dische Republique und kirche nach der Babylonischen gefangen,schafft wieder eingerichtet, herleiten ; andere aber, worunter sichder berühmte Jude Ellas Levita befindet, behaupten, daß diesesgantze werck von einigen gelehrten der Juden,die sich im 6ten l-culonach Christi geburt zu Liberias versammlet gehabt, seinen Ursprunghabe, welches denen, die in der ersten meynung stehen, hauptsäch«lich deßwegen ungläublich vorkommt, weil bereits in dem Talmudder Juden, der doch ihrer meynung nach schon vor dem 6ten lecuwvollendet, derer Masorethen Meldung geschiehet. Also finden sichgleichfalls einige , welche diese grosse bemühung der Masorethenals höchst unnöthig undunnützlich ansehen, ja alles alsüberflüssigegrillen verwerffen; da im gegentheil andere den fleiß dieser leinenicht genugsam zu rühmen wissen, als wodurch zu erhalkung desgrund-tertes gar ein grosses mit beygetragen, und uns die gewisseVersicherung gegeben wird, daß derjenige tert,den wir heutiges tageshaben, richtig und unverfälscht sey. 2/,-» Lei,,,» in m-lorstk. »am.

KiatonLlb. in Liberiacle lcu commenr. mslorerk

in arcsnn punÄsrionis revelaeo. in tliet. pkil. I. I. c, z.

proleg. all bibl. 4ngl. in pkilul. 8 . lik. l. trsill. r.

Le«,^e«i», siliert, z. prallim. aU jonsmäcin pkiloloZa kbrLn 6 illt rr.L tegg L-mo-r kill. crikigue. llu V. 1*. I, l, c. 24 . öc lc^g. ^/erAeer cri-ticr S. c. 6 . L»/»»Fe kill. cles juik tom. r.

Masovien/Massau/ Masuren / lat. ki-Lvia. eineland-schafft in Pohlen, welche gegen norden an Preussen, gegen Westenan kujavien und Groß-Pohlen, gegen lüden an Klein-Pohlen, undgegen Osten an Hithauen gräntzct. Die vornehmsten stadte darin-nen sind Warschau und Ploczkb.Sie ist sehr fruchtbar an getreyde,und bestehet aus drey Woywodschafften, welche sind, Czersko, oderdas Hertzvgthum Masovien, Bielsko oder Podlachien und Ploczko»Einige vermengen diese landstbafft mit der kleinen provintz Podla-chien, so damit an. 1567 aufs neue vereinigt worden, in welcher diestädte Dielsk, Drogienzyn und andre mehr ligen. Masovien hattevor diesem seine eigene Fürsten oder Hertzoge, und wurde hernachunter Casimiri I regierung der cronPohlen u»terwurffig,doch nichteher vvükömmlich damit vereinbaret, als an. unter Sigis-

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mundi I regierung. Dieses land hat seinen «amen bekommen vs»Masos oder Maslao, des Königs in Pohlen Micislai H Mund.schencken, welcher in währendem-nrerregno, so auf des gedachtenKönigs tod an. ic>?4, und nachdem sich Casimirus in Franckreichbegeben, erfvlgete, sich des grösten theils von der provintz Plvczk»demächttgte, aber an. 104° von jetzt ermeldtemCasimivo wiederumheraus getrieben, und von den Preussen,zu welchen er seine Zufluchtnahm, an das creutz geschlagen wurde. Ob er nun wohl eines soschmählichen todes starb, so behielt dennoch die provintz seinen na-men. Doch ist nicht zu läugnen, daß andere diese denennung vonden Maffageten herleiten. Von dieser zeit an ist Masovien bey dercrvne diß aufdas jähr 1220 geblieben, da Lesens Aldus solches sei.nein bruder Conrado unter dem titul eines Hertzogtbums geschen-cket , doch sind die Hertzoge davon an. i; mit Johanne undStanislao ausgestorben,worauf diese provintz,wie gedacht, Mit dercrone aufs neue vereiniget worden. cklcnpi yoion.

LeL». rszni?ol. L kick cleicripr, kill. ko>.

row. 1. lik. z. kill. ?ol. <le U-pubI..koI. lik.

I. csp 10.

Massa / ein Hertzvgthum in Italien , welches der östliche theilvon der landschafft Lunegiana inLoscana ist,und nebst demFürsten,tbum Carrara einem Prmtzen aus dem haust Cibo zugehöret. Esist ein Reichs-lehn, stehet aber unter Spanischem schütze, ligt zwi-schen der Repubkc Lucca , und den gebieten von Zarzanc und Pist>Die Haupt stadt heissct Massa «k Carrara, und ligt amfluß Frigido,nicht weit von dem mccr. Dieses land ist eigentlich das iouver-m-Marquisat Male fpina, welches dasgeschlechc Malespina vormahlsbejessen hat. Der jetzige Hertzog vonMassa unLFürst von Carrara ,Alderanus, ist 1690 gebohren, und hat seinem verstorbenen bruderAlberico IH im 1100.1716 iucceairet.

Hkassa ^ Sorrento / lar. kukieniis , eine siadt im

?rmc,p-co ciccs . am Lapo öells kiinerva . in Neapvlis. Sie hatden titul eines Fürsienthums, und ein Bißthum unter den Ertz.Bischoff zu Sorrcnlo gehörig.

Massa/ lat. Vererneniis, eine stadt in dem gebiete vonSiena , einer provintz von Tostanien. Sie ligt auf einem Hügel undgehört dem Gwß-Hertzoge von Florentz. Die hat ein Tißthum un-ter den Ertz-Dischoffvon Siena gehörig. Omiphrius berichtet,daß Gallus Cäsar allhiergebohren worden.

Massa / (Franciscus Toraldus von Aragonien , Fürstvon)war ein gebohrner Neapolitaner, aus dem Fürstlichen Hause vonSorrento, und hatte sich von jugend an in dem kriege versucht, auchin solcher wissenjchafft, sonderlich was die ko-ciiiczuo» anlangte,es sehr weit gebracht. In Catalonien öetencikte er mit sonderbaremrühm die stadt Tarragona , hatte auch mit dem Grafen vonHar-court einige glückliche Eionc- ; allein in einem treffen mit demMarschall 12 Molhe ward er gefangen. Nachdem er seine stey-heit wieder erhalten, kam er zurück in sein Vaterland, und machtesich daselbst durch seine leutselige und aufrichtige lebens-art beydemvolck sehr beliebt. Als nun in der berühmten empörung, welche an.1647 entstund, die aufrührcrihr ober-haupt, Masaniello, verlvhrmhatten, nöthigten sie diesen Franciscum Toraldum, das^erskrzum besten des volcks zu übernehmen. Er sahe sich nicht in demstände es abzuschlagen, vermeynte auch, solchergestalt zn de: allge-meinen berubigung das meiste beyzutragen. Jnbcmcrabcr, umdas volck zu betrügen,ein und die andre ansralten gegen dieKvmgli-che»»uppcn machte, so verderbte er es mit der parthey des Hofes,und andern theils, indem er den Königlichen nicht so viel abbruchthat, als er wohl hätte thun können, machte er sich bey dem volckverdächtig. Endlich, da die in der stadt einen unterirrdischen sangunter der mauer bey dem klosier von St. Clara entdeckten, und da-durch hinter die eigentliche anschlüge rhres Generals kamen, nah-men sie ihn, da er eben mit der flucht sich zu retten suchte, in arrest,schleppten ihn mit den grösten beschimpffungen als einen verrathetdurch unterschiedene straffen , und verdammten ihn ohne weitereumstände zum tode. Man ließ ihm auch kaum so viel zeit, daß erbeichten kunte,und gleich daraufward ihm an dem orte, welcherpiecrs tlei xeics oder fischer-stein genennek wird , das Haupt abge-schlagen. Es gcfchahe dieses den riten october an. ,647. Seineletzte Worte waren, daß er nicht als ein Übelthäter, sondern in demdienst GOttes, seines Königs und seines Vaterlandes stürbe, o-«/-

clogk k, Lspitsni illullri z,s§. rr/. wcmor. toin. 10,lik.

sssffassäus/ (Christianus) om-rsc-niisheyMamet,weilerzu Eambray in der schule gelehret, hat sich absonderlich durch feinechronick bekannt gemacht, die er pon erschaffung der welt angefan-gen, und biß auf das jähr 1540 geführek. Es bestehet solche in r»büchern, und ist voran ein vierfacher calender, nemlich der Aegyp»tische, Hebräische, Macedomsche und Römische gesitzet. Er hat zndieser arbeitjähr angewandt, und sonsten auch eine kurtze chro-nick vonCambray verfertiget. Er starb an diesem letzt gedachten ortean. 1546 in dem 7?sten jähre fernes altcrs. <z-üism.msck-m.

c. 4U. §. 4. kikl LslAica.

Massafra / ist eine kleine stadt in dem Königreich Neapoüs,in dem gebiete von Otrauto, nicht weit von derlandfchaffl BariMdem fuß des Apennimschen aebürges gelegen. Sie hat einen Mschoss-welcher dem Ertz-Bischoff von Otranto unterwsrffe«.

Massalianer / (siheMessattaner.)

Massard / s sitze Mussard.)

Müssarias/ (Alexander) ?rokeK,rder m-öi-maufdekliMversitat Padua, war von Vrcmza gebürtig. An diesem seinemge-burrs-otte xr-Ai-irte er iahe, und erklärte in der

Stzw-