Band 
Dritter Theil
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den Kayserkichrn besehl zu bandeln,woraufdie gantze Handlung auf-Ledoden wurbe.An. 151; schickte ihn Marimilianus nach Rom,da- selbst dem neuenPabst Leoni X wegen seiner erhebung auf den stuhlzu Zi-^uiiren, weswegen ihm dieser den Hut entgegen geschickt/ wel-chen er aber nicht eher, als biß er nach Rom gekommen, aufsetzenwollen. An. 1519 wurde ihm durch Vorschub dieses Kaysers dasErtz-Bißtdum Saltzburg ertheilet.Zu gleicher zeit ereignete sich dertob dieses Monarchen,weswegen sich Langius vor den König Caro.lum in Spanien bemühte, den Reichs-scepter bey den Churfürstenzu erhalten. An. 1520 wohnte er dessen crö»ung zu Aachen mit bey,und danckte in dessen namen den Ständen des Reichs. In seinemErtz-Bißthum entstund an. 152z ein tumultvon den bürgern zuSaltzburg, so der Lateinische krieg genennet war,und durch einigerrouppen, welche derErtz-Bischvffaus Lvrol an sich gezogen hatte,ßeendiget wurde. Endlich starb er zu Saltzburg an. 1540 im 7»stenjähr feines alters. i. 7,8 L: 9° Qaccs-

in rkeLkr. kill. Lakrk. i. 4 c. 49 y. 524

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Matthäus/(welchem etliche mit dem zunamenLange,andereaber mit besserem recht Schyner/ nennen) Cardinal und Bifchoffvon Sion oder Sitten in dem Walliser -lande. Er war zu Mülli-bach in dem Gombser zehenden in selbigem lande gebohren,und hat-te einen zwar schlechten,aber doch,nach der dangen landes-art,nichtungelehrten mann zum vater. Derselbe schickte ihn, so bald er einwenig erwachsen,und den ersten gründ zu seinen studien gelegt,nachItalien , damit er dieselbe spraache mit der Lateinischen lernen undhernach in den geistlichen stand sich begeben möchte. Zu Como hat-te er zum lehrmeister Theodorum Lucrnum, einen damals berühm-ten ürsmmLkicum und Poeten,unter dessen anführung er es durchseinen grossen fleiß und vortreflichesgedächtniß sehrweit brachte,so,daß er auch öffters, wenn gedachter Lucinus kranck war, mit son-derbahrem rühm dessen stelle im-iociren verwaltete. Des VirZuu i>-bri /Tncibuin, des Oviclii licroilics, am allermeisten aber des koeckiiSsvcrini buch -le conloiLrionc,dienten ihm gleichsam zum Muster oderzum gründe seiner beredsamkeit/worinnen er nicht nur bey denTeut-schen, sondern auch bey den gelehrten Jtaliänern sich ein sonderba-res lob, bey seinen lands-leuten aber (zumal da noch sein unstrafli-ches leben darzu kam,) so viel liebe zuwege gebracht, daß sie iynckey«rfolgter vsc»m2, zu ihrem Dischoff verlangten und auch an. 1500erhielten. In dieser würde that er sich nicht nur mit seinen predig-ten hervor, welche von jedermann bewundert wurden, sondern erließ sich auch in der beylegung der streitigkeiten, so zwischen denWalltsern und ihren nachbaren entstunden, öffters gebrauchen undzwar mit solchem Nachdruck , und mit so viel verstand und dil-iigkeit,daß auch die allerunruhigsten köpffe sich nicht wegerten es aufseinen aussvruch ankommen zu lassen. Nachdem er nun auf solcheartducch seincnleifer und durch seine redlichkeir bey den semigen sichin grosses ansehen gesetzet, giengen die Uneinigkeiten zwischen demPabst Julio II, und dem König von Franckreich,LubovicoXII,an,wobey zener unter andern auchdieschweitzer zu hülffezu russen ge-nöthiget ward. Hierbey that Matthäus mit seinen predigten undvermahnungen dem Pabst so grosse dienste,daß er ihn erstlich als fei-nen l-cg-rum i» dieEydaenoffenschafft abschickte, und hernach MitderCardinalswürde dafür beehrte.Er war auch in der that so eifrig,nicht allein die Schwerer wider Franckreich in den Harnisch zubringen, sondern noch gar deren feld-züaeii selbst beyzuwohnen,undin allem zum schaden der gemeldten cron zu rathen und zu helffen,daß man ihm billig den grösten antheil der damaligen Schweitzer-kriegen zuschreibet. Nach Iulii II absterben, war er dessen Nach-folger, Leoni X, in dem kriege wegen Parma und Piazenza, inglei-chem gegen dicFrantzosen, auf alle weise bchülllich, und ließ die vie-len Verfolgungen, welche er in seinem eigenen vaterlande von denFrantzösisch gesinnten ausstehen muste, Massen er auch eine zeit-lang daraus vertrieben gewesen, sich keineswegcs abhalten, das a».sehen und die macht des Römischen stuhls mit allen kräffre» zu ver-theidigen. Er wohnte der wähl des Pabsts Hadriani VI nut beyund starb bald hernach zu Rom im jähr 152z währenden concUvebey noch nicht gar hohem aller. Der König von Franckreich, Frau-cifcus I, soll von ihm haben zu sagen pflegen,daß seine beredt,amkeltihn in mehr Unkosten und in grössere gefahrgebracht, als die Waffenso vieler taufenden von seinen landcs-leulen, den vchweitzern. DerbekandtcTolandus hat ihne zum Verfasser der sogenannten ?K,K/>pi-«a -onrr» o,»o-, welche er bald nach ansang dieses llculi wiederauflegen lassen, machenwollen; aber gantz ohne gründ weil Mal-tähus seine beredsamkeit wider die Frantzvsen bey seinen Eydgenos-sen immer in Teutsch, aber gewiß niemal in Latein gebrauchet hat,die ausgegebene rede auch mehr nach einer llcci^msrion und schul»Übung schmecket, als daß sie eine würcklich gehaltene politische redeseyn sollte, Äml. cielcr. Vallegs. ?«»/. ^

Matthäus Paris/ (sihe Paris .)

Matthäus/ (Stuart) Graf von Lennor, (sihe Stuart.)

Matthäus vinciociriLiiti; , war Abt zu Samt Denys inFranckreich und Regent des gedachten Reichs unter dem KönigeLudovico IX wie auch Nremier-Kiinillrc unter dem Könige Philippodem kühnen/ wiewohl nicht zu leugnen, daß von der zeit seines to-des, und wenn er eigentlich gelcbet, viel streitigkeitcn durch die ge-lehrten verursacht werden. Er schrieb in elegiischen versen die K>-Korism Tobiä, so zu verschiedenen mahlen, und letzlich zu Bremen an. 1/42 gedruckt worden, 6rU. Lkrill. com I. cie /irck.

wucc-n. 77 i- 6c kam. 4. lle skk. 8. Oion. p. zz6. bild.

öes i^inillr-z 6 I. 2. <l« kill. 1.,r. c. 64. kick cie

I'akksxs ac Lsinr

mat

Matthäus w'ekmonssterienlls. von dem kloster, darinnener gelobet, und kioi-iiegus > von seinem tractat: klvr-z killonsnim,beygenannt, war ein Bencdictiner-Mönch, und lebte um das iahei;??. Gedachter sein tractat fängt sich vonerfchgffungderweltan,und gehet biß auf das jähr i;c>7, dabey aber zu erinnern, daß dererste theil fast gantz aus dem Maltbäon-rill-ng ausgeschrieben.Es ist solcher an. 1567 zu London, und an. 1601 zu Frankfurt her-aus gekommen. Er soll selbigen biß aufbas jähr 1)77 fortgeführetund noch darzu ckrvnicsi^onLllcriorumWellmonslleiienllsundSl.Edmundl verfertiget haben, öclls llrixt. Ängii^

cic bitt. I. z. c. r. <7^a/e

Matthäus / hat in oder vordem raten i-cuio gelebt, und einechronick von Oesterreich geschrieben, darinnen er vorgibt, daß Oe-sterreich anfänglich stu-lriiLpra genennet worden, und den Ursprungder ersten Regenten herführet,von einem Abraham von Thevmaria,der unter dem GrafSathan ^ikgennruw, in lerca /rmMirscioaizge«bohren worden, und Susannam, die tochter des Herrn von Terre«manlia, geheyrathet. Welchen lächerlichen fabeln Henricus Gun-delfingen, und Albertus, Freyherr von Bonstetteii/in ihren Oester«reichifchen chronicken, wie auch an. 1678 Wolff Wilhelm Prämerim Ehrenpreiß der stadt Wien nachgefolget. Aeneas Sylvtus aberhat diese wunderliche meynung in seinem unvollkommenen hinter»lassenen wercke von der Ocsterreichischen Historie, wie auch JohannCuspmus nachdrücklich,wiewohl ohne denennung des auwn,. ,vi.verleget. Diese chronick des Matthäi aber ist nicht mehr vorhan-den; es wäre denn, daß es dasselbe Teutsche sey, so m derKayftrk. bibliothec eben dieses innhalls zu befinden, und welchesvon einem anc,»; m», so an. 1195 gelebt, aus einer grossen chronickist zusammen getragen worden. Dieser -wbrevimor hat auch vondes Hertzogs Äiberti mit dem zopffabsterben und begräbniß eineLateinische Epistel geschrieben. -n -rullris. bil-i.

Vinäob. i. r. c. 6. p. 47z. leqg.

Matthäus / ( Petrus ) in Frantzösisch gemeiniglich ktsttliiei«genannt, ein geschicht-schreiber des Königs inFranckreich,beschriebdie Historie der merckwurdigen dinge,die sich innerhalb 7 jähre» un-ter Henrici I V rcgicrring zugetragen, wozu er auch die auswärti-gen Händel, die sich mit dahin bezogen, setzte. Nachgehends be.schrieb er die gantze Historie von dem bemeldten Könige, unddamit man sonderlich die Ursachen der innerlichen Reiigions-krie-gen besser erkennen möchte, so fienge er schon von der regierungFrancisci l an, doch so, daß was er von diesen ersteren Königenmeldeie, nur zur einlcitung in die weitläuffiae Historie des KönigSHcnrici I V dienen solle. Er starb zu Toulouse an. iSri, als er denKönigtzudovirum XIII in dem kriege wieder bieHugonotlen beziehtece, und mder velagerung Moutauban kranckworden war. Seineschreib-art ist mit vielen verblümten reden, alleg-lli und erempelnaus alten Historien und poeten angefüllet, welche offt aufdas so dieFrantzosen ein g-iim-ciLr heissen, auslauffen, und mehr von des au.ri^s gelehrsamkeit und belesenheisals von seinem guten urtheil undrechn» begriff, wie eine nette Historie zu schreiben seye, zeugen kön-nen. Jin übrigen wird er in seinen erzchlungen vor getreu und auf.richtig gehalten. in wus. kill. c-M», clicsrr. ä'iiuom. leas-

r.iri. v»f/cr> kill ^4«^4»«bibl. ?vlik. *

Matthesius / (Johannes) wurde zu Nochlitz in Meisten,allwo in vallerWolffgangMatthcsius einRalhs.verwandterwar,den 24teii um. -504 gebohren. Nachdem er in seiner geburths'stadk,wie auch zu Millweide und aufdem g^mnsiio zu Nürnberg dem stu-dieren obgelegen, wendete er sich aufdie Universität zu Ingvlstadt,allwo er aber wegen seiner schlechten Mittel nicht lange blieb, M-dcristaufdem lande bey einerAdcIichevL,i>e sich in con-llrion begab.Indem er hicr>ntk>-mircc, kam ibm 611.1526Lutheri buchvongutenivercken, nebst dessen beyden büchern vou dem heiligen abendmahlzu gesichle, wodurch er bewogen wurde, sich an. 1529 nach Willen»berg zu begeben. Hier hörte er Lutherum, Melanchthonem, Ich.Vugenhagium ulidJust.Joiiam fleißig,und auf deS letztem -«->«.Müsiciscio» nahm ihn Lutherus an seinen tistl), gewann ihn auch solieb,daß er niemand lieber als ihn um sich hatte. Nach diesem gienzer nach Altciiblirg, und insormii-ze daselbst einige zeit lang, biß ib»der Graf von Schlick an. 15)2 nach Joachimsthalzu einem k-Loxberief, da er den catechifmum zu erst in die schule brachte, und zudem ende gewisse catechismus-tragen über die soniitagS-evangMauffetzte. Hierauf erbielt er anfänglich das viscouLr, und an. 1545das i^llnrsc bey der Joachiwsthalifchen gemeine, weiche er so liebhalte,baß er alle andere tienste beständig ausfchlug, ohnerachtct ihn.nicht nur die universilät Leipzig , sondern auch andere drter zu sichverlanget. Seine lehre vertheidigte er mit allem erßnnlichen eyffer,und lein leben wurde durchgehendS sehr exemplarisch befunden.Hi rbey fehlte es ihm nicht an schwären anfechtunge»; wie er dennselbst schrecket, es habe der fatan ihn in feinen qedaiicken hart äuge»griffen, und zum abfall von Gottes barmhertzigkeit nöthigen wollen,ja diese seelen-anqst habe ihm nicht allein alle leibesckräfflc,iondemauch vornehmlich das licht feiner äugen entzogen, dabei: er so gardie fenster seiner studier-stube mit dicken teppjchen verhängen null»seil. Endlich aber sey er auch wieder aus diesem elende erlöm wer«den. Denn als er einsten die fchüler vor seinem Hause singen gehört/habe der heilige Geist in seinem hertzen so viel ftende erwecket < Mer wiederum von seinem bette aufgesprungen, die teppiche von denfenstern wcgnebmen können, und sich von stund an besser bejuimii.Nach dieser schwären anftchtung hat er die stunde seines totes be-ständig in gcdancken gehabt, und in allen predigten Gott darumgebethen ; welches Wunsches er auch am 8ten octvber an. ^5gewähret worden, indem er nur; stunden vorher das evaiigemmvon der wiltweu söhn zuNain abgehandelt. Unter seinen MG '

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