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ihm standesmäßigen unterhalt gab und gar viel auf ihn hielt- zuwelcher zeit Lutherus, den der Churfürst um den Printzen gefragt,sich soll haben vernehmen lassen: er solle zusehen/ daß er nichteinen jungen löwen aoferzöge. Als sein valter nach HertzogGeorgens tobe die Meißnischen Länder geerbt, kam er zwar wiederzu ihm, kunte sich aber weder mit seiner mittler noch mit den ver-trautesten Räthen des Vaters, unter welchenAnton von Schonbergder vornehmste war, recht vertragen,und zog deswegen zu LandgrafPhilipp in Hessen , mit dessen tochter Agnes , er sich ohne wissenund willen seiner eitern in dem ansang des Mrs 1541 vermählte.Hierüber aber erweckte er bey denselben grossen Unwillen, so daßer bey Hertzog Heinrichs leben nicht wieder nach Hause kam,dagegen tbm und seiner gemahlin der nöthige unterhalt geweigertward. Es fanden sich aber leuse genug, diejhmgeld vorstreck«ten, wie denn sonderlich Hertzog Georgs alte Räthe, welche denenvon Hertzog Heinrich hatten weichen müssen, sich dadurch beyihm in gunst setzten.Da nun in bemeldtem 1541 jahrHertzSs Hein-rich todes verblich, kam er eilfertig zu Dreßden an, nahm ore ihmzugefallenen lande in besitz, setzte Hertzog Georgs Räthe wieder inihre bestallung , richtete auch die gantze regiernng auf die alte artein, und zog seines vatterS Räthe, sonderlich bemeldten vonSchonberg, zur rechenschafft, weil es ihm wunderlich vorkanydaßvon Hertzog Georgs reichthümern und den vielen eingezogenenkloster-gütern nichts mehr vorhanden war. Nachdem aberbemeld-ter von Schönberg ein zimlich beschwerliches gefängniß ausgestan-den, ward er auf ftcyen fuß gestellt,erhielt seine ämter wieder, undverlohr nicht einmal etwas von seinem vermögen, >vcil man bey derUntersuchung gefunden, daß die schuld an einer höher» Person lige,welcher man nicht wohl beykommen konte. Bald nach dem antrittseiner regirung verfiel er in streitigketten mit dem Churfürsten,Io;bann Friedrich, die auch niemals wieder recht find beygelegetworden. Man meint, daß eben die jetzt-bcmcldten alte Räthe Geor-gii an diesen Händeln nrsach gewesen, welche dem Cburfürsceii undher t-kormLtion heimlich feind waren,die sich denn der feurigen,krie-gerischen und ruhmgierigen gemüthü-art Mauritii bedient, und ihnvon den Protestanten abzuziehen getrachtet, wie es denn daher ge-kommen seyn soll, daß dieser Fürst gleich nach seines vaters tod demSchmalkaldischen bund entsagt. Zum wenigsten ist diese ursachwahrscheinlicher,als wenn andre sagen, es sey Hertzog Moritz der-einst von demChurfürste» wegen der spicl-sucht gestrafft worden,undhabe aus Verdruß darüber eine beständige feindschaftaufihn gdwoks-fen.Der erste streit entstund also a. 1542 theils ivegenJulilPsiugs unseines anspruchs aufdaS Bißthum Naumbura, theils, und inson-derheit wegen der stadt Wurtzen,die derChursurst wegen verwciger-tenTürcken-steuer eingenommen und besetzt hatte,worüber der Her-tzog zu selb zog, weil er die schutz-gerechtigkeil über diese stadt behau-ptete. Ehe es aber noch zu tbätlichkeiten kam, würd dieser Handeldurch den Landgrafen von Hessen , der deswegen persönlich nachMeisten kam,so wohl auch durch die abmahnung Lutheri beygelegt,und weil die soldaten im ansang der Marter- woch ausgezogen wa-ren und gerab vor den oster- feyrtagen wieder heim kamen, warddieser krieg der FladeNckricg gcnennet. Ungeachtet dieses Vergleichsaber, ward doch nie kein gutes vernehmen wieder zwischen beydenvettern, und entstunden unter ihnen von zeit zu zeit irrungen, die solang es möglich war, durch Unterhändler abgethan wurden. Injetztdemeldtem 1542 iahr zogHertzog Moritz seiner kriegs - begierdezu folg freywillig mit einiger mannschafft in den Türcken-krieg undwar auch fast der einige,der sich unter der Christlichen armer hervorthat, darüber er aber in grosse lebens - gefahr gerieth und von denTürcken, in die er ohne genügsame folgen, hitzig gesetzt hatte, schonzu boden gemorsten war, auch gewiß würde seyn getödtet worden,wenn sich nicht einer von Neidisch, der allein bey ihm war, auf ihngemorsten,und die feindlichen schwerdter aufgefangen hätte,biß ausdem lager entsatz kam. Es bemühete sich um diest zeit der Hertzoggar sehr um die gunst desKaysers, und nahm in den damahligenargwohn-vollen zeiten eine solche aufführung an, daß er sich nichtnur im geringsten nicht bey dem Kaysec verdächtig, sondern auchrecht beliebt,und hochgeachtet machte,;» welchem end er «.154; und44 demselben unerfordert wider Franckreich zu hülff zog. An.1545 machte er,wiewohl nach einiger bericht,ungern,und bloß,weiler schänden halber n cht davon bleiben konte, mit dem Churfürstenvon Sachsen und Landgrafen von Hessen varthey, wider HertzogHeinrich von Braunschweig, führte den Missten 6000 mann zu,und brachte es auch durch seine „ntcrhandluug dabin, daß Heinrichsich gefangen gab, der Landgraf aber ihm ein ehrlich gefängnißversprach.Als an. 1546 derSchmalkaldische krieg angicng,versprachzwarMauritius demCbursürsten,dcr ihm seine lande bey der abreiseanbefahl, alle freundschafft, bemächtigte sich aber doch hernach inJohann Friedrichs abwcsenheic des gröstenthcils derselben mit ge-malt. Er wandte zwar vor, es geschähe solches nicht nur wegender Kayserlichen an ihn ergangenen befehle, sondern auch auS ver-sorg, damit diese länder nicht gar in fremde bände kämen,weil Kö-nig Ferdinand schon fertig gestanden, in dieselbe einen einbruch zuthun, welcheserauch also seinenLand-Ständen vortrug, und indas lager der bunds - verwandten schrieb. Es meinten aber viele,welche gemerckt batten, daß der Fürst in diesem jähr mildem Kay-ftr aufdem Reichs-tag zuRegenspurg, und hernach mit König Fer-dinand^gchcime Unterredungen gepflogen, daß er einige von denLand-L-tänden, die solchem vornehmen widersprochen, mit Ungna-den angesehen,und daß einige von seinenMinistcrn mit demKayser-Irchen hofin genauem vernehmen stünden., es sey alles eine längstabgeredete und beschlossene fache gewesen,zumal, da derKayser ihmbald darauf,und ehe noch Jobami Fridrich völlig überwunden war,desselben lander und würden zusprach und ihn in schrifften Ertz-
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Marschall und Churfürst nennete. Allein es kam ihm anfänMJohann Fridrich eilfertig auf den halß,und weil er sich weder ein^,0 schleunigen zurückkunfft, noch auch daß die feinde in so gutemstände feyn sollen,versehen,auch daher einen grossen theil seiner vöcker abgedanckt hatte, verlohr er sein gantzes land bis auf LeivüaDreßden und PirnaMd ward genöthigetM zu König Ferdinandnach Bohmen zu begeben.Er kehrte jedoch mit der Kayserlichen ar-mee bald wieder um, und balff an. 1 ?47 das treffen bey Müblberaerhalten,woraufihm derKayfer Joh.Fridrichs länder,biß aufdas-jenige, was davon dessen söhnen ausgezogen wurde,nebst derCbur-wurde nochmals fchenckte, und die delehnung darüber in dem selbevor Wittenberg öffentlich versprach, welches auch an. 1443 aufdemReichs-lag zu Augspurg erfolgte, da indessen Mauritius denWniaFerdinands die UnruhigenDohmen hatte helffcn zu paaren treibenIndessen nuiste er es verfchmertzen,da ihn der Kayser mit dem,demLandgrafen von Hessen gegebenen worte stecken ließ, und diesenHerrn,ungeachtet aller seiner Vorstellungen in gefänglicher haffl be-hielt. Der Kayser fetzte ihm auch mit dem imenm zu, darüber eraber so zweifelhafte erklärung that,und zum schein viele zusammm-künffte seiner Theologen anstellte, daß die annehmung dieses buchsin seinen landen in die länge aufgehalten ward, bis die religivns-sachen durchgehends ein anderes aussehen gewonnen.An.i z zo über-nahm erReichö wegen die belagerung der »n die acht erklärten stadtMagdeburg , welches ihm bey vielen, auch den stinigen, grossenhaß zuwege brachte, weil sie diß für eine religions.verfolgung hieblen, die er wider seine eigene glnubens-genofsen vornähme, weswe-gen die ritter-pferde,die er aufgeboten, sich zu stellen abschlugen.Al-lein er mochte es wol mit allem fleiß dahin gefpielet haben,daß dasReich ihm diesen zug aufgetragen, dadurch zu verhindern, daß diestadt dem Kayser nicht in die Hände siele, und sich zugleich Len wegzu aussührung seiner anschlüge zu bahnen. Denn er mochleda-mals schon den krieg wider den Kayser in dem sinne haben, indem«hin so wol Vie gefangenschafft des Landgrafen ais auch dieses ver-droß, daß die Spanier sich soviel in Teutsche fachen mischten,wel-che insonderheit Mauritium bey demKayser zu verbringen suchten.Er ficng auch würckllch währender dieser belagerung aiyaufsolchenkrieg zu dencken, und sich durch das Frantzösischebündniß und sonstdarzu in stand zu setzen, weswegen er die belagerung auch ein gau.tzcs jähr aufhielre, und zuletzt den Magdeburgern eine c-pimi-iiongab, die gar Mir desKaysers vorgehabter schärffe nicht überein kam,und dadurch er meistcr von der stadt ward,welcher er noch dazu dasstraff-gelb, fo sie erlegen musie, soll vorgeschossen haben. Das voll-st) wider die stadt war gebraucht worden, verlegte er in die winier-guarciere, und behielt es also auf den deinen, unter dem verwand,daß es noch sold zu fordern habe, für dessen bezahlung er selbst sor-gen wollte, vo waren auch bieabgedaiicktcnMagdeburgischen sol-dctten unter der Hand wieder angenommen worden. Nun hättenzivar die Kayserlichen sein absehen an diesen und andern verschiede-nen umständen mercken können, inmaffen Mauritius um dieselbezeit gar sonderlich auf die loßlaffung desLandgrafen drang,und vor,gab, er wolle sich seinen söhnen sonst selber in gefangenschafft siel-leniwie er dann solches zuvor,da der LandgrafPbilippus aus furchlvon dem Kayser gesanglich behalten zu werden , sich nicht änderst,als auf dergleichen Versprechung die abditt in persohn bey Carolozu thun, hätte bequemen wollen, in der that schrifftlich also versiche-ret hatte, wo Philippus nicht sogleich wieder frey gelassen werbensolte. Worwieder hingegen die Kayserlichen schon genug zu seynmeinten, daß man Mauritium von allem versprechen ledig zählet,und selbigem, sich bch denen Heßischen Printzen gefänglich einzu-stellen , schlechtcrdingen verböte. «Ho liesse auch Mauritius ebenum diese zeit die Grafschafft Catzeneuenbogcn, die der Kayser demHeßischen Hause abgesprochen hatte, sich huldigen. Zu beinhalteLazarusSchwendi,welcher von deS Kaysers wegen der Magdebur-gischen belagerung beygewohnt, vieles gemerckt, so ihm den arg-wohn geheimer ünrerhandlnng beybrachte, welches alles er demKanserlichen Hof getreulich hinterbrachte. Aber man meinte da-selbst Mauritii so wohl versichert zu sey», daß sich Granvella ver-nehmen ließ, dergleichen seine anschlüge habe man von den trumke-ncn Teutsche» nicht zu vermuthen, und wenn man thäte, als obman so etwas dem Churfürsten zutraute, würde ihn das vielleichterst aufsolche gedäncken bringen. Er war aber so sicher, well rcrer^i-ü an demSächsischen Hof in Kayserlicher pcntio,, stunden,unddavor alles was vvrgicng berichteten, deren untreu jedoch Maun-tius zeitig gemerckt,und deswegen gethan, als ob er sich ihnen gan?vertraue, auch alle berathschlagmigen, die aber allezeit das Wider-spiel von seinem vorhaben enthielten, in ihrem beyseyn angesieu,daher sie denn den Kayserlichen Hof mit falschen Nachrichten erfüll-ten. Esthat anch Maurius noch sonst verschiedenes, die KavM-chen zu blenden, indem er nicht allein über absendung seiner Theo-logen nach Tridcnl handelte, und würcklich Gesandten vorausschickte, auch that, als wenn er aufcrfsrderung zum Kayser namAugspurg kommen wollte, wozu er sich schon ein hauß miethen ial-fen, und selbst niit weniger begleitung auf dem wege war. Abcrcycman sichs verfahr, kehrte er um, zog feine völckcr zusammen, unsgieng an. i;t2 aufden Kayser loßcher gantz ohne bereitschafft wm,eroberte Augspurg, und überstieg bie Ehrenbergcr-claule,aut dermvestigkeit sich der Kayser sehr verlassen hatte, dabey jedoch Mau«-tius in grosse lebens-qefahr kam,denn weil etliche von den Maien,sonderlich von dem Reiftnbergjschen regiment, welche bey derer-oberung Ebrenberg sonderliche dienste gethan zu haben mcnm",dafür sie eine ausserordentüche belohnung haben wollen, der CM-fürst aber solche verweigerte und einige von den ungestüme" wree-.rern bey dem kopffzu nehmen befahl, geschahe» elliche schujienaEihm, daß er mit genauer noth entrinnen kunte. Durch erober«