Band 
Dritter Theil
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die Hebräische/Griechische, Lateinische , Italiänische, Spanische,Frantzösische, Engelländifche undTeutsche,gründlich verstünde,undmeistenldeils zierlich reden kunte. Er 6cc>icitte auch in seiner jugendetliche schrifften inOriental. spraachen demKayserRudolpho II, undüber dieses war er in der rcchrs-gelehrfamkeir, meMcin und pwioso-k>!>ie nicht wenig erfahren.Zu der rede-kunst aber hatte er sein n-uu-r-l durch Sie Übung so geschickt gemacht,daß er,ohne sich vorher dar-aufbedacht zu haben,offt eine und mehr stunden in Lateinischer undTeutscher spräche sehr artige reden halten kunte. Über dieses war erauch in der muste wohl grübet, und hat die Psalmen, so von Ambra»sio Lobwasser vertentschet gewesen, mit neuen Melodien, wo etwanzwey ober mehr unter den gemeldren Psalmen auf einerley weise ge-sungen werden musten.versehen.Nach seines Vaters tod nahm er a.2592 den 2; aug. die regierung inNieder-Hessen zuEasselan, undbeförderte darauf die Reformite religion anfalle weife;wie er dennsolche nicht allein in seinem Fürstenlhum,sondern auch in den ange.erbten landen und demFürstenlhumMarpug,von welchem er nachLandgraf Ludwigs zu Hessen tod an. 1604 besitz genommen, öffent-lich einführte; allein wegen dieses letztem kam er mit seinem vetter,Landgraf Ludwig dem jungem zu Darmstadt in Proceß, welchen erüber 18 jähr an demKayserlichen cammer-gericht zuSpeyer führte,und doch endlich verlohr, über dieses noch darzu die GrafschafftCa-tzenellenbogen, wegen deß bißher genossenen Nutzungen, dem HauseDarmstadt einräumen muste. Er nahm nebst Heryog HeinrichIu-lio zuBraunschweig und andernTeutschen Fürsten sich an.i;ssdesRöm. Reichs wohlfart eifrig an, als der Admiral von Aragon miteiner Spanischen armer in den Westvhälischen cräyß eingefallen,zuwelchem ende er auch einige mannschaffc aufdie deine brachte.An.1602 gab er dem König in Franckrich, Henrico I V,als er sich anden Teutschen gräntzen befand, eine villre, welches einige von denLatholischenStänden dahin auslegen wollen,als hätte er es im na-men etlicher Teutschen Fürsten gethan, um des Königs in Franck-reich schütz bey ereignender gewaltthärigkcil zu suchen. Ja sie thunnoch dieses hinzu, daß an. 260; von ihm das erste bündiüß, so derUnion verböte gewesen, mit beliebet worden. Der Landgraferzähl-te nachmal, daß ihm die Frantzösische Königin unter vielen chrbe«Zeugungen einmal in Henrici I V gegenwarr gesagt: wie sie nochnie keinen so tugendsamen und verständigen mann vonProtestieren,der Religion gesehen hätte, und wäre wol schade, daß er nicht derkatholischen lehre beypflichtete; worauf aber der König sogleichdas Wort genommen und gesagt: Was die Königin an den Land»grasen aussetzen wollte, das hielte er neben vielen anderen sich fürdie gröste ehre. Sonsten nahm er an den wichtigsten gefchäff-ten seiner zeit mit theil, schickte an. 2608 seinen Gesandten nachdem Haag zu den Niederländischen friedens - ci-s^wn mit demKönig in Spanien , verglich an. 2609 Erims weise ChurfürstJohann Siqismiinden zu Brandenburg und Pkaltzgraf Wolss-gangWilbelm zuNeuburg wegen derJülichfchen cerilon versöhn-lich zu Dortmund , wohnte an- i6n dem Chur-Sächsischen undVrandenburgischen convcnr zu Jüterbvck,und an.iüia des KayfersMatthiä krönung zu Franckfurl am Mayn,wie auch an.1614 demrrb-verbrüderungs-convenc zu Naumburg , zwischm den HäusernSachsen, Brandenburg und Hessen , bey. An. 261; schickte er seineGesandten zu beylegung des Braunschweigischen krieges, und ließsich auch sonsten zu entscheibüng vieler unruhe» hin und wieder ge-brauchen,gleichwie er stch selbsten mit dem Churfürsten zu Mayntz,BifchoffzuPaderborn und Abt zuFulda,wegen einiger grantz-strei-tigkciten verglichen.Jn seinem lande richtete er viel neue schlösser ungebäude auf,hielt einen sehr prächtigen Hof, und machte sonderlichseineFürsten-schulezuCassel sehr berühmt,weil erselbsten kein beden-«ken trug,die Gräfl- undAdeliche jugend mehrmalen in wiffenschaff-ten zu unterrichten. An. 1620 trat er von der obengedachten umonab, und an. 1621 nahm er den Grasen von Waldeck ihr land, unterdem vorwande, daß sie die lehn bey dem Kayser und nicht bey ihmgesnchet,ferner in grossen mißhelligkeit milder stadt Corbach lebten,und endlich in dem verdacht wären,daß sie heimlich mit den Spa-niern collugircen. Allein die Grafen sind an. 1622 durch denKay-serlichen ausspruch rcllmuiret worden. So fand er auch sonsten beydem ertz-hauseOesterrejch gar weich; gunst.Denn es wurde ihm bey-gemessen, als hätte er in dem Teutschen kriege die Chur-Pfätzischeparthey allzu deutlich ergriffen, ja als Cräyß-Oberster dcs Ober-Rbeinischen cräyfes, dem Hertzvg Cristian von Braunschwcig beydessen einfall in die Ober-Rheinischen lande t'svoi-iilret.Zwar brach-te er wider diese beschuldigungen seine nothdurfft vorzallein er kontesich doch nicht alles argwobns entladen, so baß auch an. 162; seinFürstentbum durch die wintcr-quartiere von dem GeneralTylligarhart milgenominen worden. Der Landgraf, welcher in den gcdan-ckcn stund,als hielten es seineLandstände mehr mit denOesterreichi-schen, als mit ihm selbsten, fieng an sie hart zu verfolgen, so daß vie-le vom Adel aus dem lande zogen, die aber, als die Kayserlichenaufs neue in die Heßischen lande eingerücket, sich gleichfalls wiede-rum dabin begaben. Der Landgraf hielt sich immiltclst zu Dessau auf, und wurde endlich, da der Kaystrliche General, Graf vonGronsfeld, an. 1626 vor Casscl selbst gerückt, gcnölhiget.die landes»regierung seinem ältern söhn, Landgraf Wilhelm, an. 1627 abzu»treten. Hierauf führte er ein privat-leben in dem also genanntenobristcwhofziiCasschwar aber nicht dahin zu dringen, daß er zu die-sem seinen söhn gekommen wäre. In solchem seinem stillen leben ister endlich an. 16)2 den 15 mart. gestorben. Das war das ende einesder berühmtesten Fürsten in gantz Teutschland, welcher bey demKayser Rudolpho II in grossen gnaden stund, und die ehre gehabt,an seinem Hof nichr nur von Fräntzösisiben, Enqelländischen,-michen und Schwedischen , sondern auch Persischen Gesandten be-sucht zu werden. Im übrigen hatte er 2 gemahlmricn. Die erstere,

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welche er sich an.ny? beygelegt, hieß Agnes, GrasJohann tzesrazu Solms tochter/ die ihm gebühren Ottonem ^muMrarvl-en,zu Hirschfeld; Mauritium, der in dem irren tahr seines alters ver-storben ; Wilhelmum, welcher ihm in der regierung gefolget; imyendlichElisavelham,HertzvgIoh.Albrcchtszr>Meck!enburggeml>b-lin. An. iso; hielt er mit Juliana, Graf Johann des mittlern zgNassau-Dillenburg tochter, sein anderes beylager, und zeugte mitihr? Printzen und eben so viel Printzeßinnen. Unter den ersten sindzu mercken Philivpussso an. 1626 in dem rrsten jähr feines alters mder schlackst bey Lütter das leben verlohren; fernerHermannus Fri-dericus, der dem König in Schweden gedienet, und von den Polen an. lüz; niedergemacht worden ; und endlich Ernestus, welcherdie Rheinftlsifche linie aufgerichtet. Unter den Printzeßinnen wuc.

GkafPhilpps zu derLippegemahiin.rc^««- -n co,>u,>Z 7 Z^?L^!

tsllogs kiir. genes!, öcc. *

Mauritius von Savoym /ein jüngerer söhn des berühmtenHcrtzogs Carolr Emanuelis I / und Cacharina/ einer tochter Phj.Uppill/ KömgSvon Spanien . Er ward gebührenden lojan.an. / und von Paulo V an. 1607 mit dem Cardmalschm be-jchenckr. An. 1622 trug man ihm die proEon der kronFranck»reich an dem Römischen Hofe auf. Nach dem zu Chierasco an. -s; rgeschlolieuen frieden begab er sich auf eine Zeitlang an den Frantzö-sischen Hof. An. 16;4 verließ er wegen einiger durch den CardinalRichelieu verursachten Verdrießlichkeiten / die Frantzösische partheyund schlua stch zu der Oesterreichischen. Als an. 16; 7 sein allembruder/ Vrctor Amadeus 1/ mit tod abqangen/machte er dessenhinterlassener wittwe/ Christina / einer tochter Königs Henrici IVvon Franckreich/ die vormundschafft über ihre 2 söhne/ FranciscimHyactnthum und Carvlum Emanuclem H / mit solcher heffiigkeikstreirig/ daß es zu einem blutigen kriege kam/ woriniien isim diekrön Spanien / und sein jüngerer bruder Thomas/ hingegen s«schwägcrin die krön Franckreich bcystund. Nach vielen abwechS-lungen des glucks der waffen / kam es an. 164a zu einem verglich /welcher zwar bald wieder gebrochen / doch nach 2 jähren / nemlichden 14IUN. 1642 auf solche ark vcrneuert ward/daß die verwittibteHertzogin Christina die vormundschafft behalten / und ihre ältestetochter Loutsen Marien Christinen an Mauritium vermählen solle.Diesem letztem zu folg legte er noch in eben demselben jähr den Car-dinals'hul ab / und hielt mit der gedachten Printzeßin / welche da»mals noch nicht das 14 jähr ihres alters zurück gelegt hatte/ würck.ltch bevlagrr. Zugleich nahm er den titul eines Fürsten von Oueg.lia an/ und ward des jungen Hertzogs Carl Emanuels II General»Lieutenant in der Gcafschafft Nizza. Weil er stch auch wieder vorFranckreich erklärte/ so gab ihm der König LudovicusXIII einejährliche ?en6o von looooo Frantzösischcn Pfunden/ nebst Server«sicherung/ daß noch ansehnlichere s-sriücstionc; darauferfolgen sol»ten. Seiner gemahlin verehrte eben dieser König einen schönenschmuck von edclgesteinen/ 200000 chaler an baarem gcldt/ undauf ihre lebcns-zeit eine conllll-rsbie p-ngon. Er starb den 4 octob.an. 26? 7 ohne leibes-erben; seine wittwe aber den i; maya.2Syr.

Lc kill. lle s,ouil XIII.

Mauritius / Printzvon Oranien/ Graf zu Nassau/«der berühmtesten kriegS-helden/ wurde zu Dillcnburg an. izs? den7 sept. gedobren / als sich eben sein vater Wilhelmus nebst der null»tcr Anna/ Churfürst Moritzen zu Sachsen tochter/ in dem -rill»bey seinem bruder an dem gedachten orr befand. Anfänglich wurdeer auf die hohe schul zu Heidelberg / und von bannen nach Leydengeschickt / daselbst den studien obzuliegen. Nachdem aber sein vateran. 2; 84 durch einen meuchel.mörder entleibet worden/liessen dieStande in Holland Mauritium eilend nach Delfft holen/ und »er»trauten ihm so fort du «tatthallcrfchafft über Holland / Seeland/Wcst-Fricßland und Utrecht / wie auch die Admiral-cKs-Zs. Dochweil er noch etwas jung war/ wurde ihm Graf Philipp von Ho»henloh an die feite gesetzt. Die ersten jähre seines gouveni-mem» lies-sen sehr unglücklich vor dir vereinigten Niederlande / indem ihnendie Spanier unter anführung des Hertzogs AlexandriFarnestl/Antwerpen/ Gent/ Dcndcrmondc/ Brüssel/ Mecheln / Nlcniagrnund viel andere platze abnahmen. Dahero trugen sie die xroce»«»über sich der Königin Elisabeth in Engelland auf/ die an. izgsdenGrafen von Lcicester nach Holland abschickte / allwo ihn die Staa»ten zu ihrem 0 cne,s!- 6 ouverncur crncnntten. Allein weil ne nach»gchends mit seiner wunderlichen regierung nicht allzuwohlMN«den waren / forderte ihn die Königin Elisabeth nach Engelland zu»rück/ und befahl ihm das bisherige gouv-rnemenc abzulegen-, AIsnun solches geschehen / wurde dem Printzen Mauritio das höchstecommsnNo zu Wasser und lande an. IZ87 aufgetragen / nachdenurvorher in eben demselben jähre / da der besagte Graf von Leicesteceine reise nach Engclland gethan hatte/das imsnms.g-nc»>ßoll.vern-mein erhallen gehabt / auch würcklich in Brabant zu ftlve ge-zogen war. Gleich das andere jähr brachte«- Nord-Holland / allwoDietrich Lomioy gar zu sehr den Engellandern gewogen war/ M^vori»,>. eroberte Mcdenblick / und zernichtete des Louv-rneu» zuVließingen gefährliche anschlage. Zu gleicher zeilentgreng ervergcfahr / da ihn der Englische Admiral gefangen nehmen und EEngclland überführen sötte. Er verlohr aber durch untreu i«svldarcn die vestung Gertrudenberg / hingegen bekam er aii. l?o°mit einem torssschiff/ worinnen er 70 soldakcn veriiM hallt/ ^ °da durch list ein / cntsttzte auch gluckltch die festung Heu/M/^lohr aber Nbeinberg. In eben vielem fahr baneke er auch die MnkeKnodsendurg auf/ wurde cnuvcincur über Helderlmw/ unahm Hemert/ Crevecöur/ Steenbergen/Lechevdm unb auv^