Band 
Dritter Theil
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diese solches ihre« fteyheit uachtheilig ru seyn erachteten, wollen siees lieber auf die Waffen ankommen lassen. Beyde theile gaben hier-zu gute gelegenheit, indem von beN Schwerern die Gräubündter,so sich mit der Oesterkeichischen regierung Nicht allzuwohl vertratgen tonten, in ihren vund genommen wurden, dieKayserlichen undSchwäbischen bUnds-genvffen hingegen, sich einiger zu dem Biß-thum Chiir gehöriger orte angemasset. Zwar währte dieser kriegnicht über zehen monate, dessen ungeachtet gieNgen achtMerckwür-dige treffen vor , darinnen die Schwerer den grösten sieg davongetragen. Indem nun Marimilianus wohl sahe, baß hierbey nichtviel zu gewinnen wäre; überdiß so grosse hungers-noth entstanden,daß inanbemercket, wie zwey alte weiber eine gantze heerd jungekinder wie eine gantze beerb gänse auf die wäyd getrieben, da sie vorHunger das graß abgepflücket; weil auch über dieses die Reichs-Hülffaussen blieb, wurde endlich durch Vermittlung Hertzog Ludwigsvon Mayland, der sich der Schweißer zu wieder-einnehmungseines Hertzottbums, wcraußidn die Frantzosen vertrieben, zubedienen bedacht, ein friede geschlossen. Die bedingungen gieri-gen dahinaus, daß alles bisher geschehene auf deybcn feiten inVergessenheit gesicllel, und in den stand, in welchem es vor demkrieg gewesen war, «ttiiuttet werden solte. Aufdkscn krieg folg-te an. 1504 der Bayerische , welcher sich zwischen dem Churfür-sten von der Psaltz und dem Hertzog von Bayern ereignet- Tuefach verhielt sich folgender gestalt: Georgius, Hertzog in Bayern ,insgemein der reiche beygenannt, hatte eine einige rochier, Elifa-belyam, die er an PfaltzgrasNupertum, Churfürst Philipps vonder Pfaltz söhn,verhcyrathet,und in dem tcstament, weil er sonst kei-ne kinder hatte, zur völligen erbi» eingesetzt, ungeachtet er sich vor-hero mit Hertzog Albrecht in Bayern , als seinem nächsten bluts-verwandten,dahin verglichen,daß er die völlige cdbschaffc seiner lan-de haben solte. Als nun der lodesfall besgedachtenHertzogs Geor-gii ausBayern sich an. r zor ereignet,ergriffderPfaltzgrafRuprechrdie poLiiion, und wolle sich durchaus mir Hertzog Albrecht »1 kei-nen verqleich einlassen,ohngeachtet ihm derKayser aufdemReichs-tag zu Äugspurg an. i zog den dritten th: tl der verlassenen lande an-trage» ließ. Hierauf kam es nuu in d, in l-tzl-gedachten jähr zu ei-nem blutigen kriege. Der Pfaltz -ras Ruprecht,und sein vater. Chur-fürst Philipp,welche beyde in dieReichs acht erklärt worden,hatienzii getülffen den König GeorgiuM in Böhmen , und etliche Reichs-Fürstenchingegcn stund auf Alberti feiten berKayserMarimiliannsselbst,dieMarggraftn vvnBrandenbnrg inFrancken,derHertzog vonWnrtcmberg,und viel andere mächligeRejchs-Fürsten.DieBayernwurden in einem treffen bevRegenspurg geschlagen-in welchem aberMarimiiiamis von den Pferden würde zertreten worden seyn,wo ihmnicht der Hertzog Erich von Braunschwcig wieder i» den sattel ge«twlffen, für welche treue ihn derKayser zumRittcr gemacht,und dieeinkünffte derGra,schafft Görtz verehret. Dessen ungeachtet wurdeder krieg auf der Pfälzischen j.ite fortgesetzet, und schiene es, alswenn selbiger sich bald nicht endigen würde, wenn nicht zu gleicherzeitPfaltzgrafRiipertus nebst seiner geMahlin,welche ungeachtet siehoch-schwängern Indes war, dennoch mit einer streit-kolbe indeshandvor ihren rmuppen herzureiten pflegte,nichtohnc argwohn bey.gebrachten gifftes gestorben wäre. Denn hieraufkroch der Chuk-fürstPdilivp zum creutz,nndbatuMqnade,da denn aufdcmReichs-lag zu Cölln alles wiederum verglichen worden. PfaltzgrafRu-perts r hinterlassene söhne bekamen das HertzogthumNeuburg.daSübrige aber von Hertzog Georg hinterlassenen landen blieb Her-tzog Albrecht und seinem bruber WolssgaNgo, gleichwie so wolvon Hertzog Georg als des Churfürsten Philippi eigenen landenden cxecuroribll! der acht alles mnstc überlassen werden, was sie indiesem kriege erobert. Das hauß Pfaltz verlohr hierdurch gewaltigviel. Denn ausser dem, was andere bekommen, so kam an dashanß Oesterreich die vorhin davon versetzte Land-vogtcy im Elsaß,das schloß und die statt Knffstein undKitzbühl in Tyrol, Ncuburgam Jnn, nebst andern herrschafften und gerechrigkeiten an den Oe-sterreichischen gräntzen, wie auch die Grafschasst Kirchberg , Weissftnborn und dergleichen. Doch dieser friede war kaum qe>chlonen,alS man wider dieVenetianer sich in starcke kriegs Verfassung setzte.Denn weil diese demKays. in demMayländischenkriege mitFranck»reich vielen Verdruß gethan hatten,suchte er sich än ihnen nachdrück-lich zu rächen,und richtete deswegen Mit dem König Ludovico XIIinFranckreich, dem König Ferdinande j,, Aragonicn und Neapel ,und endlich demPabsiIulio llznCambray a.izoy eintauf.Der Kavstr Marimilianus kam aus Mangel des gelbes zuletzt nachItalien , und fand aufbeschl der Venetianev die stävtePabua,Pia-ccnza, Verona,und was sie sonst der orten hatten, offen. Ja bieRe«public schickte gar einen Gestindten zu ibm in das lager ab, welchermit fnßfälliger bitte alles, was sie von dem Römischen Reich diß-hero an sich gezogen, demselben zu rcllieu!«», und noch darzu einenjährlichen r-ibm von ;oo pfnnd goldcs zu bezahlen versprechen Mn-ste, wenn nur der Kayser die statt in seine proieüion nehmen, undnicht in die Hände des Königs in Fkanckreich liefern würde. Einigesagen aar, der gedachte Abgesinidte hätte bcmKahser frey gestellet,die friedens.-cnnciirionc'!, wie er nur selbste» wolte, vorzuschreiben.Allein desKayftrs zürn war noch allzu hcfftigmndderGesaiidremü-sse unverrichtetcr fache wieder zurück gehen. Doch eben dadurchwurden die Venckianer aufdas äusserste gebracht, und hatten dasglück, daß sie den Pabsi Julium, inglcichen den König von Arago-nien von der grossen trenncten, und hierauf demKayfer wie«

derum alles in der Lbinbardie wcgm,ymeii.D:eier nun lieg sich end-lich gieichfals bereden , daß er einen siillsiano mit Venedig machte,traffes aber fo übel, daß Franckreich, nachdem es mil den übrigenfriede» geschlossen,sich wider den Kavstr und den Hertzog vonMav«land erklärte, und den ersten nöthigte, den bißber getroffenen still-

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stand mit derRchublicVenedig in einen nachtheiliqen frieden zu per-wandeln,auch wegen aller aufgewendeten kriegs-kosten sich bloß,»st200000 dueaten zu vergnügen. Mittler zeit da der Venetianischekrieg währte, stifftete derKayser eine Vermählung zwischen seiner äl.tern enckelinMaria und demEron-PrintzenLudovico m Ungarn,des .gleichen zwischen der UngarischenPrintzeßin Anna und desKayserszweytem enckclFerdinando, wodurch nach der Hand das KönigreichUngarn an das hauß Oesterreich gelanget. Nachdem er also derwelk genügsame proben von seiner clugheit und tapferkeil dargeleget,wurde er den ir jan.an.iz iy zu Weiß in Oder-Oesterreich derselbi-gen durch den tod entnommen. Er war ein Herr, welcher so wolwegen seiner leibs-als gemüchs-gaben den berühmtesten Helden desalterchums gleich geschätzt werden konte. Seine lribes-stärcke warungemein, und konte er ein starckcs mahl-schloß mit bldssen Händenvon einander reisten. Eben diese brachte ihm in den ritterlichenÜbungen und turnieren grossen rühm zuwege. Er hatte sich auchdarinnen grosse gefchicknchkeit zuwege gebracht, daß er mit einemFrantzdsischen Ritter,welcher die gantze Teutsche-"von heraus ge-federt , angebunden , und thu ritterlich besieget. Seine tapfferkeitund großmuth schcuete niemals an der spitze zustehen, und wenn erruhe von dem kriege halte,war dieses seine.freude sich mit der jagd zuüben. Doch kam er hierüber in gar grosse aefahr, sonderlich als ereinmals dc» gemsttr so hitzig auf denTyrolischen gedürgen nachstieg,daß iedcrman und er leidsten sich seines ledens verziehe. Dienaturhatte ih» auch mit einem vorrreflichen verstände begäbet,welchen erdurch eigene erfahruug sehr vollkommen gemacht, ödes ihm gleichan geschickten Ichrern 1» der jugend ermangelt. Er verfertigte selb.sten verschiedene dücher, darinnen er unter andern aus liebe zurwarhcii die thaten seines vaters und seine eigene beschrieben. Esbefinden sich selbige in der Wienerischen bibliöthec, und führt» sol.gende ltlul: der weist König; derTewrdanck; Ehren-pförten; Frey.danck; Triumph-wagen; (stamm-chronick; der (Ltamnizdie siebenLust-gezirck; Waapewbuch;Slahl-buch; Platnerey;Iägercy;Fa>ck-nerey; Kücherey; Kellnerey;Fischerey; Gärtnerei); Baumeisie-rey ; rc- davon aucy der Theurdanck,darinnen er seine unglücks-säl-le, so ihm zugeflossen, beschreibet, und d e figuren darzu selbst anqe,geben - alsoenn gedruckt worden, nachdem Melchior Psintzing dieTeutschen verst darinnen vcrändcrt.NichardtisSbrolius hat ihninLateinische verse übersetzt. So woi in kriegs «ls siaats-sacken saheer darauf, wie alles in guter ordnung möchte eingerichtet werden-Eben dechero hat ihm die heutiges lages gewöhnliche eintheiliingderarmeen in regimcntek und compagnien, wie auch die Verfassung desRömischen Reichs in zehen cräyft, den Ursprung zu dancken. Unterandern dingen,die sonst unter ihm p->it>,et, ist wol das merckwür-digstc, daß r jähr vor seinem tod v.Martin Luther sichzlierst widerdie Römische kitche hervör gethan. So verdienet auch bemerckl zuwerden, daß bereits lange vorher, nemlich an. i4y;,Würtenberg,zueinemHertzogthum erhoben worden. Nicht weniger ist merckwür-dig, daß dieser glorwürdige Kavstr bey empfangener Nachricht vonder gefährlichen kranckheil des Pabsts Juliill sich selbst um diePäbstliche crone beworben,und an die Cardinäle in die zoöooodu»taten, seinen endzwcck desto eher zu erreichen,austheilen lassen,wie«wol ihm dieser anschlag durch die wiedcrgenesung des Pabsies zu-nicht worden. Und find diestsfalls sonderlich merckwürdig die zweybrstfe, welche er dieftrivegen, an den Baron Paulum von Lichten-stein und seine tochter Margarethäm geschrieben hat. Der erste ö--cierk zu Brescia den sept. l?ti aliwo sich damalen der Kavstrwegen des Venctianischen kciegs befände, gibt zu erkennen, daß derKayser däinalen der Meinung war, das Pabstthnm neben dem Kay-sertbum zugleich zu behaupten, auch sich zu diesen beyden höchstenwürden zugleich kröne» zu lassen,Wonnen er sich ausdie erempel deralten, auch zum theil Christlichen Kaystrn , obwöl etwas dunckelzu gründen scheinet, als welche biß auf.Gratianum zugleich Au«gusti und Pontifices Marimi, gewesen sind, oder sich doch also ge«nennet haben; dbwoi dieses leiste« irn geringsten nicht zur Christ-lichen religion gehöret hat. Im übrigen zeiget da der Kayser zim-liche Hoffnung, im fall damalen der Pabst stürbe zu seinem M«zu gelangen, und redete schon von der stcherheit, so er den Fuggem,welche die dreymal hundert tausend ducaten vorschießen selten, imstand wäre zil geben, nemlich 4 kistlein mit edelgesteincn samt demkostbaren, ohne zweiffel auch mit dergleichen steinen oder »mmversetzten mantel, dene er bey invclliruren zu tragen gewohnt wä-re , und dann noch über d-.ß alles den dritten theil der PabstnclMeinkünfften, wylche die darlehnere durch ihre dazu bestellte leute ie«weilen selbst einziehen könten. Der andere bries so den l8stPt-Ezwar wie grosse ursach ist zu mulbmassen, im folgenden it rr Mgeschrieben, zeiget nicht allein baß der Kayser ungeacht des PaM»wiedekgenesung in seinem vorhaben beharret, sondern sich nun gardemselbigen als einen co-chma-kn wollte zugeben machen, wooeyer wiedermalen von r oder; mal hundert tausend ducatenwelche die fach leicht Machen sotten. Nur hatte er barinn stm avsehen änderen müssen, daß er, um sich des FerdinandsL-mohülffe gewiß zu versicheren, welcheihme auch daraufhin vmpro-chen worden, nunmehr das Kaysertbum seinem groß-sohnearo»'V, der auch zugleich Ferdinand« enckel war, wollte abtreten.«''

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4 '»» 7g r/. ;y8. Das einige,sv die

testen billonci an ihm tadeln können , ist, daß er allzu sreygcklM«wesen, darüber aber offt selbst gr ssen Mangel am gelbe gttao«und etwa» auch, daß er in seinen rathschlägcn und unternemmmgen nicht die allergröste standdaffttgkeit erzeigt, noch die lachen,>nudem eifer zu ende gebracht, mit welchem er sie angefangen. Lr imke r gemahlinnen, davon die erstere Maria, Hertzogm «n Burgum

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