Band 
Dritter Theil
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lagerte und eroßerke er Pappä/ Mr Raab wurde vergeßenr ange-griffen. An.i;98ward er zumKayserlichen Statthalter inSicden»bürgen erkläret/ welches amt er aber wegen der in diesem lande ent-standenen unruhe nicht lange verwalten konte. An.iSoo trat er dieregierung imElsaß undjndenOberlandcn als einQubernsror seinerbrnder an/ und ; jähr hernach zog er eines gelübdes halben nachRom/da er dann von demPadst Elemente VIl l gar wohl empfan»gen wurde. Als die Königreiche Ungarn und Böhme» von demKayser Matthja an denErtz-Hertzog vonOesterrrichFerdinandumabgetreten worden / schickte ihn dieser zu seinem bruder/demErtz«Hertzog Albrecht/nach den Niederlanden / um dessen conkn§ zu er-halten. An. 1616 trat er die Nteder-Oestereichischr regierung anvon seinem Vetter Maximilian Ernst/und seinen vetterErtz-HertzogCarl» nahm er zum co-ajuror j dem Lculschmeisterthum an. Erstarb endlich an. is,8 denr nov.und wurde wegen seines friedfer-tige» gemüchs so wol von Catholischen als Protestirenden/ zumalbey den angehenden Böhmischen kriegs-unruhen/gar hoch bcdau«

rek. XLe-ven/iMe-'-snnz'es kerNinsriNei. UngLrilctie ctironictc.

Liklct. ckron. 5 ^c?rcrl)-!jogc llilrorico geiieLlvZ.

Maximilianus / Hertzog in Ober-und Nieder.Vavern / beSH. Röm. Reichs Ertz-Tnichsefi und Churfürst / war ein sohnHer-tzogS Wilhelmr V / welchen ihm seine gemahlin Renata/ HertzogsFrancisci zu Lothringen tochtcr/ an. 157; dcil 17 apr. zu Landshut gebohren. An diesem seinem geburts-on brachte er unter der anfüh-rung Wencrslai Petrejj seine jugend zu / und lernte die Lakeintsche/Italiänische und Französische sprachen fertig reden/ verstund auchdie Spanische/und harte sonderlich belieben an der Mahlerey undedelgesteinen / in welchen beyden er auch zimliche wissenschafft erlan»get. An. i5 87 wurde er aufdie univenirät nachIngolstadt geschickt/allwo zu gleicher zeit der Ertz-Hertzog Ferdinand von Oesterreich/so nachmals Römischer Kayser worden/ und seine beyden brüder/Hertzog Philipp und Hertzog Ferdinand / siudlttcn. Er ließ sich indie gcsellschafft der mutter Christi einschreiben/ legte sich anfangsaufdie moral und Mathematik/ und folgenvs aufdie rechtsgelchr-samkctl. An. izyi verließ er die gedachte Universität und gieng 2jähr darauf an des KayserS Rndolphi II Hof nach Prag . Nachdiesem trat er seine reife nach Italien an / verrichtete die wallfahrtnach Loretto/ und nachdem er Rom und Neapoils/ wie auch dasHertzogthum Mayland besichtiget / kam er über das Schweitzer-gebürge und Lothringen wiederum zu Hause an / da ihn dann feinrarer an. 1594 auf den Rcichs-tag nach Negenspurg geschickt / um»essen stelle daselbst zu vertrctten. An. 1596 ---.-ygmrte ihm dcr vakecdie regierung des Hertzogthums Oder-unv Niebcr-Bayern / welcheer auch würcklich antrat/dem vatcr aber alle kindliche ehrerdietungzu erzeigen niemals in Vergessenheit stellte. An. is<-r wurde er vondem König Philipp» in Spanien mit dem Ritter-orden deS gülde-nen vliesscs beehret. An. 1607 wurde ihm von dem gedachten Kav-ser Nudolpho II die cx-curio« wider dir Neichs-stadt Donawerchaufgestagen / welche er auch b«ld mit seinen völckem zur übergäbezwang. Die Lutherische und Resormirtrn Chur-und Fürstin/ wehche befürchteten/ daß cS ihnen dermaleinst nicht besser ergehen dürff-le / stellten sich beyzeiten in einige Verfassung unter dem namen derunion, welcher aber die Catholische Rcichs-stände ihre entgegensetzten. Glerch darauf an. 1610 ließ es sich bey entstandenem Jüli-chtschrn krieg zu gefährlichen Weiterungen an/ doch wurde alles nochin der gute beygeleget. Inmiltclst gebrauchte Hertzog Maximilianon. lün aufvrrlangrn desdoin-rapiluIszuSaltzdurgscinezusam-men gebrachte mannschafft wider selbigen Bischofs/ nahm ihn ge-fangen und nöthigte ihn zu der reNgnslion seiner regierung. Hst-raufbrachtecr an. 1618 dieHerrschaffl Mindclheimin Schwadenan sich / und in eben diesem jähre gieng das fcucr zwischen den Ca-Iholischen uüd andern religionS-verwandlen in voller stamme auf/nachdem dazu durch auSstürtzung der Kayscrlichcn Räthe zu Prag das holtz angelegt worden. Dieses wurde um so viel mehr unler»halten/ weil nach dem ivdc des KayserS Matthia die umrle Fürsten /gleichwie die Böhmen selbst / nicht den Kayser Ferdinandum IIzum König in Böhmen/sondern lieber den HertzogMaximilianuMhaben wollen. Allein diese!' soll die angedottene crone ausgcschla.gen haben / gieichwrerr/ da dieselbe dem gedachten Kayser Ferdi-nandoIIentrissen werden wollen/ ihm sonderlich durch die be.rühmte Wacht auf dem weißen berge bey Prag an, i 620 solche mitder gantzen weit erstaunung erhalte». Diesem nach kam er im nov.mneldten jahrs wiederum mit grossem rühm in München an / dadie beyden Päbste Paulus V und Eregvrius XV / wie auch mehrgedachter Kayser / durch eigene bliese zu vernehmen gaben / wiehoch sie ihm wegen seiner grossen dienste verbunden waren. Diesesalles munterte ihn noch mehr auf/ dem Kayserltchen >nrc-cNc zumbesten seine tapscrkeit zu erweisen. Er nahm dem erwählten KöiiiacFciderico V alle stadte in der Obcr-Pfaltz weg / und brachte auchdurch dc§ Generals Till» siegreiche waffen die besten ort in der Un-ter-Pfaltz unter Kayserliche n-b.niliion. Dieses alles nahm der Kay-ser so erkenntlich an / daß er ihn mit der dem König Fridcrico ent-zogenen Chur -würde an. i6r; begnadigte. Sein General/ der Lil-ly/ erhielt in dem gedachten jähr übermal den sieg bey der stndt Lohein Wcsiphale» wider den Biscboff zu Halberstadt / weßwegen demncum Churfürsten der Pabst UrbanuS VIII durch ein schreibenxrsiuiirle. Wie denn der Pädstlichc stuhl / dem dieser Churfürst zugrossem Nachtheil seines Vaterlandes die weltberühmte Hcydcldcr-grsche bibliotbec kurtz zuvor verehret / gar wohl mit dessen auffüh-runa zufrieden seyn konte. An. 1625 waren seine truppen widerden Konig Cnnstianum IV in Däncmarck bcyLutheram Bmcm-berg/ und nachmals wider die kr-uconrcntm in Oesterreich glück-lich. Er nöthigst auch durch seriiexn erwünschte» svrlgang seiner

Hertzogthum Otsterretch ob der Ens/ welches chm an. isro vvrseine kriegs-kosten an ez Millionen verpfändet worden / r-num.r».Alsbald ließ er die re5orms»on mit allem eifer treiben / und zähletman allein in dem jähr 1623 / daß 14258 Personen dir CathvlWreligion angenommen haben. Bißher war der Churfürst ein schre-cken seiner feinde gewesen / und niemand war/ welcher sich einensieg wider ihn zu erhalten versprechen konte. Mein nachdem derKönig in Schweden / Gustavus Adolphus / sich wider ihn ins selbgestclstt/ bekam die gantze fach ein anderes aussehen. Die schlachi/diean.;i dcn7sept. bey Leipzig gehalten wurde/ liessUnglück-lich vor die Ligisten ans/ wodurch derFränckische/ Schwäbischeund Rheinische creyß aufdie Schwedische feite traten. Durch die-ses ward es dem König m Schweden ein gar leichtes / seine Waffennach Bayern fortzusetzen/ allwo in kurtzer zeit Donauwerth/Moß.bürg / Freysingcn / Landshut / München und andere örstr erobertworden. Hierdurch fand sich der Churfürst genölhiget/ seine iru».pen wieder persönlich zu comm-nuiren/ darum er sich auch MdmGcneralWallcnstcin -»njunxirkt/und wider denKönig inSchwedenbeyNürnberq angerucktzcs erfolgte damals aber nichts sonderliches.Hingegen gieng die Wacht bey Lützen verlohren e und den Bayeri-schen landen stunde bey dem aufs neue erfolgten ciubruch d<S Her-tzogs Bernhardt zu Sachsen-Weymarcin neuer rmn bevvr.Rcgen-spurg mußte sich erqedeii/ und Jngolstadt scldstcn wäre bey nahedurch eine verräthcrcy an die Schweden übergegangen. Hingegeneroberst er Rain/ und erhielt die belagerte stadt Costmtz. So wur-de auch an. iüz4 Negenspurg wieder erobert/ und der König Fer-dinandns III zu Ungarn und Böhmen mer dessen trouppen er Niesernigen cvn>unß>ret / erhielt den grossen sieg bey Nöldlmgen. Indem folgenden jähr 16;; bezwäng er Augsburg durch Hungers-not!)/ und verjagte die Schweden aus dem Etßselo/ gleichwie cc imgegeniheel so wohl von diesen als den Frantzostii an andern oriennicht weniger einbusse litte. Jmmtttclst erfolgte der friede zwischendem Kayser und Chur- Sachsen / da er dann in seinen landen wie-der etwas freye luffr bekam. An. 16; 7 bekam er durch seinenr-n, Johannen! a>- Werth/ die Chur-Tricrische vestung Ehrendreik-flcin durch accvrd ein / und conjunMe hierauf seine rrouppen mitden Kayserltchen / war auch zu ansang des folgenden jahrs etwasglücklich/ wurde aber bald darauf bey Nhemftlden/ imdnachge-hrnds noch r mal geschlagen / worüber die vestung Brisach selbstverlohren gieng. An. 1640 eroberten seine vöickrr Biligen/Altzey.und Bacharach . In eben diesem jähre schickte er den «-n-rm Wah-len wider die Hertzoge zu Braunschweig und Lüneburg in dasSlifft Hildeshcim/ und conjunZi-te 90°« mann mit dem Ertz-Her-tzoge Leopold Wilhelm von Oesterreich . An. 1642 bekam er wiede-rum Dürrn ein / hatte aber das Unglück/ daß den r; ocl .die Kay-scrliche Niederlage bey Leipzig erfolget. Hingegen gieng ihm an.164; der einsall in das Frantzösische lager bey Dutlingen desto bes-ser von stalten/ indem verfeind rumstet und der 6en-fg> Ramaunebst vielen Hohen Ossicirern gefangen worden. Doch kvme diesesdie Frantzosen nicht abhalten/ daß sie nicht an. neunter dem Her-tzoge von Euguicn bey Freyburg aufs neue eine schlacht lieferten/darinnen der General-Major von Merry gctödtrt/ und nachmalsPhtlippsburg / WormS/ Speyer / Mayntz und Mannheim ein-genommen wurden. In dem folzenden jähre 1645 wurde mit glei-chem glück gestritten. An. l ö- constmziist er seine völckec abermalsmildem Ertz-Hcrtzoge Leopold Wilhelm / konte aber gleichwol da-durch nicht verhindern/ daß nicht der Schwedische Feld-MarsLallMangel in Schwaden und Bayern eingebrochen wäre/ und Do-nauiverlh nebst Rain/ Landsberg und Freysingcn erobert hattc/wel-ches auch den Churfürsten dabin bewegte/ daß er an. 1647 den 4matt. nicht ohne Mißvergnügen des Kayserltchen Hofes/ Mtt beydeneronen/ Franckreich und Schweden/ zu Ulm einen stillstand schloß/vermittelst dessen er Heilbron an Franckreich/Uberlingen und Mein-mingen aber an Schweden abtrat. Allein den r g ftpt. noch eben sei-digen jahrrS trat er wieder auf dir Kayserliche feite/ eroberte Mem-mingen / und schickte dem Kayser Ferdinands III nach Böhmen ansehnliche hülffs>völckcr/ wodurch der Schwedische Felv-Mar-schall Mangel aus besagtem Reich biß an die Weser zurück zuw«-chcn genöthigt wurde/ gleichwie er nebst den Kayserltchen mtttler-zeit das Casselischc Fürstenlhum gar hart mitgenommen.Wln dieSchweden / welche mit den Frantzösischen trouppen unter deinMarschall von Turenne verstarckct worden / fielen aufs neuelnBayern ein/und eroberten viel örter/erhiellcn auch wider den Kay-scriichen Fcld-Marschall Holtzapffcl densicg.Endlich abervecllchndie feindltchrn waffen das Cbur-Bayerifche gedictc/und suchten ßwmit dem Qenersl Kötilgsmarck/bersich derstadt Prag bemächllgei/zu vereinigen / woraus zu ausgang dieses jahrs 1648 der friede jilMünster und Oßnabrück/ allwo er einige iahr deßwegen seine ge-sandten gehalten / glücklich erfolget. Durch diesen friedens-M«behielt er die Ckur-würde und das Ertz-Truchseffen-amt/ nebst derOber-Pfaltz/gleichwie er bereits vorhcro die Landgrafschafft LenÄ-tcnderg von seinem bruder / Hertzog Albrecht an sich gebracht. M1649 beschickte er die ftiedens-c^ecurio-i'-trackaten zu Nürnberg/M rell-miric hieranf dlc Unter-Pfaltz / glcichiwie er an. 1650 bie MRegcnspurg ev-cuiret/ worauf er das folgende jähr 1651 den r/scpt. mtt rode abgegangen. Im übrigen war er in seiner reliEsehr eifrig / und äusserlich sehr a-voc. Er ließ an. iszg die vergol-dete ü->rue aus einer hohen marmornen faule/ zu ehren dermiMGottes/ zu München aufrichten; gab ;°ooc> gülden zu der Iefilw-milt.onach China / und 200000 gülden zu stifftung des EngeMder Icsutttir-colleLii zu Lültig; baute zu BurHhauß 8. Zosepb ei"k

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