Band 
Dritter Theil
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mckdemKawch elMilassen. Auf diesem Reichs-tag wurden vonfeiten des Czaaren 4 Personen zuderPolnijchen cronevorgeichla-!,en nemlick der Gros-Feldherr Siniauwükt, der Palatin von^a ov e^Schemetruschder v-ce-Cantzler Szembeck und der Cron-Unter-Schwerdtckräger Denhoff. Der Pennal des Königreichs,Siembeck unterstützte da des Czaaren ansuchen so gewaltig, daßauch würcklich beschlossen ward, den thron als v-canr zu n-ci-riren,und ru erwehlung des Königs einen Reichs-tag anzusiellen,unge«acht man sich anfangs daimc entschuldigen wollen , daß man vonAugusti renunüLkion noch keine völlige gewlßheit halte; jedoch da

kerzögett wmden, so muste endlich der streich seht schlagen , und^'ebre Craar. Maj. durch öffentliche gewalt der Waffen durchzubre-chen suchen; allein da die theils in Lithauen, theils in Polen po-stirte Nützliche lruppen, um den (Schweden den einsang in dasland abzuschneiden, mit fcuer und jchwerbt alles aus das grau-samste verhecreten, so wurden dadurch die gemnther >o sehr widerselbiae erbitteret/ baß man anhude Polnischer seitö sehnlich zu wün-sehen, dieses beschwehrlichen schutzcs loß zu werden, und hingegenden König in Schweben nebst Slanisiao in dem land zu sehen,welches auch nicht wenig beytrüge, daß der streich bejagter Massenmißlungen, und die Polnische Grossen mehrenl.hells aus einanbergegangen. Man versähe sich auch schon eines wurckilchen emfalls,und durffte sich darum desto weniger unterstehen, die proM.rlewähl zu vollbringe», ungeacht die Rußische armee über looooomann starck wäre. Der einbrach in Polen erfolgte auch wurck-lich einerseits mit 92000 mann unter Carolo selbst , welcher All-Ranstadt den i sept. verlassen; anderseits aber mit einem Schwe,disch-und Polnischen ca-po unter Slanislao. Czaari,cher se>tsward auf dessen empfangene Nachricht in einem kriegs-rath niil de-nen Generalen Menzikoff und Scheremetoff beschlossen, daß Ihre»Maj.nach Petersburg gehen,und von dar aus das nöthige verschaf-fen,zugleich auch mit der flotte denen feinden eine lliverllon machensolle. Dieser Herr verträte damals zur see die cn-rge eines comre-Admirals, und stunde seine gantze see-macht unter commsnöo desFödor Matwejewitz Apraxin, einem drüber der Czaaritzin, Födors,des Czaaren bruders wittwe. Die Nußische Generalen postirtenfich an unterschiedlichen orten, und wüsten die prllLxe der Weichsel sowohl zu verwahren, daß Carolus nicht hinüber kommenkonre, jaeinsten, da er sich mit 200 mann übersetzen lassen, um die Rußischearmee zu recognolcipen, von ;oo Russen so übel empfangen wurde,daß er sich mit genauer noth zurück ziehen konte, da sich seine leule,um ihne zu retten, in stücken zerhauen liessen, worauf er sich um diegegend Thoren und längst des gedachten flusses in die winter-quar-lier begäbe, alldieweilen die Rußische truppen jenseit dieses flussespostirt waren. Bey so bewandten fachen ward dem Czaaren diebottschafft gebracht, daß die Ottomannische Pforte, welche Asoffsehr ungern in seiner gewalt sahe,denen Königen Carolo und Sta-uislao durch einen Gesandten eine oLngv-LUjzncr wider Rußland anbieten lassen, und zugleich der König in Schweden sich verneh-men liesse: ob wolle er in das Hertz von Rußland einbrechen , unddaselbst unter dem ohne das mißvergnügte» pöbel einen aufstandanrichten, worauf er alsobald,um die nöthige gegen-versassung an.zuordnen, von Petersburg nach Moskau aufkrache und den 16 bec.daselbst anlangte, da eben vorher» den 1 dieses monats ;o der vor-nehmsten rädels-führern der durch die Strelitzen angestellten bluti-gen mLssscre aller fremden cinwohnern und des Qouvcrncurs selbst,waren hingerichtet worden. Allein kaum hatte er da das neue jährangetreten, als er von dem FürstenMcnzlkoff Nachricht erhielte:was Massen es an dem wäre, daß der König in Schweden über diezugefrorne wasser in Lithauen einbrechen wolle, worauf sich unserMonarch eilends nach Grodno aufmachte, um wenigstens denenSchweden den paß über den Riemen-fluß abzuschlagen, als wo-selbst er auch alles zum angriffdes erwartenden feindes wohl be-Me- Inzwischen hatte der König in Schweben würcklich dieWeichsel psu.rt, und ruckte ungeacht der von den Russen angestell-ten lammerlichen Verwüstung des landes, mit grossen schritten aufGrodno an. Der Konig selbst, als der mit 600 mann voraus ge-gangen wäre, griffe die mit dragonern besetzte brücke daselbst an,Mte dieselbe,in die flucht, und setzte damit die stadt dermassen inschrecken ,dag sich der Czaar, so sich, ob zwar dem König in Schwe,den unwissekw, darinnen aufhielte, samt dem Fürsten Menzikoff ei-lends nach Wilna zurück zöge, da denn Carolus sich mit anbrechen,dem tag dieser von den Russen verlassenen stadt demeisterte. DerAaar ^ ^ er vernommen, daß der schrecken von so wenigem/ iaMe alsobald zooo mann wiederum dahin,stadt neuer dingen zu bemächtigen, und den König selbst?nfzaheben; allein der anschlag mrßlunge. Der Czaar zöge hierauffen^w-UP^ zu / willens zwischen Mihilow und Orsa posto zu fas-an «bme zwar die Schweden abschneiden wollen,

"" lw" dessen aber zwischen der stadt Wilna und dem fluß diesesnamens stille halten musten. Durch diese und andere dergleichen

bewegungen nnd Verwüstungen brachte es endlich der k-aardaß b.e Schwedische armee, ungeacht keine schlacht voraeaan! nder vielen ^nguen wegen gar sehr verringert wurdehatte der Czaar feine armee über den Dnieper gehemundÄ 2auf einem fetten boden aufschlagen lassen; enthielte Narau?ck»ige zeit zu Poloczk, ward aber kranck, als er eben von dar 2 !»'

lersdurg abreisen wolle, und ,leffe sich nach Smolensko brwam

Um die,e zeit wäre die Rußische jee-macht schon dermassen-Z?,'wachsen, daß die m see befindliche Schwedischeflette vonskr^-schiffen, die Rußische nichl angreiffen durffte, als welche das BMsche meer, wre auch den Bothniichen und Finnländischen meÄ'sen dergestalt in ihrer gewalt hatte, daß sie in Finnland , auf da i 'sul Bioruwe und einigen andern anlanden, auch diese stadt-lander mit brennen, plündern, hinrichten und hinweasch evvenv-ävolcks jämmerlich verheeren, und viele mit ledens-mitreln UStockholm beladene ichiffe wegnehmen konte. Als sich der e-aä!von seiner Unpäßlichkeit wiederum zu erholen anhube, träte er s°bald seine rette nach Moscau an, um daselbst eine rebelliondampffen, welche sich unter einem, namens Condrafchka Bo äwmder einen anhang von 8000 mann halte, angesponnen, als d dawillens wäre Aivff zu überrumpeln. Es waren auch schon würLlich 20000 mann Czaansche lruppen unterm Fürsten Dolavruki ä,gen diese redetteniinanmarsch begriffen; allein der rädels-fübreda er gesehen, daß sich seine eigene leute feiner bemächtigen wol -nbrachte sich ,elbst mit einem pistol-schuß ums leben, womit er->arvielem ungemach auf einmal adhalffe, odwohlen sich svnsten auckein durchgehendes murmeln und Mißvergnügen über einen so län-gen und be,chwehrlichen krieg in dem land zu äußern bequnte -MoMaj. giengen ,o bann wiederum nach Smolensko, allwv sie ebenzu der zeit anlangten, als das namhaffte treffen bey Hokowstlwinzwischen einem theil ihrer armee und dem mebrern theil derSchwedischen truppen vorgienge, da nemlich der König inSckwe.den, nachdeme er die 2 flusse Verezina und Wabritz o-ss,rt,dieRussen , ,0 hinter dem letztem reirenciiirt waren, den is julii nozangegriffen, auch endlich das selb erhallen, obzwar mit einem Ver-lust von 5°°° mann, da hingegen Rußischer seitsnur2°°°,unddarunter der Printz Galliczin, todt geblieben, und solle an diesemVerlust viele,chuld gehabt haben,daß die Russen des fumpfiqten erd-reichö halber nicht recht zum fechten kommen können.DerKöma inSchweben berieff hierauf den General Löwenhaupt aus Curlandzu sich, allein ehe selbiger mit denen unterhabenden 20000 mannbey ihme angelangt,wäre der König schon über den Dnieper geaan,gen. Gleichwie er aber da keinen festen fuß halte, also erlitte auchseine armee durch vielfältiges fcharmutziren mit einem feind, derauf ieinem eigenen gründ und boden, mir mehrerm muth und ver-theil fechten kunte, einen gar grossen aogana. Unter andern ivur-den auf einmal; Schwedische regimenter zu gründ gerichtet, undein anberesmal, da die b-ig-g- des Schwedilchen lincken flügels vvn2000 Russen angegriffen worden, wurde dem König das pserdt un-term leibe todt geschossen. Ungeacht des so vielen ausgestandenenungemachs hatte sich doch indessen Carolus der vestungSmolenskoziemlich genähert, als welcher ort, wo er dene einmal erobert,ihmezu jemem vorhabenden marsch nach Moscau sehr beförderlich ge-wesen wäre; allein er liesse sich durch die Verheißungen des Hitt-man Mazeppa,beme die Ukraine von dem Czaarn mit zoooo mannzu verwahren übergeben war, von feinem vorhaben ab- und in diesegegend zuben, womit er sich aber immer mehr von feinen ihmnachfolgenden hülffs-truppen unterm General Löwenhaupt eil!«fernte, als welcher den Rußischen General Bauer ohnedeme immerauf der Hauben halte, und endlich, nachdeme er bey Slow denDnieper pumpet, von 60000 Russen unter comwsnllu des Czaarenselbst eingeschlossen wurde; worauf Löwenhaupt 2 weilen vonPropoisk sich 16000 mann starck postirte, und den 29 sept. denangriff thäte, allein so gar unglücklich, baß seine armee aufdaSHaupt geschlagen, 8000 davon gelödtet und 267; gefangen mor-den , der General selbst aber sich nebst den bey ihm habenden4000 mann seines volcks mit schwimmen über den fluß Sossa inn-ren müssen; Rußischer seits hingegen waren vaooo mann todt undk>l-lk,rt,auch unter diesen letztem der Printz von Hessen-Darmstadt.Dem König wolle es in der Ukraine auch nicht gelinge», als dessenVereinigung mit Mazeppa der Czaar ebenfalls den krebsgang stführen wüste, wie denn ein theil der Cosaken von jenem ab-und zudem Fürsten Menzikoff übergienge, auch Baturin, da sichr°°°der übrigen hinein gemorsten, von diesem erobert und mitdesMzeppä,als eines rebellen, bildniß eine scharffe ex-cmlon vorgenom-men wurde, wodurch aber viele Cosaken aus mitleiden sich Mie-sem zu schlagen bewogen worden, so daß der Czaar das gantze lanoals feindlich zu tractiren anbube. Zu gleicher zeit gienge es amin Liefland für die Russen glücklich; ein Schwedisches corxo mü -de bey Wydurg geschlagen, der anschlag des Schwedischen Ge-nerals Lubeckker auf Narva oder Petersburg, wie auch der Schwebischen flotte unterm Admiral Ankerstiern auf Cronslot, zu maMgemacht; sodann als jener eben seine soldaten auf diese flotte-AbLrquirte, um selbige nach Finnland überzuführen, wurden oiesivon denen Russen überfalle» und 2000 niedergemacht.giengen die bisseitige Unternehmungen ebenfalls von stalte» -die Rußische truppen zusamt denen conkr-icrirten in Po cn siM»lich bey Koniecpol;ooo mann der Stanislaifchen erfchlnMU"einige regimenter gantz gefangen bekamen. Der Czaar Ml"Mden König Augustum wiederum nach Polen zu ziehen,,und Mu2 seiner viiE-rs nach Sachsen , um daselbst mit demKomgwMnemarck mündliche Unterredung zu halten, als welcher perM«dahin kommen solte, um da mit dem Czaaren und dem summAugusto eineok'-und lletenliv-ittij»»» zu schließen. ZugleMrM