Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

888 M M

Ivlmann am Viertel-Rhein worden / und an. '7°6 verstorben.

«"-«»AN? K'^!"

Raths und Ober-Amtmanns zu Königstein ehalten. An. >710war er Chur-Mayntzischer an dem Französischen Hofe.

^vettmeß°°dtt Pettmoß/ eine Bayerische herrschafft und

marck in dem Bißtbum Augspurg und dem land-ger,cht NE

leacn / gehöret den Freyherrn von Gumpenverg/ welche es vol zooT-nvondenGrafenvonGrcißbach erhandelt. cL«--.«. k>- -° 4 -

Petterlingen/s. perershausen.

vettorano / eine in der Neapolitanischen landschafft Abrnuocü» > an dem fiuffe Pescara / gelegene so a". - 7°7 fast vol-lia durch ein erddcdrn runmet worden. Vte gehöret leik elncyenhundert jähren dem Hause Cantelmi/ welches auch von dem KömgePhilivpo lV in Spanien den Fürstlichen lttul davon erhalten,sthe Cantelmi.

vatus/ (Cäsonius) ein Römischer Capital», welchen Nero anCorduloiiis statt in Armenien sandte. - Er nahm so wunderlichedinge vor, daß er in des feindes land gantz umringet undumichlos-sen wurde, und aus furcht einen sehr schimpflichen frieden einge.den muste. Nero «hottete seiner, da er wieder zu ihm kam, undsaate zu ihm, daß er sich doch ja alsofort ftmesvardons veriichernmöchte, weil er sofnrchham wäre, damit er ulchtetwaauZfurchtund schrecken der straffe wegen kranck werden mochte. Einige scri-benten halten davor, daß dieser Casonius Patus eben dcrielnge sey,welchen Vespastanus als 6ouv»„eur in Syrren schickte. Dr-"««

15 IN gnnai. lie büN. jull. I. 7 c. r:.

vätus/ (Thrasea) ein Rathsherr und kkilolopkua 8eo!cu8, vonPadua gebürtig, beschrieb des Catonis von Utiea leben. Die altengedencken öffters seiner aelehrsamkeit Und ehrbarkeit. Nero vernr-theilte ihn zum tvde, und Tacitus sagt, daß er in seiner perion dielugend selbst gelobtet habe. Die ursach >var, weil Patus sich zukeinen schändlichen schmeichelcyen verstehen konte, das recht linddie Unschuld beschützte, es mochte dem Kanier Mallen oder nicht,und «ich in allem nach art der alten Römischen Ratbs-Herren,wel-che noch unter der freyheit gelebt hatten, aufgeführet. Als nachcrtödung Agripvinä der mutter Neronis auch von beffhlmpffungderen gedächtniß in dem Rath gehandelt wurde, gicng Thraseasdaraus weg, um öffentlich ohne scheu vor dem Kayser zu zeigen,wie sehr ihme solches mißsiele. Er war so behertzt, daß er sich demBürgermeister Marcello widersetzte, als derselbige einen gewissen?r-rvrem, welcher mit unrecht des hochverraths beschuldiget wor-den, zum tobe verdammte. Dieses unternehmen des Tbraseä ver,ursachte, daß auch die andern, welche sich nicht nnterstehen wollen,dem bemeldten Bürgermeister zu widersprechen, nicht mehr stilleschwiegen. Hierdurch wurde besagter kr»ro-, welchen Nero hin-richten lassen wolle, beym leben erhalten. Als ihme von dem Ty-rannen die freyheit wäre gegeben worden, sich nach belieben eineart des todes zu wehlen, liesse er sich die ädern öffnen. Von sei-nem weib Arria, so mit ihme gestorben, siehe deren besondern arti-

ckkl. Ilrcr?. «. 14 annak Dran. 1. 60. I. 8 ep. L Ac. *

Petworth / eine marck-stadt in der westlichen gegend der En-gelländischm provintz Sussex,hat ein stattlich schloß, so vorzeitenden Grafen von Northumberland gehörte, nachgehends aber durch<ine beyrath an den Hertzog von Sommerset gekommen ist.

petzko/Betschkow/ eine stadl, nebst einem festen schlösse, inOber Ungarn , an dem fluß Waag, nicht weit von Trentschin, gele-gen. Von denjenigen, so es mit dem Ragoczy hielten, ward sie an.i7°8 mit stürm erobert, geplündert und in brand gesteckt, nachge-hends aber wiederum verlassen, als sie von dem Commcnbantenauf dem schlösse tapffcre gegenwchr funken-. petzora/eine grosse provintz in Ost-Moscau, welche sehr ge-ourgig, kalt und übe! bewohnet ist. Die haupt-stadl hcisset gleich-falls Petzora, an dem fluß Petzora gelegen, welcher sich in das eyß-meer ergeust.

petzur/pitzur/eine grosse handels-stadt in West-Moscau, inder provintz Plescow, welche an. 1700 von den Schwebe» meisteu-theils aögcbrandl worden.

pevensey / eine stadt in der Engellandischen provintz Susser,wovon der benachbarte Hafen Pevenfty-Haven genennet wirb. Diestadt ligt an einem kleinen fluffe ohnqefahr eine weile von desseneiniall in die sce, und ist sonderlich deswegen berühmt, weil sie derort ist, allwo Wilbelmus der eroberer aus der Normanbie mit einerflotte von vhngefahr 900 schiffen anlandete.

peucerus/ (Eastwr) ein berühmter kl^icua undvoichikorwurde an. 1525 den 16 jan. zu Bautzen in der Laußnitz , woselbstsein vater ein burger war, gebohren- Sobald es seine jähre znlies-sen, wandle er flch zu den studien, wozu er gar eine »»gemeine be-glerde bezeugte. Er kam also nach Goldberq, und bediente sich da-selbst der unterrichkung des berühmten Valentini Trotzendorsss -hierauf begab er sich an. 154; nach Willenberg, woselbst er an Phi-upvi Melünchthvnls tisch gieng/ auch dessen inkormarion und un-m den llullii8 genoß. Sein steiß verursachte, daß er gar baldmit mercklichem succeß darinnen »vierte, dahero er auch an.^F^--wurde erlanget. Unter andern leqte er sich mit gros-semfleiß aufd^ marke«;,,, die er öffentlich zu Wittenberg mit son-docirtez jedoch tractirke er dabey die Medicin,dan-^ Jacobi Milichu stelle vrof-llkr mcciicin«wurde,und darauf das folgende jähr den grsflum voÄori- annahm/

peir

nachdem er schon an. i;;-> sich mit Philippi Melanchthvnis ,0»ter,MagdaIena,verheyrathet hatte. Sein rühm und dä Lhen, ,0 er durch seme gelehrsamkett ihm erwarb,nahm deraeflM,.daß er zum öfflern nach Hofe beruffen, und bey gar wichtigen ye-rathschlagungen gebraucht wurde. Auf seine Vorstellung verweb/te der Churfürst die einkunffle der academie, bestätigte guck d/«'schluß ber?roketk-rum, daß er über die gantze Universität eine m,?-ficht haben solle, ja er bath ihn zu seinem Printzen Adolphs-um a '.vatter. Dieses grosse gluck aber verwandelte sich gar bald in eingrosses ungewitter. Denn nachdem Peucerus es nicht allein in dentheologischen lehr-puncten mit seinem schwieqer-vater dem M>inpo Melanchthone hielt, sondern auch den Resormirten allen vmschuh that, ihre lehren auszubreiten, und in Sachsen einzuführenwurde er an. i;74 den 1 apr. zu Wittenberg von demsüM,Hauptmaun in arrest genommen, seine fachen visttiret und er »achDreßden citiret. Daselbst wurde er von den, co-Mo-io vernom-men und ihm insonderheit vorgehalten, daß er durch heimliche-°n.hiraeionen die lehre der Resormirten in Sachsen einzuführen ee,trachtet, welches er zwar leugnete,jedennoch ein dekänlniß „nler-schreiben muste,darinnen er sich der klagen schuldig machte,und dergebührenden straffe unterwarff. Da solches geschehen, führte manihn auf das schloß nach Rochlitz, und an. 1576 nach Leipzig . Manversuchte zwar auf unterichiedene art ihn zu einer rechten erkänt-niß und zu einem völligen dekantniß dessen, so ihm vorgeworffenworden, zu bringen, er wolle sich aber auf keinerley art dann de.wegen lassen, vielmehr blieb er beständig dabey, daß er ihm niemalsvorgenommen, durch coriss-irarion oder praüiguen eine religjvns,veränderung einzuführen; gleichwohl aber wolle er von dcrmey.nung der Resormirten nicht ablassen, verdammte die sommkmconcorlliL mif das hcfftigste, wolle behaupten, daß sie in allen stü-cken mit der Heil. schriffc,der Augspurgischen -ontcllmn und demcatechismo Luther, stritte, wiewohl Luthcrus selbst in dem aM>!von dem adendmabl die Wahrheit nicht erkannt hätte,und einPapißgewesen wäre. Also muste er im gefängniß bleiben, darinnen erseinem eigenen bericht nach ziemlich hart gehalten wurde; dochsuchte er unter andern seine zeit mit studieren so viel er kirnte zu ver«treiben. Einige geben vor, baß, da er weder papier noch dinte ge-habt, hätte er «eine meclirsrillnes auf den rand einiger alten bücher,die er bey sich hatte, geschrieben, und sich von dem gebrandlen drodteine art dinte verfertiget, welches doch sehr unglaublich und mitandern umständen, die dabey gemeldet werden, nicht wohl überein-kömmt. Er gerietb dabey in grosse leides- schwachheit, muste micherfahren, daß seine ehefrau aus kummrr dieses zeitliche gesegnet.Unterdessen blieb er in diesem zustande gantze i°jähr; denn Man.158; des Churfürsten Augusti gemahlin gestorben, und sich derlei,bige mit der Anhältischen Printzeßin Agnes Hedwig vermählte,legte diese alsobald eine ini--c-il,on vor ihn ein, und erlangle,daß erauf freyen fuß gestellet wurde. Man glaubet, daß die vorige Wr-fürstin zu dieser seiner bestrassnng gar ein grosses mit beygetragen,dahero Peucerus berichtet, daß eben zu der zeit, da sie gestorben, ereinen träum gehabt hätte, darinnen er einen leichemprvceß gese-hen, und wie der strick, damit man eine alocke gezogen, zerrissen,dabey ihm auch diese Worte eingekommen: Unsere seele ist ent-runnen/ wie ein vogel dem strick des voglers. Nach sei-ner besreyung begab er sich nach Zerbst , woselbst er noch is jadkals Anhaltischer Leib-kieckcu§ und Rath bey guter gesundheitundin sonderbarer Hochachtung seiner herrschafft gelebet hat, biß er an.1602 gestorben. Unter seinen büchern wird sonderlich -ilEtstill tractat 6e pr«cipuiz llivinsrionum gencrikuz, wiewohl er glichsonsten noch viele andere geschrieben, als da sind: Mario rie sswxa.

rkia A rwriparkia ; praüics icu merlioäus curanlli moibm inrewo,;lrLÄLtus lle tekrikus ; vilL iilullriurr, mellicnruw; traÄakuz iiiiimi-cus rie pkiiippi Xlciancklkonir ientcnkis in conlrovcriiL crrnL Dom,.

und Viele andere. elogcs äes komme? «ZVZN- 1.!.

Äiss. ab ipio icripra. c 7 «v-e^--. in vira Ktcirnciik.

Lci an. r;6s n. r;. in vitia meäic. in concor.

rüg concorcle c 8 Lc. rkeacr. /re/ciü». Linflen. renov.

^nkair. kill. ?.

peurbach/ eine stadt und grosses schloß in Ober-Oesterreichs Meilen von Lintz,gehört dem Grafen von Strakmann.Von hierMder berühmte KrsrKsmaricus, Gdorgius Peurbach, den »amen.

pdeurbach/ oder Purbach / (Georgius) einer der berühMBXtarkemaricoruin seiner zeit, wurde an. 142; den may zu Per»dach, einem in Ober-Oesterreich gelegenen städtlein, gebohren. Fseine» jungen jähren fand er bey sich einen sonderbaren trieb zummarkcmaric, in welcher wissenschafft er auch zu Wien gar MUgründ gelegt, und daselbst die Kiagill-r-würde erhallen. Er bchi«'tc darauf andre berühmte Universitäten, nicht nur in TeutMMsondern auch in Franckreich und Italien , und setzte sich bey M-man in gar grosse Hochachtung. Unter andern nahm ihn der ve,rühmte Cardinal Nicolaus Cüsanus in sein hausi auf, und wuM'te ihn beständig bey sich zu haben. Blanchinus, der durch Mkakuias att-onomicaa bekannt worden, hielt gar inständigan, daß er zu Ferrara über die astronomie lesen möchte; derg>e«M>er auch zu Bononien und Padua thun solle. Er willigte zwar hi»'ein, doch nur aufgar kurtze zeit, indem er seine gedancken aM raufWien gehabt. Nach seiner zurückkunfft wurde ibm sucvprokctllon der mrtkemalic aufgetragen. Ob nun gleich vmau-König Ladislaus in Ungarn ibm eine ansehnliche penllon gMlwließ, wenn er Wien verlassen wolle, ließ er sich doch darzu "wegen, sondern suchte vielmehr daselvst die astronomie hoher ewpzu bringen. Er machte sich desbalben über des Ptolcmai ^Zestlim, verfertigte nachmals verschiedene tcactate, als