Band 
Vierdter Theil
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zur erden, woraufdie soldaten ihn anfielen, ihm den kopffabhie-

den, so dann seinen leib aantz nackend auszogen, und denselben ausdem finster warffen. Dieses geschahe an. ;3?. lle la,

ville cle Loissonr. *

Räuden/ ein Cistercienser.kloster in Schlesien , bey dem nahevorbey lauffenden fluß Ruda oder Räude, so Uiadislaus Hertzogvon Oppeln an. ir;r gestiffiet.

RaudniN, eine stadt in Böhmen , in dem Slaner-crayse zwi-schen Leulineritz und Melnick, an der Elbe gelegen. Sie ist mit ei-nem sehr schönen und grossen schlösse versehen, und gehöret demFürsten von Lobkowitz . Das allhier befindliche kloster canon.reg 8. Augustini wurde an. -421 von denHußiten geplündert undverbrannt, woben sie den Abt und etliche Onomcos niedermach»len. Nahe hierbei, aufeinem berge liegt ein kloster, 8. Georgen ge«

Nannt. FsLr». miscell. Lob. llec. i I. 4 .

Ravello , eine stadt in der Neapolitanischen landschafft rrmc>-psro cltrs, nicht weil von Salerno , auf einem berge gelegen-Sie lstvon keinem sonderlichen alterlhum, und ziemlich wohl gebauet,auchmit einem Bißthum versehen, welches unmittelbahrer weise unterdemPadst stehet.

Raveitglaß.eiue marcktstadt in der Engelländischen GrasschasstCumberland, m der einthetlunq von Allerbale, ist auf drey seltenmilder see und zwey Offen umgeben, wo zwischen sie liegt, hat un«terschiedliche dazu gehörige kähne und kleine schiffe.

tkeacr« rnszn. Lricsnn.

Ravenna / eine alte Italiänische stadt in Romagna , führetden tirul eines Ertz-Bsschvflichen sitzeS, und gehört unter den Ro-mischen stuhl. Sie liegt aufeinem morastigen Hoden, nahe bey demUfer des Adriatistben mecrs, an welchem sie einen grossen Hafenhat.worinnen vor zelten nach der von Augusts gemachten anordnungdie Römische flotte an dem Adrjalifchen meere zu liegen pflegte.Der Kayser Honorius hatte in dieser stadt seine residentz, und best.sttgle sie mit einer doppelten mauer. Die scrtbenten der RömischenHistorie gedencken dieses orts gar offte. Ravenna war auch die re.sidentz Theodorici, des Königs der Gothen , und nachgehends derLxsrcboiuin oder vice-Könige, welche die Griechischen Kayser inItalien sandten. Loiiginus war der erste, welcher von Jusiinv umdas jähr 567 oder ;68 dahin gesandt wurde. Diesem succedirteSmaragdus, worauf Romanus Castinicus kam, und sodann wie«herum vorbcmeldter Smaragdus. Es folgeten Johannes Reim«gus oder Remigez, Eleutherius Jsaac, Theodvrus Gallivpas ,Olympius, Theodvrus, Gallivpas zum andern mal, ein an»derer Theodvrus, Johannes, genannt Plato , Theophvlactus,Johannes mit dem zunamen Rizocopns oder Francheracinus,Paulus und Eutychius. Unter des Paust regierung wurde Ra»venna von Luilpraudo, dem Könige der Lombardier, cingenom.men; allein an. 727 eroberte der Vice-«.e mit des Pabstö und derVcuetianer hülste diesen ort aufs neue.Eutychius, der letzte vice-Kö«nig,kam hierauf wieder zu beherrschung des exarchats. Aistulphus,König der Lombardier, eroberte Ravenna anst neue, und verjagtean. 752 den LxLrclwm aus Italien , behielte aber diese stadt nichtlange. Denn der König Pipinus nöthigte ihn an. dazu, baß erdiesen ort nebst dem gantzen exaicksm dem Pabst übergeben muste,welches durch Carolumtvl. an. 774 bestätigt wurde. Nach derzeit hat Ravenna sehr viel Unglück ausgestanden. An. i?ir cw»bcrte die armee des Königs in Franckreich Ludovici XII unter Ga»stons cle Foix coinmsnäo die Habt Ravenna und erhielt dabey einensehr berühmten sieg. Diese stadt ist jetzo nicht mehr si> ansehnlich ,als in den vorigen zeiten, sie hat ein marmorsteinern thor, welchesvon dem vvlcke das güldene oder schöne thor genennet wird. Diedarinn befindliche haupt kirche wird von 4 reihen steinerner Pfeilergetragen. Der darzu gehörige Hafen ist nun fast gantz von fand an«gefüllt, und von keinem nutzen. In der kicche 8. Maria cle la 8.0-mulla, welche um das jähr 757 ausserhalb der stadt Ravenna er«bauet wurde, nachdem selbige von der herrschafft der Langobardenbefreyet worden, ist der stein-schlüssel des gewölbes von einem eint»gen gantzen steine,welcher ic> schuhe breit und 200000 pfund schwerist , wodurch diese kirche sehr berühmt gemacht wird, worinnensonst fast nichts merckwürdiges ist. Nachdem die gewaltthatigkeitdes Padsts Stephani VI, welche er an Formoso nach dessen todeausgeübet, in Rom grosse unruhe erweckt hatte, hielt, um selbigezu stillen, Johannes H,des gedachten Litephani tucceckor, an. 901ein Loacilium zu Rom , auf welchem alles dasjenige vor nichtig er«klaret wurde, was man wider bemeldten Formosum unternommenhatte. Bey dieser gelegenheit wurde auch Lamderti crönung be»stätiget, und hingegen Berenqarii seine vor nichtig erkannt, welchebeyderseits Könige von Italien seyn wollen. Eine zeitlang nachdiesem hnoäo hielten 74 Bistdöffe, auf des gedachten LambertiVeranstaltung, eine Versammlung zu Ravenna , und bekräfftigtenalles daszenige, was zu Rom geschehen war. An. 967 wurde hie«selbst in gcgenwartdes Pabsts Johannis XUI und des Kaysers Ot«tonis i ein ander Lonciiiuo, zu wieberaufrichtung der kirchen-zuchtgehalten. Nach der zeit hielt man noch unterschiedliche andere all»hier, worunter aber keines merckwürdig ist.

linier. Icalia sscra. tilli. kdaveimar. 3 ce.

llelices ä'Irslie p. 204 kegg.

Ravensberg/ ein schloß und Grasschasst in Westphalcn. Dasschloß hegt auf einem berge bey dem fiusse Hasset und die Grasschasstist ziemlich groß. Sie liegt zwischen den Bißthümern Paderborn und Oßnabrück, wie auch dem Bißthum Münster, dem Fürsten «thum Minden und der Grasschasst Lipve- Es gehören dazu folgen«de amlcr, schivsser und städte, Bielefeld , Hervorden, Lmiburg anLellena, Ravensberg an und vor sich sechsten, Svarenderg undMoste. Die ehemalige!! Grafen und besitzet dieser Grafjchaffk ha«

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brn rhren Ursprung, nach Kranzii bericht, von Herrmann Geckzu Calvele gehabt; denn derselbe hat mit seiner gemadlin Er helingeiner tochter Hertzog Ottens an der Weser und Grafen zu Nort«heim, 2 söhne, Ottvnem und Henricum, gezeuget, welche beydesich zuerst Grafen von Ravensberg geschrieben, und gegen ausgangdes 11 tecuü gelebet. Von deren nachkommen ist Ludovicüs an.i2S6 zum Bischoffzu Osnabrüq ecwehlet worden, und Otto Grafvon Ravensberg hat zu ausgangs des 14 teculi, wie Lucä iitseinem GraftN'saai berichtet, sein gantzes geschlecht beschlossen.Seine emtzige hinterlassene tochter Margaretha hat durch bey»rath diese Grasschasst an das hauß Jülich und Eleve gebracht,von welchen sie nach deren abganq an. 166S dem Churfürstenvon Brandenburg , vermöge eines haupt-venrags mlt Pfaltz, ge»fallen ist. lopo^r. IVettphsI. 8sxor>. libr. 9 c»

Ich bitt. intiZn. prole^orn. ü. libr. i c. iz §. r Lc 24.

I.8p. 428-4;;-

Ravenspurg, eine Reichs, stadt in Schwaben im Algvw andem fluffe Schuß, nicht weit von dem berühmten kloster Wein»garten und flecken Altorff gelegen. Sie ist ziemlich fei«, ^mittlergrosse, und mit mauren wohl verwahret. Der boden trägt nochziemlichen wein. Zu Caroli K zeiten ist sie ein sitz der Grafen vonAltorff gewesen, wovon das schloß auf dem 8. Veirsderg an derstadt noch zu sehen. Daher soll sie damals Grafenspurg oder desGrafen bürg seyn genennet worden. Einige melden, daß unten amfuß des alten Gräflichen schloffes ein dorff gelegen, so Gravenauoder der Grafen lust>platz genennet worden, wovon die stadt hernachentstanden und ihren namen bekommen, welches endlich mit vvrl»gem fast auf eins hinaus läufst. So viel ist indessen aus den mo-numemiz des klosters Steingaden in Bayern gewiß, daßRaven»spurg ehedeffen eine municiprl.stadt der Grafen von Altorff gewe»sen; doch soll sie erst um an. 1100 die mauren bekommen haben,und der Kayser Fridericus Barbarossa daselbst seyn gebühren woc«den. Ihre freyheit aber hat sie erst zu zeiten des imei-re^ni bekom«men. An. izn hat die L>chwäbisthe Ritterschafft ein tdurmerallhier gehalten. Wie denn in der stadt leidsten noch viele alte Ade»Ilche geschlechler und Larrici, seyn. In dem städtc.krtcg an. i;8sist die stadt von den Hertzogcn von Bayern uud andern belagertworden. An. 1646 haben sie die Schweden zum theil ausgcplüu»dert, hernach aber, als sie an. 1647 belagert wurde, geschützt. Je»doch meisten die Schweben den ort, nachdem sie das vor der stadtauf dem berg liegende Oesterreichische schloß verbrämn, übergeben.Woraufdec Wcstphälssche friede erfolgte,worin wegen Ravenspurgdiese verschling gethan worden, daß die Catholischen und Augsvuc»gischen conseßwns'. verwandten sowohl in den policey«ais kirchen«fachen gleiches recht mit einander haben,und die chargen beyderseitsbesetzen sollen. Welches alles durch den crecutioiis.receß, der bey-den ausschreibenden crayß-Fürsten Cvnstantz und Würiemderg, alszu dieser fache von dem Kayser ernemller Cömmissarien, zu Lindanam Bodensec an. 1049 völlig ausgemacht und zu stände gerichtetworden. Allein als nachmals die Cathslischen dem Lindauischeltrecess nicht völlig nachlebten, brachten die Angspttrgischen Lon-teüions-verwanbten von der Kayscrllchen commißion zu Göppin»gen cke an. iüsv einen neuen befchl auS, trafst welchen der streitvollends beygelegt wurde. Allbierwird noch jetzo ein Kavscrlicheslaud'gerichce gehalten. Das regiment der stadt dernhel i» demkleinen raths-colleZio, welches aus iä Personen, als 2Bürgermei-ster, 4 geheimen, und 10 andern Personen bestehet. Sodann issdergemeinds«Ralh, welcher aus 22 Personen bestehet. Endlich istnoch das stadt-gerichl, welches derStadl-Amman nebst 12 Assesso-ren verstehet. Zuletzt ist noch zu wissen, daß die stadt Ravenspurgdie Herrschafft Smalneck besitzet, welche sie den ehemaligen Gra-fen von Werdenberg und Heiliqenbcrg abgekauffc. Die Herrschafftist nicht gar sonderlich unb hat noch darzu keine hohe Obrigkeit,sondern dependwt von der Landvoigtcy Schwaben, in deren bczircksie fast mitten inne gelegen. eopoZeaph. p. 1^7.

I?. I p. 760. cle urb.

Ravenstein / eine mäßige stadt und Herrschafft in Trabant.Die stadt liegt an der Maaß zwischen Grave und Mecheln , 2 Mei-len von jedem ort- Vor Vielem waren die Heryoge von Eleve Her-ren von Ravenstein , allwo sie eine gute citadelle hatte», welche Her-tzog Wilhelm, krafft eines mit dem Kayser Carolo V geschlosse-nen friedens.articuls, niederrelsscn muste. Anitzo hat der Chur-fürst in der Pfaltz die Herrschafft Ravenstein , welche ihm an.

1666 durch den Haupt-vertrag mit Cdur.Brandenburg so fern zu-erkannt worden, daß er an das letztere zoooo thaler erlegen unddie stadt mit Hollänbilcher garnison besetzen lassen solle.topogrApb. V/etipliLl.

Ilch gewesene und hernach indem 17 lecuio von neuen wieder her»vorgebrachte würde. Über den Ursprung und die eigentliche be-deulnng des namens findet man sehr unterschiedene meymmgen»Trithcmius nennet sie auf Lateinisch Lirluros, und Brikv Armori»cus fast ausgleiche art kiiokor, womit das von vielen Teutschen ge-brauchte worr Rauchgraf übereln kömmt. ReinesiuS nennet siet-omitez alperc»,well sie über sehr rauhe und gebürgigte örrer,Milchender Mosel und der Maaß, in dem gebier von Trier und vonLurtig hatten zu befehlen gehabt. Andre geben ihnen den namenRuhgrafe», welches unter andern auch in dem zu Franckfurt ver-wahrten original ber güldnen bulle geschiehet, allwo sie mit unterbeniemgen erwehnt werden, welche den Churfürsten von Trier zugeleiten schuldig sind. Es soll «der der kilul Ruheqraf darum seyngegeben worden, weil diejenige/ so denselben geführt (eben jö, wieman vormals m erheben Niederländischen provmkm aewisse Roe»waerds oder Rusibewaerders gehabt) die gemeine ruhe und sicher-heit wahrzunehmen Ichuwig gewesm, Aibemis CranzW mcynt,

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