Band 
Vierdter Theil
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thü

erfolgte, soll er in mutterleibe mit Heller stimme geweinet, und nach»gehends 2 zähne mit auf die Welt gebracht haben. Nachdem er ei-nige jähre zu Vchweinfurt, Gvtha und Coburg den ssu<L obgele-gen, unb fonderlich in den Römischen antiquitatcn eine ungemeinewissenfchafft erlanget halte, trat er in Lothringische kricgs- dienstennd ward unter dem der cron Spanien überlassenen regiment desObristen Maras anfangs Fourier, bald darauf Fähnbrich, undnach ; jähren Obrist -Wachlmeister. An. 167; bekam er das com-niando über ewige trouppSn, nnt welchen er einen in Burgund er-regten aufstand bämpffle, nachdem er deren Haupt, den d/lsrguis cksListcnviS geschlagen, und etliche veste örtec unter bc» fuß gebracht.Er erhielt darauf die stelle eines Obrist-Lieutenants und Commcn»dantenS zu Befanyon, halte aber das Unglück, daß er diefe» orl an.1674 in dem maymonat an die Frantzofen mit accord übergebenmisste. Hierauf befand er sich, als Adjutant des Printzen Carolivon Vaubemont, in dem treffen bey Sennef, danckle aber kurtzhernach ab, und begab sich aus leine guter. Allein er war kaumdaselbst angelanget, so wurde ihm die cksr§e eines Obrist - Lieute-nants bey dem Fcäncklfchen crayje, und an. 1676 das commandoin Würtzburg anvertrauet. In eben diesem jähre bekam er einKarsserlich alliantz-regiment, und führte in zwey feldzügen widerFranckreich unterschiedliche glücklich aus, worauf er an.

1678 die ehre hatte, ,n Straßburg Coiumenbank zu werden. An.168; commandtrle er, als General - Wachtmeister, die lrouppendes Fränckifchen crayfes, und wohnte mit denstlben nicht allein derbeiagerung von Neuhäusel, sondern auch dem unweit Gran an.iü8s gehaltenen treffen bey. In dem letzlgebachlen jähre ward erzugleich General - Wachtmeister über die Kayferiiche armee , undan. 1086 Commendanl zu Fünfkirchen , nachdem er dieselbe vestungsowol als Oft» erobern hclffen. An. 1688 gab ihm der Kayfer daspradicat eines Gei!eral-FcId-MarfchaU>Lieuleiia»ts, und überließihn bald darauf den Bifchöffen zu Bamberg unb Würtzburg, wel-che wegen der Frantzofen in nicht geringer gefahr stunde». An.1689 befand er sich mit bey den belagerungen der städte Bonn undMayntz, unb ward in der letztem zum Commendanten verordnet.An. >6yo ernennte ihn der Churfürst zu Mayntz zum General-Feld - Zeugmeister und Ober - Commendancen über dcro lrouppenund vcliungen. An. 1692 ward ihm das commando der infanteriebey der Reichs-armee, nebst der General-Feld»Zeugmeister - stelleanvertrauet. A». >696 erklärte ihn sshur - Mayntz und kurtz dar-m» der Kayfer zum General - Feld > Marfchall. In eben diesemjähre fiel er einer Frantzöstfchen parldey aus Philippsdurg in dieHände, als er bey dem Prmtz Louis von Baden w dem lager gewe-sen, erhielt aber »ach 4 wochen gegen erlegung 5000 st. wiederumseine freyheit. Nach dem Ryßwicksschen frieden ivard er an. i6?8Commendanl in Philippsburg, und als der Spanische fiicceßionS-krieg in Teutfchland angieng, war er an. 1702 als Kay.erlicher Ge-neral.Feld-Marschall, iiilt vor Landau . An. 1704 eroberte er dievon den Frantzvse» besetzte Rcichs-stadt Ulm, und sprach den Gra-fen, Arco und Marsigli , als kssssses in dem kricges-ralhc, das ur-theil. An. 1705 ccgalirte ihn der König von Preussen mit dem or-ten des schwachen adlers, als er eben m Kayferlichen Verrichtungenzu Berlin war. A". >706 und 1708 führte er, in abwesenheik desPrmtzen Lows von Baden und des Churfürsten von Hannover , ei-nige monat das ober commando der Reichs-armee. In dem jähr1708 legte ihm auch der Kayfer Joscphus die Reichs - Gräflichewürbe bey, nachdem ihn einige jähre zuvor der Kahler Leopoldus inden Freyherren-stand erhoben , und sein geschlechls-wapen mit 2goldfarbenen den Kayferlichen doppelten adler führenden krieges«sahnen vermehret hatte- Er starb an. 1709 den 8 octvbr. in demlager bey Epeyer, und ward zum Fceuoenlhal begraben. Vonseiner gemahlt», Maria Johanna Faustin von Strombcrg, mit derer ,r iahr nn chestande gelebet, hat er keine kwdcr hinterlassen.Man rühmet von ihm, daß er in allen begebenhciten eine sonderba-re klugheit und tapfferkcit lpühren lassen, wie er denn lnemals einigegefahr gescheuct, und auch darüber ein äuge verjähren halte. Erliebte zwar einen schertz, in commando - fachen aber war er berge,stall ernsthafflig, daß er durch seine gewöhnliche berhcurung: sowahr ich Hauß Carl heisse! die untergebene zu schleuniger voll-siceckung seiner veseyie vermochte. Gegen die Verbrecher war erüber die Massen scharst und unparthcyllch , und denen Frantzesenspinne feind. loben cker Leu. v. IbeinAen in , z eilig, ster

bücbee csb. leben cker sseozi. p. r; ftg. Lss.

Lssi. tarn. 2.

Thüringen / begreifst denjenigen strich in Teutfchland, so zwi-scheu dem Hartz-uud Tbürniger-wald an der Werra und Saal ge-legen, und zum Ober-Sächsische» crayß gehöret. Der »amen lastsich wohl am besten auü der alten Teulichcn spräche und natürlichenbeichaffeubeit des lanbcs herleiten. ES ist Thüringen auch noch inseine» heutigen gräntzen, vornemlich aber so weil es sich vor alterserstrecket, da eS bis an -e» Mayn und Rhein gegangen, und alsoein gut theil der Wetterau, Hessen und Fulda begriffen, ein sehr ge-bürgigtes land und gegcnd. Unter solchen gebürgen ist eines Tau-ruö oder Taunus , von denen Römern und andern allen Historien-schrcibern genennet worden. Solches ist zwischen dem Mayn undNbein gelegen, und findet man noch die velssZis unweit Giessenund Franckfurt von solcher beneiinung, da borten der Dünsberg,hier aber die drtcr Dornberg, Taucrheim rc. anzutreffen. Es sindTauen und Dann oder Dun aber alte CclMche unb Teutsche Wör-ter, welche nichts anders als eine» berg bedeuteten, unb davon sinddie einwohner iünZn. hernach Osuringi, Teunoctiern« oder Ooringi (welches so viel ist alS die Tauruchen und die in bergen woh.»cn- weil ingi eben das was ssck heissel, wie in den Worten Caro-lingi, Lotharmgi, Abelingi zu sehen ) genennet worden. DieseTmign sind diejenigen, die Cäsaris und Tactti bericht nach am er»

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sie» von den Teutschen unter dem »amen der Gmnamer, nast, -i-ager mcynung, darum, daß sie auch an der Gern cewobnei , k 'denRbe>n gc,etzl, und die Gallier vertrieben, wovon dasTonEnm den Niederlanden noch anzergung giebt. Die Suavi, E° n 7nes und Hermunduri bewohnten ihre verlassenen stellen. ^gen auch wohl von ihnen herkommen, wenn man wvhlgeqründ-'.

len mulhmaffungen deyfali geben wolle. Es hat aber damals diealte Thüringen viel grössere und weitläufftigere gräntzen a bMals das heurige; indem es von der Saal oder Eibe, ^Mayn und Rhein gegangen, und die vestung Duysburg, so , ,?,halb Coln gelegen, noch darzu gehöret; hat auch eigene Mnia I!habt, unb ist endlich von dem Fränckifchen Könige Dietrich jmjM92z nach der berühmten schlackst bey Runneburg m derGraW,Jsenburg zwilchen der Nidder und der Kinzig (und nicht zubürg bey Allenburg) m Meissen unlerwürffig gemacht worden MThüringen nun a!,o unter den Fransten gestanden, sind die vur«aufgekommen, welche die Könige bey ihrer abwesenhcit und umensie die (,'omirer gejetzel, die vornemlich zu der Carolinqorum intenbekannl gewesen. Man findet bey glaubwürdigen scribenten daber nur 8 aufgeschrieben, als

1 Radulphum circa so. 648. 5 Ratulfum c. s 87«

2 Tyeodaldum. 6 Poponem c. s. 8 S --7

; Hedenem. 7 Conradum.

4 Trachulfum c. s. 84s. ^ 8 Bmchardum, starban.o°q.ES wurden aber t»e>e Oucez nicht nur vucer TKurinZi«, andernauch Ouce; limiris Lorsbici und ihr vucsruz die Sorbische Marckgenennet, deswegen, weil sie die Sorben-Wenden, so in Tdi-rin.gen eingefallen, abhalten sollen; welches die gclegenhestwar,dakdie folgende Regenten »1 Thüringen KSsrcKion» litulirt wordenDenn obgleich Hcnnch der I, als er nur blosser Hertzvg zu Sacknlen war, mochte in den Händeln mit dem König Conrado Mnin-gen weggenommen haben, so bekamen doch, als Henricus selbstKayfer wurde, und unter feinen nachkommen, die Thüringer ihrebciondere Regenten. Nun wollen zwar einige vorgeben, KamstOtto I habe Thüringen seinem söhn Wilhelms, Ertz BiscbvffjliMayntz, gefchcnstt, solches ist aber noch niemals erwiesen wordenVielmehr finden wir die Marggraftn zu Thürmgen folgender ge.'

1 Guntharius, starb an.98r. 4 Guilielmus ll.starbc.s.iszr.

2 Eccakdusdcksrck. Ivlikn. Le z Otto, starb c. a. ,067.

Tbur, starb an. ioc-r. 6 Egbertus I, starb c. s. rosz.

; Guilielmusk. st.c.s. ,0Z4. 7 Egbertus II. starb c. s. was.Oirv der sünffle Marggrafhal dem Ertz-Bifchoff zu Mayntz wegendes zehenten, so er in Thüringen prätendirt, zuviel nachgegeben,woraus hernach unicc Kayfer Heurich dem I V viel Unglückenistau.den. Estdrechl war der letzte Marggraf m Thüringen , er hasteviel Händel mit Kayfer Heurich dem I V. und machte sich garge.bansten aufbas Kaystrthnm; er wurde aber von des Kaystrs He»,richs parldey in einer wühle, Essenbüttel genannt, bey Braun,schweig erschlagen. Nach ihm findet man kenie Marggrafe» inThüringen mehr, worzu auch dieses mag »rfach gegeben haben,weil vor den Wenden nun keine gefahr mehr vbhandc», da die bey-den Marggraftn in Lausitz und Meisten ihnen genugsam gewachsenwaren. Hingegen trifft man nun die Lo-niler pzssjrr oder Vrovin-cislez TkunoZi« lind denn die (.'ornirer Vslzcinor 8sxon« an,und sind solches keine andern als die Land-Grase», welche nochjetzo darinnen vorhanden, und wie folget, einander siiccedirel ha,den -.

1 Hermannus I, Lom. Winrcnb.

2 Hcmiannus II, clep. nzc>, Lvm. >Vinr. starb gN.n^r.

; Ludovrcus l. starb an. 1140.

4 Ludovicus II serrerrr, starb an. 1172.

5 LudovicnSIIl, starb an. 1191.

6 Hermannus m, starb an-iris.

Lc>m. Vsl. 8sx.

7 Ludovicus V. starb an. 1227.

8 Hermannus lV, starb an. 1241.

9 Heuricus Rafpo, starb impcol. an. 1247.

10 Henricus IVlsso. kcksrcft.

Die beyden ersten Hermann waren aus dem Gräflichen gefchlechtderer von Wmzenburg, so m, Bißthum Hildesheim liegt. Dererste Hermann war jchon an. noo bey dieser dignilät. Der an-dere, so fein söhn war, brachte Bmchardum äeLuckem, einenKayferlicben bedlemen, um, wurde aber deswegen in die acht ge-than, nnd feiner würde in Thüringen entsetzt, solche auch von demKayfer Lolhanv su. cock. n;o an GrafLudewigcn gegeben. Her»mann Ist hernach an. n;2 mit einer gemahlin zu Winzenburg iMbelle erstochen worden, von einem seiner Ritter, dessen weid ernnt gemalt geschändet hatte. Der neue LandgrafLudewig war einenckel Ludovici ttsrbsii, den Kayfer Conrabus I> >, niitdem er ver-schwägert, an. ro;9 mit vielen gütern in Thüringen begabt.Sem lohn Ludcwig wurde der Springer beygcnamei, wegenemssprungcs, den er von Gibichcnstein bey Halle in die Saal soll ge-than haben, welches aber als eine fadcl, die in glaubwürdigenscnbenten nicht gegründet, dillich verworffcn wird. Er starb an.112;, nachdem er Ludovicum III gezeuget, der von feinem fchwie-ger-vater, Kayfer Lolhario, die Lmidgraffchafft Thüringen erb-lich bekam. Daß ihm aber eben 12 Grafen untergeben worden,wirb von etlichen neuen Wttoricss zwar angeführt, aber nicht be-wiesen. Ihm fuccedirle fein söhn Ludewig, der eiserne benamel,weil er gemeiniglich einen pantzer angehabt. Denn ob er wohl an-fänglich gar gelmb, und gegen leinen Adel und bediente weich war,so machten sie eS ihm doch so grob, daß er andre fasten aufziehenwüste; wie er denn einmal etliche gefangene von Adel in den pflüggespannet, und einen gantzen acker bey Aanmburg üder Freyburg

um-