Band 
Vierdter Theil
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umgepflügt haben soll. Dieses druder Friedrich Mete die Ziegen,beimische lime, die nur Grafen hiessen, und an. 1450 mtt Jo.hanne dem ftarcken ausgestorben sind, die GrafschM aber ist anHessen gekommen. Der andere druder Hermann bekam von demKayser Fnedenco l an. n8r die Pfaltz Sachsen, und succediriehernach keinem ältesten bruder m der Landgrafschafft, a!s derselbeohne erben in Serien starb. Siehe einen besondern atticui vonihm. Nach lbm kam sein söhn Lndovicus, 8snüu; beygenaml,der sich am 1221 mit des Königs Andres in Ungarn rochier Elua.beth vermahlte, aber nicht lange darnach an. 1127 zuHyvrunkaufder Orientalischen reise starb. Endlich kam Henricus Raspo,der letzte Land. und Pfaltzgraf aus dieser familie. Er war in sol.chem ansehe» bey Kayser Fridmco II und dein Reich, daß ihn je.ner bey seinem abwe,en zu einem Stadthalter und Verweser desReichs in Teukschland erklärte. Als Jnnocentius 1V Kayser Fri.dericnm H in bann that, und des Reichs unwürdig erklären wolle,auch der Landgraf den Kayser berüchtigte, als wenn er zu Franck.fürt auf dem Reichstage die gotteslästerliche reden von den rribuzimpostonba« gethan hatte: schlug ihn der Pabst zum Kayser vor,er wurde auch an. 1246 zu Würtzburg von verschiedenen geistl.Fürsten , deswegen man ihn spottweise den Pfaffen-Römg ge.nannt, erwehlek. Es geben etliche von den neuern scribemen zwarvor, daß er in der letzten belagerung vor Ulm durch einen pfeil ver.wuubct, und daran gestorben sey; aber bey glaubwürdiger»-ttonci« findet man , daß er zurück nach Thüringen gegangen, undzu Wartburg durch den durchlaufan. 1247 aufgerieben worden.Er hat verschiedene gemahlinncn gehabt, deren die letztere Beatrixgeheissen, so Hcrtzoq Heinrichs in Lothringen tochrer gewesen,und nachmals Graf Wilhelmen von Flandern aeheyraihel hat.Weil nun mit ihm veralte stamm ausgegangen, funden sich zweywmpetenten zur Landgrafschafft, Henricus iiluttri;. MarggrafzuMissen, der nicht allein des letzter» Landgrafen schwcster söhn,sondern auch von dem Kayser Friderlco II an. 1242 mit der an»wartschaffk auf Thüringen und die Pfaltz Sachsen begäbet war.Nichts destoweniger kam Sophia, Hcnrichs von Brabant gemah.liu und Ludovici 8. tochter, und prälendirtc Thüringen vor ihrensöhn Hennch, der zum unterscheid des andern, in der Historie daskind von Brabant genennet wird. Nun war zwar die Sophia ingleichem grad mit Henrico dem erleuchteten, aber damit kam eswieder aufder Vovbiä ihren vorigen streit mit Henrico Rasponean, vor dem sie prätendiere, ein näher recht an Thüringen zu ha.den, er hingegen sie unter dem verwand, daß auch in keuch; pro-miscui; das männliche geschlecht dem weiblichen, wenn es auch innähern grad wäre, vorzuziehen sey, sie würcklich ausschloß, auchvereinen Landgrafen von dem KayserFnderico II und andernnnReich gehalten und erkannt wurde, wie sonderlich aus der wählzum Römischen König zu ersehen. Dieses war eigentlich der Kam;eomroverli«, und nicht wie einige neuere scriprore; wollen, dißdie quästion, od des Henrici Rasponis bruders tochter oder dessenschwester söhn nach dem jure»epr«semLüoni; succediren sollen; dennsolches M nicht anders statt hat, als wo bcüder mit den brübersklnbern concurriren, welches hier nicht geschahe. Dieser succes«sions.streit gerielh zum blutigen kriege, der bis an. 126z gewahret.Hertzog Albrecht von Brannschweig war auf der Brabantischcnfeite, weilHenrich das kind feine tochter an. ia;8 heyratheic, erwurde aber an. 126; gefangen, kam auch nicht wieder loß, bis ihnsein söhn Otto (der hernach des Marggrafen tochter Elisabeth hey.rathete) mit 8000 marck silbers und 8 schlossern an der Wcrra ge.legen, ranzioiiirle; und hicmit bekam der krieg ein loch, uns diePartheyen vertrugen stch, sonder zweiffel auch deswegen, weil diesurr succe;lioni5 selbiger zeilen nicht so klar waren, als sie heut zutage sind. Heurich von Brabant überkam Hessen mit den 8 schlöfffern Esthwege, Beilstein, AUendmff, Fürstenstein , Wizenban.stn, Ziegenberg , Wanfried und vonlra, nebst 7000 marck stl«ders, und kommen vv» ihm alle Landgrafen von Helft» her. Da-gegen behielt Henricus, Marggras von Meisten, Thüringen unddie Pfaltz Sachsen. Ob aber die crb.vereinigung zwischen beydenHäusern Missen und Hessen damals ( wie einige wollen ) errichtetworden, kau vielleicht, hingegen aus denen archwen gewiß be»hruptet werden, daß fast mehr als 100 jähr hernach an. i;?; dieerste erbverdrüderung zwischen ihnen allererst aufgerichtet wordenist. Seil dem nun und bis auf Misere zeitcn haben die Marqgra»fcn von Missen, und hernach auch Cdur.und Fürsten zu Sachse»die Landgrafschafft Thüringen besessen. Sie besitzen aber darin«nen nicht allein das meiste an ländern und teilten, so ihnen völligunterworffen, wie die Cbur»Sächsts. Weymarische, Eisenach »Gvlda.Salfeld.und Weissenfelsische lands.porkionen sind, deswe.gen sie auch ; vor» auf dem Reichstage führen, und wovon sie a!»«es genieffen; sondern sie haben und prätendiren auch im übrige»viele jura, als die Landesfürstliche Hoheit bey den Grafen, Her»ren, Edelleuten rc. die schutzgercchtigkeit über das Stifft Queb»lindurg, die Reichsstädte Mühlbauseu und Nordbausen, viel lehnund Vasallen rc. Das übrige besitzet theils Chur -Mayiitz, nemlichdie stadt und zugehör von Erffurth, und theils der König in Preuj»stn, als Fürst zu Halberstadt , nemlich die Herrschafften Lora undKIcttenberg; theils die Fürsten von Schwartzbucg zu sonders.Hausen und Rudolstadl; die Grafen von Mannsfeld, Grase» vonStollberg, Grafen von Hohenlohe, nemlich ranone Ordruf, Gra-fen von Hatzfeld , rarione Blanckenbayn, Gleichen und Nieder»Crannichfeld, der Burggraf von Kirchberg zu FarNrode, die Gca.stn von Werther rc. der Teutsche orven, rsrione der Baley Thu»ringen und Gnefstävt, die Reichsstädte Mühlhausc» und Nord.Haufen rc. von welchen allen unter ihren titeln Weilers nachzuleben.Sonsten ist Thüringen nicht allein wegen femer vielen resident; undandrer öcker, besonders der beyden Universitäten zu Jena und Ett«furth, sondern auch seiner natürlichen deschaffenheit nach ein vvlck»

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reiches, gutes und fast durchgehcnds fruchtbar, obgleich hier undda bergigtes land. Rocken, wcitzen, gerstcn, Hader und allerleyhülsen.stüchte wachsen reichlich, und werben theils von Nor d hau«sm über den Hartz, von Mühlhausen auf Wannfrieb, Mmde»und Bremen , theils aber von Arnkadt und Ordrufübcr den Tdü»ringer wald ausgeführt. Der ward , so ein kraut und zur blaue»färbe dienlich, war vor dem wett und breit bekannt, ist aber,nachdem der indig aufkommen, nicht mehr einträglich vor dieThüringer . Saltz haben sie in Überfluß / zumahl von Franckcn.Hausen, dem angräntzenden Hall a» der Saal und Aüendvrf«»der Werra . Die Aüffe sinv fischreich , bereu viele vorbanden, alsdie Werra , Saal, Unstrut, Gers, die Wipra, Jlm, Schwartza,Helm, Heide, Leina und Neffa rc. Hvly giebt der hartz und Tim»ringer wald die menge. annal. ff-ecim. bitt»

nov«Iskuringor. p. ;67. snciguir. clucac. 'I'bui-.p.ry^.

snnal. Ilenac. p. ü ftrz. smiguik. w.Lrckiorisr.

Lc orlgin. I-snclgrsvist. Tftur. kcscbieib. Oresclen p. i; L

teqq. verm. l?rinc. clom. 8ax. p. i zg, L«ick»«

arcb. ?. spec. p. 410.

Thulde»/ eine Freyherrliche familie in Brabant, allwvsisRumsoorv, Haulem, 8. Marguerite und andre Hcrrschaffte»besitzet. Dietrich war des Königs Philipp« I V in Spanien Rathin den Niederlanden , und ein vater Florentis von Tbulden,»nigllchen Spanischen geheimen und Stams -Raths, der an, r SyS-zum Baron von Rumsborp gemacht worden. Von fernen söhne»war der ältere Cornelius Arnold dazumal Kaystrl. Lspftainunterden Eüraßierern. ^ p. ,23»

Thum / ein bergstädlgen indem MeißnischenErtzgcbürge, rMeile unterhalb Annaberg , gelegen. xroär. Irlikn.

Thumb von Neuburg / eine alle Übliche und nunmehro Frey»herrliche familie in Schwaben , welcher das Erbmarschalb amt i»dem Hertzogthum Würtemberq von dem Kayser Maximiliano lbestätiget worden. Ihren Ursprung juhren einige von den Frey«Herren Schcncken von Winterstäbt her, andre aber halten sie voreine alte Graubündtische familie aus Chur <Wahlen, welche ihrschloß Neuburg in dem Bißthum Chur, nahe bey Untervatz, ge»habt, und nachdem dasselbe zerstöret worden, sich in Schwaben begeben. Volcard war an. 12;/ Bischofs zu Costnitz. Schweig»ger und Hugo, gebrüder, wurden an. i z62von dem Kavftr Ca»rolo I V mit dem titul Edel begabt. Courad hat an 1498 die lau«des.regierung von Würtrmberg mit verwaltet, Und wirb Cam»mermeister gcnennet. Sein urcückel Johann Bernhard , Erb»Macfchall, ist ein groß.vater worden Friedrich Albrechis, erste»Freyherr» Tbnm von Neuburg, Psicgers zu Murau in der Pfaltz;dessen söhn Philipp Wilhelm starb an. 1704 als Chur -BayrischeeCammer«Hcrr und Obrist. ftieuren-mr an einer von den Croatc»empfangenen Ueilur, nachdem er seinen stamm mit einem inänn»lichen erben fortgesetzet, .in/«,«, aknen-tzfgl. vvrrr

8ckvväb. R.eicb; ^clel.

Thumshirn / vor altersThomser/ eine Adllche familie i»dem Äoigllande lind in Thüringen . Conrad wurde an. i;;r,»ebstnoch y; von Adel, von dem Ertz-Biftboffzu Saltzburg zum Rittergeschlagen, und erhielt zugleich erlaudniß gvld zu tragen, welchesdamals ein gantz besonderer vorzug war. Willielm, ein söhn Pau»li auf Pomtz, wohnte an. -zr; der schlack,! bey Pavia bey, unvhalff an- 1527 Rom erobern. Nachgehends lrare er in des Her»tzvgS von Geldern dienste, und betochic an. 154; dey Siltard ei»neu vollkommenen sieg wider die Kayscclichen völcker; zu deffe»andenckcn prägte man in form eines trianguls eine güldene müntzeauf deren einer feite das Chur.Sächstsche wapen, (iveil Cbur»Sachsen des gedachten Hertzogs Allürter war) aufder andern aberfolgende Worte stunden ; am vsteradend an. i;4? find die Burgun»Vier durch Wilhelm ThumShirn vor Sittard geschlagen wordener1 .. v. In dem hernach erfolgten Schmalkaldstchen kriege schluger den Hertzog von Braunschweig , Ericum den jünger», bey-Drackenburg aus dem selbe, auf welche viüorie ebenfalls eine gül»dcne müntze verfertiget wurde; auf deren einer feite die Macht ^und auf der andern diese schrifft zu sehen war : durch die krafft deslammes Gottes sind die ftiude bey Drachcnburg geschlagen, mon»tag nach Exaubi an. i;4^ Wilhelm TbumShirn der zeit Obristeibwar. Allein weil die fachen vor den Churfürsten zu Sachsen un»glücklich liessen, so muste er etliche jähr im exil « zubringen, biser bey dem Kayser Maximiliano I! wieder ausgesöhnet ward^Sein söhn, Abraham, war bey den) Churfürsten zu Sachsen-Augusts, geheimber Rath- und ein grvßvater Wolf ConradS-,ber an- 1667 als Fürstlicher Altenburgischrr gebeimder Rath undCantzler mit tobe abgegangen. Hanß Friedrich von Tbuttisbirit.florirte noch in dem 1717 jähre als Hertzoglichek SaÄsenkGolhi»scher geheimber Kriegs und Cammer-Rath, und soll er der eintzigLstammhalter seines geschlechts seyn. prockr. lVlffn.

öcksnsk. ckron. l^clel. Luropä p. SL l. ÄN-.

V»!. 8sx. prükop, V.

n. S«

Thun / ist eine kleine städt - mit einem schieß? und dazu ge.höriger Vogtey, fast in der mitten des gebieks von dem CaissonBern, an dem fluß Aar, welcher daselbst aus dem Thunersee durchdie stadt fliesset, und selbige in zwey ungleiche , durch eine brückwieder an einander gehängte theile absdndcrt, gelegen. Sie wir»allezeit durch einen Schulkheissen aus dem grossen Rath zu Bern -welcher in dem schönen und grossen schloß daselbst wohnet, regier^und Hai m der nachbarschaffr einen see, den Thunersee genannt-weicher bey vrittehalbe Teutsche Meile» lang und ungefehr drey»viertel weilen breit ist. Anfangs hgtte dieser ort seine eigne Gra»ftn, von weichen zu mercken Henricus, der an-irzs gestorben, undIV theil. Kkkk Bischoff