Band 
Vierdter Theil
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ro!ns Mammlmnus , (em bruder des vorhergehenden ) Ritter desgüldenen Vstcsses, Kayjcri. geheimder Rath, der verwiltibtenKavserin Elconvrä Odrist Hofmeister und Landes Hauptmann inMahren , der bey seinem an. 1716 erfolgten lobe unter andern söh-ncn Antönium Maria hinterlassen, welcher Kayserlicher Cam-erherr und vorgcdachter Kayserm Odrist-Kuchelmeister worden.Vermuthlich ist von dieser brancke auch abgestammet MaximilianAnanstin, Graf von Tburn und Valfassma / Kayserl. General»Empfänger und Kriegs-Zahlmeister, der an. 1719 den 25 jan.Kayserlicher würcklicher geheimder Rath worden. VorgcdachterMus, ein bruder Andreä, war Statthalter zu Gradisca, und»aLgehends Hofmeister bey dem Printzen des Königs Ferdinandi1; er hat dem Hause Oesterreich 64 jähr in civil und milstsir.char«gen gedicnet, und gezeuget i)Georgium, der sich au. 1,40 mitSalome, einer Prmtzeßin von Münsterberg , vermählet; 2)Zraucifcum, der in Böhmen ansehnliche güter und Herrschaffcenan üch gebracht. Dieser ward einvaler Georg« , Ober,Präsiden»tens in Oesterreich ; Hiervnymi, Erb-Marschalls des StiffksSal'sdurg , der au. 1642 unbcerdt verstorben, uud Heurici Mac«ihäi, von dem der folgende arlickel handelt. Kitt. instZn.

kkestr. nobil. ?ark. 2. rtiestr. Zen. Tsrr«, 6e migr. ^ent.

!. ir p. 672. tteirimsr. k. 4. ierrk. Luropsrom.

ebre tl, L. keibeab. 8cbl.cbron.

ierieAs gescb.

ThMN / ( Henricns Matthäus ) war aus dem vorhergehende»geWechte entsprossen, und der Reformirten religion zugethan,daher er au den religions-unruhen, die zu anfange des 17 seculunBöhmen entstunden, grossen anthci! hatte; zumahl, weil er einer- von den sogenannten 6ettnionbus der Stände ttib urrsl^ue war.Ersetzte sich an. 1617 der wähl des Ertz-Hertzogs Ferdinands zumKönige in Böhmen entgegen, und, da selbige dennoch vor sichgieng, ward ihm darauf die Burggräsiiche würde von Carlsteingenommen, vermöge welcher er die Königliche crone und des lau»des privileZm in Verwahrung gehabt. Das folgende jähr befand ersich mit unter denen, welche etliche Kaystrüche Minister zu Prägezum fenster hinaus warfst,,, und da die Böhmen sich gleich daraufin kciegs»Verfassung setzten, warb er zum Lencral Liemensnc be-stell!. Da er denn noch selbigen jahrcs sich den Kayserlichen unterdem Grafen Buquoi entgegen setzte, auch einen starcken entfall inOver-Oestcrreich that. Eben dergleichen nahm er an. ,sis inMähren und Nieder-Oesierreich vor, stärckte dadurch die in fel»bigen iändern befindlichen Protestanten, und machte, daß sie mitia die Böhmische Vereinigung wider Ferdinandum traten. Er be-lagerte auch gar Wien , musieaver, weil der Grafvon Mansstldindessen in Böhmen geschlagen ward, wieder abziehen, uugeachlcter durch fein Verständniß mit einigen Wienern der statt gewiß Mei-ster zu werden gehofft. Er war auch einer von denen, welche desChurfürsten von Pfaltz erwählung zum Böhmische» Könige ammeisten beförderten, besten fache er noch ferner im felde vertheidig-te, aber wegen schlechten zustandes der Böhmischen Verfassungenwenig hauptsächliches verrichten kunte, ausser, daß er dereinst dieKavserlichen Generale Buguoi und Dampier bey Wien über dieDonau jagte. Einige mouate hernach erfolgte die unglücklicheWacht aufdem weisseli berge, bey welcher der Graf unter bemFürsten von Anhalt commandü te, sich aber, wie er sahe, baßes übel ablief, in bie statt zu Friderico begab, und mit demselbenwenige stunde» drauf nach Breßlau siohe, mästen er nicht leichthoffen kunle, an dem Kayserlichen Host Vergebung zu erlangen,allwo man ihn vor einen der vornehmsten Urheber der Böhmischen uiirude ansähe, auch bereits vor einen rcbellen erklärt hatte. Erbegab sich hjernächst zu dem Siebenbürgtschen Fürsten, BethlenGabor , der noch wider den Kayfer zu felde lag, und als dieserfriede machte, z»m Könige in Schweden , Gustav Adolph , wel-chem er anfänglich m dem Polnischen kriege gute dienste that / unddenn mit ihm nach Deutschland gieng. Er wohnte den treffen beyLeipzig und Lüsten bey, und ward nach des Königs tode von demReichs-Cantzler in Schlesien geschickt, die Schwedischen völckerdaÄöst zu commandiren. Allein es ward nichts von ihm ausge-richtet. Denn er konte dem Mißverständnisse zwischen Schweden und Sachsen nicht steuren , dadurch alle wichtigen unternehmim-gen gehindert wurden. Hernach ließ er sich auch selbst durch Wal*iensieinen über den stock stossen, und zu einem unfruchtbaren still-stände verleiken, weil ihm derselbe bey den gethanen fricdens-vor.Wägen von seiner und andrer vertriebenen Böhmen Wiederein-führung in ihr Vaterland, und erstattmig ihrer guter viel vorschwatz.te. Endlich verdarb seine sicherheit alles. Denn als er, nach de-reils gMdlgtem stillstände sich einbildete, Wallenstein ziehe nachMEn, und es daher wagte mit weniger mann,chafft, weil dieSächsischen aus eben dieser Verführung nach hauie gezogen waren,inr selbe stehen zu bleiben, ward er von der gantzen Kayierl. armeeüberfallen, und genöthigt sich zu ergeben. Er hatte zwar bedun-gen, baß ihm und andern hohen Offimern freyer abzug solte ver-gönnt werden ; Wallenstein aber ließ ihn gleichwohl anhalte», bißer an alle Schwedische Commendanten in Schlesien orllre ausge-fertigt, die örter, so sie besetzt hatten, zu übergeben, da er dennin acht tagen wieder frey gelassen ward. Man hat nicht findenkönnen, wo er sich hernach hingewendet, oder, wenn er gestorben.

cürrs^r 6ermama lacra re-

ttsursla. in red. 8vec. Iik>. i -

Thurn eandrk / eine kleine ftstung, welche die TürckenKbes.Calasi, das ist, das jungfer.schloß, und die Europäer denthurn Leanbri nennen , aber ohne gründ, weil es nicht m diesergegend war, da Leander über bas wasser zu schwimmen pflegte,wenn er die Hero, seine liebste, besuchen wolle, sondern bey benDardanellen. Diese festung liegt «»feinem feilen mitten in der fee,

zwischen der spitze des SeraZiio von Constantinopel und 8cukan aufder andern feite in Asien . Sie hat eine viereckigte form , und istmit stücken wohl versehen. Man hat von hier eine so lustige aus-sieht auf Constantinopel, und auf die gantze benachbarte gegend,daß einige reisende sagen, sie hätten gemeyntt, da sie von dieserhöhe herab gesehen , es wäre ein bezauberter ort. vo^sZscke Lcmttanrinopls.

Thurnatus / (Simon) ein vc»<ttor der 8orbov»e oder univer»sitäc zu Parts. Er war aus der Englischen Provintz Cornwallien,und em ^re5b7ter, verließ aber sei» Vaterland, gieng nach Paris ,und lehrte anfänglich daselbst mit grossem spplaulu't,, der Philoso-phie. Hierauf legte er sich üufbie rbeologie, und lehrte darinnenmit ungemeinem zugang. Bey seiner gelehrsamkeit war er sehrvermessen, daß, als er einsten einen lehrsatz von der menschwer»düng des sohns Gottes mit allgemeinen vergnügen der zuhörer de«fendtret hatte, er in diese werte ausbrach : o)!ie,ffetu!e,guan-.

mm in kac ^ULttione conürmsvi leKem tusin Lcexsksvi, pro-ttitto, 6 insliKnsnclo Lc averkAncio vellern torüoribur arguinenriskcirern illam inürrnare Lc cleprimenclo improbare Allein hierüberfleng er an zu verstummen, und gerieth in eine Vergessenheit allerdinge, baß sein söhn 2 gantze jähr vergeblich zubrachte, ihn daSVater unser und bie buchstaben des alphabets wieder zu lehren. ESwird sonsten diesem Thurnaio auch schuld gegeben, daß er »urorder lästerlichen rrLclino» von ben z grdsten bctrügern in der weit sey.

in Kittor. scl LNN. ,201. l^Lr§j/r«r.

cls clollt. irnpolt. ii. «loktur ^rkeu; p. n.

Thurneissen / ( Johann Jacob ) ei» berühmter kttpfferstecherzu Bast!, von welchem eine grosse menge recht meisterlich ausge-arbeiteter stücken vorhanden sind- Sonderlich aber wird bie ttam»des Laocons als em fürtresiiches klmst.stück gepriesen.ktcaä. Victor, ps^. ;ü4. *

Thurthal / ein anthcil der Eydgenoßischen Grafschasft Tog-genburg von Lichtenstein, bis über Wüdcnbaus, darinnen 6 vcr-ichiedene geriet,te sich befinden, hat den namen von dem diirchflies»sende» fluß Thue , und wird unter diesem namen ,n vielen alten In-strumente» die gantze Grafschaffl Toggendurg verstanden.

Thyatrra/ war ehemals eine berühmte statt in Lvdien, an demflnß Lycus, welchen andre HMis nennen, zoooo schritt von Sar»des, miltagwäris, und 58000 von Pergamo nordwärts, gelegen.Heutiges kages ist es der in klein Aste», und zwar in dem eigentlichso genannten Naivste», an dem fluß Sarabat gelegene vrr, welcheraufTürcktfth Tklr-stittsr, d.«. Wctßschloß, helft, allwo man noch vielruäera von telnpein und andern alten Monumenten findet, sonderlichauch viele noch in gantz gutem stand befindliche stein.schnssten. Imübrigen war dieser ort eine von den 7 Asialstchen gemeinen, derenin der offenbahrung Jobannis Meldung geschiehet. Anietzo aberwird er von keinen andern, als Türcken bewohnt.

iiillerar. I?. z p. m. c. 2 v. 18.

vo^age. *

Thyestes/ Pelopis und Hippvdamiä sohlt, Aeglstbl Vater, undAlrei, bruder. Er begieng mit seiner schwägcrin Aeropa, Akreiweide, dlutschandc, welcher so dann, um bieftn schimpff zu rächen,seines brubers zu ihme wegen suchender Versöhnung gesandte söhneheimlich tödtete, und solches fleisch bem Tbvesti, als er Vene durcheinen angemaßten vergleich zu sich gelocket, über dem lisch präien«tirte. Die Poeten sagen, daß die sonne sich verborgen habe, damitsie eine so greuliche that nicht anschauen möchte. Doch wird biefach auch von einigen dabin erkläret, daß Arreus nur in der stattMycenä eine sonnen.finsterniß zuerst vorgesehen und angezeigt, auchdadurch sich bey allem volck grosses ansehen erworben; sein bruderhingegen aus neyb deswegen obige statt verlassen habe. Wodurchbann auch dasjenige aufgehoben wurde, so andere von der beydenbruder zanck um bas väterliche Reich gemeldet; deme in der thatum so weniger zu glauben, dieweilen, ehe die tragödien > schreibe«aufkommen, kein Poet der abscheulichen Missethat gedacht hat,rniv Homerus im gegentheil also redt, als ob Thycstes dem Atreoohne einigen zwischen ihnen vorgefallenen zanck im Reich nachge»folget wäre. //E^. mer. /^«»,M lik>. 2. o^«§lib. i.

Thymbräus/ ei» zuname des Apollinis, welcher ihm gegebenworden, entweder von einigen ebenen örtern bey Troas , Tbymbragenannt, oder von einer statt dieses namens, worinnen er vornehm-iich angebetet wurde. Slrabo sagt, Apollo Tbvmbräus habe einentempel gehabt in der gegend, wo der fluß Tbymbriö sich in den Sca»mandrum ergeust, welches der ort ist, wo Achilles von dem PariS getödtet wurde. Daher ist die rede entstauben, baß Achilles durchApollonis pfeile getödtet worden. üb. ; «lieiäos.

Thymele/ eine gewisse seilttäntzerin ober sängerm, an welcherder Kayfer Doimtianus einen grossen gefallen halte. Von dieserfrau wurden die lieber, welche man vor zelten dem Baccho zu ehrensung, Thymelia genennel. üb. i.

1'üäMüHLl, von pulpimm, waren beyden Rö-

mern die Mnstcanten, welche sich auf dem rkearrc» brauchen liessen,bie auch mcistentheils mit agtrten, und zugleich mitspielten. Dem- Lokiliuin 5,29. II, 95 8.

Th vmoetes/ Priami und Arisbes söhn, wurde an eben demsel-bigen tage gebvhren, als Hecuba de» Paris zur well brachte. Weilnun die Wahrsager prophezeyet hatten, daß Troja durch einen mann,welcher an bemselbigen tage gebvhren wäre, ruiniret werbe» solte,befahl Pnamus, sie beyderseits zu tbdten. Allein dieser beseht wur-de nur an Lbvmoetes vollzogen, hingegen Paris von der Hecubabey leben erhalten. Andre sagen, daß Thymoeres, Arisbä mannKkkk r gewe-