Band 
Vierdter Theil
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wache entdecket, daraus ihm Malaiesta ohne fernere weitläufftia«kett den kopffabschlagen ließ. LnecäoiSL lle klorencs.

Tibet / ein Königreich in der grossen Tartarey, welches viel an«dre in sich begreifst. Gegen norden Hai es die eigentlich sogenann-te und wüste Tartarey. Gegen osten Tangur und Caiay, gegenssiden den stuß Indum, und gegen westen Usdeck. Einige sagen, essey ein stück von Turquestan. Es ist allhier 6 oder 7 monak langdes fahrs eine grosse kalte, so, baß die einwohner genölöiget werden,sich auf diese zelt mit Proviant zu versehen; zu welchem ende ste imansang des novemdris sehr viel kühe und schafe schlachten, und sieemsaltzcn. Die Tibetaner halten ihre gesttze sehr strenge, und straf«frn die üdelthäter mit grossem ernst. Sie hauen ihnen erstlich ihrenrechien ab, und stechen ihnen eines von ihren äugen aus. Zweytage hernach hauen ste ihnen den andern fuß ab, und stechen das an«dre äuge aus. Sterben ste davon nicht, so hauen ste ihnen auch ih«re Hände ab. Sie habe,, einen avscheu vor dem Mahometanischengesetz, und »vollen sich doch auch nicht Heyden nennen lassen. IhrePriester werden Lamas genennct, und beobachten einerley religwn,wiewol ihre ceremonien und gebrauche von einander unterschiedensind. Einige bemathen, andere leben eheloß. Unterschiedliche le»den in gesellschafften unter gewissen superioren. Sie erhallen sichallzusammen von allmosen, und gehen betteln, wiewol viele unterihnen reich sind. Sie glauben, daß Gott dreye und eins ist, undnennen die erste Person l.srna-Lolssc>c, die andere Ldo lkonjoc, diedritte aber 8«nvu) s ^orssoc. Sie glauben auch, daß ein paradießfür die frommen, und eine Hölle für die bösen sey. Die Lamas ha»den eine grosse ceremome, da ste waffer weyhen, indem ste einige ge«bele i» einem buche, so ste sehr hoch halten, drüber lese». Daraufvermischen ste es mit gvlde, corallen und reiß, und sprengen eiwasdavon in ihre Häuser um die leuffel wegzutreiben. Über dieses ei«genen ste ihnen auch die trafst zu, unterschiedliche kranckheiten zu cu«riren, nebst andern aberglauben. Sie ruffen das volck durch denschall einer trompete in die kirche, weiches aber des jahrs nur zwey«mal geschiehet. Die Lamas hingegen gehen öfflers hinein, undbleiben bisweilen ; oder 4 monak drinnen, um zu beten, und sichmiteinander über das, waS m ihre» düchcrn enthalten ist, zu unler«reden. Sie lrincken aus menschen«hirnschedel» und haben paler«»osrcrs von todten.beiiien, um sich dabey des todes zu erinnern. Be«siehe die deschreibung von Tibet , welche an die Historie von denendingen, welche an. 1-24,2; und 26 m Aelhwpla geschehen sind,angehencketist.

Hül/r, ein bekanntes instrunient, das wir eine pfeifst nennen,war bey den alten vöickern gar sehr im brauch. Wer solche erfun»den, ist sehr streitig, indem man es dem Avollini, der Paüabi, demHyagnidi und Marsyä zuschreibet. Man halte sie von allerhandMaterie, und brauchte ste auch bey Hochzeiten und leichen, auf dercomdbie, und sonst bey andern gelegenheiten. Man hattellexrrss und tinittraz, so daß einer zugleich auf zweyen bließ, undaufjcder mit einer Hand fingerte, wie dergleichen kupffer im Lam.becio zu sehen. Ferner p-u-er und UnpLrej, wenn eine der andernan grosse und löchern gleich oder ungleich war. ^ u-

dus. II 9;y s.

Tibllenus/ ein abgott der Noricorum, dessen Tertullianus sxo-ioZ. c. ;o gedenckt, den etliche vor den leuffel selbst halten, als wennerbiedel oberlyftl hiesse. Allein Voüius cieillol. i, ;z meynet, essey dcr Belenus, die buchstaben n aber kommen daher, weil kurtzzuvor das Wort Norm stehet, Le Lutlero 5 M. i. §. 4.

k- ?2.

Ttbullus/ (A. Albius) ein Römischer Ritter und LateinischerPoet, welcher zu deS Kaysers Augusti zelten tebte. Er lvar /l. V.711 gebühren, als Hirttus und Pansa Bürgermeister waren, 4;jähr vor Christi qeburl. «Leine freunde waren HoratiiiS, Ovidius ,Macer und Messala Corvmus, welchem letzlern er bey seinemkcicgs-zuge auf die insul Corfu folgte. Er erkranckte daselbst, undweil er zu sterben meynte, machte er sich selbst sein epirspkiuir-, wel«ches unler seinen elegien befindlich. Mein er genaß, und verließhierauf den krieg; hingegen schrieb er von selbiger zeit an lauter ele»Sien , weiche gar angenehm zu lese« find. Er starb lehr jung, wel«ches 17 jähr vor Christi geburt geschehen seyn soll, und Oviblus de«klaget seinen tob in einer sehr schönen elegre. Leine xoernma sindnach der zeit theils nutzet», theils nur dem Catullo gedruckt, undvon vielen gelehrten leulni mit commemsrii-versehen worden. S-6r,4/^«-ciepoet. Isr. cls xon. lar. bibl.

Irr.

Tibur / s. Tivoli.

Ticino / oder Tessno / lat. Dicinur, ein ffuß, welcher in derSchweitz bey dem berge 8. Golthard entspringt, nachmals beyMagadino in den Lag» Maggiore fallt, bey Lesto aus demselbenwieder heraus kömmt, zwischen dem Novaresischen, Vigevanischenund Lumellinischen gräntzen aufber einen, und dem Maylandischengebiete aufber andern seile fliestet, endlich aber bey Pavia sich inden Po ergeust. Ungefehr tn der mitten des i; secult, auf besehtdes Mayländtschen Regenten, Martini Turriani, ist dieser flußoberhalb Turdigo, bey Casa stell» Camera getheilt, und ein weitergraben geführt worden, worein sich der dritte theil des Ticino er«giessel, welches gewässer hernach durch wohlverwahrte dämme undschleusten bis nach Mavland geleitet wird. Die einwohner nennensolche Wasserleitung l> dksviZüc» grsnste, weil man sich der schiffedarauf bedienen kau, und zum unterscheid eines andern canalsausder /zstst», il dlaviglio Ivlinorü, genannt. Es umsiieffet aber dieserabgeleitete arm von demTesino einenMossen theil der stavtMayland,«nb führt derselben von oben herab schwer deladene schiffe mit alter«Hand imhdurfft zu. Nächgehends fällt er nicht weit von dem lhvr-

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kvNL liciness genannt, in die stadtgräben, ausweichen man ihndurch canäle wiederum dem Testno sechsten zuführt. Des anderntheils bedienen sich die benachdarten aufvielfältige art, svwol zu ih»rer ergötzung, als auch zu ihrem nutzen, sonderlich aber die land»lenke, bey deissen sommer-tägen das land damit zu wassern. Wennaber der Testno von sich sechsten auslrut, und etliche tage nacheimander auf den äckern oder wiesen sieben bleibt, so wird, wegen derungemeinen kälte, so desselben gewässer in sich hak, das erdreich der»Massen verderbet, daß es sich in etlichen jähren kaum wieder rechterholen kan. Sein lauff ist sonsten überaus schnell ; daher eskömmt, nicht nur daß man bey seinem einfaü in den l-sgo MgZgici-re^ und nachgebends in den Po, eine lange zeit sein waffer von demandern unterscheiden kan , sondern auch, daß er ordentlich in demhärteste» Winter nicht zufriert. ^ /-»ex-/-F. p. 278.

Dckhall/ ein städtgen von StraffordsWapenkacke in der west»lichen gcgend der Engeüändischen Proviny Aorckshire. Sie hateine besondere freyheik, welche die ehre von Tickhall genennet wird.

Lrik»un>».

E<tveswett/ ein städtgen in Barbvshire, hat den »amen vondem nahe varbey liegenden brunnen Wedomveü bekommen, wel«cher eine ebbe und flüth bat. Dieses städtgen ist ein feiner vrt, undhat eine schöne kirche, nebst einer freyen schule. clE^M Lnr.

.Tidoc/eine insul und kleines Königreich in Asien auf den Mo.luccrschen tnjuln.

Ddone / ein stuß, welcher in der Mayländischen GrafschafftBovdio entspringt, und oben , wo die gräntzen von der landschafftPavia und Lvdi zusammen stoffen, in den Po fällt. Die gegend umdiesen fluß herum, an den gräntzen des gebiets von Pavia , wird da«von V»l sti Distone genennet. st--- «» st/»/, x. 4; 9»

Deffenbach/ s. Teusftnbach.

Tieffencastell / catteiisrnmuln. Ist ein ait schloß Aid ge»meinb IN Bündle» IM Gotkeshauß Bund am Aeibclen fluß gelegen.Es wird dieses vrtes auch in dem sogenannten Irmersric, ^«cou,nigedacht. *

Deffenfurth/ eine sogenannte Herrschafft in der Ober-Lausitz ,an der Schlestichen gräütze zwischen der Tiueiß und der grossenZschirne, so beyde in den Boberfluß fallen. Lie flösset westwärtsan die Göriitzlsche beyde, nordwärts an die Herrschafft Halda,und gegen oste» an die Schlcsische Herrschafft Klitschdorff, zu der sieauch ehemahls gehöret. lbsusscr. p.

Tieffenorth / ein dorffan der Werra in Thüringen , unterhalbSaltzungen, mit einem amte, so dem Hertzoge von Lachsen.Eise»nach zustehet; weil aber der Amtmann ehebessen aus dem nun ein«gegangenen schloß Kcaindurg gewohnt , so deist es noch insge«gemein das amt Krainburg. An. , c88 ist zwischen der Sachsen «Ecnestimschen linie und dem stiffle Hirschfeld wegen einiger irrun.gen über diesem amle ein vertrag errichtet, und krafft dessen unterandern der derselben linje damahls zugestandene s theil an Tre»fürt dem stiffte Hirschfeld cedtrt worden. /rAL,, »nn»>. 8»x. x.ror.

Del/ lat.D!», eine kleine befestigte stadt in der NiederländischenProviny Geldern, liegt aufber nord-ieite der Wahl, 2 weilen vonBommel ost-und s von Utrecht süd»ostwärts. An. 4;? wurde die.ser ort zu des Römischen Kaysers Valentttiiani lll zelten von Atti»lcyber Hunnen Könige,eingenomen. Unter den Königen der Frau»cken wurde er zu der Grafschafft Tetsterband gerechnet. An. 1,04wurde diese stadt in währenden kriegen zwischen den Brabanternund Geldrcrn zuerst mit einer mauer umgebe», woraufsie an festig,kett und einwohnern täglich zunahm, bis daß sie vermögend war,sich selbst wider alle feinde zu vertheidigen. Weil sie aber damahlssehr enge straffen hatte, war sie um deswillen nicht gesund. DieFrancken gaben diesen ort dem Bsschoffe von Utrecht , von welchemsie den Hertzogen von Brabant zu lehn gereicht wurde. Zu Rci»nalbi U- des Grasen von Geldern reiten, wurde sie durch vermitte»lung des Königs Philipp» in Franckreich gegen Haßden vertauscht,und an. i; ;6 mit Gelderland wiederum vereinbahrct. Sie bat öff»ters sehr viel gelitten. An. rooy wurde sie von den Normännerneingenommen und verbrannt. An. >i;6 und i;oi erlitte sie aber»mals viel durch krieg und brand. An-1286 nahm sie Reinaldus Iein, und plünderte sie. An. i; l; eroberte sie Otto, Graf von Bu»ry. An. nzr nahm sie Reinaldus II ein, beraubte sie ihrer ve»stungs-wercke. An. 1528 belagerte sie der Kayser Carolus V miteiner armee von 20000 mann, welche aber dennoch nicht vcrmö«gend waren, sie einzunehm en. Diese stadt war vor alters eine vonden vornehmsten Hansee»stäbten-

sselcripr LÄAii.

Tienlr/ ist ein klein Königreich in Indien in der Provintz Bis»nagar.

Tiensu/ ein götze des Indianischen volcks in Tonquin, gegenChina zu, welchen sie anbeten, als den patron ber künste, und wel»ehern ste zu dem ende opffern, damit er ihren kindern Witz, verstandund ein gut gedächtniß geben möge.

Depolo/ eine von den allerältesten edlen familien zu Venebig.Sie hak 2 Dogen hervorgebracht. Der erste, namens IacobuS,ward an. -229, an Petri Ziani stelle, zu dieser wurde erhoben. Eenöthigte beydes Candien und Zara, welche rebellirt hatten, sichwieder zu unterwerffen; so stritt er auch wieder die von Ferrara,ingleichen wider den tyrannen Azzolinum, welcher sich Meister vonPaöua, Verona , und andern städten qemacht. Er war dabey eingrosser Rechtsgelehrttr und reformirkr bm Venetianischen cock,

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