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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Vorrede.

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In der ersten vorrede hat man aus den zweyen damals in dendruck gekommenen bänden achtzehen Muster dergleichen gedop-pelter articknl und gleichsam zerschrantzter erzehlnngen ange-führet; bey welchen allen ohne ausnahme das versehen wettgrösser, als bey der zweyfachen Vermeidung des Abdlßt, gewe-sen ist. Allein weil unser Herr Gegner mit solchem ßeiß nichtzufrieden , und gar heftige klagen fuhren darf, daß noch etwasvon dieser art fehler« zurück gelassen worden ; so will man dem-selbigcn aus den dißmal zum Vorschein kommend«! bänden miteiner annoch grösser» anzahl dienen.

Was spricht er denn erstlich zu der kurtzen Historie des altenLongobardischen Reiches , welche so gar mit einbegriffder aus-gesetzten reihe aller Longobardischen Könige gerade auf zweyblättern nach einander gedoppelt erscheinet, das erste mal un-term nahmen Lombardey, und das zweyte mal uiiter Lon-gobarden? Die fache ist so beschaffen, daß fast nicht zu be-greiffen , wie doch, da die articknl ohne zweifel von verschiede-nen Gelehrten sind eingeliefert worden, nicht zum wenigsten dieHerren Correctores , oder auch der geringste Setzer der drucke-rey den fehler in acht genommen, und davor gewarnet habe.Der berühmte Rabbi Galomon Jarchi kommet vor unterdem haupt-morte Salomon, und wlederum unterm nahmenIarchi. Der Ost-Jndianische see-hafen und handels-ort Ma-deraspatan findet fich zweymal auf einem blat unter Mad-despatan aus dem Englischen Oickionnsire des Collier, weilnemlich die Engelländer den nahmen also aussprechen, und fer-ner unter Madcraspatan, weil Mvreri auf diese letzte weisegeschrieben hatte. Die ziemlich berühmte stadt Maslipatanin dem Königreich Golconda auf der küste von Coromandel ste-het zweymal in Malispatan, und in Masulipatam . Ma-homed oder Mohamed Lherif erscheinet unter dem ietztge-meldken nahmen p. 287. sowol als schon vorher unter Lherif;und zwar so, daß an dem erstgemeldten orte das rechte Haupt-wort , oder der eigentliche nähme des manns stehet, aber imübrigen der bericht viel geringer und unvollkommener ist ; un-ter Lherif hingegen der bericht besser und ausführlicher, aberanstatt des Haupt-worts nur ein sehr gemeiner tttul gesetzet wird,welchen , weiß nicht wie viele andere, gleich diesem Mahomed,geführet haben. Der bekannte Gelehrte aus dem anfange deSXVII. feculi , Thcodorus Marcilius, hat auch richtig feinezwey artickul, nemlich Marcilius und Marsilius; da der letz-te nähme ohnstreitig falsch, und nur aus Vermischung der buch-staben c und 0, welche etwan von unkündigen der Französischenspräche beschiehet, hergcrührel seyn muß.

Der berüchtigte Dominicaner-Mönch und Widersacher Luthe-ri , auch Magister sacri Palatü zu Rom , Sylvester Primas,so in der that nach seinem eigentlichen geschlechts - nahmenMaZZolini geheiffen, wird uns beschrieben unter Mazzolini,und unter prierias; und zwar also, daß an dem letzter» or-te von dem nahmen MaZZolini nur nicht gedacht wird! Aegi-dius von Laval, Herr von Retz , Marschall von Franckreich,im XV. feculo , der aber nicht minder durch seine Unthatenund schmählichen tod, als durch die erzehlte würde, oderdurch die im kriege erzeigte tapferkeit bcruffen lst, findet sich eben-falls gedoppelt, in Laval, und in Rets; wobey noch dasschlimmste ist, daß, wo man auch beyde artickul zusanunenscbmoltze, dennoch verschiedene wichtige umstände mangelnwürden. Das getichte von Mestra, der tochter Erysicblhonis,stehet auch zweymal da , unter Mestra, und unter Metra;wiewol noch an beyden orten fehler mit eingelauffen. Siehe ingegenwärtiger ausgäbe den artickul Mestra. Über Monllam-bett , Herr» von Esse, ober Dcsse, wie der nähme in Franck-rcich öfter gefthrieben wird , einen gar berühmten Französischen kriegs-mann, unter den Königen Ludovico XII. Francisco I.und Hcnrico II. war schon das merckwürdigste in dem Werckeselbst an seinem orte eingebracht worden ; und ist daher schwerzu deqrclffen, wie es dazu kommen, daß man einen viel kleinernartickul von diesem manne, als gantz neu, ererst in das Supple-mentum eingerücket, gleich als ob zuvor von selbigem in demLexico noch nicht wäre gedacht worden. Der fehler ist lediglichdaherkommen, daß Barste, welchem man das Supplemenmmabqeborget, für Montlambert geschrieben hat Montelam-bert; wie den» die Franzosen den nahmen wol auch ost Mon«lalambert setzen. Aber hat der so kleine unterscheid genug seynsollen, bey gantz gleichen thaten und schicksal, aus einem man-ne zween zu machen?

Der preis - würdige Venetianische Gelehrte und Staats-mann , Andreas Naugerius, tritt nicht minder zweymal aufden schauvlatz , das erste unter Navacter , wie der Italiäni-sche geschlechts-nahmc lautete , das zweyte unter yssauaerius,so wie er sich selbst vor seinen Lateinischen schriften heissek, auchinsgemein von andern Gelehrten ist genennet worden. Arta-xcrres Ochus, ein Persischer König, und welcher ia bekanntgenuq, hat gleichfalls seine zwey artickul, in Artarerxes undin Ochus ; an dem letzter» orte wird auch nur nichl gemel-det , daß er vornemlich Artaxerrcs gehcissen ; ohne noch zumelden, daß so gar aller wichtiger bericht von dessen regierunqund thaten allda untergeschlagen werde. Von RegmaldoPeacock, dcm Bischoff zu Chicester in Engelland, um die mit-te des XV. feculi, welcher von seinen lands-Ieuthen nicht unbil-lig unter die vorläuffer der Reformation gesetzet wird , war inder that gar ein guter artickul, und an seinem rechten orte unterdem nahmen peacock angeführet worden. Aber wie geschiehet

es, daß von gleicher person annoch ein anderer, in Wahrheitziemlich magerer bericht, beym Haupt-wort perok sich antref-fen läßt; da noch eines theils Perok ein blosser schrelb-vder druck-fehler des snchoris, welchen man ausgeschrieben, und doch ebendie dabey gesetzte Verbesserung Peacock von dem verstoß hatte an-zeige thun können ? Vielleicht hats der vornähme verursachet,weicher an dem letzten orte durch eine gedoppelte irrung an stattReainaldus, Renaldus heiffet. Der in den kirchen-geschrchtendes" IV. seculi sowol, als wegen einiger gelehrten schnflen be-rühmte Bischofs von Agen , Phvebadius, findet sich auch gedop-pelt , und zwar beyde mal weitläuftig genug ; 1.) unter pye-badius, da aber die orlhographie fehlhafft, und der Grrechl,fchen spräche zuwider, 2.) unter phoebAiu».

Der bericht von Phorco, dem söhne Neptun!, kommt unszweymal gerade auf ernander, nur mit dem artigen unterscheid,daß zuerst für das Haupt-wort phorcuö oder Phorcys; daszweyte mal nur mit veränderter vrdnung phorcys oder Phor-cus gesetzet wird: Wiewol die sonst an sich selbst gleiche nmstän-de dergestalt mit theils abgewechselten, theils fchlerhafften aus-drücküngen erzehlet werden, daß noch wohl zu begreiffen ist,wie gewisse Verfasser oder Übersetzer dabey eine person für zweyhaben ansehen können. Von der in Thracier» , oder, wie diegegend anjetzo heißt, in Romanien befindlichen stadt Philipp»-poli war in dem Wercke schon aller bericht, den man mitzuthei-len hatte, unterm nahmen philippi gegeben , auch zugleichanqemercket worden : daß die stadt heut zu tage oft Philrppopo«lis hiesse. Und dennoch muß in dem Supplem. ein neuer arti-ckul Philippopolis zum Vorschein kommen, der jedoch blosden zehcnden theil desjenigen sagt, so vorher unter Philipp»gemeldet worden. Der so bekannte Venetianische Artzt undkrokellor zu Padua , Prosper Alpinus , hat dennoch zweymalmüssen angcmerckel werden , anfänglich in Alpin», wo er ei-gentlich hin gehörete; das ander mal aber in Prosper, so nurder vornähme des manns gewesen ; und diß auch noch so kleinund mager, daß man dessen aus zweyfacher Ursache gar wohlhätte mangeln können.

Der söhn des Englischen Königs und Hertzogs in Norman-die, Wilhelmi Conquestoris , Richardus, stehet auch zwey-mal eben unter dem worte Richardus I. als ein Englischerprintz, und zweytens als Heryog der Lssormandre. Je-doch ist hier anzuzeigen, daß man bey gegenwärtiger Baseii-schen ausgäbe für gut befunden habe, mit diesem letztern an-ders zu verfahren , als mit den übrigen gedoppelten artickul».Da von jenen immer der unrecht gesetzte ist weggethan worden,hak man hingegen beyde articknl von Richards mit gutemwissen beybehalten , aus Ursache, weil der letztere, ob er schonnichts wichtiges in sich enthielte, so nichl gleicher Massen imvorhergehenden angemercket wird, dennoch genügsame probenmit sich führte, welche anzeigen , daß er von guter und gelehr-ter Hand, für welche man also solche achtung billig und gerneträgt, auch weil anbey die örter der scribenten, aus welchenjeder umstand weitläuftiger kan hergeholet werden, genauer undrichtiger angeführet worden, als in dem ersten artickul. Deralte Römische Poet Sabinus, so ein freund Ovidii gewesen,und auf einige von dessen Epittolis Heroidum geantwortet,kommt zweymal gerade nach einander vor. Die Ursache, war-um sich der mann also in zwey Personen hat müssen zertheilenlassen, ist fast angenehm. Es geschahe nur darum, weil beydem letztem bericht der vornähme Aulus durch einen fehler inClodius war verwandelt worden ; obschon sonsten Crinilus, auswelchem der letztere artickul soll genommen seyn, die aüerdent-lichste kennzeichen sehen laßt, wie er keinen andern Sabinnmverstanden habe, als lediglich denjenigen, von welchem der vor-hergehende artickul in dem Lexico lautet. Antonius Sadeel,ein sehr berühmter Französischer Refvrmirler Theologus , sollteaus dem Supplem. einen gar kleinen und mager» artickul em-pfangen , da doch unter Lhandieu, wie des manns Französi-scher nähme gelautet, schon eine viel ausführlichere beschrcibunawar gegeben worden. Das versehen hätte sich um so eher mei-den lassen, als der Verfasser des Supplem. noch selbst erinnert hat,wie das geschlecht dieses Theolog, Lhandieu gehcissen.

Samt Hippolyte, das städtlel» in Ober-Elsaß, welches zuTeutsch Sank pelt heissek, ist ebenfalls richtig gedoppelt, undunter jedem die,er zwey nahmen , ob wärens so viel besondereörter, eingeführet. Also ergieng es auch mit der stadt St. Mau-riz im Walliscr-lande, die unter Sank Mauriz und Gainr-Mauricc; mit Mvnt->Laint-M>chel in Normandic, so gar zumdritten mal,unter Sank Nkichael, Saint Michel, und Mont-Saint-Michcl; mit Sant Veit im Luxeinburgischen , wel-ches zweymal nach einander nur mit darzwischensetzung der stadtSank Veit in Kärndten; mit Sarncn in dem EydgenoßischenUnterwaldner-lande, so in Sarna und Sarncn; mit Elsast-Zadern , so beydes unter diesem nahmen , und unter der Fran­ zösischen benennung Gaverne, sich antreffen lassen.

Der berühmte Züricher Theologus , Joh. Casp. Suicerns,hat auch nothschicklich seine zwey artickul emvsangen müssen,als Schwciaer, und als Suiccrus. Die inful lm Aegeifchcnmcer Scripyus , heut zu tage Serphino, findet sich gleich,falls unter iedem dieser zweyen nahmen. Der Gothische Königin Svanien Sisnandus auch so , in Sismaldus und in Sif-nandus ; der abgott Succoth Benoth in diesem jetztgedach-ten worte, so allein das wahre ist, und in Siccuth ; Teiesyho-rus, ein anderer abgott, den die Griechen verehret, m Teiespho-