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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Voigts-Würde, wurde auch Assessor Ministern Evangelici ,ferner im jähr 1627. Syndicus, im jähr 1630. anderer Ralhs-ntcister, im jähr 1634. oberster Vier-Herr, und im jähr 1648.gar oberster Rathsineister. Er siel bald nach dein Münsteri-fchen frjedcns-schluß , wobey er sich sehr vor die stadt Erfurt inkereßirte, in des Kaysers ungnabe, und kam, als die stadtin dieKaystrliche acht erkläret wurde, im jähr 1663. den 7.sept. jämmerlich uins leben, indem er von drey soldaten sehrrerfchlagen, und zuletzt von einem erschossen wurde. Man hatvon ihm unter dem nahmen Theoph. Gleichrechts eine Con-sukationem Juridicam, daraus man das damals sehr verderbtemüntz-weftn recht erkennen kan. Biantes, vit. Erfurt .

* Zvmpperdolling, einer der vornehinsten anführer von derWiedertauferische» rotte zu Münster in Westphalen, war ausdieser stadt gebürtig , oder genoß doch wenigstens daselbst dasbürger-recht. Er hielt es anfänglich, wie man sagt, mit Lu-theri lehre; gab aber seinen unruhigen und tollkühnen topfbey zeikcn an den tag; inmassen er die Römistch-Catholischereligion sogleich mit gemalt aus der stadt vertreiben wollte,und unter diesem vorwand allerhand unfug anrichtete, dar-über aber von dem Bischoff eine zettlang in gesanglicher hasstgehalten wurde. Als er derselben unter gewissen dedingungenentledigt worden, schlug er sich an. 1334. zu den Wiedertäufern,oder schwärmern, welche sich um diese zeit in siiner vattcr-stadt hervor gethan, und bemächtigte sich mit denseldigen derschlüsselzu den stadt-thorcn, welche er sodann in seine eigeneVerwahrung nahm. Nicht lange darauf lief er barfuß auf denstrassen herum, »ni> kündigte die reformatton der sirten an.Indessen ward er von den Catholicken nochmals in verhafftgezogen, von seinem anhang aber auch bald wiederum auffreyen fuß gestehet. Wiewol nun diese seinen eifcr sich sehr wohlgefallen liessen, so traueten sie doch ihm desto weniger verstandund klugheit zu ; daher er auch von ihnen zum Propheten nurvom andern ränge erwehler wurde. Dann er lief bald als einrasender gantz nackend in der stadt herum , bald aber nahm erein beil, und wollte das retranchemcnt der feinde damit übernHaussen werffen. Hiernächst hatte er auch die gewohnheit, den-jenigen, welche er zu seiner partey ziehen wollte, i» den mundzu blasen, wodurch er ihnen feinem ärgerlichen vorgeben nach,den H. Geist mittheilte. Diese und dergleichen dinge gabennun selbst ihrem aufgeworffenen Könige, Johanni von Leiden ,gelegenheit, daß er seinem Hochmuth ein wenig einhalt zu thun,ihn durch übergebuilg des schweedks Simsons oder des degensJosua auf öffentlicher straffe zu seinem scharfrichter machte;Knipperdolling aber schätzte sich solches so gar nicht für eineunehre, daß er vielmehr es nach der Hand überaus übel nahm,wann sich sonsten jemand unterstehen wollte, köpfe abzuhauen,oder andere dergleichen dinge zu verrichten. AIs ihm auch seinKönig einstens etwas nicht recht gemacht haben mochte, stießer wider solchen allerhand aufrührische reden aus, setzte sichanbey auf dem marckte, wo derselbe Hofzu halten psiegte, aufden thron, und nahm noch andere ungebührliche dinge vor ,wofür er aber auch acht tage im gefängnis sitzen muste. End-lich wurde er bey erobermig der stadt Münster an. 1336. mitgefangen, und anfänglich nach Horstmar geführet, nachheroaber nach Münster wiederum zurück gebracht, aüwo man ihnerst eine zeitlang mit glüendcn zangen zerriß, und sodann miteinem deqen durchstach. Er war am leibe groß und starck ,im gemüthe aber unbeständig, verwegen, arglistig, stoltz, undin'allen seinen begierden, welche stets auf hohe, zum theil aberungereimte, und gantz nngläubliche dinge giengen, überausheftig, welche schlimme eigenschafften er zwar schon in seinerjugend spüren ließ, nachhero aber bis aufs höchste trieb. Inder mit ihm angestellten gerichtlichen verhör, wollte er durch-aus nicht zugestehen, baß er eine Missethat begangen, sondernrühmte sich vielinehr, daß er jederzeit nach dem willen seinesvatters gelebt, und sei» Christenthum im werck und in der thatbewiesen habe; gab auch selbst bey seinem tobe, den er mit be-sonderer gedult ausstund, kein anzeigen einer reue von sich,ausser daß diejenigen, welche zunächst an ihm stunden, dieworce: GOtl sey mir sünder gnädig , einmal von ihm gehörthaben wollen. Catrou , hilf de^ Anabaptistes. Corvini epist.ad Ge. Spalatinum, in Jehringii hist. VVN den degebenheitMder Tauf -gesinnte», in append.

* Änippius , (Johann) aus Friedland einer stadt in derLausitz entsprossen, hatte weder reiche noch fürnehme eitern.Nachgehends studirte er zu Franckfurc an der Oder, legte sichsonderlich auf die Rechtsgelehrfämkeit, und brachte sich beydem berühmten Rechtsgelehrtcn Samuel Stcyken in Hochach-tung. Er starb endlich im fahr 1693. den 18. nov. zu Halle,drey jähre darauf, nachdem er Licentiat worden war. Dieeine disputalion, so er unter Kirchmayern im jähr 1687. zuWlttenderg gehalten , führet den tikul: Latinitas legalis prae-ter meritum suspecta ex Pandectis Juris eruta & vindicata.Die andere im fahr 1690. unter Strykens Praelidio unter demtitul: Disputatio Inauguralis de victo Vincente, occafioneRegulae Juris: Sivinco vincentem Te, vinco & Te. Hof.man. script. rcr. Lusat. tom. II. p. 341. seq. visiert, de Lu-ft t. litt.

Anipschild, (Philipp) ein bekannter Publiciste, war vonTreißbach in Westphalen gebürtig, daher er auch unter demnahmen Hypoliti a Treisbach verschiedenes edirt hat. Er war

der freyen Reichs-Ritterschafft am Neckar und Kocher-fluß, werauch der stadtEßlingen Rath tmb Syndicus, und starb 00.1637.im 62. jähre seines alters. Wir haben von ihm Paratitla Jurisuniversi ; Tr. de Fidei-Commiffss Familiarum nobilium ; deJuribus & Privilegiis Civitatum Imperii ; de Nobilitate in ge-nere & praesertim Juribus & Privilegiis Ordinis Equestris libe-ri & immediati. IVitte, tom. II. diar. biogr. 1

* Anittlingen , ein grosser Würkembergischer marckt-ffeckenan de» nord-östlichen grentze» dieses Hertzogthums, zwisthendem kloster Mauldrunn, und dem Pfaltzischen städtlein Brei-ten. Er ist vormals Pfältzisch gewesen; hernach aber an.1304. den 4. iul. von Hertzog Ulrichen in der ihm vom Kay-ser Maximilian aufgetragenen cxecution wider den geächtetenChurfürsten Philipp, nebst Maulbrunn eingenommen worden.An. 1690. stund allhier das lager der Mieten. An. 1692. imsept. ist dieser ort von den Franzosen geplündert und abgebranntworden. An. 1734- hak er auch schaden durch Plünderung er-litten. Crußus, annal. Suev. COÜCietllb. Ephemerides. Aclapublica.

Ano-belsdorff, eine alte ansehnliche adeliche und zum theilFreyherrliche familie in Schlesien, welche sich auch in der Lauß-nitz ausgebreitet, und in der Nieder-Laußaitzischen LerrschafftPforten die güther Britzen, Pitzschke und Teuchel besitzet.Kartsche Knobelsdorff vertrat an. 1416. bey Heurico dem äl-tern, Hertzoge zu Glogau , die stelle eines Marschalls. Mel-chior war an. 1310. Landes-Aeltestcr in dem Fürstentbum Glo-gau , und Devulirter in wichtigen cvmmißionen. Balthasarund Basiian halfen an. 1329. Wien defendireu, als es von denTürckcn belagert war. Der letztere brachte an. 1340. dieSchwibusische Lands-Hauptmannschafft pfands-wcise an sich.Hans von Knobelsdorff war a». 1330. Verweser des Fürsten -thums Crossen. Maximilianus von Knobelsdorff auf Rückers-dorff, Werblin, Koppen und Arnsdorff, ein söhn des vorgedach-ten Sebastians, war an. 1358. KönigS Ferdinandi I. Cam-mer-Herr, wie auch des Schwibusische» Weichbildes Landes-Hauptmann, und hernach Königl. Cammer-Rath in Schlesien.An. 1371. starb Eustachius als OKcialis und Dechant zuBreßlau . Er war ein gelehrter mann, und hat nicht nurFranciae Magnae Defcriptionem edirt, sondern auch die stadtParts in einem carmine gelobt. Johann Georg ward an.1624. des Schwibusischen Weichbildes Landes - Hauptmann.Balthasar aufWoinewitz bekleidete an. 1633. die charge einesFürstlich -Briegifchen Raths und Hof-Marschalls. Eusta-chius hat sich im 30. jährigen kriege als Chur -Brandenburgi-scher General -Major hervor gethan. Johann Tobias, Frey-herr von Knobelsdorff, Herr aufHertwigsvorff, Kalten-Brieß-nitz und Kuntzendorff, des Fürstenthums Glogau KöniglicherMann-Rechts Beysitzer und Landes-Äeltestcr, starb nach ansangdes XVIII. sieculi , und hinterließ unterschiedliche söhne.Balthasar Alexander, Freyherr von Knobelsdorff auf Sprot-ttschdorff und Langen-Mörsdorff, fforirte an. 1719. als desFürstenthums Glogau Königl. Mann-Gerichts-Asiesidr. An.1639. starb Martinus von Knobelsdorff auf Cainmendorff alsOber-Amts - Cantzlcr in Schlesien ; er gehörte aber nicht zuvorhergehender familie, sondern war zu Reichendach aus bür-gerlichem stände gebohren. Sinapn Schief chron.

Anobloch, eine adeliche familie am Rhein 4 von welcherHeinrich, etn söhn Emerchi, an. 1238. als Schaff zu Franck-furt verstorben. Dessen urenckel, Jacob, wird um das jähr1320. Kaysers Ludovici Wirth genennet, und hat von demsel-ben den Kanserlichen saal, jetzo der Saalhofgenaimt, an.1338. zu Vergeltung seiner dienste bekommen. Dieses Jacodrbruder, Hermann von Knobloch, genannt von Offenbart),wird gleichfalls von dem gedachten Kayser sein Wirth genen-net, und hat an. 1336. Oberreit an sich gekauft. Von sei-nen nachkommen ließ sich zu ansang des XVI. fteculi mit Adol-phs , J. U. v. eine linie in Franckfurt nieder, welche aber an.1634. ausgestorben. Die andere linie hat Johannes, der an.1341. als Burgmann zu Oppenheim verstorben, fortgepflantzet,von welcher an. 1699. Georg Friedrich im leben war. Ale-xius Knoblauch von Birnsdorff ist an. 1348. in den Böhmi-schen Ritter -stand aufjenommen worden, er ist aber mit diestmgeschlecht an dem Rhein in keiner verwandtschafft gestanden.Humbr. von dem Rhein . Adel, tab. 247. Baib'm. in prooem.tab. stemm.

Anoche, eine adeliche familie in der Lausitz , allwo sie diegüther Elstra , Godla, Reichenbach, Reichenau und Britzen ,3vie auch den flecken Cuna besitzet, stammet aus dem Fürsten-thum Anhalt her. Christoph Knoch florirte daselbst zu ausgangdes XV. ikculi auf dem Ritter-guthe Wörlitz , und zeugte miteiner von Plausig, Hansen auf Bleckendorff und Sölmitz , wel-cher Fürstlich - Anhältlscher Hof-Marschaü zu Deffm undHauptmann zu Ballenstädt gewesen. Dessen enckel, CasparErnst auf Trinum , (von dem hernach besonders) gieng an.1641. iM3y. jähre mit tode ab, nachdem er folgende 4. söhnegezeugt gehabt: 1.) Hans Ernsten, der auf der insul Rügen miteiner stück-kugel erschossen worden. 2.) Carl Friedrichen, deran. 1638. bey Gramsdorff von etliche» räubern m gegenwartsemes vatters , welcher dabey verwundet worden, entleibetwurde. 3.) Johann Ludwigen, der bey dem Grasen zu Hanau geheimer Rath und Hofmeister gewesen. 4.) Christian Ernsten,

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