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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Wortes Justiniani in dieser spräche auswendig. Etwas zeit her.nach lernte er das Französische ziemlich gut,^und^ che er m seinviertes jähr getreten , war er schon m der wlffenschasst der ge.schlechter weit gekommen , was die vornehmsten Häuser vonEuropa betrift.' Das judicium und em geschwinder gelst be-gleiteten diese erstaunliche gcdächlms. Ein guter theil von demvierten jähre seines alters qicng auf der Danemarcktschen reisedurch, allwo ihn der qantze Hof bewundert, und dieser ,ungeknab «ebr artige reden an den Koma und die Prmtzen vomgeblüte gethan hat. Nach seiner zurückkunft in Lübeck lernteer in kurtzcr zeit schreiben. Da er aber von einer sehr zärtlichenleides-constitution gewesen, ward er krancklich, und gab nachetlichen monalen im fünften jähre seines alters seinen frühzei-tigen geist auf. Die Christliche und vernünftige weise, wie ersein vorgesehenes ende aufgenommen, ist ungefehr eben so ver«wunderlich , als sein leben gewesen. Bibliotbeque Germamque,tom. XVII. p. 81. &c.

Heingartner, (Conrad) Med. Dost. von Zürich , war Ca-rol, VIII. Königs in Franckreich, Leib-Artzt, und hat geschriebenVefenlionem Astronomie. Hotting. biblioth. Tig. *

* Heinich, (Ioh.) war Professor Theologie primarius undSuperintendent zu Rinteln , und starb an. 1671. Er hat ge-schrieben : de Veritate Religionis Christian* ad Hug. Grotium,Rinteln 1667. in 12. Compendium in Usum eorum, qui stu-diis sacris primum imbuuntur, 1657. iN 8. de Officio boniPrincipis piique Subditi, 1661. in 12. P. I. Historis Ecclesiasti-cae & Civilis, Rinteln P. I. 1669. P. II. 1670. P.I 11 .1674. in 4.Consilium de Dispensatione Homicidii, U»b unterschiedene di-sputationen. Unschuldige Nachrichten, 1711- ?- ~ 12 ·

* Heinichen, (Ioh. David) eines Priesters söhn, war ge-bohren an. rsgz. den 17. april in Crössuln, einem zwey stundenvon Weiffenfels nahe bey Teuchern liegenden orte, studirte inLeipzig , that im jähr 1710. eine reise nach Italien , ward an-fangs an.i?!;. bey Seiner Königlichen Hoheit dem Chur-Prm-tzen von Sachsen, und nach absterben Joh. Christoph Schmrds,Königlich-Polnischer und Chur-Sächsischer Capell-Meister, undstarb den r 6 . juf. an. 1729. Man hat von ihm anwei,ung zumgeneral-baßin der composition, oder die neue und gründlicheänweisung wie ein music-liebender mit besonderm Vortheil ,durch die principia der eomposition, nicht allein den general-baß im kirchen-cammer-und theatralischen stylo vollkommen &in altiori gradu erlernen , sondern auch zu gleicher zeit in dereomposition selbst richtige prosectus machen könne; nebst einerernleitung oder musicalischen rarsonnement von der Music über-haupt, und vielen besondern Materien der heutigen Praxeos,Dreßden 1728. in 4.

Heinitz, siehe Haynitz.

* Heinlein, (Paul) ein Nürnbergischer Mustcus , besondersaber ern guter Organist, gebohren den n. apr. an. 1626. ward,nachdem sich gar zeitlich eine grosse inclination zur Music beyihm hervor gethan, geschickte» Muficis untergeben, und bey er-lernung unterschiedlicher, absonderlich blasender Instrumente,auch auf dem clavier und im singen in wenig jähren so weitgebracht, daß er in der fremde, und zwar an. 1646. zu Lintzund München , ferner das folgende jähr «n Italien sein Music-studium mit vielem nutzen fortsetzen konnte, wobey er auch dercomposition allda mit tresiichein succeß drey ,ahr lang obgele-gen. Solchen bisher rühmlrch-angewcndeten ffeiß ließ diesermann, als er an. 1649. wiederum bey den seinigen glücklich an-langte, gar bald aus vielerley proben zu Hause spüren, wes-wegen er auch nach weniger zeit die stelle eines Musici daselbsterlangte, und immer weiter kam, Massen ihm an. iLz z. die be-dienung eines Organisten den St. Aegidii, folgendes jähr dar-auf die direclion des Cbori Musici in der Frauen-kirche, end-lich aber an.lszz. der platz des ersten Organisten in der St.Se-balds-kirche zu theil ward. Er zeigte noch ferner ein mehrers,indem er sich sonderlich beflisse, nicht nur die orgcl mit vielerfertigkeit und geschicklichkeit zu tractiren, sondern auch nachfeiner schönen composition einen guten vorrath von feinen vo-cal-und instrumental-stücken mittheilte, wie er es denn auch da-hin brachte, daß er auf dem clavier mit fast unvermerckter be-wequng der finaer und Hände auf das fertigste spielte, undviele herrliche stucke, die mcistentheils aus toccaten , fantasien ,fugen und ricercaren rc. bestanden, componirte, die noch jetzoziemlich in achtung sind. Er starb den 6. aug. an. 1686. Dop-velmaprs historische Nachricht von den Nürnbergischen künst-lern, p. 240. seq.

Heinrich, siehe Henrtcus.

Hcinrichau, eine Cistercienfer Abtey in dem SchlcsifchenFürstenthum Münsterberg, welche von Hertzoas Henrici BarbatiCantzler Nicolao,einem Dom-Herrn von Breßlau , an.1222. ge-stiftet, und nachgehends von erwehnlem Hertzoge selbsten statt,lich dotiret worden. Sie hat an. 1428. von den Hußiten undan. 16,2. von den Schweden viel ausstehen müssen, als welchealle ihre kostbarkeiten entführet. Der Abt ist einige zeitherLandes-Hauvtmann in dem abgedachten Fürstenthum. LucäSchles. chron.

* St. Heinrichs-orden , ein Ritter-orden, welchen Augu-ftus III. König in Polen und Churfürst zu Sachsen , an dcro

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geburts-fest den 7. oct. an. 17z 6. unter dem kitul Kaysers Hen-rici II. oder Sancti gestiftet, und wovon der König selbst dasOberhaupt ist. Das ordens-zeichen ist ein roth - emaillirtescreutz, so auf der einen feite das bildnis Henrici Sancti mit derUmschrift S. Henricus Imperator, und auf den vier armen descreutzes von gelb die buchstaben A. R. zwischen den armen aberden Polnischen weissen adler hat. Auf der andern feite stehenin der mitte die worte: Pietate & Bellica Virtute , und aufden armen sind die Sächsischen Chur -schwerdter. Der ordenwird an einem colombin-rothen bände getragen, an dessenbeyden enden ein silberner streif durchgehet.

Heinrich-stadt, siehe Wolffenbüttel.^

t einrichs-winckel, siehe Stauffenberg.einrici, (Daniel) gebohren den apr. an. ifir;. in derjtadt Chemnitz in Meisten, wurde nach durchloffenen schulen an.

;. aufdie Universität zu Wittenberg geschickt, da er mehren-theils seine studien profequirte, und an. i6,s. Magister wurde;an. 1641. wurde er zu Jena Doct. Theol. und an. 1642. zuLeipzig Profdsor darinnen, bald darauf auch Ephorus AJumno-rum Electoralium , wie auch Canonicus zu Zeitz , neben meh-rern andern dignitaten , die ihm aufgetragen wurden, und dieer alle bis an seinen tod, so in das jähr 1666. fiele, mit rühmbediente. Unter seinen schriften finden sich : Tractat. de In-spiratione Verborum S. Script.; Comment, in Evangel. Propst.Jeremias XXXI. 22. ; Christianus delineatus; ChristologiaOrthodoxa ; de Vita: Humanae Termino; Schote Philologien&c. Witte, mein. Theol. p.1560. & diar. biogr. ad an. 1666. *

Heins, (Joseph) ein berühmter mahler von Bern , dervon dem Kayser Rudolpho unterhalten, auch von ihm nachItalien geschickt worden, wo er die schönsten statuen und bilderabgezeichnet, und mit nach Hause gebracht. Er hat viel stückefür gedachten Kayser verfertiget, davon die meisten durch Sau-ber, Kilian und Meyern in küpfer gestochen worden. Er starbzu Prag , und hinterließ einen söhn, der gleichfalls ein mahlerwar. De Piles , abrege de la vie des Peintres .

Heinsberg , eine kleine,in dem Hertzogthum Jülich an derRur gelegene und Chur-Cöln zuständige stadt, ist vor diesem ei-ne Grafschafft gewesen, und in dem XVI. feculo ausgestorben.Von den Grafen hat Philippus an. 1167. und Theodoricusan. 1208. das Ertz-Bißthum Cöln ; Johannes aber an. 1419.das Bißthum Lüttich erhalten. Tromsd.

Heinsius, (Daniel) ein berühmter Criticus, war zu Gentim may an. i; 8°. gebohren. Sein vatter, Nicolaus, hattezum Ostern gelegenhcit in bedienungen zu kommen, wie ihmdenn die stadt Brügge in Flandern das Syndicat auftrug; erschlug es aber bey^damaligen verwirrten zeiten aus, und weiler die ruhe liebte, ließ er sich mit der aussicht, die er über deSHertzogs von Espinay Herrschafften hatte, begnügen. Danielhatte kaum das dritte jähr erreichet, als er wegen damaligenUnruhen das vatterland räumen muste, indem er von feinermutter nebst einer kinder-frau nach Very aefchickt wurde.Kurtz hierauf nahmen ihn feine eitern mit sich in Engelland,da sie sich zu Douvres und Londen einige zeit aufhielten. AISsie aber in Holland zurück kehrten , lebte er mit selbigen an«sänglich zu Dclft, und nachmals zu Ryßwick. Von dar wand-te sich fein vatter nach dem Haag, allwo dieser HeinsiuS denersten gründ seiner studien legte. Er war sonderlich zur Poesiesehr geschickt, indem er bereits in seinem zehenden fahr einenguten vers zu schreiben wußte. An. 1,96. gieng er nach Fra.necker, um daselbst die Rechte zu erlernen, da er denn auch Hen«ricum Schotanum fleißig hörte; allein er hatte ins besonde-re grosse lust zu der Griechischen spräche, dergestalt, daß nach«dem er sich Mujai getichte von des Leandri und Heronis liebebekannt gemacht hatte, er solches bald andern erklären konnte.Als er anderthalb jähr zu Franecker zugebracht, begab er sichnach Leiden, um Iosephum Scaligerum zu hören, allwo erdie Griechischen und Lateinischen authores mit solchem steiglas, daß ihn Scaliger absonderlich lieb gewann, ihn seinensöhn nenncte, und sich noch auf seinem tod-bethe verlautenließ, er habe niemand lieber gehabt, als ihn. Scaliger wollteihm auch seine bibliolheck vermachen, die er aber nicht anneh-men wollte, sondern nur einige bücher davon auslase. Nichtweniger ästimirte ihn auch Ianus Dousa, welchen beyden ernach ihrem kode parentirke. Im Griechischen hörte er Bona«venturam Vulcanium. Als er kaum rg. jähr alt war, fienger an Lateinische und nachmals Griechische authores öffentlichzu erklären, wurde nachgehends Professor Politlces und Histo-riarum , auch nach des Pauli Merulä tobe Secretarius undBibliothecarius bey der Academie. Sein rühm wuchs hicrbeydergestalt, daß ihn auch grosse Potentaten und die vornehm,sten Staats - lcnthe hoch hielten; wie ihn denn König Gu-stavus Adolphus zu seinem Rath und Historiographo machte.Es erkannte auch die Republick Venedig seine meriten; denn,als er nach einer zwischen selbiger und den vereinigten Nie-derlanden geschlossenen alliantz beyden in einer gedrucktenrede grarnlirte, wurde er ohne sein suchen durch einhellige stim-men des Pregadi zum Ritter St. Marci gemacht, auch ihm vondem VenetianischenAbgesandten, Marco Antonio Morosino, ne-ben Marco von Lyclcma, damals Präsidenten im Rath der Ge-neral-Staaten bey einer ansehnlichen Versammlung im Haageine goldene kette um den hals gehängt , und ein dipiom,

darüber