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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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h i l 135

dere Concilium'zu Ephefus geschickt, um den Eutychianern znwiderstehe». Weil er aber sahe, daß daselbst alles wider rechtund biliichkeit zugieng, machte er sich nebst seinen geführte»heimlich davon, um dem Leoni von allem Nachricht zu ertheilen.Hieraufwurde er an. 461. zum Papst erwehlet, schrieb widerdie Nestoriancr und Eutychianer , bestätigte die allgemeinenCondJia zu Ntcäa, Epbesus und Chalcedon gehalten , und be-rief an. 46; . eines nach Rom , um die kirchen-zucht wiederum instand zu bringen. Es sind auch bis dato einige von seinen schrif«ten und briefen vorhanden. Er starb an. 467. und hatte zumNachfolger SlMpliciUM. Anaßaßus, in vita Pontihcum. Cave,bist. litter. p. 25$.

Hilarius von Arles , war von geburt ein Franzose, an. 401.gebohren. Er gieng auf antrieb des Honorati, welcher der ersteLirinensische Abt war, in desselben kloster. Als Honoratus Bi-schoff zu Arles worden, begleitete er selbigen dahin, kehrte aberaus liebe zur cinsamkeit wiederum in sein kloster. Nach Hono-rati tode wurde er Bischoff zu Arles . Er präsidirte an. 439.bey dem Concili o zu Riez, und an. 441. bey dem zu Orange,wie auch an. 444. bey einem andern, so man daselbst gehalten,auf welchem Chclidouius, Bischoffzu Besancon abgesetzet wur-de. Hierdurch erneuerten sich die streitigkeiten zwischen der Are-latensischcn und Viennensischen kirche, wegen des Vorrechts derPrimane oder des Metropolitanats. Auch appellirle der abge-setzte Chclidonius an den Papst Levneml. welcher nicht alleinvon dem Kayser Valentiniano ein rescript auswürckte, Hilarius sollte sich in seiner provintz inne halten, sondern auch einen Sy-nodum anstellte, um von dieser fache zu urtheilen. Hilarius gieng zwar zu fuffe nach Rom , und suchte den Papst auf alleweise zu begütigen, weil er aber sahe, daß derselbe keinen aus-spruch thun wollte, kehrte er, ohne von ihm abschied zu neh-men , ohnverrichteter fache wieder nach Arles . Dieses verdroßden Papst desto mehr, welcher dannenhero alles, was Hilarius gethan, caßirte, und weil selbige kirche ohne Haupt war, wurdeLeontius Bischoff von Freius oder Forum Julii , als der ältesteunter den Bifchöffen des Metropolitanats von Arles , ersehen,dieses amt über sich zu nehmen. Endlich wurde die fache durchdrey seiner Priester, welche Hilarius deswegen an den Papstschickte, beygelegt. Es haben einige behaupten wollen, alssey er ein 8emi-Pclagianer, arif welche feite damals die meisteGeistliche in Provence geneigt waren, und ob er gleich vondem Augustino viel gehalten, doch nicht in allen stücken seinermevminq gewesen. Er starb den 9. may an. 44y. Er hatverschiedene schristen hinterlassen, als: Vitam Honorati; Car-men Heroicum de Geneseos Historia; Epistolas ad AugulH-num ; de Aliraculis S. Geneiii. Gennadius , de vir. illustr.C. 6 g, & 99. Profper, in chron. Leo , epist. 87. Ado Viexn. incHron.. 'sammarthanus, Gall. Christ. Pajchaßus Quesnel , dissert.«pol. ad Leonem. Huris, hist. Pelag. lib. II. c. 2. Cave , histor.litter. p. 231. *

Hilarius ^ gebürtig von Sardis , war Diaconus der Römi-schenckirche. Er wurde von dem Papst Liberio nebst dem Luci-sero von Cagliari und dem Priester Pancratio an. 354. an denKavscr Constantium geschickt. Er vertheidigte bey solcher Ge-sandtschaffr den reinen glauben auf dem Mayländsschen Conci-lio wider die Arianer mit solcher hertzhafftigkeit, daß ihn derKayicr, welcher von den ketzcrn eingenommen war, deshalbengeiffeln und verweisen ließ. Hernach fiel er in das schifma derLuciferianer, und meldete nicht allein die gemeinschafft derieni-gen, welche aus schwachhcit oder forcht gefallen, sondern be-hauptete auch, daß die taufe der kctzer keine rechte taufe sey, undtaufte dahero alle, so von selbigen die taufe empfangen, aufsneue. St. Hieronymus nenncke ihn den Deucalion der weit.Der Commentarius über des St. Paust Episteln, welcher unterSt. Ambrosil schristen mit zu finden, und die Qusestiones oderfragen über das Alte und Neue Testament, so unter Augustiniwercken mit anzutreffen, werden ihm zugeschrieben. Hierony->nu<, adv. Lucif. Bartmius, ad an. 354. Beilarmmus , de script.Cave, hist. litter. p. 319.

Hilarius, von Poitiers in Franckreich gebürtig. Er nahmn seinem alter den Christlichen glauben an, wurde aber durch)en fleißigen Umgang mit dem Priester Heliodoro in der Schriftso gelehrt, baß man ihn einmülhigstch zum Bischoff in seinemvatterlandc erwehlte. Es hat selbiger auch, nachdem er schonBischoff gewesen, seine stau behalte». Wider die Arianer er-zeigte er sich gar eifrig, übergab auch deshalben an den KayserConstaiillum eine besondere fchrift, darinnen er ihm ernstlichzuredte, daß er sich dieser kctzer nicht mehr annehmen, hingegendie Verfolgung der rechtgläubigen , und zumal des Athanasij,aufheben möchte. Allein diese freyheit verdroß Constantium,daß er ihn schon damals verjagt hätte, wie er bereits andernPrälaten gethan, wofern ihn nicht einige Ursachen davon zurückgehalten. Indessen geschahe es doch ein jähr darnach, alser an. 336. auf dem Concilio zu Bezjers etwas hart wider dieArianer gesprochen, daß er auf anstiften des Saturnini vonArles , auch Ursatii und Valentis , welche wegen obgemeldterirrigen lehre von den Gallischen Bischoffen waren entsetzetworden , auf vier jähr lang in Phryqien verwiese» wurde; undals er sich ihnen nachgehends auf den Conciliis zu Seleucia undEonstantinvpel widersetzet, so brachten es die Arianer, umeines so behertzten mannes los zu werden, dahin , daß erwieder zurück in Gallien geschickt wurde, woselbst er den reinenHistor. Ltxkm iv. Ehest.

glauben erhielte. Als nachgehends unter Julian» die recht-gläubige mehr freyheit wider die Arianer erhielten , versammel-te Hilarius verschiedene Concilia in Gallien , darinnen sowoldie Arianische lehre, samt denen zu solcher behuf gemachtenschlussen anderer zusammenkünfte zu Äriminum und «seleuciaverdammet, als auch absonderlich Saturninns von Arles undPaternus, Bischoff zu Perigueux , derentwegen entsetzet wur-den. Nachgehends gieng er nach Mayland, um Auxentimnvor Valentiniano, als einen irrigen und gottlosen mann, anzu-klagen. Weil aber Auxcntius, wie ihm wenigst von dem ge-

S theil schuld gegeben wird, nur um sein Bißthum zu behaltenvcrstellete, und in der mit Hilariv und io. andern Buchöf-fen von dem Kayser geordneten Unterredung, sich gut orthodoxerklärte, und hingegen Hilarius immer fort fuhr, denselben, obwäre er dennoch heimlich der Arianischcn stete zugethan, anzu-klagen, erzürnte sich der Kayser, nnd schickte Hilarium als einenunruhigen köpf wieder zurück nach Poitiers , woselbst er den 13.jan. an. 369. starb. Wir haben noch einige schristen von ihm,so an. 1652. zu PariS in fol. aufgelegt worden, als da sind:de Trinitate Libri XII.; ad Constantium Liber ; adversnsArianos ad Auxentium Liber ; de Synodis advers. Arianos Liber*Commentarii in Psalmos ; Cominentarii in Matthsum.Hieronymus. S. Augußmus. Gregor. Turon. Jib. I. c. & jg.Sammarthanus, Gall. Christian. Boüandus , ad 13. jan. Cavep. 117. Du Pin. *

Hilbre, Helbre oder Helbrie, eine insul von Cheshire , sobey dem ausfluß der Dee, nahe bey West-Kirby liegt.

Hilch von Lorch , eine alte und ansehnliche adeliche familieam Rhein , deren stamm-reihe Humbracht an. 124g. anfängt.Nachgehends sind unterschiedene davon Schullheisse und Amt-männer zu Lorch gewesen, und scheinet, daß der beynahme Lorch daher gekommen, weil sie anfangs zu Lorch gewöhnet, oder da-her entsprossen. An., i s48. starb Hans Hilch von Lorch, Kay-ferlicher und des Königs in Franckreich Oberster und Feld-Marfchall; dessen bruder, Philipp, anfangs Schultheiß und her-nach Amtmann zu Lorch , hinterließ Diethcrn, der die vatterlichecharge erhalten, und ein ober-älter-vatter worden Johann Wil-helms des jünqern , der an. lügt. als der freyen RheinischenReichs-Ritterschafft Ritter-Rath verstorben. Von dessen söh-nen lebte der ältere noch an. 1717. als Oberster und Commen-dant zu Coblentz in hohem alter, und zwar ledigen stands; derjüngere aber kam an. i?n. als Holländischer Brigadier unver-heurathet mit dem Erb-Statthalter von Frießland, Printz Jo-hann Wilhelm von Nassau, im wasser um. Humbr. vomRhein . Adel tab. 147. Seiferts ahnen-tafel.

Hilda, eine Sächsische Printzeßm im VIII. feculo. Sielebte in dem Stift Streenshalt in der Engelländischen proviutzAorckshire, und ist wegen ihrer gclehrstnnkeit und gvttesfurchtberühmt, so daß auch ein zu selbiger zeit wegen der Oster-feycegehaltener Synodua sie consülirte. Sie starb um das jäheüZo. '

* Aildanus, (Wilhelm Fabricius) ei» berühmter Chirurgus,stund in dem dienste Georg Friedrichs, Makqgrafen von Baden.Er kam an. 1986. nach Lausanne , und trieb seine kunst dastlbstmit gutem fvrtgang. Hierauf wurde er ay. iüi;.ach Bern beruffen, da er an. 1634. in dem 74. jähre feines alters ge-storben. Man hat von ihm verschiedene chirurgische tractatc,welche hoch gehalten werden. Hofmanni Lexic. Univ. t'reheritheatrum.

-Hildburghausen , eine stadt in Francken an dem Werra -flußgelegen. Sie ist jetzo die residentz eines Hertzogs von Sachsen aus dem Gothaischen Hause, Hertzogs Ernesti Pii nachkommen,und wird diese «sächsische linie dahero die Hilddurghäusische ge-nennet. Die stadt soll ihren nahmen , nach der meynnng einesalten Thüringischen Chronid, von Childeberto, des FränckischenKönigs Clodoväi, der an. si;. gestorben, söhne, haben, der vonseinem vatter Schwaben , Bayern , Oesterreich und das Fran-ckenland bekommen, und solchen ort, wie auch Hxldburg, er-bauet hätte. Anfänglich war der ort ein blosser unbemauertermarek-flccken, bis an. 1324. GrafBcrthold und Heinrich vonHcnneberg durch erlassung verschiedener anlagen und Vergünsti-gung der einnähme am ungcld die bürgcrscbafft dahin gebracht,baß sie den ort mit mauren bevcstigten. Derselbe ist unter denGrafen von Hcnneberg und bey der Pflege Coburg gewesen , biser von beyden ab, und durch hcurath Sophiä , Fürst Hein.richs von Hcnneberg-Schlcnsingen tochter, an Burggraf Al-brechten zu Nürnberg gekommen,als dem gedachte Sophia Held-burg, Hildburghausen , Etßftld und Königsberg zugebracht. Essind aber die 3. erste» öfter hernach an das Haus Sachsen ge-kommen, weil LandgrafBalthasar, so des Churfürsten Fridericil. oder Beliicoli von Sachsen vattcrs bruder war , des Burg.grasen Albrechts tochter Margaretham geheurathet, und ,,esolche stücke mit und eingebracht. So ist auch unter ChurfürstFridcrico II. und Wilhelmo, Churfürst Friderici I. oder Beliicolivon Sachsen söhnen, Hildburghausen mit den übrigen stückenwieder mit der Pflege Coburg msammen gerathen, so daß an.1445. solche oder den ort lands Francken, nebst Thüringen Her«tzog Wilhelm in der theilung mit seinem bruder , dem Churfür-sten von Sachsen , alleine bekommen. In der theilung mitChurfürst Ernsten und dessen bruderHertzog Albrechten «».1485.sind diese Fränckische lande an den Churfürsten kommen, und

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