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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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stigcn , sie erkenntm in fachen , so die freyheit angiengen ,keinen Richter, daß also der Bischof in Hoffnung seine fache»gegenwärtig leichter auszumachen, durch Piemont sich nachHause zu kehren entschloß ; allem die Walliser liessen ihn durchausgesendete mannschaffl au seiner reffe verhindern, und ver-bieten in ihr land zu kommen, da er sich denn 3. monatauf einem hohen berge in einem Hospital aufhalten müssen,und da man ihm auf 6. meilen der stadt zu nähern ertaubt,so lange mit soldaten bewacht worden , bis er ohne seines Ca-pituls vordewußt einen vergleich unterschrieben, vermöge des-sen und einer an. 1635. von dem Capitul hinzugethauen be-statigung, der Bffchoff und alle seine Nachfolger ihr recht andie weltliche Landes-hoheit vcrlohren, welcher vergleich denn sogeheim abgehandelt worden, daß der Päpstliche Nuntius, ohn-aeachtet aller feinet bemühung, den innhall desselben nicht er-fahren können. Dieser Bischoff siarb hierauf an. 1633. inseiner Bischöfflichen residentz.

^ildebrand, (Joachimus) Professor Theologis zu Helm»städl, und nachmals General-Snprrintenbent zu Zelle, warden io. nov. an. 1623. auf dem kloster Walckenried gedohren.Sein vatter, Fridericus, war Prior daselbst. Er wurde baldanfangs wohl angeführt, dergestalt, daß er in dem 14. jäh-re seines alters bereits einen Lateinischen so wol als Teut-schen vers zu schreiben wußte. An. 1640. kam er auf dieschule nach Norlhausen, und an. 1641. im aug. nach Jena .An. 164». gieng er nach Leipzig , und wurde daselbst vonChristophoro Preibisio zum Poeten gecrönct. An. 1643. kamer nach Helmstädt , woselbst er mit gutem applausu lehrte,zumal er an. 1L48. erlaubnis erhielt, auch die Theologie undihre antiquitate» zu lehren. Er wurde bald hierauf Conre-ctor zu Wolffenbüttel, aber nach adlauf eines jahrs an. 1641.zum Professor Theologi® und der Kirchen-Hlsiorien bestellet.An. 1653. nahm er den titul eines Doctoris Theologis an.An. 1662. wurde er zum Prediger der Teutschen kirche inCoppenhagen vocirt; allein weil er solches ausgeschlagen ,wurde er bald zum General-Superintendenten nach Zelle be-ruffen. Er starb den 25. oct. an. 1691. Seine schristen sind:de priscae & primitivae Ecclesia; Sacris publicis , Templis &Diebus Festis; de Precibus veterum Christianorum ; RitualeOrantium ; Ars bene moriendi; de Nuptiis veterum Chri-stianorum ; de Natalitiis Veterum sacris & profanis ; AugustaCsfaris Octaviani & Augusti Ducis Brunsuic.; Vita sterna exLumine Naturs ostensa ; Theologia dogmatica ; primidvsEcclelis Offertorium pro Defundis; Sacra publica veterisEcclesis; de Religiosis eorumque variis Ordinibus; de Hie-rarchia vet. Ecclelis &c. Pipping. memor. Theol. p. 398.

* Aldebrand, (Henr.) war zu Zörbig im HertzvgthumMerievurg dem 3. mertz an. 1663. gebvhren, und in seinem13. jähre nach Altvrf geschickt, woselbst Heinrich Linck , sein na-her anverwandker, vor seine erziehung möglichste sorge trug.An. 1684. besuchte er die academische Collegia, lind hielt sichbesonders an Sturmium, Wagcnstilen, und gedachten Llncken.An. 1691. erhielt er daselbst bey der Academie die stelle einesProtonotarii, und 6 . jähr hernach wurde ihm die Professio In-stitutionum Juris anvertrauet ; nachdem er vorher an. 1693.pro gradu Doctoris de Juribus Personarum egregiarum dlspu«tirt hatte. An. 1708. ward er Professor Pandedarum , undConsiliarius bey der Republick Nürnberg, hernach nach einigerzeit Professor juris primarius, zu welchen ämtern an. 1719.poch die würde eines Fürstlichen Sultzbachischen Raths kam.Er starb endlich den 27. junii an. 1729. und hinterließ Intro-ductionem in Principia Juris, Altars 1717. in 8. Comment,in Stryckii Jus Feudale; Differt, dejure Wildfangiatus Se-renissimo Electori Palatino proprio , Altvrf 1717. iit 4. Juris-dictionem universam secundum mores hodiernos perquamcompendiose consideratam , ib. 1714. in 4. Differt. deFeu-do Clypeari, VVM adelichen Schild-lehn , ib. 1719. in 4. deDenegatione Servitiorum Feudalium, V0N Versagung der Rit»ter-und Lehn-dienste , ibid. 1700. in 4. 1719. in 4. de EquoSequels & ad alia servitia destinato , atque de Equo Eque-stri L Eeudali, vom Heer-Dienst-Rltter-und Lehn-pferde, ib.1718. in 4. de Excusiione Allodii ante Feudum , ibid. 1712.in 4. de Vasallagio subjectionem non inferente, ibid. 1721.itl 4. de Anno Decretorio 1624. ibid. 1705. in 4. de Territo-rio clauso & non clauso sive mixto, ibid. 1714. ist 4. de Ju-risdictione Emphyteusi Germanis adnexa, ib. 1720. in 4. deVisitatione Finium provincialium atque publicorum, ib. 1716.ist 4. de Resignatione Homagii & Jurisdictionis imperata, ib.1723· tn 4. de intempestivo Civium Discessu cohibendo , ib.l?l6. M4. Programma funebre. Gelehrte ZeltUNgeN, 1729.pag- 863.

St. Hildegardis, war eine Teutsche von geburt, aus derGraffchaffl Spanheim gebürtig. Ihre eitern waren Hildebert«nd Mechtild , von welchen sie an. 1098. gedohren. Sie hatsich von ihrer ersten lugend an GOtt gewiedmct, und wurdeunter der Aedtißin Jutta, des Grasen Megerhardi von Span-heim schwester, in dem achten jähre ihres alters eine Nonne,hernach aber Aedtißin des klosters St. Ruperti auf dem bergebey Bingen an dem Rheinstrom , welches sie selbst an. 1148.gestiftet. Sie ist sowol wegen ihrer gelehrsamkeit alS fröm-Mlgkeit in grossem rühm gewesen, insonderheit aber von ih-re» Offenbarungen berühmt. Dieses bewog den Papst Euge»Histor. Lexicon iv. Theil.

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stium in. nebst den vornehmsten Bischöfen vnd Aebten vonTeutschland und Franckreich, worunter auch St. Bernhar«dus war, ihr wesen etwas genauer zu untersuchen, und alsselbiges richtig befunden wurde, aus dem Concilio zu Trier zu confirmiren. Wie denn solche auch die Päpste Anastasius IV. und Hadrianus IV. bestätiget, ja sich und die gantze kir.che ihrem gebär gar sorgfältig anbefohlen haben. Sie starbden 17. sept. an. 118°. Man hat von ihr Visionum librostres; Vitam S. Roberti Confessoris; Epiitolas XXXVIII. ;Expositionem Reguls S. Benedicti; Phvsicorura s. de RerumNatura libros IV. Tritbemius , chron. Hirsaug. Spmbetn. Ca.»e, hilt. liteer. p. 476.

Hildegardis, war Kayftrs Earvli M. andere gemahlin.Wer ihre eltern eigentlich gewesen, ist noch nicht ausgemacht,indem sie einige vor des Hildedrandi, Hertzvgs in Schwaden,tochter ausgegeben ; andere aber sagen, sie sey der Jmmatochier, und des Neby , eines sohns des Hertzogs Godofredivon Alemannien, cnckelin gewesen. Sie wurde an. 772.vermählet, starb aber den 30. april an. 783. zu Thion-ville, und wurde in der Abtey St. Arnulphi zu Metzbegraben. Er hat mit ihr gezeuget Earolum , König in Ost-Fcancken, Pipinum , König in Italien , Ludovicum I.,mischen Kayser, und Lotharium, nebst etlichen tvchtern. Egin.

bar lins. Regina. Anfiime, geneal.

-Alldegaftus , soll ein alter Gallischer Philosophus undPoet gewesen seyn, so um das jähr 240. gelebt, und des Kö-nigs Sunvnis leben versweise geschrieben haben, wie es Sim,ler anmercket. Weil er aber nichts meldet, wo er solchenbericht her habe, und solches werck weder von andern gülti-gen scridenten angezogen wird, noch auch sonsten zum Vor-schein kommen ist, so wird nicht unbillig gezweifelt, ob jeein solcher Poet und sein buch gewesen. Snn/erur, in append.ad bibl. Gesneri. VoJJius , de Hist . Lat. üb. III. c. 12. *

Hildegrin oder HUdegrino, erster Bischoff zu Halberstadt ,war ein gedohrner Frießlander, und hieß sein vatter Thiatgrim,seine mutter aber Eiafburg , sein ältester bruder Ludiger, Abtzu Werthen und Helmstädt, auch endlich Bischoff zu Mün­ ster . In seiner fugend wiedmete er sich dem studieren, undbegab sich mit seinem bruder bey dem einsall des noch Heyd-nischen Witleklndi in Frießland nach Rom , und ohngefthran. 78;. in das kloster St. Benedicti IVlont. Caffin. Als seinbruder ;. jähr darauf von Earolo AI. beruffen wurde, in Frieß-land und West - Sachsen das Evangelium zu predigen, hatihm vermulhlich unser Hjldegrin, als Diaconus, hülflicheHand geleistet, wie er denn noch an. 796. diesen nahmen ge»führet. Hierbey hat er sich zum oftern in dem kloster Wer-then an der Rur , welches von seinem bruder und ihm aufdas vätterliche erbe gestiftet worden, aufgehalten, bis ihn Ca-rolus AI. im IX. ssculo zum Bischoff zu Chälons in Franck-reich gemacht, wie er denn an. 809. noch Episcopus Cadelo-nenlis heisset , in welchem jähr er seines bruders Ludigericörper in Werthen begraben. Nach dieser zeit ist er zum er-sten Bffchoff in Halberstadt , vermuthlich um das jähr 814-von Ludovico Pio bey antritt dessen regierung verordnet wor-den. Das diploma aber, so er in diesem jähre darüber erhal-ten haben soll, und worinn das Stift von aller weltlichen ju-risdiction cximirt wird , ist wol schwerlich genuin. VonHildcgrini übrigen Verrichtungen ist keine Nachricht vorhan-den , ausser, daß ergelodt wird, daß er für sein Bißthumnebst seiner Abtey Werthen fleißig gesorget, und es mit vieldonationen zu vermehren bemühet gewesen, an. 827. den 19.jun. verstorben, und zu Werthen begraben worden: LemkftU.

antiquit. Halberstad. p. 31.

Hildericus , so auch Hunericus gcnennet wird, weil seinvatter diesen nahmen führte, war ein König der Dandalen,und succedirte dem Thrasimundo an. 523. welcher ihn eyd»lich verband, die Bischöffe, so er verbannet hatte, nicht wie-der zurück zu ruffen. Jedoch damit Hildericuö sein verspre-chen nicht brechen dörfte, so rief er sie wieder zurück, ehe ernoch den Königlichen nahmen angenommen hatte. Er regier-te 7. jähr , und wurde durch Gilimers intriguen von demthrone gestossen. (Siehe Giiiiner.)

-Zildeoheim, eine grosse und wohlgebaute stadt in Nieder,Sachsen , nebst einem unter das Ertz-Stift Mayntz gehörigenBißthum. Es ist eine neue stadt, und daher nicht wahrschein-lich, daß es Ptolemäi Ascalingium sey, wie einige davor hal-ten. Sie liegt an dem flusse Innerste, 7. oder 8. weilen vonZelle, und in dem Bißthum gehet die Catholische religion imschwänge , wiewol der groste cheil der stadt Lutherisch ist.Sonst ist die stadt ziemlich groß, wird in die alte und neueeingetheilet, und eine jede hat ihren eigenen Rath, wie siedenn auch mit gar schönen Privilegien versehen ist, und ehe-mals unter den Hansee-städtcn begriffen gewesen. Es hatteselbige vor zelten einen grossen district; wovon die Hertzogevon Braunschweig seit dem Teutschen kriege ein gut stück be-sitzen. In dem dreißigjährigen kriege hat der KayserlichsGeneral Pappenheim an. 1632. diese stadt mit accord eingenom,men, Hertzvg Friedrich Ulrich von Braunschweig aber an.1634. dieselbe eben auf solche art wiederum erobert, unddie Ligistischen völcker, die selbige entsetzen wollen, bey Sach»ftnstätt geschlagen, worauf die Iesutte» aus der stadt weichen

M r muffen.