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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Mit sie von Brandenburg belehnt worden. (Siehe ssamme-rer.) 2.) Ihre lande lraacn sie nicht von dein Reiche zu leyen,ausser dasste von dem Kayser den blut-bann, und eine steucrüber das Lchullheisscn - amt in der stadt Reutlmgen empfan-gen. Das andere, als die Grafschafft Vehringen, gehet anOesterreich zu lehn, welches auch über Sigmaringen dieObcr-Hcrrsthaffl suchet, darwider sich aber die von Zollernbis hieher mainleniret. So tragen sie auch die HerrschafftHaigerloch als ein Hohenbergisch stück von Oesterreich zu lehn.Die Grafschafft Hohenzollern aber ist allodial und unlehnbar,wie solches Kayser Ferdinandus in ost-gedachten Fürstcn-brie-fen bekennet. 3.) Das land ist gar klein, und hat ein Fürstvon Hechingcu lahrlich über 30000. gülden nicht emkünfte.Mit ihre» lehns-vasaltcn ist es wie in dem Würtemberglschen,daß sie Reichs - immediati und keine Landes - Stände sind ,müssen aber doch vor dem Lehn-Gerichte erscheinen , welchesaus den Lehn-mannen bestehet. So ist auch unter die pri-vilegia des Hauses Hohenzollern zu rechnen , daß sie von demKaystrlichenHof-Gcricht zu Rothweil erlinirk sind. MilderFürstlichen würde lst es so beschaffen, daß anfänglich vondem Kayser Ferdinand» II. an. 1623. nur Johann Georg vonder Hcchingischen linie in den Fürsten -stand erhoben wurde ,welche würde nach ihm allemal der älteste Herr dieser linieführen, die andern aber im Grafen -stande verbleiben sollten,wie denn auch an. 1633. dessen ältester Printz Friedrich in dasFürsten -Lollegium eingeführet worden. Nachgehends wurdeauch Meinardus Sigmaringischer linie von dem Kayftr in denFürsten -stand erhoben, der sitz und stimme aber auf demReichs - tage blieb allein bey der Hechingischcn und JohannGeorgischen nachkommenschafft. Hierauf haben Eitel Frie-drich von Hechingen und Meinardus von Sigmaringen mitKayserlicher consirmation einen tractat errichtet, daß allezeitnur der allst - gebohrne regierende Herr ein Fürst sey, die an-dern aber in dem Grafen -stand verbleiben sollten, bis endlichan. 1692. Fürst Friedrich Wilhelm von dem Kayser Leopoldein extenstons-äiploms erhalten , daß hinfort auch alle Ca»betten und jüngere Herren seiner linie Fürsten seyn sollen.Dergestalt sind heutigs tags die Haigerlogische linie und nach-kommenschafft , Graf Francisci Antomi und die gedrüdere desMeinardi von Sigmaringen nur noch im Grafen -stand. Imränge haben die Fürsten von Hohenzollern aufdem Reichs-tagenach Arensburg ihren sitz bekommen ; sie haben aber nachge-hends gesucht, sich an die Brandenburgischen Marggrafcnanzuhängen, und mit denselben die vierte linie, als die Chur-fi'irstliche,Bayreuthische, Anspachische und Zollerische auszuma-chen, wodurch sie zwar keinen höhern sitz auf der Fürsten -banckverlanget, dennoch aber ausser diesen in der personal Fürst-lichen würde den Marggrafen gleich und vor alte Fürstengeachtet, auch allen denjenigen vorgezogen seyn wollen , de-nen diese vom Brandenburgischen Hause vorgehen, worrnnensie aber von den meisten Fürstlichen Häusern Widerspruch ge-funden. Wegen der erbfolge und titulatur haben sich die Für­ sten und Grafen von Hohenzollern schon mit dem ChurfürstenFriedrich Wilhelm von Brandenburg verglichen , daß sie sichBurggrafen von Nürnberg nennen mögen , gleichwie dieBrandenburger wiederum sich von Hohenzollern schreiben.Aus welchem vergleich die von Zollern die allererst angeführteprütension auf die alte, denen Marggrafen gleiche, Fürsten-würde gründen, weil dadurch das Königliche Preußische Haussie, vor ihre stamms - verwandten und vor Burggrafen von Nürnberg erkannt. Sie setzen noch hinzu, daß ihnen diesewürbe schon vor zeiten der theilung in die Burggräfliche undZollerische linie zugestanden, ob die von Zollern gleich nachdem damaligen gebrauch den titul von Nürnberg nicht gefüh-ret; so waren auch die Grafen von Zollern und darunter Frie-drich im titul den Fürsten gleich gehalten, und Illustres,wie auch Hvch-gedohrne titulirt worden, welches in damali-gen zeiten ein kennzeichen eines höhern als Gräflichen standeswar; wie denn darauf der Kayser Ferdinandus II. in seinemFürsten-briefe besonders reflectiret. Endlich ist noch zu bemer»cken, daß der Kayser denen von Zollern den titul oheim giebt,so,sonst eigentlich nur den weltlichen Churfürsten geschiehet.Lunigs Reichs-Archiv, part. spec. num. 1. von Hohenzollern.pregrgers Teutscher regierungs-spiegel. Basilius Herold,kurtzcr bericht von dem Hohenzvllerischen stamm-baum. Frisch.

, Zollerische genealogie. Stioppu stemm» illustriffimse fa-ftiili* Zollereniis. Andrem ftemma genealogicum Zollerantim.Rauscher, stemmst. Brandenb. Renfchens Cedernhayn. Rei-»e- aac, origines Brandenb. Kirchmeier. de originibus Habspur-gico-Zollerensibus. ÜrUCOp. Herold, p. 330. P. I. Zrvantzig.theatr. praeced. und der auchor des Brandenb. Staats.

Hoher Priester, war unter den alten Hebräern der vor-nehmste Priester, welcher aus den söhnen Aarons abstammenmuste. Seine würde war so groß, daß er nach dem Königeder vornehmste in gantz Israel/ auch Präsident über das grossebynednum war; wiewol man dabey nicht glauben muß, daßbtEfeö Synedrium so lange gestanden, und hiemil die sonder»llch grosse gemalt, welche der Hohepriester durch diesenVorsitzerhallen hat, alle die zeiten hindurch gedauret,wie,dieJuden vorgeben. Er ward von den vornehmsten und älte-sten des volcks aus seinen brüdern erwehlet ; denn es ka-men nicht eben allezeit die crstgebohrncn zu dieser würde,sondern wenn einer eines von den gebrechen hakte, die L*·»lstor. Lexietn iv. Theil.

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vit. XXL 17. beschrieben werden, so konnte er nicht darzu ge»langen. diesem amte ward er eingeweyhet, indem manihn abwmch, mit dem heil. öl salbte, und die heil. kleide«anzog. Die Juden gestehen selbst, daß dem Priester überdie äugen mit der salbe ein crcutz gemacht worden sey. Sei«ne klerder , die er anziehen muste, waren gantz anders, alsman sie insgemein trug, und auf Göttlichen befehl gemacht,als der leib-rock, amt-schildlein , scidcnrock rc. Er durfte kei«ne wMwe, geschwächte, oder verstoffene zur ehe nehmen.Er hatte deswegen cmen grvsien vorzug vor andern, daß er>n der trauer ,ich nicht bcscheeren, oder sein Haupt entdlössen,auch nicht die kleidcr zerreissen, oder zu einem todten, esmochte gleich valter oder muttcr seyn, nahen durfte, sondernim teinpel bleiben komite. Lev. XXI. 10. So hatte er auchdas Vorrecht vor andern Priestern, daß er allein am versöh»nungs- fest durchs Urim und Thummtm fragen konnte. Ver-möge Göttlicher Verordnung war nur ein Hoher Biester ,weil es aber wol geschahe, dasi einer gebrechlich oder verun-reinigt ward , kam ein anderer au dessen stelle, ja wenn auchder Hohepriester gleich frisch und gesund war, so halte erdoch seinen Sutfragancum , welchen man auf bedürfendenfall brauchen konnte. Und dieses ist die Ursache, warum imN. T. vieler Hohenpriester Meldung geschiehet, wiewolauch nicht zu läugnen, daß durch das wort auch

nur ein vornehmer oder in grossem ansehen stehender Priesterverstanden werden könne. Doch ist noch eine wahrscheinliche-,rc erlauterung hierüber, welche darinnen bestehet, daß ebenzurzeit Christi, und kurtz vorher, die Hohenpriester vonden Römischen Gouverneurs , und Jüdischen Fürsten ausdem stamme Herodis, welche sich dergleichen rechtens anmaß»ten, so oft sind geändert und entsetzet worden, daß noth.wendig sich zu verschiedenen zeiten nicht nur zween, sondernauch drey, vier, und mehrere haben können zusammen fin-den, welchen dieser titul beygelegt worden. Seidemu , de fuc-cess. in Pontif. Hebr. Leydeckkerus y de reb. Hebr. Sigonius , deRep. Hebr. Gondncin. Mos. & Aaron. Relandus , ant. Hebr. *

* Hojus, (Andreas! von Brügge , florirte ums jahr iürr.war anfänglich Rector des Seminarii Mariani zu Ar ras, undhernach der schule zu Bethnne, ferner Professor Grase* Lin-guas , Eloquenti* & Histori*, und starb im 81. jähre. Erhat geschrieben : Apologiam pro Criticis; Dissertadones; Ora.tiones quodlibeticas; de Obsidione Ostendana ; de Caußscorruptae Pronunciationis Linguae Grate*; de Ratione legend*Historia; ; Chronologiam Biblicam ; Andqnitates Liturgicas ,Douay 1603. in 8. Paraphrafin Ezechielis Poeticam, ibid.1398. in 4. llistoriam universam sacram &profanam, D»iiay1629. in fei. Tragödien; Lebens-Bcschreibungen. S-wertim,

Athen . Belg. Andrea bibl. Barberini bibl.

-Zolach, (die Grafschafft) wird das an den Schwäbischen und Francklschcn grentzeu, um die flösse Iaxt und Kocher,gelegene und den Grafen von Hohenlohe gehörige gebieth gc-uennet; dahero auch diese Grafen sowol Grafen von Ho»lach, als von Hohenlohe heissen, sonderlich bey den Fran­ zosen , welche das letztere wort nicht so wohl aussprechen kön-nen. *

* Holbeck , lat. Holbeca , eine stadt und Hafen auf der Dä­ nischen insul Seeland , an der nördlichen küste, sieben messenvon Coppenhagen.

-Aolbem, (Johannes) ein berühmter mahler, und einesmaylers fohn von Augspurg gleiches nahmens, der diesenseinen söhn an. 1498. daselbst gezeugct, hernach gen Basel gezogen, und alldort seinen jungen Johannes die Mahlereymit sonderbarem fleiß gelehret; er wurde damals in ermeld-ter stadt nicht viel geachtet , paßirte unter den gemeinenkünstlern, und schaffte um den tag-lohn das liebe brodt zuerwerben, wendete beyneben als ein nasser zech-brnder nichtwenig an den erquicklichen reden - fasst. Der erste, so etwaSausscrordenlliches an seiner kunst erblickte, war der berühmteErasmus, der auch so gleich mit ihm bckannlschafft gemacht,und von stund an suchte sein schwaches glück auf stärckerefüsse zu setzen. Er hatte Erasmi bildnis verfertiget, welcheser so wohl getroffen, daß man daran nichts zu verbessernwußte; und alö er einmals des Erasmi buch, Eneomium Mo.rise genannt, von der ersten edition des iahrs 13,6. Nl'.t»wald Müller, einem Baselischen Schulmeister, in verschiedenenabend-stunden durchgicnge , da ihm Müller allem ansthennach des Erasmi tcpt und Worte erkläret, hat er, nachdem esihm fein Humor eingab, und sichs auf jeden ort zu schickenschiene, eine ziemliche anzahl bilder und risse mit der federbeygefüget, womit sich Erasmus hernach, als ihm Müllerdas buch für io. tage qeliehen , nicht wenig belustiget. Diß»mal ist solches exemplar annoch auf der Universitäts-biblio«theck, nebst andern Holbeinifchen kunst-gemählden, zu sehen ;Carolus Patin aber hat die zeichnungen bis auf 2. oder 3. inkupftr stechen lassen, und seine an. 1676. herausgegebene neueaufläge dieses werckö damit sonderlich gezieret; wie dann auchseithero von Gudeville bey dessen Französischer Übersetzungbeschehen. AIs hernach ein Engellänker durch Basel gcrer»set, nahm er auf anhalten des Erasmi den Holbein mit nachEngclland, dem Erasmus übet dieses sein bildnis und re«tommendations, schreiben an den Englischen Cantzler, Tho«

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