h 0 l
Holland , ist eine kleine stadt, nebst einem schlösse in demBrandenburgischen Preussen , in dem Hockerlande, zwischen El-bingen und Liebstadt , nicht weit von dem Drausen-fte gelegen.Sie soll von etlichen Holländischen Edelleuthen, die nach ermor-dung ihres Grafen FlorentiiV. hieher geflohen, an. 1296. er-bauet , und zum andencke» ihres vatterlandes also genennetworden seyn. Die stadt hat sich, nachdem sie an. 1921. von denElbingern, und an. 154;-von einer fenersbrunst sehr verwüstetworden, wieder so erholet, daß sie eine der reichsten und bestenin Preussen ist. preuss. Gtaats-geogr. Hartknochs Preuff.histor. Daus# annal. Holland , lib. VI.
Holland, ist ein stück von der Engelländischen provintz Lin-colnshire, welches diesen nahmen Holland , Hoyland oder Hay-land entweder von dem vielen heu, ( auf Engellandisch hay ge-nannt ) so darinnen wachset, oder vielleicht von der gleichheit,so es mit Holland in den Niederlanden hat, bekommen, (siehe
Rich.) Camdem Britann. p. 421.
Holland , eine berühmte familie in Engellaud. ThomasHollano, ein Ritter, heurathete in der mitten des XIV. feculidas sogenannte schöne Fräulein von Kent, Iohannam, einetochter Edmundi von Woodstock, dessen vatter Eduardus I. Kö-nig von Engelland, gewesen. Mit derselben bekam er die würdeeines Grafen von Kent, und über diefes ward er mit demRitter-orden des Hosenbandes beehrt. Ihm fuccedirte sein söhnThomas Holland, welcher an. 1397. mit tobe abgieng, undseinen söhn, gleichfalls Thomas Holland, zum Nachfolger hin-terließ. Dieser ward an. 1398. von Richarde II. zum Hertzogevon Surrey gemacht, auch von demselben mit dem orden desHosenbandes beschenckt. Allein das nächst-folgende jähr, dagedachter König abgesetzt, und Henricus IV. an seine stelle aufden thron erhoben worden, erklärte ihn daö Parlement, weiler an Thoma Plantagencts ,. Hertzogs von Gloccster, Hinrich-tung theil gehabt, der erwehnten Hertzoglichen würde verlu-stig. Dieses gieng ihm so nahe, daß er nebst andern Lords,worunter auch seines vatters druder, Johann Holland, Hertzog von Exeter , war, die Waffen wider Henricum IV. ergriff;worüber man ihn aber an. 1400. in der stadt Cirencester gefan-
? en bekam, und alsbald öffentlich enthauptete. Weil er keinind nach sich ließ, so fuccedirte ihm in der dignität eines Gra-fen von Kent dessen brnder Edmundus, welchem der KönigHenricus IV. so wohl wollte , daß er ihm den orden des Ho-senbandes gab , auch viel andere absonderliche gnaden-bezeu-gungen widerfahren ließ. Unter anderm brachte dieser Königmit viel mühe und Unkosten zuwege , daß ihm Barnabas,Herr von Mayland, seine älteste tochter, Luciam, zur gemah-lin gab. Den 24. jan. an. 1407. ward er zu Londcn mit ihrgetrauet, und cmpficng alsbald zur mitgaabe 100000. ducalen.Das folgende jähr ernennete ihn Henricus IV. zum Lord Admi-ral über die flotte, so den Französischen see-räubern einhalt thunsollte. Als er aber eine von deren vornehmsten retiraden, nem-lich die stadt St. Brieux in Bretagne belagerte, ward er an demköpfe tödtlich verwundet, und muste9. tage hernach daran ster-ben. Mit ihm, weil er keine leibes-erben hinterließ, gieng seineünie aus. Seine wittwe heurathete einen jungen Edelmann,Henricum Mortimer, und zeugte mit ihm eine tochter Annam,welche hernach den Ritter Johann Awbemond gechlicht. Cam-den’s Britannia. The camp/eat hiß. of Engl. vol. I. Heylin’s helpto Engüsh history.
Holland , (Johannes) Hertzog von Ereter oder Exceter,war ein halb-bruder des Königs von Engelland , Richardi II.von dessen mutter, Johanna, einer tochter Edmundi, Grasenvon Kent, welche nach dem tobe ihres ersten gemahls, ThomäHollands, Grafen von Kent, zum andern mal mit Eduards,dem schwarten Printzen, sich verheurathet hatte. JetztgemeldterKönig machte ihn an. 1388. zum Grafen von Huntingdon , undio. jähr hernach zum Hertzog von Ereter. Es beehrte ihn auchderselbe mit der würde eines Groß-Cämmerers, und mit demorden des Hosenbandes. Allein da es mit Richards II. an.1399. dahin kam, daß die Engelländer ihn abfetzten, und Henri-cum IV. vvn Lancastcr auf den thron erhuben , ließ das Parle-ment diesem Johann Holland weiter nichts, als den titul einesGrafen von Huntingdon . Hierdurch ward er bewogen, nebst an-dern Lords, worunter auch seines bruders söhn, Thomas Hol-land, Hertzog von Surrey, sich befand , eine conspiration widerHenrici IV. leben anzuspinnen, und nach deren entdeckung,öffentlich die Waffen zu ergreiffen, ungeachtet ermeldter HenricusIV. eine besondere gewogenheit gegen ihn blicken ließ , auch des-selben sthwester, Elisabeth, mit ihm vermählt war. Es lief abermit seiner partey sehr schlimm ab, und er selbst, da er nach Essersich salvirt hatte, von bannen er nach Franckreich überzugehensuchte, ward endlich zu Prittlewell gefangen , und zu Plesheyan. 1400. (siehe Beaufort (Thomas) (ingleichen Holland,familie) enthauptet. Camden’s Britannia . The compleat biß,0/ Engl. vol. I. p. 277. 279.
Holland , (Johannes) Hertzog von Ereter, ein söhn des vor-hergehenden, muste nach dessen unglücklicher Hinrichtung gesche-hen lassen, daß die würde eines Hertzogs von Ereter durch denKönig Henricum V. an. 1416. Thomä Beaufort, Grafen vonDorset , verliehen ward. Nachdem aber dieser ohne erben mitlobe abgegangen, auch indessen sein eigener ältester bruder, Ri-chard, gestorben, restituirte ihn an. 1444. der König HenricusVI. in die vallerliche ehren-stctten /worunter sich auch der titul
h 0 l
179
eines Hertzogs von Ereter befand. Ausser dem war er Graf vonHuntingdon und Jvory, Lord von Sparre, Admiral von En-gelland und Jrrland, Lieutenant von Guienne, Constadle vondem Tower zu Londen , und Ritter des Hosenbandes. Er starbden z. aug. an. 1447. CamJens Britannia. Tbe compieat hiß.of Eng.:, vol. I. Heylin’s help to English hist.
Holland , (Henricus) Hertzog von Exeter , ein söhn desnächst vorhergehenden, welchem er beydes in der Hertzoglichenwürde und in der stelle eines Admirals von Engelland succedir-te. Er hielt es, bey den streitigkeiten über die Englische Crone,mit dem Lancastrischen Hause wider das vonHork, und thatsein äusserstes, daß er Eduardum IV. ungeachtet er dessen schwe-ster zur gemahlin hatte, von dem thron stoßen möchte. Endlichward er den 1.4. apr. an. 1471. in der wider denselben unglück-lich abgeloffenen fchlacht bey Barnet dermaßen verwundet, daßman ihn als todt von der wahlstatt trug. Er kam aber wiederzu sich selbst , und flöhe in das Sanctuarium zu Westmünster,von bannen entwich er heimlich in die Niederlande , allwo erschon vorher eine zeitlang auf eine so armselige art im exilio ge-lebt, daß er in zerlumpten kleidern und barfuß sein brvdt vor denthüren gebettelt. Nach verlauf einiger zeit ist sein cörper durchdas meer an die küsten der provintz Kent getrieben worden,woraus man gemnthmasset, daß er nach Engeüand zurückzu kehren vorgehabt, unterwegs aber durch schiffdruch umge-kommen. Camden’s Britannia. The compieat hß. of Engl.vol. I. p. 450. Beßiris help to Engl. hist. Comints , memoir.chron. 90.
Holland , (Philemon) wurde in dem Collegio der H. Drey-einigkeit zu Cambridge erzogen, promovirke daselbst in voctoremMedicina:, und ließ sich in Cvventry nieder. Er ist vvrnemlichdeswegen berühmt, weil er sehr viel schriften , und sonderlichhistorien-bücher in das Engelländische übersetzet. Die vvrtref-lichste unter seinen Übersetzungen ist Camdem Britannia , welchein Mischung dessen, daß zu dem Lateinischen original viel neuedinge hinzu gethan worden, vor etwas mehr als eine blosse Über-setzung zu halten ist. Sonderlich ist auch dieses von ihm merck-wurdig, daß er mit einer einzigen feder ein gantz groß buchschreiben können.
* Hollatz, (David) war an. 1643. zu Mulckow, einem dorfeohnweit Slargard in Hinter-Pommern, gebohren, studirte an-fänglich in der fchule zu Stargard , und endlich zu Landsberg ,allwo ihm der Rector , der eine besondere fähigkeit bey ihmmerckte, den rath gab, die schule zu Erfurt zu besuchen , welcheser auch that, ungeachtet feine gantze baarfchafft sich nicht übereinen halben thaler belief. Er legte sich mit fleiß auf die Huma-niora, und ließ sich von dem bekannten Neubauer bey Verferti-gung seines Lexici brauchen, studirte darauf zu Wittenberg ,allwo er unter Kirchmayern etliche mal disputirte, auch den gra-dum Magistern annahm. Er wurde an. 1670. zu Pützerlin beyStargard Prediger, dabey er die sogenannte eins-predigt in derStargardischen Augustiner-kirche mit verrichten muste. An.l68i. ward er ConreÄor des Collegii und der schule zu Star-garb , hierauf Rector und Prediger zu Colberg , und endlichPra;positus tini) Pastor zu Jacobs-Haagen, allwo er an. 1713.am andern Qster-tage verstarb. Von seinen Andern, deren 13.gewesen, waren noch 9. am leben, davon der älteste söhn, gleichesnahmens, seine stelle bekleidet, der andere aber Diaeonn« , undder dritte Rector der schulen zu Golnvw ist. Seine schriftensind : Examen Theologie Acroamaticse ? Stargard 1707.(114,1729. M 4. Scrutinium VeritatisReligionum , Mittend. 1711.
in 4. Dreyfaches Klee - blat von neun Paßions - vier Buß-und drey Crönungs-Predigten, Wittenberg 1713. in 4. Evange-lischer Himmels-Weg, oder Erklärung der Sonntags-Evange-lien; Chur-Brandenburgischer Sieges-Stein; Progranunataund viele Griechische Carmina. Jänrcke, gel. Pommerl. Un-schuldige Nachrichten, 1729. ?. 761. s-gg.
Holle, Helle, ein altes adeliches geschlecht in Nieder-Sach-sen, welches anfänglich in Jütland und in dem HertzogthumSchleßwig gewöhnet, von bannen aber von den Dänischen Kö-nigen vertrieben worden. Hierauf hat es sich im Braunschwei,gtschen in der Grafschafft Woldenberg niedergelassen , und denRitter-sitz Holle erbauet. Nachdem aber etwa» vor 400. jähreneiner von dieser familie einen Grafen von Wölben bey GrabS-dorffin einer rencontre erlegte, wurde er genöthiget, feine güthermit dem rücken anzusehen, und sich in das Stift Minden zuwenden, wicwol nachgehends einige dieses geschlechts sich wiederin das Braunschweiqische begeben, von welchen ein äst sich zudes Hoch-Teutschmeisters Alberti zeiten in Preussen mit Paulovon Holle niedergelassen. Johann von Holle war zu den zeitenKaysers Caroli V. ein berühmter Kriegs-Held, und berichtetman, daß gedachter Kayser ihm auferleget, dem in die acht er-klärten Hertzoge Magno von Braunschweig keinen beystand zuleisten noch Vorschub zu thun. Ein anderer nahmens Johan-nes/insgemein Jens genannt, hat sich an. 1379. bey HertzogAlbrechlen zu Sachsen und Luneburg wider Hertzog Erichen zuLauenburg tapfer gehalten, und ist an. 1389. im stürme vorReckling geblieben. Nach ansang des XVI. fkculi lebte Dietrichvon Holle, und hatte;. söhne, die waren 1.) Thomas, Dom-Probst zu Minden und Dom-Herr zu Münster , welchen derGras von Hoya 7. jähr gefangen hielt. Dein natürlicher söhn,Dietrich von Holle, hat dem Könige in Dänemarck Fridericoil.
im