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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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kett fthenz worauf er das commando in Löven erhielt, und an.17,0. zum Gouverneur von Douay bestellet wurde , bey wel-chem orte er an. 1711. ein eigen corpo conunandirle, und dieFranzosen , die solches ainri.julii bey der nacht überfielen,mit blutigen köpfen zurück wies. Vermöge des zu Utrecht au.171,. geschlossenen friedens muste er Douay an die Franzosenübergeben, und bekam dagegen ein ander Gouvernement, wur-de auch nach der zeit zum General von der cavaierie ernennet.An. 1722. befand er sich als ansserordentlicher Envoye zu Ber­ lin , woselbst ihn der König von Preussen in den Ritter-ordendes schwartzcn Adlers aufnahm; die General-Staaten aber er-klärten ihn nach seiner zurückkunft zum Gouverneur von Hertzo-gcnbusch. An. 17*3. führte er in dem campement, welchesman bey Tornhout zur tust angestellet, das general-commando,und gesegnete an. 17;;. zu anfange des jahrs das zeitliche, daer sein alter aufetliche und 60. jähre gebracht hatte. In ebendiesem jähre, und zwar im jan. starb auch Adam, Graf vonHompesch , Holländischer General-Maior und Gouverneur zuWilleinstadt, auf seinem bey Cöln gelegenen land-guthe Hem-

melsbach. Ex manuscript.

HOMUNCIONISTiE, wurden einige ketzer des IV. {*.euli und anhänqer des Photini genennet, weil sie nur die mensch-liche naturin Christo erkenneten. Theadoretus , h;er. fab. 2.12.Frudentius, inHamartig. Baronius , ad an. 557. Sagittarii in,trod. ad bist. eccles. p. 1145.

* Honain, ein gelehrter Araber, war von Hira gebürtig, undder Christlichen religion zugethan. Er hielt sich anfänglich zuBagdad aus, ward aber allda übel tractirt, und begab sichdeswegen an einen unter des Griechischen Kaysers dotmaßigkeitstehenden vrt, da er sich dann zwey jähr aus die Griechischespräche legte. Nach diesem lebte er eine zeitlang jll Bassora ,setzte sich allda in der Arabischen spräche beste, und gieng sodannwieder nach Bagdad , woselbst er wegen seiner gelehrsamkeit inein ziemliches ansehen kam, und unter andern viele medicrnischeschriften in das Syrische, des Aristotelis Opera aber ins Arabi-sche übersetzte, weswegen ihm auch der zunähme des Überse-tzers gegeben wurde. Im übrigen will man, daß er fein lebenauf 100. jähre gebracht, und im jähr der Hegira 264. gestorbensey. Freind , hist. Medic. P. II.

Honan , ist eine provintz in China , welche Nanquin gegenmorgen , und Teilst gegen abend hat. Die Chineser geben vor,r> diese provintz gleich mitten in der welk sey , und nennestste ihren lust - garten, weil sie über alle »nassen fruchtbar istan allerley obst, getreyde, vieh-»vevde und bäumen. Sie hat8. grosse städte, nebst 100. grossen flecken, sorts und schlösset.Die vornehmsten städte sind Caifuug , Queite, Changre,Gueihoei, Hoaiking, Honan , Nanyang und Iuning. MartinüChina .

Hondius 1 (Henricus) war aus einer adelichen familie inBradant an. »57;. gedohren, und in vielen wissenschafften, alsdem zeichnen, kuvfer - stechen , der Mathematic, Geometrie,Persveclive, Architectur und Fortificalion sehr wohl erfahren, sodaß er auf solchem fusse Printz Wilhelmen von Oranien in demHaag viele jähre aufzuwarten das glück gehabt. Sandrarti Acad.i. II. p. 3 S7- *

Hondius, (Jodvcus) ein berühmter Niederländischer Geographus, war an. 1363. in einem kleinen Flanderischenflecken , Wackene genannt, gebohren. Als er kaum zwey jähralt war, nahmen ihn seine eitern mit sich nach Gent, da er vonjugend auf ein gutes naturell von sich spüren ließ. In dem 8.jähre seines alters fieng er an zu zeichnen, auch in dein undkupfer zu stechen, und zwar, welches noch am meisten zu ver-wundern , ohne einzigen lehrmeister. Er nahm auch darinnendergestalt zu, daß er unter die vornehmsten künstler verdientegerechnet zu »verden. Dannenhero, als der Hernog von Par-ma Antwerpen belagerte, und sich aufeinem dorse, Bevere ge,nannt, aufhielte, ließ er ihn durch seinen Beichc-vatter zu sichentbieten. Als er zu dem Hertzoge kam , »vurde er gar gnädigempfangen, und ihm befohlenseinige eherne statuen zu »nachen.Da er nun solches mit grosser geschicklichkeit verrichtete, lag er»hm an, sich nach Rom zu begeben. Weil er aber hiezu keinelust hatte, gieng er heimlich »vieder darvon. Er schrieb dar-neben eme unvergleichliche Hand, und war in dem sthrift-gies-scn wohl erfahren, »velcheS er alles von sich selbsten erlernt hat-te. Als inan nun eine solche geschicklichkeit bey ihm anmerckte,hielt ihn sein vatter zur schule, da er denn die Griechische undLateinische spräche gar geschwind erlernte. Als er das rostejähr seines alters zurück gelegt, gieng er von Gent in Engelland,und wandte sich nach Londen , da erstchgantz auf die Cosmo-graphie legte. Allda verfertigte er globos' von ungcmeinerdrohe, gieng darauf zurück in die Niederlande , und setzte sich zuAmsterdam . Daselbst machte er sich durch seine herrliche land-<harten vornemlich bekannt, bis er endlich den »6. sebr. an.i sn.verhard, seines alters 48. jähr. Seine schriften sind: Thea-trum Artis scribendi; Orbis Terrarum Descriptio Geographica;Gerhardi Mercatoris Atlas ; Italic hodiernie Descriptio. Wit-te»· memor. Philos. *

.'&ont>ticsto, ist eine provintz von Nord-Amerr'ca in Mexico vder Reu-Spamen. Sie liegt zwischen der Nord-see, dem meer-pujen von Honduras und den provintzen Nicaragua und Iuca-jy n * Diese landschasst ist bey nahe 100. meilen lang, über 80.vreu, und hat einen grossen Überfluß an Honig, baum-und schaaf-VMSd. LtxutmlV. Theil.

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tvoUe, und andern dingen mehr. Sie brittgt so viel märst ödesi ndianisch körn hervor,daß man selbiges im iahr 3. inal einernd-ten kau. Desgleichen giebt es auch darinnen einige gold-undsilberchergwcrcke. Die daselbst befindliche flüsse pflegen'wie dervUv .Mlus uberzulauffen , und das land fruchtbar zu machen.Valladolrd, von den einwohnern Commyagua genannt, so auf

ei i n ^LA £! e Haupt-stadt selbiger provintz, auch zu-

aleich dre refidentz des Gouverneurs, und ein Bischöfflicher sitz.Dle lust daselbst ist sehr gut, und die Weinberge trage» des jahrszweymal. Denn bald nach der wein-lest beschneiden sie sie wie-derum, und die andern trauben werden noü, vor Weyhuachtenreif. Truxlllo »st eine feine stadt, und unüberwindlichweil sieauf einem rauhen berge liegt, und eine sehr enge passgge hahwel,che bevestiget ist. Ja. de Lau, America .

Hone, siehe One.

* Honert, (van den ) ein ansehnliches geschlecht in dei, Nie-derlanden , welches von denen von Wescle, einer Ritterlichestfamilie in Brabant , herstammet. Thomas von Wesele ließ sichzu Dordrecht in Holland nieder , und zeugte mit Christinavon Slingelant unter andern Rochum von Wesele, welchesMaeiam van Toll heurathete. Desselbe,» söhn, Thomas vonWesele, ein Mitglied des Raths zu Dordrecht , nahm zuerst voneinem ihm zugehörigen guthe den zunahmen van den Honertan, und verehlichte sich mit Ida von Jonge. Diese gebahsihm an. 1572. Rochum van den Honert, welcher an. 1637.da er ansserordentlicher Ambassador in Schweden war, vonder Königin Christina zum Ritter geschlagen, und nachgehendszu den vornehmsten bedienungen bey der Republick Hollandgezogen »vurde. Von Margarctha Hallincq hinterließ er unterandern Jvhannem van den Honert, Rath zu Dordrecht , De-pntirten der Staaten von Holland rc. welcher ansserordentlicherAmbassador in Polen gewesen , und mit Cornelia Hallinca sei-nen stamm fortgepflantzet hat. Von seinen söhnen zeugte Ro-chus mit Anna von Persyn, Johannem van den Honert, wel-cher an. 1722. den 29. jan. von dem Kayser Carola VI. in denBaronen-sianb erhoben wurde, worauf er die in dem Walloni-schen Bradant gelegene Herrschaffl Pieterbais, nebst den Herr»schafften Reves und Ruart, käuflich an sich brachte, und sich.davon einen Baron schrieb. Butkem, troph. de Brab. supplem.tom. II. p. 20}. seq.

Honeftis , ( Petrus Damiani de ) war Cardinal und Bt-schoff von Ostia . Er »var aus einer adelichen familie von Ra-venna, und nahm den nahmen Damiani an, »velchen sein brudcssonsten führcte, welcher ihn hertzlich lrebete, und vor seine erzierhung sorge getragen hatte. Nach diesem trat er in den Be»e-dictiner-vrden zu Font-Aveüanv, und stiftete einige klöster. Alser sich nun durch sein leben und lehre hervor gethan, machte ihttStephanus IX. d».i°s7. zum Cardinal und Bischoffvon Ostia ,»vieivol er sich lange genug weigerte, solches anzunehmen. An.1059, wurde er von Nicolao II. nach Mayland geschicket, daß esdie simonie und Priester-ehe daselbst abschaffen , und zugleich bisMayländische kirche der Römischen untenverssen sollte; alleiitals er dahin kam, »vidersetzte sich die Clerisey sehr starck, vorge-bend , der simonie wäre sie nicht zugethan, der cölibat aber seyunerträglich, zudem wolle es sich nicht thun lassen, des Ambrosiikirche dem Römischen stuhle zu untenverssen , und daß ein Bl-schossüber den andern sich eine gemalt heraus nehme. Ob nungleich die Clerisey so ungestüm war, daß sie darüber einen auf-lauserregete, worinnen Damiani selbst in leib-und lebcns-gefahsgerieth, »vußte er doch alles gar weislich zu stillen, und nachdemer den Ertz-Bischoff Gnidonem auf seine stire gebracht, diefache mit beyderseits vergnügen glücklich auszumachen. Er kch-reke dannenhero wieder nach Rom ; weil er aber die üblen filtcnder Römischen Geistlichen nicht ertragen konnte, danckte er vonseinem Bißthum ab, und gieng in eine cinöde. In folgendemjähre wurde er von Alexandro II. aus stlbiqer wieder hervor ge-zogen, und in Franckreich geschicket, einige klöster zu reformiren.Aii. 106;. »vurde er nach Florentz geschicket, daß er die zivistig»keit, »velche zwischen dem Bischoff Pelro daselbst und den ein-»vohnern von Florentz entstanden, beylegen sollte. An. 1069.schickte ihn eben selbiger Papst an den Kayser Henricum V. »vel-cher seine gemahlin Berthaiit von sich zu stossen gesonnen »var^welches er aber hintertrieb. Als an. 1072. der Ertz-BischoffHenricus von Ravenna verstorben war, »velcher sich unter demPapste nicht bequemen wollte, und dannenhero von AlexandroII. in de» bann gethan »var, wurde er nach Ravenna geschicket,um selbige einivohner davon los zu sprechen, und sie wiederum»nit dem Päpstlichen stuhl auszusöhnen. Als er dieses ausge-richtet, gieng er nach Faenza zurück, woselbst er mit einem fieberbefallen wurde, »voran er den 23. sebr. an. 1072. starb, seinesalters 66. jähr. Seine schriften sind mit des Constantini Caie«tani anmerckungen zu Rom zrrsammen gedruckt worden. Dievornehmsten findrEpillolarum Libri VIII.; Sermones ; Vitas San-ctorum ; Liber de Correctione Papse & Episcopi, &c. Joannes fin Vita Damiani. t.ea Oßievßs, chrön. Caslin. Üb. 1F.Ugebertus,de vir. illüstr. c. 163. Honoratus dumffodun. üb. IV. e. it;Wian , in ligno vits. Ruhms , hist. Ravenn. üb. V. Sigimms,de ord. & statu canon. li b.I. c. 5 . Kfataiis Alexander. Du Pin &c.

Honestus, oder de Honestis, (Petrus ) AbtvonSr.Marlä ohnfern Ravenna ) lebte in dem XII. feeulo. Er hateinige reguln geschrieben, so Lonstitutiones Portnenses intittilirekworden, welche man t»var sonsten dem Petro Damiani zuschrei-

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