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von Monvilliers. Nicolaus , Ludovici ältester söhn, von welrchem hernach, verheuralhete sich an. 1617. an Lucrettam Ma-riam Bouhier, des Ludoviei de la Tremouille, Marquisenvon Nomnoutier wittwe, und des Vincentii Bouhier, Herrnvon Beaumarchais , Treserier de l'ppargne ältesten tochter,welche dieser mit seiner gemahlin, Mari« Hottmann , genügethalle . Sie starb den -8. ftbr. an. 1666. ihres alters sechs undsechzig jähr. Die mit ihr erzeugte kinder waren Franciscus Ma-ria , von dem alsofort; Nicolaus, Marquis von Vitry, welchersich mit Maria Brulart von Boulay vermählte, und Anna,Aebtißin von Montvilliers. Franciscus Maria von Hospital,Hertzog von Vllry, war Gouverneur von Meaux und vorheroGeneral -Lieutenant in Brie, und Oberster. über das regimentder Königlichen Mutter. Er that seinem Könige an dem Chur-Bayerischen Hofe gute dienste, und war nachhero zum Plempo-rcntisrio auf die Nimägischen friedens-tractaten ernennet, wor-von ihn aber eine tödtliche kranckheit abgehalten, an ivelcher eran. 1679. starb. Er heurathete an. 1646. Mariam LouisamElisabetham Amatam von Pot, Claudii , Herrn von Rhodes,und Groß-Ceremonien-Meisters von Franckreich tochter, welcheden 27. may an. 1684. als wittwe verstorben, nachdem sie ihmgebohren Franciscnm Mariam, Grafen von Chateauvilain,welcher an. 1654. gebohren, und den 21. nou. an. 1674. ats.erzu Paris des nachts herum gegangen, von einigen nachtschwar-mern erschossen worden; Mariam Franciscam Elisabetham,Frau von Vitry, welche den 27. fedr. an. 1680. an Philippum,Herrn von Torcy verehlichet worden , dem sie auch die erdsthaffkdes Hauses Vitry, jedoch ohne den Hertzoglichen titul, ivelchercaßirct worden, zugebracht; und Nicoläum Johannem, Rittervon Vitry, der noch vor dem vatter verstorben. Du ebene. Du
Beuchet. Sammarthcmus. Thuanus. Anselmus. Mezeray. DuPleix. Speneri op. Herald. üb. II. c. 44. Imhof. geneal. Gall.p; 2Ö0. Nouveües de lu. Rep. des lettres du juin de I 7 ° 4 · P· 620.
Hamb. hift. remarquen, an. 1704. p. 169- 204.211. *
Hospital, (Wilhelmus Franciscus von) Ritter und Marg»gras von St. Meine und Montliert, Graf von Andremont,Herr von Ouques, la Chaise, le Bean und von andern orten,gebohren an. 1661. In seiner kindheit hatte er zwey Praecepto-res , von denen der erste zu erlernung der Mathematic sich eini-ge bücher angeschaffet, welche auch bey ihm eine bcgierde erwe-cket, solche wissenschafft zu erlernen. Als aber besagter lchrmeirster gleich hernach mit tobe abgegangen , ließ er nicht nach, al-leine darinnen zu studiren, und zwar mit solchem succcß, daß seinanderer Praceptcu-, der sich gleichfalls aufdie Mathematic legenwollen, es lange nicht so weit, als der untergebene, bringenkönnen. Wie er denn in dieser wissenschafft für sich selbst undohne einzige Unterweisung dergestalt zugenommen, daß, als erim fünfzehenden jähre seines alters bey dem Hertzog von Roanesvon einer der aufgaben des Mr. Pascal über diejenige krummefigur, welche von den Geometris Ciclois und in Französischerspräche la Roulette geheissen wird, reden hören, dieselbe sehrglücklich und geschickt aufgelöset, daß sich alle darüber verwun-dert haben. Dieses üuclium hat er nachqehenbs allezeit mit sol-chem fleiß «nd mit so grosser emsigkeit excolirct, daß weder dasHof-und welr-leben, noch selbst die kriegs-verrichtungen, in wel-che er sich gleichfalls eingelassen, ihn jemals darvon abhaltenkönnen, wie er denn auch unter seiner zelte demselben obgelegen.Er war Capitain zu pferde, unter dem regimente des Colonel-Generals , Grafen von Auvcrgne, muste aber selbige charge we-gen schwachheit seines gesichts niederlegen, Massen er bte standar-te nicht sehen konnte. Hierauf danckke er ab, und legte sichmit dem grösien ernst auf Die Mathematic, dergestalt, daß, weiler mit allzu grosser emsigkeit darüber gelegen, solches auch sei-nen tod soll befördert haben. Er starb aber am schlage den 2.fedr. an. 1704. Er hat die meisten problemata , so in der Ge-lehrten journalen aufgegeben worden, glücklich gelöst!, auchein buch geschrieben unter dem titul: Analyse des infinimentPetits. NouveUes de la Republique des lettres du juin de l’an.
1704. p. 621. Hamburgische histor. remarquen, an. 1704.
p. 197. Mim. de l’Acad. des Sciences. *
Hospital , (Franciscus de 1') Graf von Rosny, Herr vonHallier de Beine, rc. Ritter der Königlichen orden , Marschallvon Franckreich, Gouverneur von Paris , und Lieutenantvon Champagne und Brie. Er war anfangs unter dem nah-men des Herrn von Hallier, nachgehends als Marschall vonHospital bekannt, und Ludovici, Marggrafen von Vitry, jüng-ster söhn. Seine eitern halten ihn anfänglich dem geistlichenstände gewiedmet, wie er denn auch schon Abt von St. Gene-vieve zu Paris , und von dem Könige Henrico IV. zum Bsschoffvon Meaux ernennet war. Er hatte aber mehr lust zum kriege,folgte dannenhero demselben, und erwarb nicht wenig rühm. Erward bald Capitain von der Königlichen garde, und des schlos-ses Fvntainebleau, that auch im kriege wider die Hugenottendem Könige gute dienste, und nahm ihnen Pardaillan und Theo-bon weg. Er wohnte der delagerung von Rouen und von Ro-chelle an. 1628. und i6$o. der eroderung von Savoyen bey.Daraufbekam er ordre in Lothringen zu gehen,allwo er an.iüzz.der erobecung Nancy bcygcwohnet, das schloß Spisenberg an.i6;$. eingenommen, und an. i6;6. den;o. may und r. jun.in dem treffen bey Jvois die arriere-garde von der Königlichenarmee commandiret, auch bey der wieder - eroderung Corbie sich befunden. Das folgende jähr rü;7. ließ er als General -
Lieutenant unter der armee Hertzog Bernhards von Weimar seine tapferkeit in der schlacht bey Kensingen, und an. iöz8. inder bclagerung von St. Omer sehen , allwo er auch bleßiretworden. Darauf commandirte er die Königliche armee selbst,eroberte Renly und Catelet, und ward von dem Könige zumGouverneur von Lothringen gemacht, welches Hertzogs troup-pen er an. 16)9. in dem treffen bey Morhagne geschlagen , unddas gantze land vollends unter seines Königs gemalt gebracht.An. 1640. trug er ein grosses zu der eroderung von Arras bey,indem er in das von den Spaniern gleichsam belagerte Französi.sche lager Proviant und succurs brächte, und gab ihm daraufder König das Gouvernement von Champagne und Brie an stattdes von Lothringen . An. 164;. erlangte er den Marschalls-stab , und gleich darauf commandirte er in der schlacht bey Ro-croy den lincken stügel, eroberte auch die schon verlohrne stückewieder, ward aber dabey sehr gefährlich bleßiret. An. 1649. be-kam er das Gouvernement von Paris , da er zuvor das vonChampagne aufgegeben, und blieb dem Könige in den innerli-chen troudlen an. 1652. zugethan. Er starb den 20. april an.1668. Seine gemahlinnen sind beyde merckwürdig, indem die er-ste, Charlotte des Essars, des Barons von isautonr in Champa-gne tochter, die er um das jähr 1629. geehlichet, und mit wel-cher er keine kinder gezeuget, erstlich Königs Henrici IV. hernachLudovici, Cardinals von Guise, und ferner Dominici de Vio,Ertz-Bischoffs von Auch, concubine gewesen; die andere, Fran-ciscam von Mignot, eines Präsidenten von Grcnoble wittwe,hat er den 28. aug. an. 165;. gehcurathet, welche ihm zwar ei-nen söhn gebohren , der aber in der zarten kindheit wieder ver-storben. imhof. gen. Gall. p. 260. Hamburgische historischeremarquen, an. 1704. p. 112.
Hospital, (Nicolaus de 1’) Hertzog und Marggraf von Vi-try und Ari, Graf von Chateauvillain, Herr von Coubert.Er war ein söhn Ludovici, Ritters der Königlichen orden undCapitains von der Königlichen garde, von Francisca von Bri-chanteau, und an seines vattcrs stelle Capital» zu König Lud-wigs XIII. zeiten. Er gab an. 1617. auf Königlichen befehldem Marschall von Ancre den rest, und ward zur Vergeltungan dessen stelle Marschall von Franckreich, mit dem rechte,daß er in dem Parlement zu Paris eine stimme haben sollte Awelches sonst kein Marschall gehabt. An. 1619. ward er Rit-ter der Königlichen orden, und Gieurenant-General von Brie.In dem kriege wider die Hugonotten überwältigte er an. 1620.Gergeau, Sancerre und etliche andere Plätze.' An. 16,2. be,kam er das Gouvernement von Provence , hatte aber daselbst'mit dem Ertz-Bischoffe von Bourdeaux, Henrico von Escou»bleau, grossen streit. Weil er auch denselben ziemlich grobtractiret, siel er in des Hofes Ungnade, und ward, als ernach Paris kam, den 27. oct. an. 1637. arrcstiret, und in dieBastille gesetzet, aus welcher er auch nicht eher befreyet worden,als bis der Cardinal Richelieu den 19. jan. an. 164;. gestorben.In dem folgenden jähre ward er zum Hertzog und Pair vonFranckreich gemacht, und diese würde seiner Herrschafft Cha-teauvillain in Champagne beygelegt, wiewol er solche nicht lan-ge genossen, sondern noch selbiges jähr den 28. sevl. zu Nandybey Melan im 6z. jähre seines alters gestorben. Imhof. gen.GalLp. 261. Hamb. histor. remarquen, an. 1704. p. 112.
* Hospital, (Ludovicus ) Marquis von Vitry und Ritterder Königlichen orden, ein söhn Francisci, Herrn von Vitry,war in den innerlichen kriegen unter Henrici III. regimente wohlbekannt, massen ihn dieser König zum Gouverneur von deinschlösse zu Dourlens in Beausse machte. Nach dieses KönigSermordung begab er sich, wie er vorgab, aus gewissens - triebzur partey der Gigue, that auch derselben, als er von dem Her-tzoge von Mayenne zum Gouverneur von Meaux verordnet wor-den , eine zeitlang gute dienste. Als aber das ihm und seinenreutern zuständige, und von den Spaniern bezahlte geld , so sich«1^27000. ducaten belief, von gedachtem Hertzoge ihm vorent.halten , und zu andern dingen verwendet ward, ergab er sichund die stadt Meaux an. 1^94. an den König Henricum IV.bekam davor zur vergcltung 20000. thaler, ward in dem gedach-ten Gouvernement bestätiget, und noch über dieses Capitainvon der Königlichen garde. Erstarb an. 16u. Von seine»nachkommen siehe den gcschlechtö-artickul. Alemoires de l’Etoile,tom. II. Mezeray.
Hospitale, hieß in den mittlern zeiten das gebäude in denklöffern, da hinein man die fremden logirte. Man hatte derenimmer zweycrlcy, eines vor lcuthc von condition , das andereaber vor schlechte Pilger und reisende. Ilospiralarius war derGeistliche, der solche gebäude in seiner aufsicht hatte, und diefremden versorgen muste. Du Frefae, II. 1. p. 874.
HOSPITIUM. Zu alten zeiten hatte man in städten keinegast-höfe, darinnen man leuthe von condition nach würden hat-te bewirthen können; daher wurden die leuthe genöthigct untereinander einen vergleich zu machen, daß sie einander aufnehmenwollten, und das hieß bospiiium Clim aliquo facere. Damit sienun einander desto besser kennen, und kein betrug vorgehe» möch-te , so machten sie gewisse tesseras hospitalitatis, oder länglichtestäblein von helfcnbein, oder anderer Materie, auf solche» stun-den gewisse buchstaben, und ein »eder nahm also die hclfce zu sich,die man hernach den vorfallender gelegenheit brauche» konnte.Man hielt aber von dieser art der freundschaffl fast eben soviel, als von der dluts-freundschafft, daher es ein grosses ver-brechen