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Hhre güther haben sie gemein gehabt, u. d. g. Es hat sich aberselbige secte nach Huttens tobe bald wieder verlohrcn. Gua/te.rw, chron. sec. XVI. c. 71. Ramiondus , de ortu & progres.haref. üb. II. c. 16. n. 4. Rirschers leben Jacob Huttens. Ja.cob. Alt'mgü Theol. hist. p. 62. Scklujfdb. cat. beeret, üb. XII.
р. 24. Ottii Anabapt. p. 8°· ÄkNOlds kctzer-hlst. P. 11 . üb. XVI.
с. 2i. n. i)4·
Huttwyl, ist ein Bernerisches städtlein, an den Lucerner-grentzen, zwischen Brandts und Willisaw gelegen. Es wurdevor diesem von eigenen Herren beherrschet; nach deren abqangfiel es an die zu Äurgdorff residirende Grafen von Kyburg , ohnezwcifel als ein eröfnetes lehn. An. i;4°. nach der Lauppen-schlacht, zogen die Berner vor daffelbige, schössen es in brand,plünderten es, und machten die burgcr theils nieder, theils aberführten sie sie gefangen nach Bern . Als hernach die stadt undGrafschafft Burgdorffan Bern gekommen, war Huttweil auchnut darinnen begriffen, die niedere Herrlichkeit aber war derervon Grünenderg pfand, aus welchen Grimmo selbige an. 1404.an Burckhard von Sumiswald, dieser aber an. 1410. der stadtBern verkauft hat. An. i;am neuen jahrs-tage ist das städt-lein gantz abgebrannt. Es gehört in die Landvvgtey Trachsel-wald. Die rebellische bauren habm an. i6;;. allhier ihre Ver-sammlung und abrede gehalten. Stumpf, üb. VII. p. 229.Stettler. P. I. üb. II. chron. p. 62. *
* -Zuging, (Enoch ) ein Dantziger, nahm zu Wittenberg den gradum eines vocssoris Theologia: an, und wurde erstlichin seiner geburts-stadt Eogicea & Hebrxx I.inguas, Hernachaber Theolog!« Professor zu Rostock . Von Hier gieng er nachdem Haag in Holland , als Passer bey der kirche AugfpurgrscherEonfeßion, welche stelle er nach einiger zeit wieder fahren ließ ,und einen Feld-Prediger abgab. Endlich kam er wieder nachRostock , und lebte daselbst bis an leinen tod, der an. 1678.den 7. lunii erfolgte, ohne öffentliche bedicnung. Er hat Li-bellum de Peste; Dissertationem de Minisserio Ecclefiastico ;eine Trost-Predigt über das Evangelium von der wittwen söhnzu Rain, Rostock 1640. in 4. nebst andern predigten herausgegeben. Prator. Athen . Gedan. Gxtz. elog. Theol. P. III.n. Sl-P· 520.
•* 5 uy, lat. Huyum oder Huyonum, die hauvt-stadt des Con-droö in dem Stifte Lüttich , liegt an der Maas zwischen Lüttich und Namur , nahe bey der gegend, wo die Huy hinein fällt, wo-von die stadt den nahmen hat. Sie ist sehr alt, liegt in einemlustigen that zwischen den bergen, und wird von der Maas in2. theile unterschieden, aber durch eine brücke an einander ge-hänget. Vor zeiten hatte sie ihre besondere Grafen, die sie her-nach dem Bifchoffe von Lüttich gaben. Es sind feine kirchendarinnen, jedoch ist die zu unsrer Frauen die vornehmste. Obenauf dem berge lieget ein ziemlich bevestigtes schloß, welches nichtallein in dem Spanischen , sondern auch in dem Französischenkriege viel ausstehen müssen; wie es denn an. 169;. die Franzo-sen eingenommen, aber die Alliirten an. 1694. recuperiret haben.Diese letzter» eroverten es abermals an. 170z. und die Fran zosen , unter anführung des Churfürsten von Bayern , an.1705. Doch in eben diesem jähre brachten es die Alliirten vonNeuem UNter ihre botmäßigkeit. Heriger. de gelt. Episc. Leod.Ändr. topogr. Belg. Guicciardim Belg. Zeil. descript. West-phal.
Huydert, (Petrus von) Herr von Burgh, Crayestein, rc.Er war aus einem berühmten Holländischen geschlechte vonCornelw sbuybert und Johanna von Hemstedt den 1. aug. an.1S22. zu Middelburg gcbohren, wurde auch den 24. mark. an.1646. zum Rath daselbst crwehlet. Er ließ so viel gefchicklich«keit spüren, daß die provintz Seeland ihn zu der Versammlungder General-Slaacen absendete. Nachmals wurde er zu denersten conferentzen, die nach geschlossenem Münsterischen frie-den zwischen den Deputirten des Königs von Spanien und denvereinigten Niederlanden zu Mecheln an. 1652. und 16;;. ge-halten wurden, gebrauchet. Ferner gieng er als ansserordent-licher Abgesandter zu dem Könige von Schweden , zu dem Kö-nige von Polen , und zu dein Churfürsten von Brandenburg .Jin mart. an. 1659. avurde er zum Staats-8ecretario der pro-vintz Seeland ernennet, und im may selbigen jabrs bey denfriedens-tractaten zwischen der Crone Schweden in Daneinarck,so durch Vermittelung Franckreichs , Engelland, und der verei-nigten Niederlande gepflogen wurden, als Plenipotentiarinsgebrauchet.. Er hatte sich bey diese» Verrichtungen dergestaltwohl aufgeführet,daß er im mart.an.1664. die stelle eines Pensio-när» der provintz Seeland erhielte, worbey er sich gar ernstlichangelegen seyn ließ, die freyheiten und gesetze seines vatterlan-des zu behaupten, weshalben er denn bey den Obern sehr beliebtwar. Er wurde an. 1667. zum Plenipotentiario der vereinig-ten Nieoerlande zu den mit Engelland zu Breda vorgenomme-ne friedens-tractaten ernennet. Endlich starb er in dem Haagden 7. jan. an. 1697. »nd ward in der capelle der kirche zuBurgh in Seeland begraben. Er hat ;. chhue hinterlassen,Davon der älteste, Antonius von Huybert, Herr von Cruyningen,Rath in dem obersten Gcrrchts-Hofe; der andere, Johannesvon Hnybert, Herr von Nootgawe, General-Lieutenant vonder cavalerie; der dritte aber ei» Mitglied in dem Rath vonFlandern, und einer von den Directoren der Ost-JndianifchenCompagnie worden. Bayk.
Hlstsr. Lexico * IV. Theil.
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Huygens, (Constantinus) Herr von Zuvlichen, siehe Hu«genius.
* Huycchens, (Gummarus) ein Romisch-Catholischer Theo.logus , wär zu Lier , einer l» Brabant gelegenen stadt, im fedr.an. 16; i. gcbohren. Er legte den gründ seines studirens indem Collegio du Faucon zu Löven, imd wurde darinn an»I6z2. in dem 21. jähre feines allers zum Professore Philofo.phix bestellet. Hieraus erhielt er an. 1668. den gradum elncSDoctoris Theologiie , und wurde hicrnächst, die Vorrechte undfreyheiten der Universität Löven zu vertheidigen, an den Römi-schen Hof abgeschickt, da er denn auch die ihm aufgetragenegeschaffte zu einem erwünschten ende gebracht. Nach seinerWiederkunft übte er sich noch ferner mit allem eiser in derTheologie, und ward an. 1677. kteüor oder Präsident indemGoIIeglo des Papsts Adrian» VI. und an. 1682. bey der St.Peters-kirche Canonicus , an. 1687· aber ein Mitglied der dasi-aen theologischen Facultät; wiewvl er auf anstiften seiner feindedie Verwaltung dieses amts unterlassen, und auch so gar daspredigen und beichte hören eine zeitlang cinstcllen muste. Er
starb zu Löven den 27. ocl. an. 1702. und hinterließ unter an-dern Conferentias Theologicas in 111 . tomis ; und einen Cur.sinn Theol. unter dem litiil; Breves Obfervationes, in verschie-denen bänden, welche hinter einander einzeln ans licht gegebenworden Weil er in der Sittenlehre die Meynungen einigerneuern und allzu gelinden Moralisten nicht billichen wollen,sich auch die vier artickul der Französischen Geistlichkeit an.1682 zu unterschreiben geweigert, wurde er in viele verdries«liche streitigkeiten verwickelt; obgleich der Päpstliche Hof seinelehren approbirt, und auch i» den wider ihn angebrachten kla-gen verschiedene befehle zu seinem besten ausfertigen lassen.Von seinem leben ist in einer besonders heraus gekommenenFranzösischen schrift auf einem Halden bogen , desgleichen in derihm gehaltenen, und nachgehends gedruckten leichen-rede meh-rere Nachricht zu finden.
* vrnvn, ( Joh. Joseph, Graf von) Kayserlicher General-Feld-Marschall und Krieqs-Rath , Gouverneur über die städteund vestungen, Gran, Zigeth, Fünfkirchen , Siclos , Mohal,Caposwar) Dombo, Barsch, Dolnau, und alles ihnen zugehö-rige , und überhaupt gesetzet, das gantze land zu regieren, s»zwischen der Donau , Sau und Trau gelegen. Er war eiirsöhn Nicolai Huyn , welcher Staats - Rath bey Carolo IV.und Rechen - Auditor in Lothringen gewesen , und in demStadt-Rath zu Nancy das Pr«sidium gefuhret hat. Seinemutier war Francisca von Majcuit, welche auch mütterlicherseits von Johanne Huyn ent,prossen , der an. 1447. Gou.verneur in den saltzwercken zu Marsal gewesen. Er wurde vonseiner zärtesten jugend an zum kriege gewiedmet^ und zu demende gleich unter die Chevaux-legers gethan ; er wurde nachund nach zuerst Cremt, und denn Garde-Lieutenant, hernachOberster über ein regimenl zu Pferde , und Gouverneur zu Ro.zieres Er entführte die Fräulein de la Haye, welche voirdem Hertzoge Carolo IV. sehr geliebet war. Dieser freche streicherzörnte den Hertzog dermassen, daß er eine compagnie Gendar-mcs detaschrrle, ihn zu verfolgen, und wieder einzuholen; dieseerjagten ihn in einem borfe, wo er sich in einem kirch-hofe ödesthurm vcrfchantzet hatte, und sich so tapfer vertheidigte, daß erseine Verfolger abtriebe, und Ulft bekam, seine reise nach Bc-sancon fortzusetzen, auf welcher er sich in einem ivalde durcheinen Priester , den er dazu vermochte, einsegnen ließ. Da erdieser Ursachen wegen nicht wieder zurück in Lothringen kehre»börste, faßte er den entschluß, sich zu dem Kayscr in dienste zubegeben. Er verfügte sich deswegen zu dem Hertzoge Carolo V.und wurde so wohl ausgenommen, daß er sofort zum Reichs-Baron und Obersten über die cavalerie gemacht worden. Beyder bataille zu Trier und in der belagerung Bonn fieng er an sichso bald hervor zu thun, und in dem Ungarischen feldzuge, son-derlich bey der belagerung vor Ofen, hielt er sich so wohl, daßman ihn zum General izber die cavalerie gemacht, und ihmbald darauf von dem Kayfer das Gouvernement zu Sigetl>aufgetragen worden. Daselbst wußte er sich seiner trouppen,welchen er doch möglichst schonete, so wohl zu bedienen , daß erdie vestunq Giula,' vor welcher doch zuvor vier Generalen ver--aebens gelegen, in kurtzer zeit ohne grossen volck-verlust unterKavserliche gemalt brachte. Der Kayfer bezeugte sein vergnü-gen über diese und andere schöne thaten des General HuynSdurch die verbindlichsten briefe, und schickte ihm das diplomaeines Reichs-Grafen nebst dem patent eines General -Lieute-nants und Feld - Marschaüs, gab ihm auch über dieses allesdas Gouvernement von Gran und Sigeth, welches eines dereinträglichsten und angesehensten in gantz Ungarn ist. Dieseneue würde schaffte ihm die gelegenheit an die Hand , die Un-aarischen rebellen zurück und zu paaren zu treiben, und der Kay-serlichen botmäßigkeit wiederum zu unterwerffen, weswegenihn der Kayfer mit neuer gnade erfreuete, und ihm die Gene-ral-Feld-Marschall-stelle auftrug, welches an. 1707. geschehen.Endlich ward er an. 171?. KriegS-Rath, und starb an. 1719. zuSigeth, seines alters über 80. jähre, und wurde von dem Kay-ser selbsten sthr bcdauret, welcher ihn vbgemcldter kriegs-tha-ten halben unter seine besten und getreusten Generalen zehlce,und sonderlich den tapfern widerstand , welchen er zu Sigethgethan, da er die feinde von der belagerung abgetrieben, nochin frischem angedencken hatte. Catharina de la Haye, feilte