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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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als der schon vorher für ihn geneigt war. Er, gab ihm deSwe-gen das gcid, so er von dem Califen ihn »u todten empfangenhatte, und rielhe ihm sich aufdas schleunigste, und so geheimer iminer könnte, flüchtig zu machen, und gab ihm zu verste,hen, daß er dem orakel, welches Hakami ausgesprochen , gantz-lichen glauben zustelle, welches also lautet: Liebe beständigden Ali und sein geschlecht, dieweil es die andern soweit übertrtft, daß der schlimmste unter denselben bes.ser ist, als der beste aus andern stämmen, und derje-nige unter den Aliden , welcher von ihnen an tugendder gröste ist, übertrift auch die engel sechsten. Jnde,.sen verriethe das weibs-bild, so Jacob vom Hofe zur ehe dekom.nun, Jacob in diesem allen , und der Calife, ivelcher von derflucht des gefangenen berichtet worden, ließ ihm nachsetzen,nahm ihn gefangen , und schloß ihn wohl verwahret in seinempallaste ein. Etwas zeit hernach ließ der Calife den Jacob zu sichbernffen, und fragte ihn, was er mit ostdemeldtem verwandtendes Ali gemachet hätte. Jacob antwortete, daß er des Fürsten beseht vollzogen, und schwur bey dem Haupte und dem lebendes Califen selbsten, daß er denselben getodtet hatte. Hieraufward der Calife erbittert, und ließ, Jacob seines falschenschwurs zu überzeugen , den Alidischen verwandten herbringen.Jacob wurde darüber bestürtzt und sprachlos , und in das ge»fangnis gebracht , lvo er nach einem sehr Übeln tractamenteendlich sein leben elendiglich beschlieffen muste. V Herbelot .bibl. Orient.

* Jacob, der söhn Sakit, ist von den Musulmännern jeder,zeit für einen der gelehrtesten leuthe gehalten worden , welchenArabien, sonderlich die sprachen und wohlredenheit betreffend,Herfür gebracht hat. Er lebte unter der regierung Motavakkels,dek> zehenbcn Califen der Abbaßiden, und war,der secte Ali sehrzugethan, welche von diesem Califen aufdas äusserste verfolgetwurde. In dem 244. jähre der Hegira ließ Motavakkel ihnfür stch kommen, und befragte ihn, welchen er von seinenPrintzen höher hielte? den Prmtz Motaz, oder Moviad ? oderdie zwey kinder Ali, den Hassan und Hussain '! Dieser Doctorbeantwortete diese frage frenmüthig, und sprach: wahrlich,Canbar, der frevgelaffcne Ali, war nach meiner Mei-nung besser als ihr und alle euere kinder zusammen ge-nommen. Der Calife entrüstete sich über diese verächtliche ant-wort dermassen, daß er ihn sobald fassen liesse, und ihm diezunge von hinten her aus dem halse zu reissen befähle, wel-ches grausame urtheil auch an ihm ist vollzogen, und Jacobalso jämmerlich um das leben gebracht worden. DHerbelot ,bibl. Orient.

Jacobactus, (Dominicus) ein Cardinal und Bischoff vonLulcria. Er war Christophori söhn, gebürtig von Rom , undwurde in den Canonischen Rechten wie auch in der Theologiewohl unterrichtet, worinn er dergestalt zunahm , daß er von demPapst Sirto IV. Jnnocentio VIII. Alexandro VI. Julio II. undLeone X. in den wichtigsten Verrichtungen des stuhls zu Rom konnte gebrauchet werden. Dieser letztere machte ihn den r.jul.an. is 17. zum Cardinal, als er 74. jähr alt war. Er hatte schondas Bißthum Luceria, als er noch das zu Massano und Gros,seto erhielt, und starb den 2. jul. an. 1527. oder wie andere wol-len, im ian.an. 1128. Seines bruders söhn Christoph Jaco-bacius, Bischoff zu Massano, erlangte auch die Cardinals-wür,de von Paulo III. an. ic;6. auf Caroli V. anhalten, und starban. 1540. Aubery , hiit. des Cardin. Mir aus. Pojfevix. Vi-floreil. in Jacob. *

Jacobäa, siehe Jacobina.

Jacobäus, (OligeriuS) ward an. 165». in der halb-infulJütland zu Arhuftn, wo sein vatter Bischoff war, gebohren.Nach desselben tode schickte ihn seine mutter, eine tochter des be-rühmten Casparis Bartholini, nach Coppenhagen, von dar erseine reise noch Franckreich, Engelland, Teutschland und Ita­ lien antrat. Nach seiner Wiederkunft ward er an. 1679. Pro.fessor Medicine und Philosophie zu Coppenhagen, und an.1698. machte ihn der König zu seinem Justitzien-Rath. DerVerlust seiner ehefrau, einer tochter Caspar Bartholini, dener an. 1698. erfahren muste, rührte ihn so sehr, daß er in einetödtliche Melancholie verfiel, und ob er stch»schon, um derselbenadznbelsscn, anderwärts verheurathete, vermehrte sich doch diekranckheit immer mehr, die ihn auch im zi. jähre seines altcrshinweg nahm. Seine schristen sind : de Ranis Diilertat. Com-endium lnllit. Med. de Ranis & Lacertis Differt. Museumegium , und andere. Memoires pour lbtßoire dessciexces ,oct. 1702. p. 28z.

Jacobellus, ist einer von den vornehmsten anhanqern desJoyannis Huß gewesen. Er wird auch sonst Jacobus Msseniisoder de Miza genennet, nicht wie einige dafür halten, weil eraus der stadl Meissen , sondern weil er aus der stadt Mysen inBöhmen gebürtig gewesen. Er wird aber nicht allein von sei.nen feinden, sondern auch von seinen freunden Jacobellus oderder kleine Jacob genennet, daß also nicht zu vermuthen , als oballe, die ihm diesen nahmen gegeben, solches zu seiner beschim.psung oder Verspottung gethan. Und ist bekannt, daß dergleichenvon eines jeden leidsgestalt hergenommene benennungen zu sel-biger zeit gar üblich gewesen seyen, und niemanden für eineschände geachtet worden. Dieser mann war Pfarrherr in derPragischen kirche zu St. Michaelis. Man will sonst vorgeben,daß er der erste gewesen, der die lehre, daß man daS heilige

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Abendmahl unter beyderley gestalt administriren sollte, wiede.rum hervor gebracht, und daß Petrus Dresdenfis, ingleichenJohannes Huß, solches von ihm angenommen, und wiewolunter den Gelehrten noch gar sehr darüber disputiret wird, soist doch die fache in herausgedung des Costantzischen Conciliidurch Herrn von der Hardt klar genug gemacht worden. Aufder Baselischen bibliolheck wird eine von diesem mann verser-tigte beschreibung des leidens Johann Hustens aufbehalten.

Aineas Sylvius. Baibixus. Dubravtus , hist. Hohem. HageciiBöhmische chronick. Fabricius , annalib. urbis Misniai. Albi.xi Meißnische chronick. Spanhemiut, hiit eccles. N. Test.t)Olt der Hardt, acta Concilii Constant. Thomaßi differt. dePetra Dresdensi , &c. *

* Jacobs, (Adam Christoph) ein Jurisconsultus, aufGräbern-Zscheyla, Niederfehra rc. Chur - Sächsischer Appella-tions-und ältester Ober-Consistorial-Rath, wie auch Stadt-8yn.dicus zu Dreßben, von Gundorff im Stifte Merseburg , allwosein vatter und groß-vatter Prediger gewesen, war an. 16; 8. den7. nov. gebohren, studirte zu Leipzig , ward hierauf Stadtschrei,der zu Dreßden, und machte stch bey jederman durch seine ge.schicklichkeit, bescheidenheit und freundlichkeit beliebt. Er hatteein «»gemein gedächtnis, daher ihm alte und neue dinge, dieer nur einmal gefasset , gleichsam gegenwärtig waren, undwußte er jelbiges bey den geschässten , die er vorhatte, so genauzusammen zu halten, daß er eine fache, so wichtig sie auch war,alfobald ausarbeiten, und ins concept bringen, daneben strei.tende parteyen hören,,sie entscheiden, oder was sonst vorgieng,genau anmerckcn , darüber sein judicium geben, und inzwischendennoch mit dem concipiren meistens ohne alle litur fortfahrenkonnte. Er besaß auch eine ungemeine känntnis von düchern,und dabey eine auserlesene bibliotheck, wurde an. 1666. Raths-herr zu Dreßden , und an. 1668. Advocatus Pauperum imChurfürstlichen Appellativns-Gerichte, promovirte an. 1671. zuWlttenberg in Doctorem, und ward Affeffor im Oder - Consi-fforio, an. 167z. Appellations-Rath, und an. 1677. Stadt-Syndicus in Dreßden. Nachgehends brauchte ihn ChurfürstJohann Georg III. zu geheimen Staats-affairen; er schrieb ei-nige Dispvttationes, starb endlich i» Leipzig , da er eben seinessohnes, 0 r. Christian Benjamin Jacobi, Hochzeit beywohnte»unvermuthet an einem schlagflusse an. 1689. den 14. nov. undhinterließ 1;. kinder. Carpzov , grünende gebeine.

* Jacobi, (Anna Eva) eine begeisterte frau in Quedlin ,bürg, ward sonst nur Schirrder-Anne genennet, weil ihr letz-ter mann, der sie an. ,686. heurathete, dergleichen profeßio»zugethan war. Sie hatte sehr seltsame gefichter, träume underscheinungen, so sie vorgab; absonderlich so» sie einmal blutgeweinet und gefchwitzet haben, dahero sie einige die blut^schwi-tzerin nennen. Schellw. Piet. sectir. P. II. p. 223. Man mußdieses weib nicht mit der Barbara Jacvbäa verwechseln, soan. 168;. in der stadt Har'lem durch ihre phantastische prophe-zeyungen und betrüglichen blendwercke allerhand teufelryen er,

regte. Antox. van Dale , de divinat. 10. p. 654.

* Jacobi, (Joh.) studirte zu Hclmstädt und Witlcnberg,ward Philosophie Magister, und an. 1679. Archidiaconus zuOschatz , und starb an. 1706. Er hat folgende erbauliche schrss-ten hinterlassen: GOtt und genug, Torgau 1680. Dreßden1706.1709. in 12. Sonntags-Lust; vom Aberglauben; die imSünden-schlaf versäumte Buß-Zeit, Dreßden 1687. i» er. vonden Rechts-Processen, Eisenberg 1704. in 12. Lehre von derWiedergeburt und Erneuerung, Leipzig 1702. in 12. Schwe.res Gerichte unwürdiger Communicanten ; Warnung vor derunseligen spötterey, Dreßden 1700. in 12. Kurtz-gefaßte Ord-nung der Christlichen Lehre, ibid. 1687. >692. in 12. Bchtragunterschiedener ausflüchte und entschuldiqungen, womit Ada-mitische hertzen, als mit nichtigen feigen-blättern fich bedeckten,samt derselben beantwortung, bey Ballh. Köpkens Praxi Cate-chetica angehänget, Franckfurt 1Ü91. in 12. UnschuldigeNachrichten, 1727. p. 7^2.

* Jacobi, (Joh. Balth.) ein Archidiaconus bey der Haupt,kirche St. JoHannis in Magdeburg , ist zu Leipzig an. > 6 ? 8 .den 19. jul. gebohren, hat auch daselbst und zu Wittenberg stu-diret, und nch nachgehends durch lesen, disputiren und viele8pecimina Oratoria hervor gethan, worauf er anfangs Soun-adends-Prediqer an der St. Nicolai-kirche in Leipzig , nachge-hends zu Erfurt Diaconus an der Kaufmanns-kirche ) wie auchProfessor Logices und Matheniatum am Evangelischen Gymna-fio und Assessor bey der philosophischen Facnltät, ingleichenLibliothecarius des Ministerii worden, bis er endlich nach Mag-deburg kommen, und daselbst an. 170z. den 16. april in grosserHochachtung gestorben. Er Hat verschiedene leichen-reden unddissertalionen, als: de Clementia ; Virtute Imperatoria ; deSecla Jacobitaruni; dc Matre Antiochena se cum duobus ti-liis in fluvium precipitante servande pudicitiae causa ; Philo-Iogema Academicum super Prov. XXXI. 6. seqq. Hinterlasse».Universal- Lexicon.

* Jacobi, ( Joh. Nicol. ) 8. 8. Theologie Doctor, Pastorund Superintendent, wie auch Dom-Prediger zu Meissen , ge»bohren zu Lausa dey Dreßden an. 16*9. den 25. dec. allwo sei»vatter, Nicolaus, ;8. iahr Pfarrer war, studirte in der Schul«Pforte und zu Wittenberg , da er stch sehr elend behelffen muste.Weil seine eitern durch den krreg von allem vermögen enlblössetivarcn, rielhen ihm viele, er '..lte ein schreider werden. Die-