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Schlesien, zwischen Breßlau undBrieg, denGrafen von Sauer-mann gehörig. Es kam an. 1634. in Sächsische und an.,»646. in Schwedische Hände, worauf es von den Kayserl. an.,647. vergebens belagert, und erst nach dein Westphälischenfrieden von den Schweden verlassen worden. Luca Schief,thron. Tromsd.
Iempterland , lat. Jemptia, war vor Zeiten eine zu Dä-nemarck gehörige provintz von Nordland an den grentzenvon Norwegen , gehöret aber nunmehro seit dem an. 164;. zuBromsebroo geschlossenen frieden dem Könige in Schweden .Es ist eine kleine provintz, flösset gegen norden an Lappland undAngermannland, gegen osten an den Bolhnischen meer-busen,gegen mittag an Hellingen , und gegen Mitternacht an das ge-bürgt Scarsfielt. Das land ist mehrentheils bergigt und wal-digt, und hat einen engen kleinen see, woraus ein fiuß entspringt,der sich hernach in den Simmi Bothnicum ergießet. Die ein-wohner nähren sich meistens von dem fisch-fange. , Es sind kei-ne sonderliche städte darinnen, ohne allein ;. schlösser, nemlichRessund , Docre und Lith. Htrmannida Suecia. Beschrei-bung Schweden , P. II. c.3.
Jena , eine stadt, Universität, schloß und Amt in Thüringen an^der Saale , 2. meiien von Weimar gelegen, in einer anmu«rhigcn gegend, aber mit hohen bergen umgeben. Einigen schei-net Jena der älteste ort zu seyn, und von dem dach Iemda,der unweit davon fliesset, den nahmen zu haben. Die erstenerbauer dieser stadt sind ungewiß, indem einige die Thüringer ,andere die Schwaben und Hermundurer, oder, wie es amwahrscheinlichsten ist, die Sorben und Wenden davor ausge-ben, indem selbige in dieser gegend gewöhnet, und verschiedenedörfer um Jena herum, als Cloßwitz, Geschwitz, Osmaritz,Cunitz, Nerickwitz, Löbnitz , u. d. g. angelegt. Und zwar, wiees fast das ansehen gewinnen will, ist aus verschiedenen dör-fern eine stadt entstanden; wie denn dieses gewiß, daß die Vor-städte von Jena dörfer gewesen, auch in den alten registern ih-re vorige nahmen noch behalten. Es hat dieser ort in altenZeiten verschiedene Herren gehabt. Anfänglich hat selbiger denMarggrafen von Meisten zugestanden, wie denn auch Marg-grafEccardus II. den GrasSiffrid von Nordheim an. 1002.ermordet, allhier begraben worden. Nach diesem ist die helftean die Grafen von Lobdaburg und die von ihnen entsprosseneGrafen von Arnshaug gekommen. Es hat aber MarggrafFriedrich mit dem gebissenen backen den einen vierten theilan. izoi. mit Adelherten, Gräfin von Arnshaug, erheurathet,und den andern vierten theil an. 1319. kauf-weise von denHerren zu Elsterburg und Arnshaug wieder an das Marg-räfliche Haus gebracht. Als Marggraf Friedrich der streit-are sich mir feinem druder Wilhelmen an. 1411. abtheilte,fiel Jena dem jüngern zu, wiewol sie an. 142;. mit einan-der umtauschten, dergestalt, daß stadt und Amt Jena anChurfürst Friedrich den streitbaren, Leipzig hingegen anMarggraf Wilhelmen kam. Hierauf bekam Jena ChurfürstFriedrichs anderer söhn, Sigismundus, und nach dessen ab-sterben Hertzoq Wilhelm der tapfere, welcher auch an. 1446.mit Kavser Albrechts tochtcr, Annen, hiefelbst beylager hielte.Nach dessen tobe kam dieser ort an Churfürst Friedrich dengütigen, und nach dieses absterben an die Ernestinische li-nie. 'Churfürst Johann Friedrich ließ allda an. 1348. einGymnasium Academicum anlegen, welches nach erhaltenenKayserlichen Privilegien an. i<ö8. in eine völlige Academie ver-wandelt wurde; wie man denn auch bald einen Schöppen-stuhl und ein Hof-Gericht allhier angerichtet. Nach diesemist die stadt zwar zu dem Weimarischen antheile geschlagenworden , die Universität aber der Ernestinische» linie bis jetzogemcinschaffklich verblieben. Nach Hertzog Wilhelms tobe rstin der unter den hinterlassenen Printzen gemachten theilungstadt und Amt Jena dem jüngsten Hertzog Bernhard zu theilworden, der ferne residentz dahin verleget, und eine eigene li-nie gestiftet, so aber mit dessen Printzen, Hertzog Johann Wil-helmen, wiederum verloschen. Es ist hierauf Jena an die Ei-fenachische linie gekommen, welche selbigen ort annoch besitzet.Der ort ist nicht groß, hat ein Fürstliches schloß , und ist mit3. kirchen versehen , worunter die zu St. Michaelis die vor-nehmste , so einen altar hat, unter welchen man weggehenkan. Die Collegien-kirche hat vormals den Dominicanern ge-höret , ist aber bald nach aufgerichteter Academie nebst demdaran stoßenden gebäude darzu gewiedmet worden. In demCollegio ist die blbliotheck und das müntz-cabinet nicht zu ver-achten. Ausser der stadt findet man den Hausberg nebst demsogenannten Fuchsthurn, den Gleißberg , welcher wegen dertrestichen trautet berühmt, den Luther-brunnen, woselbst sichLuthenis öfters ausgehalten, den Fürsten-brunnen, und andere;auch giebt es viel Weinberge da herum. In dem dreißig-jährigen kriege hat dieser ort viel ausstehen müssen, indem erbald, von den Schwedischen, bald Kayserlichen völckern aus-geplündert worden. Nicht weniger hat auch daselbst die pestzum öftern graßirct, zumal an. 1378. in welchem jähre mandie Universität nach Saatfeld verleget, und an. 1636. An.1660. entstund allhier ein heftiger studenten-tumult, so aber,nachdem die radelsfuhrer theils darin» umgekommen, theilsgefangen weggeführet worden, sich bald wieder gestillet. Du.r.vtrui. Beyeri Geopraphus & Architectus Jenenfis. Sazittarii
Bill. templi Jen. Pfefferkorns merckw. der LandgraffchafftThüringen . Mulleri annal. Saxon. Qka.rU synt. rer» Thür.
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* Jena, (Friedrich von) ein bruder des nachfolgenden Gott-frieds von Jena , war um das jähr 1620. zu Zerbst gcboh,ren, und nahm zu Wittenberg an. 1653. den gradum einesDoctoris an, wobey man ihm das juramenl auf das Con.cordien-buch erließ. Nach diesem wurde er an. i6;s. Profes-sor Juris zu Franckfurt an der Oder, lieg sich als geheimerStaats- Rath in vielen Gesandlschafflcn brauchen , undstarb an. 1682. als er kurtz vorher im träum die werte ge-hört : Exeundum est Mundo. Er war vermähl! mit Eleo-nora Margaretha Müllerin, von welcher drey töchler geboh-ren, als Eleonora N. von Ende, eines von Brust, unddenn eines von Plathen gemahlin ; Charitas, Carl Diet-richs von Börstet, und Dorothea, N. von Mellendorff ge-mahlinnen. Seine schristen sind: Dissertationes , de Judi-ciis eoruraque Partibus & Foro Competentiae ; de Donatio,nibus; de Probationibus ; de Imperatore Romano . Germa-nico ; de Majestate & ejus Juribus, quae vulgo Regalia ma-jora vocantur ; de Felonia ; de Successione Descendentiumab intestato; de Actionum in Haeredes Transitione ; de Re-bus fic stantibus diversi juris ; de Locatione & Conductione;de Legibus; de Causa Conventionum ex casu pro amico ;de Jure Civili, Canonico, Feudali . BeckMüNNS Anhält, bist.VII. 3. P . 344.
f Jena , (Gottfried vonlKöniglich-Preußischer geheimerRath und Cantzler in dem Hertzoglhum Magdeburg zu Halle,war den 24. nov. an. t624. zu Zerbst gebohren, allwo seinvatler und groß-vatter Ober - Bürgcrmeiner gewesen. Seinevorfahren haben sich erst in der Grafschafft Schwartzburg undin Thüringen aufgehalten , in dem XIII. feculo aber in demErtz-Vtifte Magdeburg niedergelassen. Nachdem er auf demGvmnasio zu Zerbst , wie auch zu Wittenberg , Marpurg undGiessen studiret, ingleichen die Niederlande, Holland , Engel-land , Franckreich und Italien durchreiset, ist er von Chur-fürst Carl Ludwig von der Pfaltz zum Professore Juris zu Hei delberg , und hernach an. 165;. von Churfürst Friedrich Wil-helmen zu Brandenburg zum Professore zu Franckfurt an derOder verordnet worden. An. 1662. wurde er zum geheimenRath und Cantzler des Fürstenlhums Minden gcmachet, auchbald hernach als Abgesandter nach Regenfpurg , und vondaraus an die Churfürsten zü Mayntz, Bayern und Pfaltz ver-schicket. An. 1680. wurde er zum Cantzler des HcrtzvgthumsMagdeburg bestellet, wiewol er selbiges amt nicht eher alsan. 1687. nach seiner rückkunft von Regenfpurg würcklich an,getreten. Er lebte in zweyfachcr ehe, erstlich mit DorotheaNavinin, und denn mit Elisabeth«, Marschallin von Biber,stein, hinterließ aber keine erben, daher er sein Haus zu Hal-le nebst 60000. Rthl. zum unterhalt zehen adelicher Fräuleinvermachte , auch über dieses an. 1697. ein Hospital zurChristlichen liebe genannt, vor arme gebrechliche Rcformirtcrreligion stiftete. Er starb zu Halle den g.jan. an. 1703. undliegt in der schloß-kirche begraben, woselbst ihm ein prächtig epi-taphium gefetzt worden. Er ist insonderheit auch berühmtwegen seinen tractate» de Ratione Status ; de Ignorantia ; deBeneficio Competentiae ; de Jure offerendi; de IncendiorumJure ; de Jure Patronatus Ecclesiastici; Positiones ex JureCiv. Can. Feud. Sax. & Consuet, noviff. de Foederibus ; deJure sacrato in Sacro Imperio Romano-Germanico ; de LegeCommissoria; de Legitima Liberorum ; an & quomodo ali-quis seipsum eligere aut Electioni suae consentire possit? deCaptivitate ; Diss. V. de Electione Imperatoria ; de Fide. Jli-gleichcn hat er edirct Andreä Knichens recentioris PoliticePervestigationem de Romanorum Imperatorum Autocratia,
Zerbst 162t. in 4. Hamb. hjft. remarqu. an. 1707. P- ?? 0 ·Beckmann. notitia Univers. Francos. VII. p. 221. seq. Anhält»hist. VII. 3. p. 343. seq.
Jena «, Ienatsch,das dritte Gericht im X. GerichtenBund,unter Castels hinab lincker Hand gelegen; ist ein schönes, großses und wohlgebautes dorf. Es wird sonst auch das Castelser-Gericht genennet, vom nahe gelegenen schloß Castels, da manauch die hohen geeichte fertiget. *
Iencköping oder Ieneköpmg, lat. Jenecopia, eineSchwedische stadt in Smaland , so eine provintz von Ost»Golhland ist. Sie liegt am südlichen ufer des sees Meter,ist gantz von holtz gebanet, und 17. Teutsche meilen west-wärts von Calmar entfernet. Der ort hat keine mauren,aber das schloß ist mit einem aufgeworffenen wall verwahret,und an einem see gelegen. Die stadt bestehet aus einer ein-zigen langen gasse, welche mit lauter handwerckcrn besetzetist. So macht man auch daselbst seine tapeten. Die Königehielten vor Zeiten allhier ihre Zusammenkünfte; wie denn auchSteno Sture an. 1903. hier eines jähen todes verstorben. Alsder König Christianus IV. in Dänemarck an. 1612. Jenckö-ping einnehmen wollte, haben die Schweden das schloß fel-bsr in brand gesteckt, die vcstung aber noch conservirck. Zeih-rus. Bertnannid.it Suec . Beseht. Schweden , P. II p. 77.
Jenckwitz, Jencowitz, eine uralte adeliche familie inSchlesien , «st aus dem geschlecht derer von Haddanck in Po-len entsprossen < und schreibt sich aus dem hause Goldschmie-den in dem Breßlauischen. Laurentius Nicolaus von Jenck-Witz auf PoSlantz zeugte mit Barbara Weigclin, Petrum undM. Ambrosium. Dieser starb an. 1477. als Canonicus des
hohen