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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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424 i s c ist

wohnheit selbiger zeit erfahren. Er begleitete den König Richar«dum l. auf seinem zuge in das gelobte land, und schrieb davonihm zum rühm ein geticht, Antiocheis genannt, machte sich auchbey diesem Herrn so beliebt, daß er ihm das Bißthum Bour.deaux gab. Man hat auch von ihm sonderlich ein gcticht äeBella Trojano, welches unter dem tilul : Cornelius Nepos ,sowol besonders als mit Daretis Phrygii Historie gedruckt wor-den. Prmct, de illustr. Devoniis. AH. Erud. 1702. p. 28Y. Ea-bricius, bibl. Lat . 1 . 6 . Camdeni Brit. p. 31. 6;. 20;. 519.

*Iscanus, (Bartholom.) ein gelehrter Engellandcr, vonseiner geburts-stadt Jsca, die hernach den nahmen Exeter bekommen, zugenannt, war ein guter Philosophus und Theo.logus , wurde an. 1161. Bischoff zu Ercter, und starb umdas jähr n«;. Er ist mit Balduino, Ertz-Bifthoffe von Can-terbury, gut freund gewesen, und hat geschrieben : vialogmncontra Judaeos; Sermones ; de Prsedestinatione; de LiberoArbitrio ; de Pcenitentia; Epistolas ad diversos &c. _ BaUus ,de seript. Angl. cent. 111 . p. 224. Go.nvin. de Epifc. Angl.P. I. p. 4S8.

Ifcha , eine stadt in der Bulqarey , nicht weit von Nico-pollS, wo der fluß Jscha in die Donau fällt. Sie wird sonstBlida genannt.

Ischel, ein feiner Landes-Fürstlicher marckt-flecken in Ober«Oesterreich , bey dem Ursprünge des flusses Traun und dem Kal-städter-see gelegen, ist wegen des saltzes, so allda gesotten w«rd,gar bekannt.

Ischer, ein fluß in Elsaß , welcher in dem sogenannten Riet-lande entspringet, und sich bey Rheinau in den Rhein ergeußt.

Ischia , lat. JEnaria, Enex Insula, eine kleine insul aufdem Toscanischen meere, zu dem Königreiche Neapolis gehö-rig, nicht weit von der stadt dieses nahmens. Sie ist reichan Mineralien, wein und schwefel, und hak auch eine gute ve-stung, welche an. 1707. an die Kayftrlichcn übergegangen. ZuKönigs Caroli 11 . von Sicilien zeiten entzündete sich an. i;oi.der unterirrdische schwefel, und verbrannte einen grossen theilder insul, dadurch viel menschen und Vieh verdürbe». Mansiehet noch jetzo die Wahrzeichen davon, indem bey Cremata'auf 2. weil weges kein gras noch bäume wachsen. Es gehöretdiese insul den Marggrasen von Pescara . Plimm, üb. 111 . c. «.Megifri delic. Neap. p. 88· Celiarii not. orb. ant. lib. 1 . c. 10.

Ischia , eine bevestigte stadt und citadeüe,, auf einem erd-reicy, welches ein dämm an die insul Ischia hänget. Sie hateinen Bischoff, der unter das Ertz-Blschoffthum zu Neapolisgehöret; wie auch guten weinwachs, warme bader, gold-undalaun-bergwercke.

Isdegerdes oder Isdigerdes, ein König in Persien , Va-ranlö lV. söhn, welchem er an. 400. folgere. Er war wegenseiner tugend dcrmassen beliebt, daß,· ungeachtet er ein Heydewar, ihn dennoch der Kayftr Arcadius,bey fernem absterbenan. 408. zu seines sohnes Thcodosii des lungern vormrind be-stcüeke. Weil er nun sein Königreich nicht verlassen, und alsonicht in eigener person diesen ,ungen Printzen erziehen helffenkonnte, sandle er einen hierzu geschickten mann, nahmens An-tiochus, dahin. Dieser JsdegerdeS schloß mit den Römern einhundert,ahriges bündnis, welches zu ausbreitung des Christli-lichen glaubcns in Persien viel beytrug. Denn nachdem derBischoff von Mesopotamien , Marurhaö, in Gesanbtschaffr zudiesem Könige geschickt worden, befreyete er ihn von einer be-schwerlichen kränckheit, und seinen söhn von einer teufelischenbesivung. Weil es nun einige von den Perfianischen Priesternheftig verdroß, daß sich der König so gnädig gegen die Christenerzeigete, verbargen sie eine gewisse person in dem tempei, wor-inn der König die sonne auzubätcn pflegte, welche unter wäh-rendem opfer schreyen muste, daß er wegen seiner gunst gegendie Christen sollte abgesetzt werden. Dieses verunruhigte denJsdegerdem heftig; allein nachdem Maruthas den betrug ent-decket hatte, ließ der König unterschiedliche von den Priesternumbringen. Nichts destoweniger fieng er an, die Christen zuverfolgen, weil sie einen tempel, worinn die Persianer das feuerangebatet, niedergerissen hatten. Er starb an. 421. Socrates ,lib. VII. Sosont. lib. VIII. Nicepborus , lib. XIV.

JsdegerdeS, ein König der Perftr und des Cosrois enckel,wurde den 16. jun. an. 632. durch Ottmann, der Sarace-nen Fürsten, unigebracht. Dahero fangen die Perser von sel-biger ihre jahrzahl an , welche sie bis an. 1079. brauchten,da Albu Arsalan, König der Perser, eine andere anfieng.

Seidiger, de einend, temp. Graviue. Strauchii chronol. Peta-vius , de doctr. temp. Beehrn , in ephemeridibus Perfarum.

3 fe, ein fluß im Hertzogthum Lüneburg , welcher beyScyweimbke im kirch-spiel Hanckhensbüttel entspringt, undnimmt so bald unweit Wollersdorff das aus dem Stöckmer-teiche bey der Stockemer - mühte und Slöckum Herrinnendewasser ein, gehet ferner auf Alt-Jsenhagen, wird darauf un-weit Wunderdüttel durch die Joqgenbeck vermehret, fleußthernach auf Warenholtz und Giffhvrn vorbey, nach Weser -holtz, durchkrümmet die kahle Brockes -Heyde, durchläuft et-liche walder und die unfruchtbare ebene Appelberg, streckt sichferner m die schönen Käßdorffer - wiesen, rinnt auf Käßdorff,Gamsen, und nachdem sie unter der Hohelicks-brücke fortge-gangen , verlheUel sie sich in verschiedene kleine arme, wel-che sich mit eben dergleichen aus der Wer herkommenden

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wassern vermischen. Der Haupt - ström aber gehet weiterbis er endlich sein crystall-helles wasser auch in die Aller ver-stecket. *

Iftlin. Es find zwey geschlechter dieses nahmens in Basel gewesen, die aber nicht scheinen einen gemeinen Ursprung gehabtzu haben, wie dann auch ihre wapen gantz unterschieden sind.Das sogenannte ältere geschlecht hat hervorgebracht Heinrich,der schon an. 1294. Pfleger im spital gewesen. Hugen, desRaths, an. 1357. Chuno, des Gerichts, an. 1380. Heinrich,des Raths, an. 1414. Peter, des Augustiner-ordens und Beicht-vatter der Kloster-Frauen im Klingenthal , an. 1437. welcher ne-ben andern seines klosters in dem streite wider die Beginen gros-sen eifer bezeigt hat. Heinrich ward Oberst-Zunftmeister an.1471. und als er von der stadt Basel zu dem wichtigen peinli-chen proceß, welcher in Breysach wider Peter von Hagenbach ,Hertzogs Caroli von Burgund gewesenen Landvogt im Elfaß,angestellt ward , und der hernach Hertzog Carln zu einem dervornehmsten verwanden seines kriegs wider Oesterreich und dieSchweitzer hat dienen müssen , verschickt worden, ward er vondem Oesterreichischen Landvogt, der sich da als klüger auffüh,rete, zum fürsprech erbäten. Jacob Iftlin war an. 1504.Landvogt zu Farnspurg. Kurtz nach diesem ist diß geschlechtin Basel auSgestorben ; doch so, daß ein äst davon sich in derFranche-Comte gesetzet, und noch bis auf diese zeit den Adel-stand erhalten hat; wie auch das Jselische geschlecht in demCanton Glarus , welches ebenfalls seit einigen hundert jährensich in den meisten ehren-ämtern dasigen Standes hervor ge-than , auch viel ansehnliche Officirer-stcllen in Französischenkriegs-diensten erlanget hat, seinen Ursprung von diesem herlei-tet , und deswegen das alte Jselische wapen beständig führet.Das andere oder jüngere geschlecht hat zum stamm - vatterHeinrich Iftlin, der an. 1364. von Rvstnfeld aus dem Wür-tembergischen gen Basel gezogen. Dessen enckel Johann Jsc-lin, des Raths, starb an. 1497. und wird von ihm als etwasrares angemerckt, daß er mit seiner ehe-frauen Agnes Mennlinin die 59. jähr im ehestande gelebt. Leonhard Iftlin wardLanbvogt auf Homberg, an. 1472. und auf Mönchenstein an.2482. Matthias, des Raths, an. 1491. Johann Lucas, desRaths, starb an. Ulrich, D. und Professor Juris , auchSyndicus der stadt; Johann Lncas, des Raths, an. i; 74 .Lucas, Hauptman» in Franckreich, und sonderlich unter demHertzog von Alenc,on in den Niederlanden , an. 1580. und in denfolgenden jähren. Ludwig, v. Juris, Professor und Syndicus ;Johann Ludwig, Landvogt auf Homberg, an. 1579. nach-mals an. 160$. Reichsvogt; Johann Lucas, des Raths,Dreyerherr und Deputat, starb an. 1032. im 80. jähre seinesalters ; ein anderer gleiches nahmens, des Raths, an. 1607.Emanuel, Pfarrherr zu Liechstal und desseldigen Capituls De-canus, an. 1611. Hans Lucas, des Raths, an. 1639. Ger-manus Iftlin, Schultheiß , an.;i. Reinhard, zu gleicherzeit Professor Ethices , Christoph des Raths, Dreyzehner - undDreyerherr, starb an. 1719. Hans Lux, des Gerichts, verstor-ben an. 1707. Dessen söhn, Jacob Christoph Iftlin, vormalsProfessor Hist. & Eloq. zu Marpurg , und hernach ProfessorTheol. in Basel , wird in einem unten folgenden artickul be-schrieben. Urjiis. Baßler - chronick. Großi & TonjoU epita-phia Ballt. MSC. familia. *

Iselin, (Ulrich) Professor Juris zu Basel , ward in dieserstadt gedohren an. 1324. Sein vatter war Hans Lur Iftlin, deSRaths, die mutter Elisabelha Bährin, eine schwcstcr LudoviciBährs oder Beri, Pros. Theol. Prvbsts im Stifte zu St. Peter,auch Dom-Herrn in der Hohen-Stift Baftl, der Erasmi grosserfreund, und, auf dem religions - gespräch zu Baden in derSchweitz Präsident gewesen. Ulrich Iftlin selbst legte den er-sten gründ seiner studien zu Basel unter Johanne Oporino undSimone Grynäo; folgte sonderlich den damals noch neuen undraren epempeln , Alciati, Zasii, und Bonifacii Amerdachit,welche den Römischen Rechten aus einer vernünftigen sittcn-lehre und Philosophie, sowol, als aus geiiauer Untersuchung deralten Historien und gewohnheiten ein licht anzuzünden such-ten. Diese studien setzte er zu Paris , Valence und auf andernFranzösischen Universitäten fort, gieng hierauf nach einer kur,tzen verweilung in seinem vatterlande, ferner inJtalien; daihn sonderlich Alciatus wegen seines treflichen gcistcs und scho,ner wissenschafft sehr werth hielte, auch nachdem er selbigeman. 1347. den Ooclor-krantz ftlbsten ertheilet, von solcher zeit anin genauer freundschafft und beständigem drieswechftl mit ihmgestanden., Als er hierauf gen Basel zurück kommen, heuralhe-te er Faustinam Amerbachin, des fürkreflichen Juristen undBaselischen Syndici Bonifacii Amerbachii tochtcr, erhielt aucheine Juridische Profession , bey deren er sowol im fleisse und ci-fer, als in der Methode und geschickltchkeit der jugend die Rechtenett und klar beyzubringen, in die fußstapftn der obgenannlenJCtorum Zasii, Alciati und Amerbachii gar rühmlich träte.Die grosse von ihm geschöpfte Hoffnung wurde durch seinenfrühzeitigen tod unterbrochen; Massen er schon an. 1564. im 40.jähre seines alters an der pest verstorben. Er hinterließ 2. söh-ne, Ludwigen, von dem hernach, und Lucam, Hauptmann inFranckreich, und unter dem Hertzoge von Alcneon in den Nieder­ landen , samt mehrern töchtern, welche m die besten geschlechterder stadt verheurathet, seine nachkommcnschaffl bis auf diese zeitsehr zahlreich gemacht haben. Mac. famtii*. pmud. profo-

pogr.