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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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i se 425

pogr. Melcb. Adami vitae JC. Germ. Vrßißi Bastl. thron.Melchior de Insula, in orat. fun. dicta Lud. Iselio. Rtidini viuePros. Bafil. *

Ifelin, (Ludwig ) ein söhn des vorhergehenden, ward ge-bohren an. 1559. den 2. jul. Er verlohr zwar seine» vatter garfrühzeitig, als er noch nicht gar das fünfte jähr erreichet, hat-te aver durch Göttliche Vorsehung das glück/ sowol von seinerMutter, Faustina Amerbachui , als deren bruder BasilioAmerdachen, so ohne fintier war, eine fürtrefliche auferziehungzu empfangen, und wird ihm von denen, so gleiches alters ge-Wesen, daß zeugnis ertheilet, daß sich die bey der jugend sonstenso gemeinen fehler niemals an ihm verspüren lassen. Bey soguten Neigungen, gutem unterricht, und fähigem geiste, nahmer bald in den wissenschafften sehr zu, dergestalt, daß, als ihnsein mütterlicher oncle,Bastl. Amerbachius, nach dem gen Bour-ges zu Cuiacio geschickt, dieser grosse Jurist ihm eine sonderba-re liebe und achtung zeigte. Die geschicklichkeit, welche er sichda erworben, und der rühm, den «hm Cujacius beylegte, wa-ren eine ursach, daß man selbigem zu Basel schon damals einejuridische Profession auftruge, welche der berühmte Hippolyrusa Colübus aufgegeben hatte. Mein sein Vetter Amerbach, so-wol als er selbst, wünschte noch mehrere zeit für seine privat-studien, und sonderlich zu einer neuen reise, die er in Italien thun wollte , zu erübrigen, als welche letztere ihm beydes fürseine juridische studren, und zu Vermehrung der wissenschafft inden antiquitäten sehr ersprießlich erachtet wurde. Der erfolgbestätigte solches vollkommen, und langte er an. i zgy. mit er-haltenen sehr rühmlichen zeugnissen vieler Italiänischen Gelehr-ten zu hause an. Wornach ihm sowol der titut des Doetoratsallda mitgetheilet, als auch die juridische Profession aufgetra,gen ward, welche letztere ihm sein vetter Amerbachius, umdem Svndicat der stadt in selbigen fürs gemeine vatterlandziemlich weit aussehenden reiten desto besser abwarten zu kön-nen , mit gröster freude abtrat. Alle, die selbiger zeit gelebt,geben Ludovico Iselio das Zeugnis, daß sein fleiß und geschick-lichkeit im dociren, mit ungemeiner leuthseligkeit gegen allenstudirenden, zu dem flor, in welchem die Bastlische Iuristen-Facultät, sonderlich gegen dem ende des XVI. und im ansangdes XVII. feculi gestanden , ein grosses beygetragen habe.Er zeigte eine unqemeine scharfsinnigkeit und wissenschafft in er-läuterüng der dunckeln, schweren, oder sonst wider einanderru streiten scheinenden orte der Römischen gesetze. Der ge,samten bürgerjchafft war er sehr nützlich jm rath geben, undgütlicher entscheidung oder vergleichung deren-sireitigkeiten,welches ohne zweifel der gröste nutze ist, so ein wahrer Rechts-gelehrter der menschlichen gesellschafft bringen kan. An. 1598.ward er Syndicus der stadt, und leistete auch in diesem ain-te bey sehr gefährlichen länften gar grosse dienste. Neben demallem war seine frömmigkeil, und grosse freygebigkeit gegen denarmen jederman erbaulich. Durch den tob Bastln Amerba-chii ward er ein besttzer der berühmten Amerbachischen diblio,lheck, sowol als der fürtrefliche» gemählde», alten müntzen,und andern antiquitäten, »velche er sowol durch eigenen fleißund aufwendung vielen kvstens ansehnlich vermehrele, alsdurch willigste auslehnung der raresten bücher, und Vorwei-sung aller darin«, befindlichen merckwürdigkeiten , dem gemei-nen nutzen sehr rühmlich wiedmete. Alles zusammen ist eineziemliche zeit nach feinem tode von der Obrigkeit erkauft, undder Hohen schule zu Basel zugeeignet ivorden , allwo diestlbi-ge bücher annoch den ansehnlichsten theil der gemeinen biblio-lheck ausmachen, und nicht minder von dem fleiß dieses Ise-iii und der zwey vorigen besttzer und vermehrer derselbenBonif. und Bastl. derer Amerbachen, als von der guten-higkeit, welche sie gehabt, die besten bücher woht zu kennen,ein klares Zeugnis ablege». Ludwig Ifelin starb an. 1612. imvier und fünfzigsten jähre seines alters an einer heftigen co-lic, in deren schmertzen er eine sonderbare gedult, stanbhaff-ligkeit, Verachtung aller weltlichen dinge, und sehnunq nachder ewigkeit verspüren lassen, daß niemand ihn in solchem zu-stande besuchet, welcher nicht gar sehr dadurch erbauet wor-den. Melchior de Insula , in orat. fun. dicta Lud. Iselio ;J. J. Grajferus, oda Alcaica in ejusd. mortem , & ad hancodam notis. *

* Ifelin, (Jacob Christoph) ein berühmter Theologus vonBasel , war daselbst den 12. jun. an. «68r. gedohren. Seinvatter hieß Johann Lucas, und war ein Mitglied des Gerichtsund grossen Rachs. Er zeigte schon in seiner zarten kindheiteine ungemeine begierde zum studiren. Daher geschehen , daßehe er noch die classen des Gymnasii durchlauffen, er schondie meisten Lateinischen authores von den bessern zeiten gele-sen hatte. An. «696. als die Franzosen über den Rhein gien-gen, verfertigte er ein zierliches Lateinisches carmcn auf diesevegebenheit, welches von den kennern ist bewundert worden.Er zeigte ferner seine frühzeitige geschicklichkeit in verschiede,uen öffentliche» disputationen , und vertheidigte auch in sei-nem sechzehenden jähre eine von ihm selbst verfertigte, zwey unddreißig quart-seiten starcke abhandlung dc Historicis Latinis nie-lioris atvi, und erhielte damit die Magister-würde , zu welcher ersich insonderheit unter anführung Ioh. Jac. Battierii < welcherdamals als Professor der Rede-kunst die Humaniora lehrete, vor-bereitet hatte. Au. «698. brachte er sechs monat in Genf zu,und that darauf eine reife in den mittäglichen theil Franckreichs,Histor. Lexicen IV. Theil.

UM die Überbleibsel des alterthums darin» zu besehen. Nachseiner Wiederkunft legte er sich mit allem fleiß auf die Gottsge-lehrtheir, womit er aber allezeit die schönen studien , insonderheitdie wissenschafft der Römischen antiquitäten und der Historienvereinigte. An. 1701. verfertigte er eine schrift wider die mey,NUNg Bvssuets de Babylons , Bestiisque & Meretrice Apocal.nach deren öffentlichen Vertheidigung er unter die Diener desGöttlichen Worts aiifgenommen worden. In dieser zeit hatteer, neben der Italiänischen und Spanischen , auch die Orien-talischen sprachen zu erlernen angefangen. Der rühm seiner ge,schicklichkeit hatte sich schon so weit ausgebreitet, daß er an. 1704.im jun. da er eben drey und zivanzig jähr alt war, nach Mar,purg zum Pros. Eloq. & Histor. beruffen wurde. Diesen berufnahm er zwar an; gab aber zuvor in seinem vatterlande aus an-las der durch den tod Ioh. Jac. Buxtorfii erledigten Professio.nis Ling. Hebr. eine schöne probe seiner wissenschafft in Hedr.Chald. und Syrischer spräche heraus. An. 1706. in dem oct.wurde er von Marpurg nach Basel als Professor Hiitoriarumzurück beruffen , dahin er auch im hornung des folgenden jahrsverreiset ist, und dieses amtmit gröstem fleiß bis an. ,71«. ver-sehen hat. In diesem jähre wurde er an des verstorbenen Ioh.Rud. Wetsteins stelle zum Professor ssbeologl-e erwehlet. Zudiesem ende hat er alsobald den voctor-grad angenommen. An.1716. hat er eine reise nach Paris gethan. Er hatte zuvor indem sinn, von dannen in Holland und Engelland zu gehen.Allein er fand in Paris so viel gelegenheil, die zeit nützlich anzu-wenden , daß er sich ziemlich lange daselbst aufhielte, und in-dessen ward er von der Universität zu Basel zum klectore Magni-fico erwehlt. Er begab sich zu dem ende nach Hause, um denRectorat zu führen. Indem dieser noch währete, ivard er andes berühmten Gisbert Cupers stelle von der Königlichen Aca-bemie des Irsscriptions & des Beiles Lcttres zu Paris zu einemmitgliede ernennet. Erstarb endlich den 1;. april an. 17*7.unverheurathet. Neben einem starcken brief-ivechsel, den er so-wol mir gelehrten leuthen als vornehmen Staats - Ministern ge,führet, und fleißigen lectivnen, die er ungeachtet seiner seit an.1718. sehr schwachen gesundheit immer fortgeführet, hat erauch verschiedene gelehrte und nützliche schriften ausgearbeitet.Ausser obgedachten, wie auch verschiedenen dissertationen, dievon seinen lehrjüngern verfertiget, und unter seinem Vorsitz ver-theidiget worden,sind zu mercken : Panegyrieus Carolo Landgrav.Hassise dictus ; Dissert. de Magor. in Persia Dominatione; Dif-sert. de fEternitate Mund, Parsl. Orationes funebres PauloReboletio & Joh. Rod. Wetstenio dicta:; Dedaratio Lapi-dis Tergestini ; de Canone N. T. so aber nicht ausgemacht, wieauch de Gontroverflis Anglicanis oiroa Lpifeopatum ; DepuliioCalumniarum in Diario Gallien, cui tit. Bibliotheque Raison-nee, vol. XI. P. I. artic. 8. sibi impactarum ; die Vorredenund ein ziemlich starcker beytrug zu dem historischen Lexico,als es an. «726. in Basel heraus gegeben wurde; eine Vorredeund Annotationen zu Castellionis Dialogis ; sechs Predigten;und andere mehr. Neben diesem hat er auch vielen lenrhen ge-dienet durch die unter seiner aufsicht gemachte abschriften undauszüge verschiedener auf der Baselischen Unwersitäts-bibliotheck(deren er auch seit an. 1726. als ein geschickter und fleißiger Bi-bliothecarius vorgestanden ) sich befindliche» manuscripten,dar-unter insonderheit die Acta Loncilii Bafilienüs anfänglich fürMr. l'Enfant, und wiederum für die Königliche blbliotheck zuParis , merckwürdig. Dem erster» hat er auch vieles zu seinerbistoire du Concile de Constance, dem Herrn Breitinger zuseiner ausgäbe der fiebenzigDollmetscher, Bengelio zu feinemNeuen Testament, Cortio zu seinem Sallustio , und andern zuanderm , mitgetheilet, auch in verschiedene tage - bücher undsammlungen einige seiner schriften einsetzen lassen, j. c. Beckiiepistola ad Altmannum , Temp. Helv. tom. III. fest. I. J. R .lj'elii oratio funebris &c. Aiiu hiß. eccl. tom. II.

Isenbard, soll ein Herr zu Altorf in Schwaben ohnweitder Reichs-siadt Ravensderg, wo nun das kloster Weingarten ,gewesen seyn < Warini söhn, der bey Carolomanno , KönigsPipini bruder, Major Domus gewesen. Er und sein bruderWarinus II. hatten den heiligen Ottmarum, Abt zu St. Gallen,im gefängnis sterben lassen, darüber sie in Carvli M. Ungnadegerathen. Es trug sich aber zu , daß Carolus auf der iagd ivergen eines auerwchsen in gefahr kam, wovon ihn unser Isenbardbefreyet, und zur belohnung nicht allein pardon, sondern auchder Kayserin schwester Jrmentrud zur gemahlin erlanget. Die-ser Irmentrud ward von einer armen stauen, der sie schuld ge,geben, sie könnte von einem manne nicht drey kinder auf einmalbekommen haben, angewünschet, daß sie so viel kinder bekom»men möchte, als Monate im jähre wären. Dieses geschahe,und Jrmentrud ließ aus schäm eilf von den kindern an den flußSchertz tragen, daß sie sollten ersäuft werden. Isenbard be-gegnete der bedientin , welche auf befragen, was sie trüge, zurantwort gab, es wären wölpe oder junge Hunde. Isenbardwar curios» und kam darüber hinter die gantze fache, machteanstatt, daß die eilf kinder heimlich erzogen, und da sie in et-was erwachsen , bey seinem geburts- tage der Mutter unverse-hens vorgestellet wurden; wovon sie damals so viel schrecken,als nach erlangter Verzeihung freude gehabt. Die nahmen die-ser kinder , davon der zu erst zurück behaltene welp oderwclph zum andencken genennet worden, sind folgende: OWelp oder Welfus, stamm-vatter der folgendenGrafen zuAltorff.

9 !n ; 2.) Cu-