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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sende jähr nach gedämpftem aufruhr von dem Bischoffe zu Soiftsims Rathalt, und dem Grafen Bonifacio ihrem gemahl wiederzugefuhr "wurde. Das Reich ward unter die ,4. söhne gethei-let, uno bekam Carl ihr söhn ein ansehnliches stück; sie ließ aberdennoch nicht ab , vor denselben beym vatter zu arbeiten, sodaß sie nach absterben des einen stief-sohns Pipini bey nahe dieeine helfte deö Reichs an Lolharinm, die andere an ihren söhnmit ausschlieffung Ludovici Germanici , dem sie nur Bayern lassen wollte, gebracht hätte. Allein der tod Ludovici kli un-terbrach an. 841. dieses grosse vorhaben, und den wider Ludo-vicum Oermsnicum bereits angestellten feldzug; und hat sienachmals etliche jähre als Kayserl. Wittwe ihrem söhne in seinerregierung, sonderlich aber wider den schlauen Lotharium mitrath und that beygestanden. Sie starb an. 843. und ist zuTours in der kirche des heil. Martini begraben worden. Fre-culpb. Lexov. prsf. tom. II. chron. Theganus. Aßrommus.Anna]. Metenf. Annal. Berti». Annal. Fuldcns. Gebauer , inelog. Judiths.

Judith, Caroli Galvi, Königs in Franckreich, tochter. Siewurde an den König von Engelland, Ethelwolff, verheurathet,und als derselbe an. 858. gestorben, nahm sie dessen hinterlas-senen söhn aus der ersten ehe, Ethelboldum, zum gemahl, kamaber nach dessen tobe an. Für. wiederum in Franckreich , allwoBalduinus, Graf von Flandern , sich in dieselbe verliebte, undsie hernach mit beyhülsse ihres bruders Ludovici Balbi nach Lo­ thringen entführte. Dieses verdroß Carolum Calvum dermas-sen, daß er durch ein Loncilium der Bischöffe sowol Baldui-num, als Judith excommuniciren ließ, und dem Printz Lndo-vico Balbo die Abley St. Martini zu Tours abnahm. Weilaber zu besorgen war, daß Balduinus sich zu den Normannernschlagen möchte, gab er endlich, sonderlich da sich der PapstNicolaus I. ins Mittel schlug, diese Heurath zu , welche sodannan. 8Sz. zu Auxerre vollzogen wurde. Annal. Berti», ad an.862. &seq. Flodoard. üb. III. c. 12. Epist. Nico/ai Pap. 20.

* Iudocaile , Hertzog in Bretagne , eilte an. 6;;. als ihmdie Francken mit kriege droheten, zu König Dagoberte, batum Verzeihung, und versprach allen schaden, den seine Unter-thanen bisher auf den Französischen grentzen verübet, gut zuthun. Weil zuvor schon einmal unter ihnen krieg gewesen, undin dem damaligen frieden veste gesetzt worden war, daß sich dieseFürsten des Königlichen nahmens enthalten, und nur Grafenvon Bretagne nennen sollten, so scheinet es, als wann Iudocailedawider gehandelt, und sich hiedurch der Francken feindschafftvornemlicki zugezogen. Er wird sonst als ein sehr frommer undgottsfürckMjer Herr beschrieben. Fredegarius , chron. c. 77.seq. Aimoin. IV. 29. Gejta Dagoberts, 39. Gregorius Turo-nenßs , hist. IV. 4. Vita S. E.'ig. I. §. 3. Cointe , annal. ad an.633. Vertat , hist. de Bretagne tom. 1 . p. 97. seqq. p. 174. seqq.

Von Bünaus Teutsche Kayser - und Reichs - Historie, P. II.lib. I. p. 198. seq.

Iudoigne, sonst auch Geldenacken genannt, eine stadt inBradant an dem flusse Gias, 12. meilen sud-ostwärts von-ven, 16. nordwärts von Namur , und 22. ostwärts von Brüs­ sel , dem Hause Oesterreich gehörig. ES ist ein altes schloßdaselbst befindlich, worinn die alten Hertzoqe von Bradantwegen der gesunden luft , so daselbst anzutreffen, ihre Printzenerziehen lassen. An. 1706. in dem Spanischen succeßions-kriegeerhielten um diese geqend die Alliirten unter dem commando desHertzogs von Äarlborough eine herrliche victorie wider dieFranzosen. Guicciardini descr. Belgii.

Iüdenburg, der Alten Sabathinea Norici , eine stadt inOber-Steyermarck am flusse Muer, 9. meilen westwärts vonGrätz, und 2. meilen von den Kärndtischen grentzen, gehört demHause Oesterreich . Sie ward an. 1709. den 23. vct. durch einefeuers-brunst fast gäntzlich in die asche gelegt. Baudrandus. Zei -itri topogr. provinc. Auftr.

Iuel, eine von den vornehmsten Freyherrlichen familien inDcmemarck. Peter war an. 1548. Eammcr-Iuncker beyderKönigl. Printzeßin Anna, und vermählten Churfürstin zuSachsen . Matte befand sich an. 1634. als Dänischer Abge-sandter in Moscau, Peter aber vertrat eben diese stelle an. 1630.zu Stockholm . Owe war an. 1666. Dänischer geheimer Rath,und Vice->Ltatthaltcr in Norwegen . Hans hielt sich um diesezeit, als Dänischer Abgesandter , an dem Schwedischen Hofeauf. Iengst bekleidete an. 1671. die charge eines geheimenRaths und Vice-Präsidenten zu Coppenhagen. Nils halle an.,678. die ehre, Dänischer General-Admiral-Lieutenant zu seyn.Janus , Dänischer geheimer Rath , starb an. 1696. nachdemer unterschiedliche Gesandtschafften abgelegt hatte. Seine Witt-we - eine gebohrne von Kragin, vermählte sich an. 1701. mitdem Statthalter in Norwegen , Christian Güldenlöw ; vonseinen söhnen aber ließ sich einer an. 1714. als Dänischer Ge­ neral -Major sehen. AI St. geneal. pufendorffs Schw. kriegs -gesch.

Iülich, lat. Juliacum , ist die Haupt-stadt von einem Her-tzoglhume gleiches nahmens. Sie liegt an dem flusse Roer,und ist eine sehr alte stadt; wie denn einige vorgeben wollen,daß sie von Inlio Cäsare oder Drufo erbauet worden. Sie istwohl bevestiget, und hat ein sehr vestes schloß, welches mitdicken mauren und starcken waffcr-gräben versehen ist. DerPrintz Moritz von Oranien eroberte diesen ort an. 1610. die

Spanier aber an. 1622.; jedoch wurde er, vermöge des Pyre»näischen friedcns dem Pfaltzgrafen von Neuburg wieder über»geben , dessen nachkommen ihn bis dato behalten. Wtttecbindtann. Saxon. üb. II. Heuterus , descr. Belgii. Bertius. Cluverius,Mijfon.

Iülich , ein besonderes Hcrtzogthum, so ehemals seine eige»ne Hertzoge hatte, nun aber dem Churfürsten von Pfaltz gehö»ret. Es ist selbiges zwischen der Maas und dem Rhein-strom,dem Hertzogthum Eleve und Limbnrg , dem Bißthum Lüttzchund dem Ertz-eMste Cöln gelegen. Es ist ohngefehr 12. mei-len lang und 7. breit. Die vornehmsten städte darinnen findIülich, Gladbach und Duren; daneben begreift es 84. Herr»schafften und 24. Aemter. Anfänglich wurde dieses land durchGrafen regieret, unter welchen Graf Gerhard bekannt, welcherum das zahr 93;. gelebet, und dem Kayser Hennco grosse dien-ste wider die Ungarn gethan. Um das jähr 1193. war GrasWilhelm II. welcher es mit dem Kayser Philippo wider Otto»nem I V. hielte. , Dessen söhn, Graf Gerhard, folgte ihm, wel-cher Graf zu Iülich und Bergen war, an. 1247. starb, und 2»söhne, Wilhelmum 111 . und Ädolphum, hinterließ, welche dirvätterlichen lande dergestalt mit einander theilten, daß der jüng-ste , Adolph, Bergen bekam, der älteste aber, Wilhelm, behieltdie Graffcbafft Iülich. Dieser wurde an. 1277. nebst 2. söhnenund andern kriegs-leuthen zu Aacken niedergemacht, und folgteihm Graf Walram. Selbiger hatte mit dem Ertz-Bischöffevon Coln viel zu schaffen, welcher sich auch der stadt Iülich be-mächtigte, wiewol selbige von dem Grafen bald wieder erobertwurde. Er starb ohne erben, und folgte ihm sein bruder, GrafGerhard lll. welcher an. 1299. verstarb , und 2. söhne hinter-ließ , Walramum und Gerhardum. Jener war Ertz-Bischosfzu Cöln , dieser aber setzte das geschlecht fort, starb an.-323.und hinterließ einen einigen söhn , Wilhelmum IV. Dieserhielt es mit dem Kayser Ludwig aus Bayern , und wurde dan-nenhero von selbigem zum Marggrafen, gleichwie an. 1336.auf dem Reichs-tage zu Metz von Kayser Carln IV. zum Hertzogvon Iülich gemacht. Er hinterließ 2. söhne, deren der ältere,Wilhelmns, an. 1402. ohne leibes-erben starb. Diesem folgteder jüngere, Reiuholdus II. welcher aber an. 1423. ebenfallsohne erben abgieng. Ihm folgte sein nächster anverwandter,Hertzog Adolph von Bergen, und diesem, weil er keine erbenhatte, seines bruders Wilhelms söhn, Gerhard, welcher eineneinzigen söhn, Wilhelmum, hinterließ. Selbiger ließ nach sicheine einzige tochter und erbin, Mariam, welche an HertzogJohannem von Eleve vermahlet wurde, und dahero die Her-tzogthümmer Iülich, Eleve und Bergen zusammen brachte-Sie hatte von ihrem gemahl 3. töchter, Amaliam, welche an.1386. in der juqend verstarb; Annam, so an den König Henri-cum VIII. von Engelland vermählet, aber bald wieder verstossfen wurde; und Sibyllam, so an Churfürst Ioh^Friedrichenvon Sachsen vermählet war. Der einzige söhn, Wilhelmus ,folgte in allen 3. Hertzogthümmern , Iülich, Eleve und Berg ;als aber dessen einziger söhn, Joh. Wilhelm , ohne erben ab-gieng , fanden sich zu den »erledigten Hertzogthümmern ver-schiedene Prätendenten. Heuterus , descr. Belgii. Andrea to-pogr. Belg. C/uverii descr. Germ. Erichii Iülich. chrvN. TV.schenmacbtri Clivia, Julia, Montia. ssucä Fursten-saal.

Iülichische succeßions - stkeitigkeit. Als Hertzog Joh.Wilhelm an. 1609. ohne leibes-erben abgieng, war seiner ältestenschwester tochter, und die drey übrigen schwcstern selbst noch amleben, und folgender Massen vermahlet. Der ältesten schwesterMariä Eleonorä, die Hertzog Albrecht Friedrichen von Preuj-sen gehabt, tochter, Anna, war Churfürst Joh. Siegmundszu Brandenburg gemahlin ; die andere, und unter denen nochlebenden älteste schwester Anna, war an Pfaltzgraf Philipp Ludwig zu Neuburg ; die dritte Magdalena, an Johann Her-tzog zu Zweybrück, und die vierte Sibylla, an Carl», Margara-fen zu Burgau , vc. nählet. Die beyden erster» maßten sichder gantzen erbschafft an, die 2. übrigen wollten selbige in viergleiche theile getheilt wissen. Die Churfürstin, welche ihremutter repräsentiren wollte, berief sich 1.) auf das in diesenlanden eingeführte recht der erstgeburt, nach welchem in abgangmännlicher erben der ältesten töchter und deren descendenten diegantze succeßion zukänie. Dieses wäre sowol aus der beständi-gen praxi dieser Häuser, als aus Kayserl. betreten erweislich,sonderlich aus dem , so Maximilianus I. an. ^09. den 4. Mayin favor Frau Marie», erbin von Iülich und Berg, Hertzog Io-hannis zu Eleve gemahlin, von sich gegeben, worinn ausdrück-lich alle erpectanz-decreten , so fern sie der weiblichen succeßionzuwider schiene», annullirt würden. Gleichwie in einem an-dern de dato an. 1316. den?, jul. Maximilianus sich anheischigmachte, die Sachsen wegen der prätendirten erpectanz zu ver«anügen. Endlich habe Carolus V. bey Vermahlung HertzogWilhelms milder Oesterreichischen Maria an. 134s. die suc-ceßion in allen 3. Hertzogthümmern dem weiblichen geschlechtebestätiget. 2.) Auf ihrer mutter Maria Eleonorä ehe-pactcn,wvrinne» ihr und ihren erben, im fall ihr bruder ohne erbensterben sollte, die völlige succeßion verordnet worden , mit dembedinge, daß sie mit ihren 3. jungem schwestern sich mit 200000»Rthl. abfinden sollte. Welche ehe-pacten nm so viel mehr geltenmüsten , weil sie von dem Kayser Maximilians II. bekrafftiaekworden: die schwestern auch alle drey , jede bey ihrer Vermah-lung , und zwar die ältere zu zweyen unterschiedenen malen,

eydliche