jul
j u l
449
an. i^o. ward er an des verstorbenen Pauli M. stelle zumPapst erwehlc, und zwar durch hülffe der Farnesischen partey,welche gern einen Papst haben wollte, der dieser famiiie kei-nen Verdruß machte, da zugleich die Franzosen in diese wählstimmten, weil sie wohl wußten, wie sehr der Cardinal deMonte bisher dem willen deü Kaysers zuwider gewesen , unddre Kayserlichcn sich durch den Hertzog von Floren,; halten bere-den lassen, er werde künftighin auf ihrer jene, seyn. AIS erPapst worden war, fiel gleich die feyrung des Römischen uibel-jahrs ein,da er denn den 2;. febr. die güldene pforte öfncre. Sei-ne nächste Verrichtung war, daß er auf des Kaysers inständigesanhalten, dem bisher gehemmten Concilio ,einen lauf wiedergab, und es von neuen nach Trident ausschrieb, das er aberhernach an. 1552. eben so gerne wieder aus ««ander gehen sahe,da es wegen des kricges, den der Churfürst MauririuS vonSachsen mildem Kayser angefangen , auf eine zeitlaug aufge-hoben ward. Er zerfiel mit dem Könige in Franckreich wegenOctavii von Farnese, der zwar die stabt Parma von ihm wiederbekommen , selbige aber hernach in Französischen schütz gegebenhalte, worüber der Papst in gesellschafft des Kaysers zu den Waf-fen griff. Es wahrete aber nicht lange, sintemal der Cardinalvon Tournon den Papst, dem ohnedem der Kayser, wegencmiger dmge, die auf dem Concilio vorgegangen , verdächtigworden war, zum vergleich brachte, vermöge dessen er dieWaffen niederlegen, und schiedsmaun zwiichen dem Kayser undFranckreich werden wollte. Er hatte die freude, daß Engellandunter ihm wieder mit dem Römischen stuhle verewigt ward, da-hin er auch den Cardinal Polum schickte. Seinen character be-treffend, so können auch selbst die Päpstlichen scribenten nichtviel lobens von ihm machen. Dem Papst Paulo III. gefielseine offenhertzlgkeit, daß er redete, was er dachte, und seinetreue , daß er in beobachlung der ihm anbefohlenen facheneben nicht groß auf das gewissen sahe. Sonst war er ein fehrwollüstiger Herr, und das äusserte sich noch rnehr, da erPapst ward. Er brachte die meiste zeit in seinen garten unterlauter lustdarkciten zu, und war froh, wenn man nichts ernst-hafftcS gedencken dorste. Man giebt »hin gar schuld, daß ermit dem Cardinal Crescentio unterschiedene maitressen gemein-schafftlich gehalten. Im schertzen vergienq er sich so weit,daß er auch seines standes darüber vergaß , und oft lächerlichwurde, wiewol man von idm angemcrckt , daß er zwargerne schertz ausgegeben, aver mit grossem Verdruß wie-der eingenommen. Einige wollten auch gar, wenn ihn derzorn übereilet, gotteslästerliche reden von ihm gehört haben.Bald nachdem er Papst worden , that er etwas, welches «hmviel üble nachreden verursachte, denn er machte einen jungenmenschen , Innocentius genannt, zum Cardinal, den er, ohn-geachtet derselbe sehr häßlich und sonst nicht viel werth war, »rn-gemein liebte, so, daß viele darüber auf gar üble gedanckengekommen. Zum wenigsten ist das gewiß, daß sich Iimocen-tius allenfalls mir nichts anders als damit bey ihm cingeliebt,daß er eine freye zuvge hatte, und sehr wohl mit äffen um-gehen konnte , und sonderlich der einige gewesen , welchermit einem gewissen äffen , den der Papst gar sehr lieb hat-te, schertzen börste; wie dann diesem so wohl qualisicirtenGeistlichen , auch da er schon Cardinal war, der schimpflichebeynahine des affens immer geblieben ist. Und dieser menschmuste bey seiner erhebung auch noch von des Papsts brudcr ankindes statt angenommen werden. Da nun viele Cardinäle sichüber seine unwürdigkeit ärgerten, fragte sie der Papst, wassie denn bey ihm würdiges gefunden, daß sie ihn auf den Päpst-lichen stuhl erhoben. Er starb den 2;. mertz an. xyyy.mehr aus unmäßigkeit als vor alter. Einige sagen, er badesich des anlaufs in einer gewissen fache überhoben zu seyn,kranck gestellct, »nd da sey ihm die zum schein angenom-mene ungewohnte diät so übel bekommen. Thuanus, iib. VI.VIII. X. XJV. XV. Sleidanut , Sarpii hiit. Conc. Trid. PuUavj-eint hiit. Conc. Trid. Bnyle. *
Julius , Hertzog zu Braunschweig und Lüneburg aus dermittlern Braunschwsigischen linie, ein söhn Hertzog Heinrichsdes jüngern , und Maria von Würtemderg, war den 29.j«n. an. 1528. gcbohren. In der ersten kindheit nahm erdurch nachläßigkeit der amme schaben an dem rechten fuß, wor-an er nicht cürirt werden können. Dir iuqcnd dieses Herrnwar sehr unruhig, indem an. ,m*. und etliche folgende jähresein vatter sein land mit dem rücken ansehen muste. Der Printzwurde zwar wunderlich aus der von den feinden eroberten ve-stung errettet, nachgehcnds aber bald nach Gandersheim , baldnach Calenberg , Lauenburg , endlich auch nach Cöln gebracht.An dem letzter!» ort hat er mit gutem succeß den studien obgele-gen. Darauf hat er sich auf seiner Französischen reise wohl«malificiret, auch emezeitlang mit grossem nutzen seiner studiensich zu Löven aufgehalten, u»»d sonderlich der unterrichtungAdriani Amerotti von Soissotis, den er bey sich im Hause ge-habt , sich bedienet. Hertzog Heinrichs intention rvar, diesenfernen Printzen dem geistlichen stände zu wiedmen , wie derselbedenn nicht allein ein Canonrcat im hohen Stift zu Cöln erlan-get, sondern auch zum Bischoff zu Minden postulirt, und zumC’oadjutor zu Padcrborn erkläret worden. Doch es gicng gantzanders. Denn erstlich bekannte sich Hertzog Julius zur Äug-fpurgischen Conftßion , womit die Canonici gedachter Stifterfo weirig zufrieden gewesen, als es sein vatter war; dem erauch deswegen an. 1558. aus den äugen gieng, und sich anHistor. Lexikon iy, Theil.
den Hof seines schwagers, Marggraf Iohannis zu Cüstrin verfügte, von bannen er auch den Churfürstlichen Hos zuBerlin besuchte. So waren auch in der berühmten schlacht beySievcrshauftn an. r;;;. Hertzogs Iulii be»)de brüber geblieben,und der vatter hatte keine Hoffnung, von seiner andern gemah-lin erben zr» erhalten, »veswegen er sich desto leichter bewegenließ, diesen seine» noch einzig vorhandenen Printzen »vieder zugnaden anzunehmen, und dessen Vermählung mit der Chur -fürstlich - Brandendurgiichen Printzeßin Hcdwig zu befördern.An. i;ü 8 . gleng Hertzog Heinrich mit tobe ab , und unser Her-tzog Julius ließ nach angetretener regierung und vergleich mitder stadt Braunzchweig ,eme erste sorge seyn , das relsgions-we«sei, nach dem fusse der andern Lutherischen kirchen einzurichten,worzu er unterschledene Polkicos, und unter den Theo'logis sonfderlich Martin Chemnitzen und Jacob Andrea gebrauchet.An. »570. hat er dem flecken vor Woiffenbütlel stadt-recht gege-ben, und Hcmrichö-siadr seinem vatter zu ehren genennet. An.1571. de» 19. mertz ließ er das von ihm angelegte Gymnasiumzu Gandersheim mtroduciren, welches er an. 1574. nach Helm-stadt verlegte, und das folgende iahr vermittelst Kanserlicherprivilegien zu einer Universität erhöhen lassen. Das jähr zuvorwar der Hertzog nebst seiner gemahlin in grosser gefahr wegeneiner bände von alchymrsten und giftmischern , die ihnen nachPein leben stunden , doch wurden dieselben zeitlich entdecket undzur strafe gezogen. An. 1576. kam aufdeö Hertzogs beseht dassogenannte Corpus Doctrins julium heraus, welches nebst dendrey Haupt-8ymbolis der Augspurgisthen Conftßion und derenapolvgie, den Schmalkalbischen arlickcln, beyden catcchismiSLuther,, bericht von etlichen vornehmen artickuln der lehre rc.auch Urdani Rhegii trackal de kormulis caute loquendi in sichbegreift , und der Universität Hclmstädt fowvl als den übrigenlehrenden in krrchen und schulen zu treiben, und ihre lehre dar-nach einzurichten, anbefohlen worden. In diesem jähre 1 ;?6.den i z. vctvbr. hat der Hertzog in seiner und seiner drey Pein«tzcn gcgcnwarl die von ihm benannte Julius --Universität mitgrossen solennitälen einweyhen, und seinen Printzen HeinrichJulium zum Rectore Magnificentiisimo incmguriren lassen.An. i;8». hatte Bischoff Hermann zu Minden, gebohrner Grafzu Holstein und Schaucndurg, verdrieslichkeit mit feinern Cle-10 und Unterthanen, und war leicht zu bewegen, daß er gegen30000. thaler, die ihm Hertzog Julius zahlte, dessen PrintzenHeinrich Iulio das Bißthum überließ. An. 1 582. den 26. sehr.starb Graf Otto zu Hoia und Bruchhausen, der letzte seinesstammes , und also fiel der grosse theil von dessen landen an dasHaus Braunschwerg und Lüneburg , irrsonderheit kam auf Her-tzog Julium Stoltzenau, Erenbrrrg, Sirck, Steigerberg, Si-dendurg ,, Diepenan, Barcnburg, rc. A». rz«;. erhielt Her-tzog Julius von seinem söhne Heinrich Iulio, Bischoff zu Hal«berstadt, die anwartrrng und belehnung über die GrafschafflReinstcin und darzu gehörige stücke, worüber nachgehends zwi-schen den Häusern Brandenburg und Brarrnschweig streit ent-standen. An. 1584.. starb Hertzog Erich II. oder der jüngere,und damit siel das Fürstenlhum Calenberg auch an Hertzog Iu-jium, welcher also allein regierender Herr von dem gantzen lan-de zu Braunschwcig ward, und in diesem neu-ererbten lanbeeben die religivns-veränderung vornahm, die er in dem Wolf-fenbüttelischeu eingeführet hatte; auch wurden die neuen Un-terthanen an die Cantzley und Hof - Gericht zu Wolffenbüttelverwiesen. Au. i;8y. den ;. may ist Hertzog Julius zu Wolf-fendüttel verstorben, und hat bey den seinigen das lob hinter-lassen , daß er nicht nur in seiner ein und zwanzigjährigen undruhigen regierung vor die religion und studien nachdrücklichgesorget, wre denn das gedachte Corpus Julium und die Julius-Universität in diese», stücke seinen nahmen der Vergessenheit ent,reissen ; sondern auch das Jrrstitz-und Cammer - wesen in sol-chen stand gebracht, daß das land dadurch in merckliche auf-nähme gekommen , und sein fjmbolum : aliis inserviendo con-sumor, deylhm wohl eingetroffen. Lüntingö Braunschwcigi«sche und Lüneburgische chrvnick, ex conrin. H. Meibamü p. 1 .
р. ,4a. 352. Leyners Dasselisch - und Einbeckische chrvnick,Iib. III. c. 80-90· LÜttigS Reichs-Archiv, part. spec. sect. IV.
с. 4. n. 24. p. 306. ieq.
Julius Frrdericus , Hertzog von Würtemderg , ein söhnHertzog Friedrichs zu Würtemderg, an. i;88. gedohren; siehewürternderg.
Iuliuö Sigismundus, Hertzog zu Würtemderg - OelS ,Julius-burg; siehe würtemderg.
-Julius Henricus, ein söhn Hertzogs Francisci II. oder desiünclcrn zu Sachsen-Lauendurg, und dessen zweyter gemahlinMaria , Hertzogs Julii zu Braunschweig -Lünedurg tochter, ge-dvbren den 9. april an. iz«6. Er wurde in seiner jugend vonseinem vatter auf die Universität zu Tübingen gesendet, und indas Fürsten -CoIIegium daselbst gebracht. An. 1612. that er ei-ne reise in Schweden , um sich in Königs Gustavi Adolphi kriegs-diensten gebrauchen zu lassen. Und ob er zwar des Königs Con-silia wider den Czaar an. 1613. zu dessen mißfallen lautbar ge-macht hatte, ward er doch selbigen jahres zu dem kriege widerMoftau gebrauchet, soll aber hernach mißvergnügt die Schwe-dische dienste verlassen haben. Bey der angehenden Böhmischenunruhe >var er einer der ersten, der an.i6i8. in Kaysers Matthiäund Ferdinandi II. kriegs-dienste getreten, und ein regiment zupftrde aufgerichM, weiches an. 16,9. von Gabriel Belhlens