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oberten ihn die Franzosen , und nahmen den darinn commandi-renden Grafen von Mannsfeld, Petrum Ernestnm, Gouver-neur des Hertzvgthums Luxemburg, gefangen. Durch den srie-den, welcher an. 1559. zu Chateau -en- Cambreps geschlosseirward, kam Ivois wieder in der Spanier botmaßigkeit; jedochmusten die mauren und vestungs - wcrcke geschleift werden. Ze-hen jähr hernach thaten die Franzosen aufs neue grossen Madendarinn. Die Spanier aber fortificirten es nach der zelt wieder.An. «637. eroberten es die Franzosen unter dem Marschall äsChatillon, nach einer achttägigen belagerung. In eben dem-selben jähre machten sich die Spanier, durch einen unversehe-mnüberall, wieder meisterdavon. An. 1638. thaten dreFran-zosen einen neuen, aber vergeblichen, versuch darauf. Allemdas folgende jähr den 2. augusti muste es sich abcrmal an denMarschall äe Chatillon ergeben, welcher die fortlficattonen ra.firen ließ. An. 1662. schenckte der König von Franckrelch demGrafen von Soissons , Eugenio Mauritio, und dessen erden,die stadt und krevüre nebst allen dcpendentzien von Ivois, undzwar so, daß hinführo dieses stück landes den trtul des Hertzog»Ihums von Cartgnan führen sollte; wie denn solche schenckungden 21. martii des gedachten jahrs in dem Parlemcnt -zu Metzeingeschrieben worden. Thuan. hist. üb. VIII. X. XXI. l- e V U J-sor, hist. de Louis XIII. tom. IX. Descript. Germania ins,
* Jvor, oder Georgius, Fürst von Rußland , siehe Jhor«
Jupiter, ist von den Heyden vor den grössestcn aller götter,ia gar vor einen vatter der götter und menschen gehalten wor-den. Er wird Saturni und Cybeles oder Rhea söhn genennet,welcher sich gegen seinen ältern bruder, den Titan, verbunden,und versprochen, er wollte seine kinder auffressen, auch sol-ches , so bald sie gebohrer,, würcklich gethan , zumal aber, alser von dem Orscüla vernommen, er würde einsten durch seinensöhn des Reichs beraubet werden. Deswegen habe die Rheanachgehends an statt des Iovis und anderer kinder ihm einenstein hingelegt, welchen er verschlucket hat. Nach etlicher mey-nuiig soll der nähme Jupiter so viel seyn, als juvans Pater , einhelffender vatter; aber es ist wahrscheinlicher, daß das alteWort Jovis zu dem Wort Pater gesetzt, und daraus Iovis Paterworden sey, welches denn hernach in das Wort Jupiter ver-wandelt ist. Wahrscheinlich ist es auch , daß das wort Jupiterhergenommen sey von dem bekannten Hebräischen wort lehova.Und einige Gelehrte, die hier ebenfalls auf die Hebräische alter-thümmer sehen wollen, vermeynen ferner, daß durch den Jupiterangezeiget werde, der Hebräer Javhet, ältester söhn Noachi.Scheinet also insgemein durch den Jupiter die höchste gottheitangedeutet zu werden, wie sonst im Orient durch den Bel oderBaal . Bald nach seiner geburt soll er in der insul Creta beydem berge Dicte oder Jda (ober wie andere wollen, auf demberge Lyceo inArcadien)auferzogen worden seyn,und zwar unterdem tumulte der Lorybanwm oder Cureten,gleich als wenn manopferte, damit Saturnus sein geschrey nicht hören möchte. Zltseiner nahrung muste die milch einer ziege, Amalthea genannt,dienen, welche, als sie in der stadt Olenus in Aetolia erzogenworden, hernach auch mit unter die sterne gesetzt, und dasOlenische gestirn genennet wurde. Auch wird vorgegeben , daßdie tauben zugeflogen kommen, und ihm ambroiia , ein adleraber nectar zugebracht hätten. Die dienen sollen ihm auch Ho-nig zu essen gegeben, er aber vor solche wohlthat sie nachmalsmit einer gold - färbe begabt haben, da sie vorhero nur eisenfär-big mögen gewesen seyn. Zu säuqammen soll er die Jthomeund Neda , ja auch die Thisoa und Hagno gehabt haben: aberder drunn Clepsydra in Messenien , und der fluß Lusius in Ar kadien hatten zu seiner reinigung und waschen dienen müssen.Die Alten haben ihm sehr viel nahincn gegeben, worunter dergemeineste mit ist 8aturnius , von seinem vatter Saturns. Ci-cero sagt, daß drey dieses nahmens wären r allein andere, wor-unter auch Varro , gehen noch viel weiter, und benahmen ihrer300. deren thaten nachgehends dem sogenannten Jovi Lrerenl«sind zugeeignet worden. Diese alle nun gehören mit nnter die30000. götter der Heyden , welche einige den Alten zuschreibenwollen, wiewol bey dieser erzehlung ohne zweifel viel Unrichtig-keit mit unterläuft, und noch viel andere fehler sind begangenworden, als nur baß man aus den mehrern benennunaen ei-ner Person, deren man göttliche ehre und eigenschafft zuschreibenwollte, verschiedene götter gemachet hat. Indessen verstehendie Heydnischen Theolog, durch den Jupiter dasjenige Wesen, sodie weit erschaffen , und ihn deswegen /Aoi^ytTw , oder denleiter und führer der Parcarum ober schicksale nennen. Daheroauch die Griechen dem Jovi eine staruam mit 3. äugen gesetzt,um damit anzuzeigen, daß er alles im Himmel, auf erden undm dn Hölle, oder auch die vergangene, gegenwärtige und zu-künftige dinge wisse. Die Römer aber stclleten ihn auf einenyelfenbeinern thron, in der rechten einen dreyfachen blitz, inder lmcken einen scepter haltend, nebst einem adler an der feite.Sonst wird ihm auch eine güldene peitsche, die er soll geführetuuven, beygelegt, desgleichen auch ein schild, welches von demfelle der ziegen Amalthea soll zubereitet gewesen seyn. Phidias soll dessen bttdms geschmtzet haben, welches hernach zu Elis inAchaien aufgerichtet, und mit unter die 7. wunderwercke derWelt gerechnet worden ist. Dasselbige wurde auch nachgehendsm«t berg-zinnober bestrichen. Die Poeten berichten, daß Jupi,ter, nachdem er fein männlich alter erreichet, seinen vatter Sa«turnum vom throne gestossen, und ihn mit einer sichei der männ-
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Uchkeit beraubet; wie denn auch Saturnus selbst seinem vatterdem Crelo eben dergleichen soll gethan haben, und sey solches bevCorcyra, die daher Drepane oder eine sichel genennet worden,geschehen. Worauf er das Reich der weit mit seinen 2. brüdernin der insul Clarus gelheilet, so daß Jupiter ein Herr über Him-mel und erden, Neptunus über das Meer, und Pluto über dieHölle worden sey. Wiewol anderweitig- gemeldet wird, es habesich Jupiter die Orientalischen, Pluto die Occidentalischcn stü.cke, und Neptunus die meer - Plätze zugeeignet und angcmassetAusser diesen soll er in mancherley lästern gelebet haben, oderwird ihm wenigst von den Heydnischen Poeten allerhand mein«eyds und betrügerey schuld gegeben. Darneben lebte er auch inlauter blut - schände: denn Juno war seine schwester, mit wel,cher er aufzulassung der Vestä , sich vermählet, da er sich in ei.neu guguck verwandelt hatte. Der Cereri soll er unter der ge-stalt eines stiers beygewohnct, und mit ihr die Proserpinam er,zeuget haben. Der Semele soll er unter der gestalt eines dra-chens erschienen, und mit ihr den Bacchum gezeuget, jedochselbigen nachgehends aus seiner Hüfte hervor gebracht haben. Ergesellete sich auch zu seinen 3. baasen, und zcugete mit der The,mis die Horas oder Parcas , mit der Diana die Venus, undmit der Mnemosyne die y. Musen. Ja er suchte so gar seinemutter im schlafe zu überfallen, um ihrer zu geniessen. Sein»erste gemahlin hieß Metis, welche dem Saturn» eine artzneysoll zubereitet haben, wodurch er erstlich einen stein, hernachfeine söhne, die er gefressen gehabt , wieder ausgespyen hat.Diese Metis aber, als sie schwanger worden , habe er verschluckt,und sey aus deren gehirn die Pallas hervor gekommen. Mitseiner tochter Venus hat er gleichfalls ehebruch getrieben. DieLeda, des Tyndari Königs in Laconien gemahlin, hat er, nach.dem er sich vorhero in einen schwan verwandelt gehabt, zumfall gebracht: welche denn 2. eyer gebohren , aus deren einemder Pollux und die Helena , aus dem andern Castor und Cly-temnestra hervor gebracht sind. So hat er auch mit der Euro pa , des Agenoris tochter, den Minos und Rhadamantus ge-zeuget, welche er, als er sich in einen ochsen verwandelt halte,aus Phönicien entführet hat. Nicht zu gedencken vieler andern,welchen er unter mancherley gestalt beygewohnct haben soll.Sonst hat er sich eines schönen jungen knabens, Ganymcdes »bedienet, welchen er, desto näher um sich zu haben, zum mund-schencken der götter machte. Von dessen thaten aber wird unterandern berichtet, daß er seinen vatter den Saturnus und dieMutter Rhea ober Ops, welche von dem Titan in bände gelegtworden, erstlich bcfreyet, hernach aber den vatter mit einemwöllenrn bände gebunden , dem gott Pluto in der Hölle» z» ver-wahren übergeben hätte, nur damit er alleine regieren möchte.Nachgehends als der riefe Aegäon nebst andern riefen, unterwelchen Typhöus, Briareus rc. ihn von der rcgierung vertrei-ben wollten , hat sie Jupiter mit donner - keulen verjagt. Aufden Typhon oder Typhöus, der vor ander» den Jupiter herausgefordert, daß er mit ihm wegen des Reichs streiten sollte, hater donner - keule schiessen lassen, und, nachdem er zu brmnenangefangen, hat er den berg Aetna über ihn hergesetzt, auswelchem er noch feuer speyen soll. Jedoch haben vorher die rie-fen , Briareus , Cottus und Gyges dem Jovi, wider die an-dern götter, die sich gegen ihn verschworen hatten, beygestan.den, daher sie auch vom Hcsiodo Hüter und beschützet des Io-vis genennet werden. Er selbst aber, weil er viel Könige in ver-schiedenen ländcrn gesetzt und bestätiget, hat die ehre erhalte»,daß ihm vor andern der schütz und beystand der Könige zuge-schrieben worden. Den Cretensern und andern völckern hat erzuerst gezciget, wie die gerichte sollten beschaffen seyn. Rechtund gerechtigkeit, wie auch die belohnungen der gercchtigkeil,hat er hier und dar verordnet, daher es kommen, daß man ihmgöttliche ehre zuerkannt hat. Zu dem ende ist ihm auch zu eh-ren das sogenannte hecatombe, oder opfer von hundert stuckVieh einer art, geschlachtet worden , und solches daher, weilin Peloponnes 100. städte waren, welche ihm ein sothanes opferzuerst gebracht haben. Hierzu aber wurden sonderlich 100. stückrind - vich, desgleichen auch 100. stück schaafe, und 1°°. stückschweine gebraucht, und zu einer zeit geopfert, wiewol ihm zuehren auch sonst Widder und schlangen pflegten geopfert zu wer-den. Der adler aber wird ihm um der Weissagung willen zu-geeignet , daß er einsten würde ein König werden , oder, nachanderer meynung, weil er sich in eine» adler verwandelt hatte,als er den schönen Ganymedem in den Himmel hvlete. Undwie auch andern göttern und göttinnen gewisse gliedmassen dermenschen gewiedmet waren, also ist dem Jupiter das Haupt zu.erkannt und geheiliget worden. Als man auch noch zu Satur.ni zeiten menschen - fleisch zu essen pflegte, zeigte Jupiter, wieman sich der eicheln bedienen sollte, dahero auch die eicbe ihmzugeeignet und geheiliget wurde. In der landschafft EprruS«st ihm ein gantzer wald , der sonst der Dodoncische oderChaonische wald genennet wird, gewiedmet worden. Unterden bäumen aber demercket man sonderlich den mijpel - bäum,der ihm zuerkannt worden ist. So fehlt es auch nicht an fe-sten , die ihm zu ehren gehalten sind. Die sogenannte «est.tage Diasia (welche auch Diipolia hiessen, scherten die Athe-nienser mit sonderbarer traurigkelt; hergcge» aber wurde dargastmahl des Jupiters zu Rom den i. November, und depenfeyertage den 2;. december mit grossem vergnügen gehalten.Deswegen auch der beste und vornehmste tcmpel, worinn man
den Jlipiter zu verehren pflegte, zu Rom im Capitoho zu finden
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