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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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arld, doch mit dein bedinge, daß man sie verschwiegen halte.Die vornehmste dinge, dadurch sie sich ihre götter günstig zumache» suchen, find: die inwendige retntgkeit des hertzens,eine abergläubische enlhaltung von aller unrernigkeit, eine ge-naue deobachtung der feste und feyerläqe, die wallsahrlen nachJsje, und endlich die castcyung ihres leibs. Ihre retntgkeitdes hertzens bestehet darin,», daß sie alles, wozu sie sich inihrem gewissen verbunden erachten, sorgfältig in acht nehmen,alle Untugenden meiden, und den befehlen ihres Kayfers gehor-sam leisten. Einige halten sich auch vor ungeschickt ihre tem-pel zu besuchen, wenn ihre gedancken mit allerhand betrach-tungen über ihr Unglück beschafftigel sind; am meisten nehmensie sich vor Verunreinigung ihres leibs in acht. Nach ihrer mey-nung können sie sich durch fleisch-und blut-essen, wie auch aneinem todten verunreinigen. Wer sich mit blut, es sey nunmit eigenem oder fremden, beflecket, kan in sieben tagen nichtbey dem gottesdienst gebraucht werden. Wenn sich einer beyder arbeit an einem heiligen orte verwundet, ist ihm solchesgäntzlich verboten. Geschähe dergleichen in dem tempcl Ten,Seo, Dai, Sin, so muß er gantz eingerissen und neu ge-bauet werden. Wer bey dem lode emes sterbenden ist, bleibtden tag über unrein. Desgleichen können sie sich durch aller-hand speisen verunreinigen. Bey ihre» festen besuchen sie ein-ander, theilen geschencke aus, legen hernach ihre beste kleiderund wäsche an, gehen in die tempel, gucken in die spregel, se-hen durch gitler, und verrichten ein gebät aus dem köpft. Ihrewallfahrt nach dem tempei zu Jsje, der dem Ten, Seo, Dai,Ein geweyhel ist, geschiehet all« jähr vielfältig, oder doch we,nigstens in ihrem leben einmal, daselbst empsähet jeder einenaferai oder ablag. Die thiere todten sie nicht ohne unterscheid ,und halten es vor fünde zu tödten, das den menschen nutzenschaffen kan. Sie glauben auch, daß die seelen der frommengleich nach dem tobe den ort der gluckseligkeil neben den dreyund dreißig Himmeln, als der Wohnung der auserwehlten, be-ziehen ; die seelen der gottlosen aber so lange herum schweifen,bis sie vor ihre fünden gebüsset haben. Van Goth, Staatvon Japan , 3. p. 48. scqq.

Ranovsky, siehe Chanovski.

Aantsky von Kostelce, siehe Rlusack.

Rapaun von Svogkov , ein Freyherrliches geschlecht inBöhmen , von welchem Johann an. 1160. die cyarge einesLand-Richters bekleidet. Jaroslaus hat an. 133?. den Kay-ser Carolum IV. aus den Handen der Pisaner, welche selbigenin einem unversehens erregten lumnlle, da eben der Kayftr sichzu Pisa aufhielte, in seiner Wohnung umringet hatten, nebenandern beschützen heiffen ; wiewol doch auf die KayserlicheWohnung selbst kein würcklicher angriff geschehen, sondern diefache noch zum vergleich kommen ist. Priamus stund bey deinKayftr Ferdinand» l. in grossem ansehen, und war in demTürcken-krieqe General -Zahlmeister. Er starb an. > 547. undhinterließ folgende 3. söhne : r.) Albertus war KayftrlicherRath, Burggraf zu Königgrätz , und an. 167;. Abgesandterauf dem Reichs-tage m Polen . 2.) Carolas >var Vogt zuWolffenbüttel, und zeugte Henricum Philippum, der die stelleeines Probsteö zu Brannschwclg erhalten. 3.) Henricus warKayftrlicher Rath, Beysitzer des Land-Gerichts in Böhmen ,und ein groß-vatkcr Alberti, der dem Kayftr in dem 30. jährigenkriege als Oberster gedienet, und den Freyherrn-stand auf seingeschlecht gebracht, welchen seine beyde rnckel, Albertus La-tislaus und Gustavus Adolphus , fortgesetzet. Gottfried waran. 167-. Bischofs zu Samandria, und Archidiaconus zuCrumlow; dessen bruder, Carl Humbert, Kayftrlicher Cam-mer-Herr, ist an. 1664. mit tobe abgegangen. Baibim epit.rer. Bohem. p. 599. Tab.ßemm. P. III.

Rapell, eine adeliche familie in der Marck Brandenburg,welche an. 926. dahin gekommen, als die Wenden daraus ver-trieben worden. Achim hat sich an. 1492. mit Hertzvg Hein-richen in der belagerung vor Braunschweig befunden. AnnaScholastica von Kapeü, war an. 1647. Aebtißin zu Capell;Ernst Friedrich ward an. 1662. in einem ducll von dem Ober-sten Hvlcken erschossen. Friedrich Dietrich, Mecklenburgischergeheimer Rath und Dom-Dechant zu Havelberg , starb an.1680. einen söhn Detlev Friedrichen hinterlassend. Ang. Märck.thron. p. 39. Kehnm. in Comment, delibr. geneal. p. 9$.

Rapliers, eines der ältesten und ansehnlichsten Gräfli-chen Häuser in Böhmen , welches von dem Böhmischen Her-doge, Crocv I. der nach einiger meynung an. 345. Hcrtzog inPolen worden, hergeführet wird. Von dessen nachkommen indem fünften grad hat Kalbog die linie derer von Kapliersin Sulewitz, und dessen drubers-sohn, Suchoslau, die linievon Milessow angefangen. Von jener war Jacobus an.1260. als Dom-Probst zu Prag bekannt, und Georg wardan. 1333. von dem Kayftr zum Ritter geschlagen, weil er sichbey unterschiedenen activnen wohl verhalten. Zdenko , Kay,serlicher Oberster, blieb an. 1396. in der fchlacht bey Erla inUngarn , und hinterließ Casparn Kapliers von Sulewitz, wel-cher an. 1620. die charge eines Kayserlichen Raths, Cammcr-Herrn und obersten Landschreibers in Böhmen bekleidet. Erwurde aber jahrs darauf zu Prag im 8 osten jähre seines al-ters enthauptet, weil er des neuen Königs Friderici V. ausder Pfaltz partey gehalten, und ihm hierauf seine güther an

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13000. chlr. werth confisciret. Desselben söhn, Caspar Zden-ko, der sich als Kayftrlicher General in Italien , und sonderlichin Mayland durch seine lapferkeil einen rühm erworben, kauf-te an. ,66o. daö schloß Milessow im Leutmeritzcr kreise gele-gen, von Carolo Kapliers, dessen linie es in die 800. ,ahrbeicssen hatte, und banete es von gründ aus neu auf. An.1671. half er über die Grafen Serini , Nadasti und Frau»arpanj das urtheil sprechen. An. 1683. präsidirle er, beybevorstehender belagerung der stadt Wien , in dem darzu ver-ordneten geheimen Collegio. Er starb an. 1686. als Kayserl.General , Feld-Zeugmeister und Hof-Kriegs-Raths-Präsident»nachdem er kindes kindes-kinder erlebet hatte. Es sollen aberdieselbe männlicher seits alle abgegangen seyn, und schreibetsich heut zu tage eine branche der Grafen Hrzan von Harcaszugleich von Kapliers zu Milessow. (Siehe Hrzan.) Übrigensgeneth an. 1303. diese familie mit den adelichen geschlechternNetlutzki,, Trzebioliski, Bieskoski, Brogenski und Wvsterskiin einen streit, weil dieselbe sich auch von Kapliers zu nennenanfiengcn. Es wurde hierauf der Oberste Truchscß nebst an.der» Herren - standes in Böhmen -zu Commissarien in dieserfache ernennet, weiche dann befanden, daß die gedachte fa.milien mit denen von Kaplierö in naher blnts-frcundschaffkstünden, und also mit recht deren nahmen angenommen häl»ten. Nachgehends ist der dabey getroffene vergleich au. 1330.der land-tafel mit einverleibet worden. Baibi». tab. stemm.P. II. Anonymi leben Kays. Leop. P. I.

Rappel, siehe Cappel.

* Raracathay, ober Rarakitai, nennen die Tartarn dassüdliche theil von der Chinesischen Tartarey. von Strahlen,berczs nord-und östlicher theil von Europa und Asien einlei-tung, leck. l. §. 14. p. 68.

Aara-Mehemeth-Sacha, Bassa in Mesopotamien , hieltsich bey den belagerungen von Candia, Camtnieck und Wie»,auch in der schlacht bey Chozlm wohl. Ais er hierauf dasGouvernement von Ofen an. 1684. erhalten, defendirte erden ort wider die Kayserlichen tapfer, und alö der HertzogCarl von Lothringen selbigen auffordern ließ, befahl er 40.Christen-ftlaven im angesichl des hinein geschickten Offieierszu massaeriren, büßte aber sein leben ein, da die stadt mitstürm übergieng. Relativ» dußege de Bude.

Rara-Mustapha, ein Türckischer Groß-Vezier, welchen' in seiner jugend der Groß-Vezier Kiuperli oder Coprogli, sei-nes vatters bruder, unter den Jchoglans oder jungen leuthendes Serails erziehen lassen. Weil er sehr gute qualitäken ansich spüren ließ, wurffen die verschnittenen eine sonderbare lie,be auf ihn, und es giengen nicht 10. jähre hin, da er schonunter die zahl derjenigen bedienten, die auf die Türckischrschatz-cammer bestellt, ausgenommen wurde. Als nun eins-malö des Sultans mutter Valida mit ihrem söhne MahometIV. dahin gekommen, fand sie ein grosses vergnügen über desjungen Mustaphä angenehme gestalt, und schenckte ihm einensehr schönen smaragd, den ihr der Sultan gegeben hatte.Man sagt auch, sie habe ihn hernach zum östern bey sich inihrem zimmer gehabt, und bemühete sie sich äusserst , ihn zubefördern. Erstlich verschaffte sie ihm bey dem Sultan dieOber-Stallmeister-ßelle. Nicht lange darnach tödtete er denAssan-Bassa, welcher in Asien eine rebellion angefangen, wo.durch er sonderlich bey dem Sultan in grosse gnade kam, derihn gleich darauf zum See-Admiral machte. NachgehendSwurde er Caimacam, welches die andere ehren-stelle in demTürckischen Reiche ist, und endlich gar Groß-Vezier, worausihm der Sultan seine tochter zur gemahlin gab. Er würdeglücklicher geweftn seyn, wenn er sich nicht so sehr in dieintriguen des Serails gemischt hätte. Vornemlich war dieFürstin Basch-Lari, des unglückseligen Assan hinterlassenewittwe, und des Kayfers Mahomets schwester, obwol un«schuldiger weise, Ursache an seinem falle. Denn Mustaphaverliebte sich in dieselbige hesstig, konnte aber ungeachtet al-ler mühe seinen zweck nicht erlangen , sintemal die SultaninValida, die ihm zu solchen ehren-stellen verholffen, durch seinegegen sie bezeigte kalt,Innigkeit heftig erzö-rnt, alle seine an-schlüge zu nichte machte; darauf er sich an ihr zu rächen esdahin brachte, daß sie nicht mehr theil an der reqierung hat-te , dahero sie mmmehro feinen Untergang möglichst zu br.fördern suchte. Sie bediente sich hierzu der abweftnheit desKara-Mustapha, als welcher eben damals die g<osse Türcki-sche armer in Ungarn , und für Wien geführet hatte, stelltedem Groß-Sultan vor, wie heftig sich alle Grossen über desMustaphä tyranney beklagten ; sie redte übel von seinemschlechten verhalten in dem Ungarischen kriege, weil er die be.lagerung der stadt Wien mit Verlust der besten trouppen auf»gehoben hätte; sie bediente sich auch des verlusts der vestungGran, einen aufstand unter den Janitftharen zu erregen,und dadurch den Sultan zu nöthigen, daß er den Gross-Vt«zier ihrem grimm aufopfern möchte. Mahomet wollte zwaranfangs nicht daran, weil er sehr viel auf dem Groß-Vt»zier hielte; endlich aber ließ er ihn durch den Mufti verdam»men, und überschickte ihm durch zwey Janitscharen - Agasdas ausgesprochene urtheil, die ihn sodann krafft dessen zuBelgrad den 23. dec. an. 1683. strangulirten. Seinen köpfbrachte man nach Adrianopel , welches bey dem volck zirmluche sreude verursachte; allein die Printzeßin Basch-Lari ließ

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